Hier & Heute | IGP Blog

Impressionen

Das Islamische Forum in Penzberg

26. Mai 2014 | Impressionen

Islamisches Forum Penzberg in Bayern

Von Ursula Baus

Südlich von München, wo hinter dem Starnberger See die Alpen immer näher rücken, kann man schon von tiefer, bayerischer Provinz reden. Hier ließ sich eine kleine islamische Gemeinde ein Forum mit Gebetsraum in zeitgenössischer Architektur bauen – ein couragiertes Unterfangen, dem der Wunsch nach Integration zugrunde liegt. Weder die Anwohner, noch die Mitglieder der Gemeinde sollten in ihrer Bereitschaft überfordert werden, einander zu tolerieren und aufeinander zuzugehen.

Das Gebäudeensemble steht am gepflegten Ortsrand, wo ein Wohngebiet auf der einen, ein Baumarkt auf der anderen Seite der Straße steht. In einem eigenständigen, aber keinesfalls provozierenden oder auf Konfrontation angelegten Erscheinungsbild fügt sich der Baukörper des Zentrums mit einem zarten Turm in die Umgebung. Die Architekten aus Augsburg legten Gebetsraum, Gemeinschafts- und Verwaltungsräume sowie ein Wohnung unter ein gemeinsames Dach über L-förmigem Grundriss. An den Fassaden, die mit hellem Stein bekleidet sind, lassen sich die unterschiedlichen Raumfunktionen dennoch klar erkennen – vor allem an der raumhohen, blauen und ornamentierten Verglasung.

Die Stimmung in diesem Raum mutet außergewöhnlich freundlich an. Die Lichtführung wurde schon erwähnt; es lenkt die Aufmerksamkeit auf die Decke und Wandscheiben: In die Sichtbetonflächen sind Ornamente appliziert, die als Ausdruck göttlicher Unendlichkeit gelesen werden können. In den abstrahierten Sternmotiven sind 99 Namen Gottes – zum Beispiel „der Barmherzige“ oder „der Gerechte“ – kalligraphisch aufgenommen. Was im modernen Kirchenbau gelang, kann, wie hier in Penzberg, in der zeitgenössischen Form moslemischer Architektur genauso faszinieren.

Liebe Mitglieder der Islamischen Gemeinde Penzberg,

es fällt uns schwer den persönlichen Kontakt mit Euch zu unterlassen. Es tut auch weh die Moschee einsam und verlassen zu sehen. Doch wir leben in einer Zeit, die diese Maßnahmen erfordern. Alle unsere religiösen Pflichten können wir auch als Einzelne zu Hause verrichten. Wir können einzeln oder mit unserer Familie beten, einen Fastentag einlegen, Spenden über Online-Banking tätigen oder dem nächsten Nachbarn helfen. Und vor allem in Gebeten uns geistig verbinden.

Folgende aktualisierte Regelungen gelten für die Moschee:

Wir sehen uns in der Verantwortung den Gebetsraum zu schließen, da der Teppich den Virus weiter übertragen kann!

Die tägliche Gemeinschaftsgebete und Freitagsgebete sind bis auf Weiteres ausgesetzt.

Bitte habt Verständnis dafür, dass wir Nikah/Eheschließungen ebenso aussetzen müssen.

Auch alle anderen Aktivitäten finden auf unbestimmte Zeit nicht statt.

Ein besonderes Anliegen ist uns die Solidarität mit alleinstehenden Menschen, mit Kranken und älteren Personen, die sich eine Selbstversorgung nicht einrichten können. Zusammen mit der Stadt Penzberg und den beiden Kirchen haben wir uns entschieden diesen Menschen eine konkrete Hilfe anzubieten. Aus unserer Gemeinde haben sich 25 Jugendliche bereit erklärt diese Aufgaben auszuführen!

Wenn Ihr Hilfe benötigt oder jemanden kennt der Hilfe benötigt, meldet Euch dazu entweder bei der

p

ersten Bürgermeisterin Elke Zehetner unter der Telefonnummer 08856/813103 oder per Mail an elke.zehetner@penzberg.de, oder auch bei

p

Imam Benjamin Idriz unter der Mobilnummer 0171/5194017 oder dem

p

Vorsitzenden Bayram Yerli unter der Mobilnummer 0170/5252403.

Natürlich stehen Euch der Imam, der Vorsitzende und der gesamte Vorstand auch zu anderen Fragen/Anregungen und jedweder Unterstützung bereit.

Wir bitten Euch um mehr als Verständnis. Wir bitten Euch verantwortlich zu handeln. Wenn unsere staatlichen Behörden und führende medizinische Einrichtungen dazu auffordern möglichst zu Hause zu bleiben, macht es bitte!

Nutzen wird diese Zeit für Itikaf, für die Stärkung unseres Imans und vertrauen wir auf Allah dem Höchsten!

In Frieden und Verbundenheit,

Eure Islamische Gemeinde Penzberg e.V.