Freitagspredigt

Predigt am Tag des Opferfestes 2020

31. Jul 2020 | Freitagspredigt

Predigt am Tag des Opferfestes 2020

31. Jul 2020 | Freitagspredigt

IGP Freitagspredigt: Opferfest 2020

Verehrte Muslime,

gestern war der Tag von Arafat und im Arafat-Tal haben die Pilger sich versammelt, Zeugnis abgelegt und für eine bessere Zukunft der Weltgemeinschaft gebetet. Arafat ist der Ort und der Tag, an dem unsere Vorfahren, Adam und Hawa erkannten, wie wichtig sie füreinander sind und wie sehr sie einander brauchen. In der heutigen Zeit, in der die Pandemie und Angst vor Krankheit herrscht, sollten wir unsere familiären, verwandtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse noch mehr stärken, weil wir uns einander brauchen.

Überall auf der Welt opfern heute Muslime, um ihre Ergebenheit gegenüber Allah zu zeigen. Mit dem „Kurban“ (Opfertier), was wörtlich „sich nähern“ bedeutet, werden wir uns sowohl Allah nähern als auch unseren Mitmenschen ein Stück näher kommen. Zu den Weisheiten dieses Gottesdienstes gehört es, dass wir das Fleisch der Opfertiere mit Armen, Nachbarn, Verwandten und Freunden teilen. Mit dem Opferfest erinnert uns Allah daran, dass andere Menschen, die nicht in dem Wohlstand leben, mit dem wir gesegnet sind, einen Anspruch darauf haben, an diesem Wohlstand teilzuhaben. Es geht nicht um Blut und Fleisch, sondern um Solidarität, Teilhabe und Hilfsbereitschaft.

Mit Hinweis auf das Ziel des Opferritual, sagt Allah im Koran: „Ihr Fleisch erreicht Allah nicht, noch tut es ihr Blut, sondern eure Ehrfurcht, eure Hilfsbereitschaft taqwa, ist es, die Ihn erreicht… Und gib denen frohe Botschaft, die Gutes tun.“ (22:37)

Die diesjährige Hadsch und das Opferfest begehen wir in einer ungewöhnlichen Atmosphäre. In unserer Geschichte wird dieses Fest als das in Erinnerung bleiben, an dem Gläubige aus allen Teilen der Welt die gesegneten Städte Mekka und Medina nicht besuchen konnten. Die Corona-Pandemie hat uns gelernt, dass die Gesundheit und die Bewahrung des menschlichen Lebens die höchste Priorität hat. Wenn jemand auf ein religiöses Gebot oder gemeinschaftliche Rituale verzichtet, um das eigene oder das Leben anderer zu schützen, dann zeigt sich hiermit sein vernünftiges Verständnis der Religiosität.

Die Welt ist durch Corona einer großen Herausforderung ausgesetzt. Das Virus hat viele Gesellschaften und viele Familien verwüstet. Wir müssen gemeinsam diese Prüfung überwinden: mit starkem Vertrauen in Gott, starkem Willen, Disziplin, Ausdauer und den Kampf dagegen: „Wir werden euch auf die Probe stellen durch einiges an Furcht und Hunger und durch Verlust von weltlichen Gütern und Leben und Früchten der Arbeit. Aber gib jenen frohe Botschaft, die geduldig in Widrigkeit sind, die, wenn Unheil sie trifft, sagen: ‚Wir sind Gottes, und zu ihm kehren wir zurück.‘“ (2:155-156) Wir bereiten uns auf traurige Tage vor, in denen wir vielleicht unsere liebsten Menschen verlieren werden. „Sprich: ‚Nichts kann uns treffen außer dem, was Gott uns bestimmt hat. Er ist unser Beschützer. Und auf Gott sollen die Gläubigen vertrauen.‘“ (9:51). Aber jetzt sollten wir alles tun, um Leben zu retten, sowohl das eigene als auch das der anderen, denn „Wer einen Menschen rettet, rettet die ganze Menschheit.“ (5:32)

Allah rät uns, Hilfe in Geduld und im Gebet zu suchen! „Sucht Hilfe in Geduld und im Gebet“ (2:154). Was Gott damit sagen will: In der Zeit, in der sich die Menschen in einer Ausnahmesituation befinden, sollt ihr Geduld demonstrieren. Auf die Hygiene achten, permanent Abstand zu den Menschen halten, Masken tragen, vernünftig mit der Situation umgehen, all das erfordert Geduld. Die Geduld ist der Schlüssel zur Errettung. Geduld ist die Kunst zu hoffen. Hoffen, dass die Ärzte Impfstoffe für die Heilung von diesem Virus finden. Hoffen auf die Genesung der erkrankten Menschen. Hoffen, dass wir die Gnade und das Gute, die uns Gott gegeben hat, wieder genießen werden, wie und wann auch immer. Hoffen auf eine bessere Zukunft nach der Corona-Krise. „Siehe, mit jeder Härte kommt Erleichterung: wahrlich, mit jeder Härte kommt Erleichterung.“ (94:5-6)

Das Gebet schenkt uns Hoffnung, stärkt unsere innere Immunität, lehrt uns alle positiven Gefühle im Herzen des Menschen zu hegen. Wir müssen unsere Gebete und Bittgebete vermehren, indem wir Gott bitten, uns selbst, unsere Mitmenschen, unser Land, unsere Welt zu bewahren. In diesem Sinne wünsche ich allen meinen Glaubensbrüdern und -schwestern ein gesegnetes Opferfest! Möge unser Leben eine bewusste Vorbereitung auf das Jenseits und das Jenseits das schönste Fest dazu sein! Möge dies uns allen sowie der ganzen Welt Wohl und Glück bringen!

Bittgebet

O Gott!
Vergib uns. Bewahre uns von der Pandemie. Schenke uns Sicherheit uns Friede. Befähige uns, Böses mit Gutem zu erwidern! Gib uns die Kraft, für ein friedliches Miteinander einzutreten. Lass uns auch hier weiterhin in Sicherheit und Frieden leben, wie der Prophet Abraham, – an den wir heute oft denken,- betete: „Herr, mache diesen Ort zu einer Stätte der Sicherheit und des Friedens!“ (Koran 14:35)
Amin!

Ein gesegnetes Fest!
Bajram Šerif Mubarek Olsun!
Bayramınız Mübarek Olsun!
Me Fat Bajrami!
عيد مبارك

IGP Freitagspredigt: Opferfest 2020

Liebe Mitglieder der Islamischen Gemeinde Penzberg,

es fällt uns schwer den persönlichen Kontakt mit Euch zu unterlassen. Es tut auch weh die Moschee einsam und verlassen zu sehen. Doch wir leben in einer Zeit, die diese Maßnahmen erfordern. Alle unsere religiösen Pflichten können wir auch als Einzelne zu Hause verrichten. Wir können einzeln oder mit unserer Familie beten, einen Fastentag einlegen, Spenden über Online-Banking tätigen oder dem nächsten Nachbarn helfen. Und vor allem in Gebeten uns geistig verbinden.

Folgende aktualisierte Regelungen gelten für die Moschee:

Wir sehen uns in der Verantwortung den Gebetsraum zu schließen, da der Teppich den Virus weiter übertragen kann!

Die tägliche Gemeinschaftsgebete und Freitagsgebete sind bis auf Weiteres ausgesetzt.

Bitte habt Verständnis dafür, dass wir Nikah/Eheschließungen ebenso aussetzen müssen.

Auch alle anderen Aktivitäten finden auf unbestimmte Zeit nicht statt.

Ein besonderes Anliegen ist uns die Solidarität mit alleinstehenden Menschen, mit Kranken und älteren Personen, die sich eine Selbstversorgung nicht einrichten können. Zusammen mit der Stadt Penzberg und den beiden Kirchen haben wir uns entschieden diesen Menschen eine konkrete Hilfe anzubieten. Aus unserer Gemeinde haben sich 25 Jugendliche bereit erklärt diese Aufgaben auszuführen!

Wenn Ihr Hilfe benötigt oder jemanden kennt der Hilfe benötigt, meldet Euch dazu entweder bei der

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ersten Bürgermeisterin Elke Zehetner unter der Telefonnummer 08856/813103 oder per Mail an elke.zehetner@penzberg.de, oder auch bei

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Imam Benjamin Idriz unter der Mobilnummer 0171/5194017 oder dem

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Vorsitzenden Bayram Yerli unter der Mobilnummer 0170/5252403.

Natürlich stehen Euch der Imam, der Vorsitzende und der gesamte Vorstand auch zu anderen Fragen/Anregungen und jedweder Unterstützung bereit.

Wir bitten Euch um mehr als Verständnis. Wir bitten Euch verantwortlich zu handeln. Wenn unsere staatlichen Behörden und führende medizinische Einrichtungen dazu auffordern möglichst zu Hause zu bleiben, macht es bitte!

Nutzen wird diese Zeit für Itikaf, für die Stärkung unseres Imans und vertrauen wir auf Allah dem Höchsten!

In Frieden und Verbundenheit,

Eure Islamische Gemeinde Penzberg e.V.