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Bayerischer Landtagspräsident Alois Glück in Penzberg

7. Nov 2006 | Allgemein

Alois Glück zu Besuch in Moschee Penzberg

Drei Stunden nahm sich Landtagspräsident Alois Glück (CSU) Zeit, um die vor rund einem Jahr eröffnete Moschee in Penzberg (Kreis Weilheim-Schongau) zu besichtigen, und er war beeindruckt: „Sie sind offen und wollen sich nicht abkapseln. Dieses positive Beispiel wird Kreise ziehen“, sagte er zu seinen muslimischen Gastgebern.

„Wir sehen Deutschland als unsere Heimat“, betonte Bayram Yerli, Vorsitzender der Islamischen Gemeinde Penzberg, die keinem Dachverband angehört. Von mangelnder Integration, wie sie den Muslimen oft vorgeworfen wird, ist in Penzberg nichts zu spüren ­ vermutlich liefen deshalb Planung und Bau der Moschee, die 300 Betenden Platz bietet, relativ unproblematisch.

Die Muslime hatten sich früh an die Öffentlichkeit gewandt und in einer eigenen Versammlung ­ bezeichnenderweise im katholischen Pfarrzentrum ­ ihre Pläne vorgestellt. Weil versichert wurde, dass von den Minaretten kein Gebetsruf ertönen wird, verstummten auch diese Fragen. Zahlreiche Schulklassen, Kindergruppen und Vereine haben die Moschee, in der muslimische Frauen Deutschunterricht erhalten, bereits besichtigt.

Auch das Verhältnis zu den christlichen Kirchen ist entspannt. „Wir müssen den Dialog pflegen, und das tun wir schon sehr lange“, sagte der katholische Stadtpfarrer Josef Kirchensteiner, was seine evangelische Kollegin Iris Kreile bestätigte. Man könne auch über Unterschiede reden ­und über Papstzitate, so Kirchensteiner.

Der Penzberger Imam Benjamin Idriz (34, geboren im mazedonischen Skopje), der für einen europäischen Islam eintritt, sprach sich deutlich gegen Gewalt aus ­- das hat er auch schon nach den Anschlägen vom 11. September und dem Karikaturenstreit getan.

Er forderte nicht nur die Gründung einer „Islamischen Religionsgemeinschaft“ mit föderaler Struktur und Sitz in Berlin, die alle Muslime vertrete, sondern auch die Ausbildung von Imamen in Deutschland. „Und hiesige Muslime müssen die Gesetze achten, die Sprache sprechen und die Nationalhymne singen können.“ Glück sprach von einer „mutigen Rede“ und wünschte ihm „viel Zustimmung und dass Sie die damit verbundenen Konflikte durchstehen“.

Liebe Mitglieder der Islamischen Gemeinde Penzberg,

es fällt uns schwer den persönlichen Kontakt mit Euch zu unterlassen. Es tut auch weh die Moschee einsam und verlassen zu sehen. Doch wir leben in einer Zeit, die diese Maßnahmen erfordern. Alle unsere religiösen Pflichten können wir auch als Einzelne zu Hause verrichten. Wir können einzeln oder mit unserer Familie beten, einen Fastentag einlegen, Spenden über Online-Banking tätigen oder dem nächsten Nachbarn helfen. Und vor allem in Gebeten uns geistig verbinden.

Folgende aktualisierte Regelungen gelten für die Moschee:

Wir sehen uns in der Verantwortung den Gebetsraum zu schließen, da der Teppich den Virus weiter übertragen kann!

Die tägliche Gemeinschaftsgebete und Freitagsgebete sind bis auf Weiteres ausgesetzt.

Bitte habt Verständnis dafür, dass wir Nikah/Eheschließungen ebenso aussetzen müssen.

Auch alle anderen Aktivitäten finden auf unbestimmte Zeit nicht statt.

Ein besonderes Anliegen ist uns die Solidarität mit alleinstehenden Menschen, mit Kranken und älteren Personen, die sich eine Selbstversorgung nicht einrichten können. Zusammen mit der Stadt Penzberg und den beiden Kirchen haben wir uns entschieden diesen Menschen eine konkrete Hilfe anzubieten. Aus unserer Gemeinde haben sich 25 Jugendliche bereit erklärt diese Aufgaben auszuführen!

Wenn Ihr Hilfe benötigt oder jemanden kennt der Hilfe benötigt, meldet Euch dazu entweder bei der

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ersten Bürgermeisterin Elke Zehetner unter der Telefonnummer 08856/813103 oder per Mail an elke.zehetner@penzberg.de, oder auch bei

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Imam Benjamin Idriz unter der Mobilnummer 0171/5194017 oder dem

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Vorsitzenden Bayram Yerli unter der Mobilnummer 0170/5252403.

Natürlich stehen Euch der Imam, der Vorsitzende und der gesamte Vorstand auch zu anderen Fragen/Anregungen und jedweder Unterstützung bereit.

Wir bitten Euch um mehr als Verständnis. Wir bitten Euch verantwortlich zu handeln. Wenn unsere staatlichen Behörden und führende medizinische Einrichtungen dazu auffordern möglichst zu Hause zu bleiben, macht es bitte!

Nutzen wird diese Zeit für Itikaf, für die Stärkung unseres Imans und vertrauen wir auf Allah dem Höchsten!

In Frieden und Verbundenheit,

Eure Islamische Gemeinde Penzberg e.V.