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Integration & Bildung

Was ist Integration?

Idriz mit Martin Neumeyer und Alois Glück

Imam Benjamin Idriz mit Bayerns Integrationsbeauftragter Martin Neumeyer und Landtagspräsident a.D. Alois Glück in der Penzberger Moschee am 07.11.2006

Mancherorts bekommen wir das Gefühl, dass der Terminus „Integration“ nun langsam für Einige zu viel wird. Tatsache ist aber, dass wir nicht nur aktuell, sondern auch sehr rege darüber im Diskurs sind. Das kann man nun unterschiedlich bewerten. Entweder wollen wir keine Integration oder wir haben sie bereits abgeschlossen. Wie auch immer. Wir glauben: Integration beginnt im Kopf und am Ort. Und deshalb glauben wir auch fest daran, dass wir nur dann sichtbare Erfolge verbuchen, wenn wir die Betroffenen dort abholen, wo sie stehen, am Fuße des Integrationsgipfels. Und dies wiederum wird nur dann fruchten, wenn wir in unsere Bemühungen muslimische Führungskräfte einbeziehen und die Plätze der Interaktion von Muslimen aufsuchen, in Moscheen, in Wohnungen, in Cafes und auf den Spielplatz gehen. Integration muss zu einer Aktion wachsen, die von Muslimen selber kommt. Es ist nun mal so, dass ein Imam oder ein angesehener Muslim, in seinen eigenen Reihen mehr bewirken kann – diese Erfahrung haben wir durchaus gemacht – als ein Minister, ein Politiker oder ein Autor, der hier und da mal in den Medien auftritt und zum Thema, manchmal nicht unbedingt qualifizierte und konstruktive Stellungnahmen abgibt.

Spätestens jetzt sollte die Frage gestellt werden. „Was heißt Integration und vor allem wo und wie beginnt und endet sie“?   

Nach unserem Ermessen beginnt sie zunächst bei der sprachlichen Integration, die wie ein Schlüssel alle weiteren Schritte öffnet, führt über das kulturelle Verständnis und die Anerkennung des europäischen Grundwertekonsens bis hin zum Erwerb der Staatsbürgerschaft.

Integration ist – im wahrsten Sinne des Wortes – teuer. Die Bertelsmann Studie hat sie jährlich auf 16 Milliarden Euro beziffert. Natürlich ist es besser, in Integration zu investieren, denn nachzuholende Integration oder gar verfehlte Integration ist immer teurer, besonders im Hinblick jeder einzelnen Lebensperspektive.

Wenn wir heute über Integration sprechen, dann eigentlich unweigerlich über die Integration von Muslimen und dem Islam. Bisher gibt es eine Reihe von Untersuchungen, die sich mit den Defiziten, aber auch Erfolgsgeschichten der Integration beschäftigen. Die letzte Studie des Berliner Instituts für Bevölkerung und Entwicklung spiegelt leider größtenteils die öffentliche und politische Meinung wieder.

In unserer heutigen Weltordnung entscheiden Bildung und Ausbildung den Zugang zur zentralen gesellschaftlichen Partizipation.

In der frühkindlichen Erziehung angefangen fehlt es oftmals den Eltern an Hilfestellungen in sprachlicher und kultureller Hinsicht. Die Kinder wachsen mit mangelnder außerschulischer Förderung auf, bedingt durch geringe kulturelle und ökonomische Ressourcen der Eltern. Zudem wirken sich die erhöhten Anforderungen an die Erziehungskompetenz der Eltern nachteilig auf die außerschulische Förderung der Kinder aus. Die mangelnden Bildungserfolge der Kinder und der Jugendlichen bewirken wiederum geringe Erfolge auf dem Arbeitsmarkt. Hilfe gäbe es zu Genüge, aber der Mangel an Wissen im Bezug auf die vorhandene soziale Infrastruktur, ist ebenso groß, wie häufig die Hemmschwelle, solche aufzusuchen, da Manches als nicht kompatibel mit islamischer Lebensweise angesehen wird. Eine Anlaufstelle soll Muslime ermutigen und unterstützen, an den zur Verfügung stehenden Ressourcen und Angeboten von Staat und Gesellschaft bewusst teilzuhaben. Insbesondere ist es wichtig an der Akzeptanz der bereits existierenden Beratungsstellen zu arbeiten und  Familien auf dem Weg in die hiesige Gesellschaft beratend und begleitend bei Seite zu stehen. Denn in den Familien beginnen die Problemansätze vor allem der heranwachsenden jungen Generation, die nicht alleine aus dem Gesamtgesellschaftlichen Leben, in der Schule, im Beruf oder im Freundeskreis entstehen.

Unzureichende Bildung- und Ausbildung, die sich wiederum in der hohen Jugendarbeitslosigkeit niederschlagen, damit mangelnde Zukunftsperspektiven, soziale Ausgrenzung und Diskriminierungen in der Familie und im öffentlichen Raum, diese meist geballt in den problembelasteten und ethnisch verdichteten Stadtteilen, aber auch die zunehmende Globalisierung der Konfliktherde weltweit, sind Erfahrungen Jugendlicher in der schwierigen Phase ihrer Identitätsbildung. Muslimische Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund sehen sich häufig als Verlierer dieser Gesellschaft. Sie werden als potenzielle Gefahrenquelle angesehen, als nicht integrierbar in die pluralistische europäische Gesellschaft. Es herrschen Ratlosigkeit und Stagnation, mangelndes Wissen oder verzerrte Vorstellungen um die eigenen religiösen Wurzeln und Zukunftsangst.

Die Muslime sollen diesen Jugendlichen ein Forum bieten, um über ihren Glauben im europäischen Kontext neu nachzudenken und sich mit den Fragen der Zukunft zu befassen. Insbesondere muslimische Mädchen ermutigen, Anstrengungen auf sich zu nehmen, an sich zu arbeiten und die eigene Persönlichkeit zu entwickeln. Im Sinne einer islamischen Lebenshaltung müssen sie in Achtung vor den unterschiedlichen Formen des Zusammenlebens Verantwortung übernehmen und sich den Herausforderungen der Gesellschaft stellen damit sie gemeinschaftsfähige, engagierte und konstruktive Bürger dieser Gesellschaft werden.

Zur Integration gehören immer mindestens zwei Parteien: eine grundsätzlich offene Aufnahmegesellschaft und die gleichermaßen kooperativen Migranten. Die Integration der Muslime in Europa ist im Gange und wird weiterhin vorangetrieben werden. Hierzu sind allerdings alle aufgerufen, gemeinsam an einem Strang zu ziehen nach dem Motto:

Kommunikation + Kooperation + Kompromiss = INTEGRATION

Unsere Hoffnung und Zuversicht liegt vor allem in dieser Verantwortung gegenüber den kommenden Generationen. Deutsche selbstbewusste Muslime, die sich mit dem Land und mit seinen freiheitlichen demokratischen Grundordnung identifizieren, werden Sprachrohre der offiziellen Leitlinien eines Islam in Europa in der Praxis sein, und werden dadurch dem islamischen Leben in Deutschland einen konstruktiven Weg des gemeinsamen Lebens und Gestaltens ebnen.

Die Bayerische Staatsregierung hat am 10. Juni 2008 die Aktion Integration beschlossen. Sie umfasst Integrationsleitlinien, ein Zehn-Punkte-Programm sowie das Integrationskonzept. In der Broschüre wird eine kompakte Zusammenstellung der Aktion Integration vorgestellt.

Liebe Mitglieder der Islamischen Gemeinde Penzberg,

es fällt uns schwer den persönlichen Kontakt mit Euch zu unterlassen. Es tut auch weh die Moschee einsam und verlassen zu sehen. Doch wir leben in einer Zeit, die diese Maßnahmen erfordern. Alle unsere religiösen Pflichten können wir auch als Einzelne zu Hause verrichten. Wir können einzeln oder mit unserer Familie beten, einen Fastentag einlegen, Spenden über Online-Banking tätigen oder dem nächsten Nachbarn helfen. Und vor allem in Gebeten uns geistig verbinden.

Folgende aktualisierte Regelungen gelten für die Moschee:

Wir sehen uns in der Verantwortung den Gebetsraum zu schließen, da der Teppich den Virus weiter übertragen kann!

Die tägliche Gemeinschaftsgebete und Freitagsgebete sind bis auf Weiteres ausgesetzt.

Bitte habt Verständnis dafür, dass wir Nikah/Eheschließungen ebenso aussetzen müssen.

Auch alle anderen Aktivitäten finden auf unbestimmte Zeit nicht statt.

Ein besonderes Anliegen ist uns die Solidarität mit alleinstehenden Menschen, mit Kranken und älteren Personen, die sich eine Selbstversorgung nicht einrichten können. Zusammen mit der Stadt Penzberg und den beiden Kirchen haben wir uns entschieden diesen Menschen eine konkrete Hilfe anzubieten. Aus unserer Gemeinde haben sich 25 Jugendliche bereit erklärt diese Aufgaben auszuführen!

Wenn Ihr Hilfe benötigt oder jemanden kennt der Hilfe benötigt, meldet Euch dazu entweder bei der

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ersten Bürgermeisterin Elke Zehetner unter der Telefonnummer 08856/813103 oder per Mail an elke.zehetner@penzberg.de, oder auch bei

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Imam Benjamin Idriz unter der Mobilnummer 0171/5194017 oder dem

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Vorsitzenden Bayram Yerli unter der Mobilnummer 0170/5252403.

Natürlich stehen Euch der Imam, der Vorsitzende und der gesamte Vorstand auch zu anderen Fragen/Anregungen und jedweder Unterstützung bereit.

Wir bitten Euch um mehr als Verständnis. Wir bitten Euch verantwortlich zu handeln. Wenn unsere staatlichen Behörden und führende medizinische Einrichtungen dazu auffordern möglichst zu Hause zu bleiben, macht es bitte!

Nutzen wird diese Zeit für Itikaf, für die Stärkung unseres Imans und vertrauen wir auf Allah dem Höchsten!

In Frieden und Verbundenheit,

Eure Islamische Gemeinde Penzberg e.V.