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Unsere gemeinsamen Werte

von | 22. Mrz 2014 | Publikationen

Allen Europäern gemeinsame Werte müssen sein: die Menschenrechte, Demokratie und Rechtsstaat, uneingeschränkte Glaubens- und Meinungsfreiheit, Pluralismus des Denkens, der Religionen, Sprachen und Ethnien, Sicherheit des Einzelnen wie des Landes, Bildung und Erziehung, Toleranz und Vertrauen innerhalb der Gesellschaft und Gerechtigkeit und Gleichheit zwischen den Individuen, Bewahrung der Schöpfung.

In Europa wächst eine neue Generation heran, die sich selbst als „europäische Muslime“ definiert. Sie „verlinkt“ die Kulturen, verbindet den Islam und die Moderne, arbeitet konstruktiv und nach Weltmaßstäben. Sie hat keine Scheu davor, sich einzubringen und wettzueifern. Sie will der Gemeinschaft, dem Land, ja der Menschheit insgesamt dienlich sein und ist dies auch. Sie sieht im Anderen keinen Gegner und Feind, sie instrumentalisiert nicht die Religion für die Politik, sie denkt und fühlt nicht nationalistisch, und sie ist bemüht, die kulturellen, wissenschaftlichen, humanen, ethischen und ästhetischen Dimensionen der Religion weiter zu entwickeln.

Bei der Identitätsfindung dieser neuen Generation sind nun die muslimischen Gemeinden, aber auch der Staat und die Gesellschaft überhaupt, gefordert, Verantwortung zu übernehmen. Das gilt auch für die Suche nach Imamen und islamischen Gelehrten, die in der Sprache und in der Kultur, in der sie leben, zuhause sind. Und es gilt beim Aufbau moderner Moscheestrukturen, wenn fremdgesteuerte und nach außen gerichtete Orientierungen durch ein funktionierendes, unabhängiges und demokratisches System abgelöst werden.

Die Lehre und das Wertesystem des Islams sind entstanden, um fünf fundamentale Rechte zu schützen: Das Recht auf Religion, auf Leben, Eigentum, Vernunft und Nachkommenschaft. Auch das im Westen entwickelte Wertesystem schützt diese Rechte. Sie lassen sich keiner bestimmten Philosophie oder Ideologie zuordnen, sondern gelten als universelle Rechte der ganzen Menschheit. Über sie hinaus ist die neue Generation um Werte wie Ehrlichkeit, Empathie und Moral bemüht. Daraus ergibt sich, dass man das, was man für sich selbst wünscht, auch anderen wünscht, und umgekehrt: „Was du nicht willst, dass man dir tu‘, das füg auch keinem andern zu!“

Es bedeutet, dass niemand Angst vor uns haben muss, nicht vor unseren Händen, nicht vor unseren Worten, nicht vor unseren Gedanken.
Es bedeutet, genau so zu sein, wie man erscheint, und genau so zu erscheinen, wie man ist.
Es bedeutet, immer und überall gegen Unrecht und für Gerechtigkeit einzutreten, unabhängig davon, wer zu den Tätern und wer zu den Opfern gehört.
Es bedeutet, dass der Mensch als Mensch gilt und das Umfeld nicht anders behandelt wird, als wenn es sich um die eigene Familie handeln würde.
Es bedeutet auch, Familien-, Verwandtschafts- und Nachbarschaftsbeziehungen zu pflegen und zu achten.
Es bedeutet ferner, Religion und Wissenschaft miteinander zu versöhnen, Verstand und Geist nicht auseinander zu reißen. Für den Materialismus nicht den Geist zu töten, aber auch nicht für den Geist die Realität zu verleugnen.
Es bedeutet, die Wärme des östlichen mit dem Verantwortungsgefühl des westlichen Menschen zu verbinden.
Es bedeutet, die Sprache des Ostens, die das Geheimnis des Universums und der Liebe manifestiert, mit der Sprache des Westens, die das Lebenstalent des Verstandes zum Ausdruck bringt, in Einklang zu bringen.
Es bedeutet, ein offenes Ohr zu haben für den lauter werdenden Ruf nach Liebe, Gerechtigkeit und nach Glauben aus dem Osten und für den lauter werdenden Ruf nach Vernunft, Freiheit, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie aus dem Westen.

Allen Europäern gemeinsame Werte müssen sein: die Menschenrechte, Demokratie und Rechtsstaat, uneingeschränkte Glaubens- und Meinungsfreiheit, Pluralismus des Denkens, der Religionen, Sprachen und Ethnien, Sicherheit des Einzelnen wie des Landes, Bildung und Erziehung, Toleranz und Vertrauen innerhalb der Gesellschaft und Gerechtigkeit und Gleichheit zwischen den Individuen, Bewahrung der Schöpfung. Unser gemeinsames Ziel muss sein, Entwicklungen zu bekämpfen, die diese Werte in Frage stellen, wie Vorurteile und Diskriminierung, Doppelmoral, Ungerechtigkeit, Korruption, Hass, Extremismus, Parallelgesellschaften, Gewalt in jeglicher Form. Um diese Werte durchzusetzen, müssen wir uns von der Basis bis zur Spitze verbünden. Falls wir diese gemeinsame Orientierung als ‚Leitkultur‘ verstehen wollen, dann sollten Muslime eine aktive Rolle in ihrer Verwirklichung einnehmen. Wenn das gelingt, brauchen wir weder auf der einen Seite eine „Assimilation“ zu fürchten, noch auf der anderen „Parallelgesellschaften“ als Symptome einer gescheiterten Integration.

Freilich dürfen wir nicht außer Acht lassen, dass in der Gesellschaft, unter Muslimen wie unter Nicht-Muslimen, durchaus nicht alle diese Werte und Hoffnungen teilen. Wir erleben auch fanatische Haltungen und stellen fest, dass manche sich aus der Gesellschaft absondern, diesem Land und seinen Menschen keine echte Sympathie entgegenbringen, obwohl sie hier leben. Gerade deshalb sind Staat und Gesellschaft aufgerufen, mit denjenigen zusammen zu arbeiten, die bei Bewahrung ihrer Identität sich erfolgreich integriert haben oder dazu bereit sind. Zu Recht wird permanent von Muslimen gefordert, dass sie sich in ihrem Lebensumfeld einbringen. Gleichzeitig können diejenigen, die genau dies tun, erleben, dass gerade sie als Bedrohung dargestellt, benachteiligt und anstatt gefördert selbst von staatlichen Stellen diffamiert und behindert werden. Alle Integrationsbemühungen werden so zu Makulatur. Die Lippenbekenntnisse der betreffenden Politiker wecken dann nur noch verstärkt Misstrauen und bewirken gerade eine Zunahme von Abgrenzungstendenzen und letztlich von Extremismus.

Quelle: Das Buch „Islam mit europäischem Gesicht“

Liebe Mitglieder der Islamischen Gemeinde Penzberg,

es fällt uns schwer den persönlichen Kontakt mit Euch zu unterlassen. Es tut auch weh die Moschee einsam und verlassen zu sehen. Doch wir leben in einer Zeit, die diese Maßnahmen erfordern. Alle unsere religiösen Pflichten können wir auch als Einzelne zu Hause verrichten. Wir können einzeln oder mit unserer Familie beten, einen Fastentag einlegen, Spenden über Online-Banking tätigen oder dem nächsten Nachbarn helfen. Und vor allem in Gebeten uns geistig verbinden.

Folgende aktualisierte Regelungen gelten für die Moschee:

Wir sehen uns in der Verantwortung den Gebetsraum zu schließen, da der Teppich den Virus weiter übertragen kann!

Die tägliche Gemeinschaftsgebete und Freitagsgebete sind bis auf Weiteres ausgesetzt.

Bitte habt Verständnis dafür, dass wir Nikah/Eheschließungen ebenso aussetzen müssen.

Auch alle anderen Aktivitäten finden auf unbestimmte Zeit nicht statt.

Ein besonderes Anliegen ist uns die Solidarität mit alleinstehenden Menschen, mit Kranken und älteren Personen, die sich eine Selbstversorgung nicht einrichten können. Zusammen mit der Stadt Penzberg und den beiden Kirchen haben wir uns entschieden diesen Menschen eine konkrete Hilfe anzubieten. Aus unserer Gemeinde haben sich 25 Jugendliche bereit erklärt diese Aufgaben auszuführen!

Wenn Ihr Hilfe benötigt oder jemanden kennt der Hilfe benötigt, meldet Euch dazu entweder bei der

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ersten Bürgermeisterin Elke Zehetner unter der Telefonnummer 08856/813103 oder per Mail an elke.zehetner@penzberg.de, oder auch bei

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Imam Benjamin Idriz unter der Mobilnummer 0171/5194017 oder dem

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Vorsitzenden Bayram Yerli unter der Mobilnummer 0170/5252403.

Natürlich stehen Euch der Imam, der Vorsitzende und der gesamte Vorstand auch zu anderen Fragen/Anregungen und jedweder Unterstützung bereit.

Wir bitten Euch um mehr als Verständnis. Wir bitten Euch verantwortlich zu handeln. Wenn unsere staatlichen Behörden und führende medizinische Einrichtungen dazu auffordern möglichst zu Hause zu bleiben, macht es bitte!

Nutzen wird diese Zeit für Itikaf, für die Stärkung unseres Imans und vertrauen wir auf Allah dem Höchsten!

In Frieden und Verbundenheit,

Eure Islamische Gemeinde Penzberg e.V.