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Menschenwürde

von | 22. Mai 2014 | Publikationen

Die Menschenwürde zu achten ist ein islamischer Wert

Das wertvollste Wesen auf Erden ist der Mensch. »Nun haben wir fürwahr den Kindern Adams (Menschen) Würde verliehen und sie über Land und Meer getragen und sie mit den guten Dingen des ­Lebens versorgt und sie weit über alle Dinge unserer Schöpfung begünstigt.« (Koran: 17/70). Mit diesen Worten zeigte Gott seine Wertschätzung dem Menschen gegenüber und ernannte ihn zu seinem Vertreter auf Erden (Koran: 2/30).

Gott hat alles im Kosmos für den Menschen geschaffen (Koran: 14/32) und unter all seinen Geschöpfen den Menschen, und das ist ein jeder von uns, zum wertvollsten erhoben. Als einmal ein jüdischer Leichenzug durch seine Straße ging und Muhammad aufstand, um dem Toten Ehre zu erweisen, wurde er gefragt, warum er das tue. Daraufhin antwortete er: »Er ist ein Mensch« und betonte damit die Pflicht, auch den Leichnam eines Andersgläubigen zu ehren.

Diese Anekdote verdeutlicht nicht nur die Sicht des Islam auf den Menschen im Allgemeinen, sondern sie beweist auch, dass Muhammad kein Gegner der Juden bzw. Antisemit war. Folglich darf ein Muslim nicht Antisemit sein. Als heiligstes Geschöpf Gottes genießt der Mensch Unantastbarkeit: Daher darf niemand aufgrund seines Glaubens oder Nichtglaubens, seines Geschlechts, seiner Sprache, Religion, Rasse, Nationalität, Denkweise, gesellschaftlichen Stellung und Lebensweise getadelt, erniedrigt, verurteilt und getötet werden. Denn das illegitime Töten eines Menschen ist nach dem Islam wie das Töten der ganzen Menschheit (Koran: 5/32).

Artikel 1 unserer Verfassung hat ihre Wertschätzung des Menschen in seiner Würde, Ehre und in seinen Rechten mit einem glänzenden Satz zusammengefasst: »Die Würde des Menschen ist unantastbar.« Daher darf niemand einen anderen Menschen mit Worten oder Taten erniedrigen, der anders ist als er selbst, in keiner Weise und an keinem Ort. Ein Muslim sollte nie Worte von sich geben, die einen andersartigen Menschen beleidigen könnten: keine Beschimpfungen, Beleidigungen, häss­lichen Vergleiche.

Liebe Mitglieder der Islamischen Gemeinde Penzberg,

es fällt uns schwer den persönlichen Kontakt mit Euch zu unterlassen. Es tut auch weh die Moschee einsam und verlassen zu sehen. Doch wir leben in einer Zeit, die diese Maßnahmen erfordern. Alle unsere religiösen Pflichten können wir auch als Einzelne zu Hause verrichten. Wir können einzeln oder mit unserer Familie beten, einen Fastentag einlegen, Spenden über Online-Banking tätigen oder dem nächsten Nachbarn helfen. Und vor allem in Gebeten uns geistig verbinden.

Folgende aktualisierte Regelungen gelten für die Moschee:

Wir sehen uns in der Verantwortung den Gebetsraum zu schließen, da der Teppich den Virus weiter übertragen kann!

Die tägliche Gemeinschaftsgebete und Freitagsgebete sind bis auf Weiteres ausgesetzt.

Bitte habt Verständnis dafür, dass wir Nikah/Eheschließungen ebenso aussetzen müssen.

Auch alle anderen Aktivitäten finden auf unbestimmte Zeit nicht statt.

Ein besonderes Anliegen ist uns die Solidarität mit alleinstehenden Menschen, mit Kranken und älteren Personen, die sich eine Selbstversorgung nicht einrichten können. Zusammen mit der Stadt Penzberg und den beiden Kirchen haben wir uns entschieden diesen Menschen eine konkrete Hilfe anzubieten. Aus unserer Gemeinde haben sich 25 Jugendliche bereit erklärt diese Aufgaben auszuführen!

Wenn Ihr Hilfe benötigt oder jemanden kennt der Hilfe benötigt, meldet Euch dazu entweder bei der

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ersten Bürgermeisterin Elke Zehetner unter der Telefonnummer 08856/813103 oder per Mail an elke.zehetner@penzberg.de, oder auch bei

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Imam Benjamin Idriz unter der Mobilnummer 0171/5194017 oder dem

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Vorsitzenden Bayram Yerli unter der Mobilnummer 0170/5252403.

Natürlich stehen Euch der Imam, der Vorsitzende und der gesamte Vorstand auch zu anderen Fragen/Anregungen und jedweder Unterstützung bereit.

Wir bitten Euch um mehr als Verständnis. Wir bitten Euch verantwortlich zu handeln. Wenn unsere staatlichen Behörden und führende medizinische Einrichtungen dazu auffordern möglichst zu Hause zu bleiben, macht es bitte!

Nutzen wird diese Zeit für Itikaf, für die Stärkung unseres Imans und vertrauen wir auf Allah dem Höchsten!

In Frieden und Verbundenheit,

Eure Islamische Gemeinde Penzberg e.V.