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Umwelt

Islam und Umwelt

11. Mai 2020 | Umwelt

Die Bewahrung der Natur und der Schöpfung ist wie in allen anderen Religionen auch im Islam fest verankert. Dabei ist die gesamte Schöpfung samt dem Universum nach dem Willen Gottes nach einem perfekten Maß erschaffen und geordnet worden, wie es in der Sure 54:49 heißt: „Gewiss, Wir haben alles nach Maß erschaffen.“

Im Koran weist eine Vielzahl von Versen auf die Schöpfung hin und ruft den Menschen und seinen Verstand dazu auf, die unnachahmliche Perfektion und Harmonie in der Natur zu erkennen. Wie etwa in Sure 10:10: „Schaut doch nur, was in den Himmeln und auf Erden ist!“
Kein Lebewesen wurde ohne Sinn und Zweck erschaffen. Dem Menschen wird dabei eine besondere Stellung eingeordnet: Die gesamte Erde ist ein dem Menschen anvertrautes Gut. Sie zu schützen und zu bewahren liegt in seiner Verantwortung. Im Islam wird der Mensch als Khalifa – Statthalter bezeichnet. Das bedeutet, dass jeder einzelne so handelt, dass die Ordnung Gottes nicht beschädigt wird und die nachkommenden Generationen in dieser Schöpfung genauso Leben finden.

Dazu gehören Prinzipien zur gerechten Aufteilung der Ressourcen und in allem Lassen und Tun den Blick auf die Gesamtschau unseres Handelns nicht zu verlieren.

Umweltschutz im Islamischen Forum
Bereits bei der Planung des Islamischen Forums in Penzberg wurden Umweltaspekte berücksichtigt und umgesetzt. So nutzt die Gemeinde die Dachfläche für die Speisung von Photovoltaik und Solarenergie und hat ein Regenwasserbecken installiert und auf eine besondere Dämmung des Hauses bestanden. In den sanitären Anlagen sind Bewegungssensoren angebracht und es werden statt Papierhandtücher zum Abtrocknen nach der rituellen Waschung, Baumwollhandtücher zur Verfügung gestellt. Auf Plastik bei Veranstaltungen wird gänzlich verzichtet. Und immer wieder werden die Mitglieder mit Vorträgen und Aktionstagen für Umweltthemen sensibilisiert.

Interreligiöses Umweltteam
Lange bevor die Umwelt-Enzyklika von Papst Franziskus „Laudato si“ erscheint, die auf die globalen Zusammenhänge eines verantwortlichen Handelns in Gerechtigkeit und Respekt vor den natürlichen menschlichen Grenzen verweist, macht sich in diesem Geiste ein „interreligiöses Umweltteam“ in Penzberg auf den Weg. Vertreter der katholischen, evangelischen und der islamischen Gemeinde setzen sich ein, um den in allen Religionen zentralen Gedanken der Wahrung der Schöpfung aufzugreifen und dafür einzutreten. Inzwischen ist durch diese Initiative, der Stadt Penzberg das „Fair-Trade“ Siegel übertragen worden. Das stadteigene Fair-Trade Wappen bildet den Rathaus-Turm, die Kirchtürme und das Minarett ab.

Jährlich finden in diesem Sinne „Schöpfungstage“ mit interreligiösen Andachten statt. Abende, Seminare, Workshops und Exkursionen werden vom „interreligiösen Umweltteam“ angeboten und in die Bevölkerung hineingetragen, um das Bewusstsein zu schärfen und zu einem handlungsorientierten Verhalten aufzurufen. Die Veranstaltungsorte wechseln, mal trifft man sich in der Kirche, mal in der Moschee, mal auf dem Stadtplatz oder in der freien Natur.

Zu Veranstaltungshinweisen sehen Sie bitte auch auf die Homepage der Stadt Penzberg.

Fairtrade Penzberg

Liebe Mitglieder der Islamischen Gemeinde Penzberg,

es fällt uns schwer den persönlichen Kontakt mit Euch zu unterlassen. Es tut auch weh die Moschee einsam und verlassen zu sehen. Doch wir leben in einer Zeit, die diese Maßnahmen erfordern. Alle unsere religiösen Pflichten können wir auch als Einzelne zu Hause verrichten. Wir können einzeln oder mit unserer Familie beten, einen Fastentag einlegen, Spenden über Online-Banking tätigen oder dem nächsten Nachbarn helfen. Und vor allem in Gebeten uns geistig verbinden.

Folgende aktualisierte Regelungen gelten für die Moschee:

Wir sehen uns in der Verantwortung den Gebetsraum zu schließen, da der Teppich den Virus weiter übertragen kann!

Die tägliche Gemeinschaftsgebete und Freitagsgebete sind bis auf Weiteres ausgesetzt.

Bitte habt Verständnis dafür, dass wir Nikah/Eheschließungen ebenso aussetzen müssen.

Auch alle anderen Aktivitäten finden auf unbestimmte Zeit nicht statt.

Ein besonderes Anliegen ist uns die Solidarität mit alleinstehenden Menschen, mit Kranken und älteren Personen, die sich eine Selbstversorgung nicht einrichten können. Zusammen mit der Stadt Penzberg und den beiden Kirchen haben wir uns entschieden diesen Menschen eine konkrete Hilfe anzubieten. Aus unserer Gemeinde haben sich 25 Jugendliche bereit erklärt diese Aufgaben auszuführen!

Wenn Ihr Hilfe benötigt oder jemanden kennt der Hilfe benötigt, meldet Euch dazu entweder bei der

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ersten Bürgermeisterin Elke Zehetner unter der Telefonnummer 08856/813103 oder per Mail an elke.zehetner@penzberg.de, oder auch bei

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Imam Benjamin Idriz unter der Mobilnummer 0171/5194017 oder dem

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Vorsitzenden Bayram Yerli unter der Mobilnummer 0170/5252403.

Natürlich stehen Euch der Imam, der Vorsitzende und der gesamte Vorstand auch zu anderen Fragen/Anregungen und jedweder Unterstützung bereit.

Wir bitten Euch um mehr als Verständnis. Wir bitten Euch verantwortlich zu handeln. Wenn unsere staatlichen Behörden und führende medizinische Einrichtungen dazu auffordern möglichst zu Hause zu bleiben, macht es bitte!

Nutzen wird diese Zeit für Itikaf, für die Stärkung unseres Imans und vertrauen wir auf Allah dem Höchsten!

In Frieden und Verbundenheit,

Eure Islamische Gemeinde Penzberg e.V.