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Integration & Bildung

Anerkennung von Islamischen Feiertagen

Wir Muslime erkennen an, dass Bayern eine christliche Geschichte und Tradition hat, die zu einer Vielzahl gesetzlicher Feiertage mit ausschließlich christlichem Hintergrund geführt hat. Wir begrüßen ausdrücklich, dass auf diese Weise Grundpfeiler religiöser Identität auch dann vorgegeben bleiben, wenn immer weitere Kreise der Bevölkerung ihren eigenen Bezug dazu zu verlieren scheinen.

Wir streben als zweitgrößte Religionsgemeinschaft in Bayern nach dem Christentum keine Gleichbehandlung in dem Sinn an, dass zu den 12 gesetzlichen Feiertagen (von denen 9 christlichen Ursprungs sind; in überwiegend katholischen Gegenden kommt Mariä Himmelfahrt noch dazu), muslimische Feiertage als Pflichtfeiertage für die ganze bayerische Bevölkerung hinzukämen. Davon ist keine Rede, auch wenn in der öffentlichen Diskussion bewusst oder unbewusst ein entsprechender Eindruck geschürt wird. Wir stellen uns vielmehr eine Gleichbehandlung mit den Israelitischen Kultusgemeinden vor, deren Feiertage in Artikel 6 des bayerischen Feiertagsgesetzes in besonderer Weise geschützt sind (11 Tage).

Aus unserer Sicht kommen dafür vorrangig in Frage: Islamisches Neujahrsfest (1 Tag), Aschura (1 Tag) Fastenbrechen (3 Tage), Opferfest (4 Tage),
Wir halten es für richtig, dass die bekenntniszugehörigen Schüler an den Schulen aller Gattungen an diesen Tagen unterrichtsfrei haben.

Wir halten es weiter für richtig, dass an den genannten Feiertagen den bekenntniszugehörigen Arbeitnehmern sämtlicher öffentlicher und privater Betriebe und Verwaltungen das Recht zusteht, von der Arbeit fernzubleiben. Dies gilt – wie im Feiertagsgesetz geregelt – nicht für Arbeiten, welche nach den Bestimmungen der Gewerbeordnung auch an gesetzlichen Feiertagen vorgenommen werden dürfen und für solche Arbeiten, die zur Aufrechterhaltung des Betriebs und zur Erledigung unaufschiebbarer Geschäfte bei den Behörden notwendig sind. Weitere Nachteile als ein etwaiger Lohnausfall für versäumte Arbeitszeit dürfen den betreffenden Arbeitnehmern aus ihrem Fernbleiben nicht erwachsen.

In Bayern leben ca. 700.000 Muslime. Die meisten davon sind bereits deutsche Staatsbürger. Die Forderung von Frau Bundesjustizministerin Leutheusser–Schnarrenberger drückt den im Grunde selbstverständlichen Respekt des Freistaats vor der Wertschätzung aller seiner Bürger aus. Der Freistaat ist religiös ungebunden. Natürlich muss und wird er die zentralen religiösen Bedürfnisse aller seiner Bürger in geeigneter Weise schützen.

Wir freuen uns, dass zahlreiche führende Politiker verschiedener Parteien wie auch Repräsentanten der Kirchen eine entsprechende Regelung unterstützen. Vor dem Hintergrund der wiederholt gegen Muslime gerichteten Ausbrüche von Intoleranz und Gewalt (Oslo, NSU-Terror, islamfeindliche Agitationen in München, bis hin zu manchen Auswüchsen der Beschneidungs-Debatte) wäre ein Vorschlag wie der von Frau Leutheusser-Schnarrenberger von wichtiger Symbolkraft. Die Muslime in Bayern sehnen sich nach solchen Zeichen.

Liebe Mitglieder der Islamischen Gemeinde Penzberg,

es fällt uns schwer den persönlichen Kontakt mit Euch zu unterlassen. Es tut auch weh die Moschee einsam und verlassen zu sehen. Doch wir leben in einer Zeit, die diese Maßnahmen erfordern. Alle unsere religiösen Pflichten können wir auch als Einzelne zu Hause verrichten. Wir können einzeln oder mit unserer Familie beten, einen Fastentag einlegen, Spenden über Online-Banking tätigen oder dem nächsten Nachbarn helfen. Und vor allem in Gebeten uns geistig verbinden.

Folgende aktualisierte Regelungen gelten für die Moschee:

Wir sehen uns in der Verantwortung den Gebetsraum zu schließen, da der Teppich den Virus weiter übertragen kann!

Die tägliche Gemeinschaftsgebete und Freitagsgebete sind bis auf Weiteres ausgesetzt.

Bitte habt Verständnis dafür, dass wir Nikah/Eheschließungen ebenso aussetzen müssen.

Auch alle anderen Aktivitäten finden auf unbestimmte Zeit nicht statt.

Ein besonderes Anliegen ist uns die Solidarität mit alleinstehenden Menschen, mit Kranken und älteren Personen, die sich eine Selbstversorgung nicht einrichten können. Zusammen mit der Stadt Penzberg und den beiden Kirchen haben wir uns entschieden diesen Menschen eine konkrete Hilfe anzubieten. Aus unserer Gemeinde haben sich 25 Jugendliche bereit erklärt diese Aufgaben auszuführen!

Wenn Ihr Hilfe benötigt oder jemanden kennt der Hilfe benötigt, meldet Euch dazu entweder bei der

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ersten Bürgermeisterin Elke Zehetner unter der Telefonnummer 08856/813103 oder per Mail an elke.zehetner@penzberg.de, oder auch bei

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Imam Benjamin Idriz unter der Mobilnummer 0171/5194017 oder dem

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Vorsitzenden Bayram Yerli unter der Mobilnummer 0170/5252403.

Natürlich stehen Euch der Imam, der Vorsitzende und der gesamte Vorstand auch zu anderen Fragen/Anregungen und jedweder Unterstützung bereit.

Wir bitten Euch um mehr als Verständnis. Wir bitten Euch verantwortlich zu handeln. Wenn unsere staatlichen Behörden und führende medizinische Einrichtungen dazu auffordern möglichst zu Hause zu bleiben, macht es bitte!

Nutzen wird diese Zeit für Itikaf, für die Stärkung unseres Imans und vertrauen wir auf Allah dem Höchsten!

In Frieden und Verbundenheit,

Eure Islamische Gemeinde Penzberg e.V.