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Verlautbarung Pfarrer, Pfarrerinnen und Imame im Landkreis Weilheim-Schongau

30. Sep 2020 | Allgemein

IGP: Verlautbarung Pfarrer, Pfarrerinnen und Imame im Landkreis Weilheim-Schongau
IGP: Verlautbarung Pfarrer, Pfarrerinnen und Imame im Landkreis Weilheim-Schongau

Welchen Beitrag können Religionsgemeinschaften für den sozialen Frieden im Landkreis Weilheim-Schongau leisten?

Diese Frage kam bei der Erarbeitung eines Integrationskonzeptes für den Landkreis wiederholt auf. Sehr erfreulich und wohl einmalig zumindest in Oberbayern: Die muslimischen Gemeinden im Landkreis Weilheim-Schongau sind mit ihren fünf Imamen und Vorsitzenden komplett vertreten. Auch die Beteiligung der katholischen Geistlichen und evangelisch-lutherischen Pfarrerinnen und Pfarrern ist äußerst gut. Bis zu 20 Geistliche kamen bei den drei gemeinsamen Treffen jeweils zusammen, so wurde an einem gemeinsamen Text gearbeitet, bei dem klar werden sollte, dass Religion niemals als Rechtfertigung von Hass und Gewalt gelten darf, sondern ein Schlüssel sein muss, um aktuelle Herausforderungen zu bewältigen.

Hier der Wortlaut der Erklärung:

Verlautbarung Pfarrer, Pfarrerinnen und Imame im Landkreis Weilheim-Schongau

Die römisch-katholischen, evangelisch-lutherischen Geistlichen und die Imame bzw. Vereinsvorstände der Moscheevereine im Landkreis Weilheim-Schongau setzen sich für eine gute Nachbarschaft der verschiedenen Religionsgemeinschaften ein.

Nach dem Motto: Der größte Feind ist der, den man nicht kennt, pflegen sie den Dialog und die gegenseitige Begegnungen, um Vorurteile abzubauen und Vertrauen aufzubauen. Sie bekennen sich zu nachbarschaftlichen Beziehungen mit den anderen Religionen bzw. Konfessionen. Nachbarschaft meint eine Haltung, die die Verschiedenheit des anderen gelten lässt und doch Verantwortung füreinander und für den gemeinsamen Lebensraum wahrnimmt. Das nachbarschaftliche Miteinander ist von Respekt und Achtsamkeit bestimmt.

Als Religionsgemeinschaften stehen wir zu unserem Auftrag, uns für Wege des Friedens, der sozialen Gerechtigkeit und der Achtung der Schöpfung in unseren Kommunen bzw. in unsrem Landkreis einzustehen. Dazu gehört in diesen Zeiten besonders auch der Schutz Andersgläubiger und Andersdenkender vor übler Nachrede. Rassismus, Islamfeindlichkeit, christenfeindliche Übergriffe und Antisemitismus haben in unseren Religionsgemeinschaften keinen Platz.

Selbstverständlich achten alle uneingeschränkt unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung, insbesondere die Grundrechte, wie Menschenwürde, Meinungsfreiheit und Glaubensfreiheit.

September 2020

Liebe Mitglieder der Islamischen Gemeinde Penzberg,

es fällt uns schwer den persönlichen Kontakt mit Euch zu unterlassen. Es tut auch weh die Moschee einsam und verlassen zu sehen. Doch wir leben in einer Zeit, die diese Maßnahmen erfordern. Alle unsere religiösen Pflichten können wir auch als Einzelne zu Hause verrichten. Wir können einzeln oder mit unserer Familie beten, einen Fastentag einlegen, Spenden über Online-Banking tätigen oder dem nächsten Nachbarn helfen. Und vor allem in Gebeten uns geistig verbinden.

Folgende aktualisierte Regelungen gelten für die Moschee:

Wir sehen uns in der Verantwortung den Gebetsraum zu schließen, da der Teppich den Virus weiter übertragen kann!

Die tägliche Gemeinschaftsgebete und Freitagsgebete sind bis auf Weiteres ausgesetzt.

Bitte habt Verständnis dafür, dass wir Nikah/Eheschließungen ebenso aussetzen müssen.

Auch alle anderen Aktivitäten finden auf unbestimmte Zeit nicht statt.

Ein besonderes Anliegen ist uns die Solidarität mit alleinstehenden Menschen, mit Kranken und älteren Personen, die sich eine Selbstversorgung nicht einrichten können. Zusammen mit der Stadt Penzberg und den beiden Kirchen haben wir uns entschieden diesen Menschen eine konkrete Hilfe anzubieten. Aus unserer Gemeinde haben sich 25 Jugendliche bereit erklärt diese Aufgaben auszuführen!

Wenn Ihr Hilfe benötigt oder jemanden kennt der Hilfe benötigt, meldet Euch dazu entweder bei der

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ersten Bürgermeisterin Elke Zehetner unter der Telefonnummer 08856/813103 oder per Mail an elke.zehetner@penzberg.de, oder auch bei

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Imam Benjamin Idriz unter der Mobilnummer 0171/5194017 oder dem

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Vorsitzenden Bayram Yerli unter der Mobilnummer 0170/5252403.

Natürlich stehen Euch der Imam, der Vorsitzende und der gesamte Vorstand auch zu anderen Fragen/Anregungen und jedweder Unterstützung bereit.

Wir bitten Euch um mehr als Verständnis. Wir bitten Euch verantwortlich zu handeln. Wenn unsere staatlichen Behörden und führende medizinische Einrichtungen dazu auffordern möglichst zu Hause zu bleiben, macht es bitte!

Nutzen wird diese Zeit für Itikaf, für die Stärkung unseres Imans und vertrauen wir auf Allah dem Höchsten!

In Frieden und Verbundenheit,

Eure Islamische Gemeinde Penzberg e.V.