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	<title>Freitagspredigt - IGP</title>
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	<title>Freitagspredigt - IGP</title>
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		<title>Alarmierender Zulauf rassistischer Vorfälle</title>
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		<dc:creator><![CDATA[igp-987]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Jun 2024 14:00:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Freitagspredigt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Antimuslimischer Rassismus ist längst eine Lebensrealität der Muslime und gehört wie der Antisemitismus zu den größten Gefahren unserer Gesellschaft.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://islam-penzberg.de/alarmierender-zulauf-rassistischer-vorfaelle/">Alarmierender Zulauf rassistischer Vorfälle</a> erschien zuerst auf <a href="https://islam-penzberg.de">IGP</a>.</p>
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					<h2 class="entry-title">Alarmierender Zulauf rassistischer Vorfälle</h2>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Islamische Gemeinde Penzberg e.V. / Münchner Forum für Islam e.V.<br />
Freitag, 28.06.2024</p></div>
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Dass die Polizeikr\u00e4fte im Gerichtssaal auf ihren Mann zugingen, anstatt den T\u00e4ter selbst aufzuhalten, zeigt, wie stark rassistische Stereotype unser Verhalten beeinflussen.&lt;\/p&gt;\n&lt;p&gt;Marwa El-Sherbini war somit nicht nur ein Opfer eines Einzelnen, sondern auch eines versagenden Systems, das sie eigentlich sch\u00fctzen sollte. Sie symbolisiert die Lebensrealit\u00e4t vieler B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger dieses Landes, die t\u00e4glich aufgrund ihrer Religion, ihres Aussehens oder ihrer kulturellen Herkunft Diskriminierung und Gewalt erfahren. Im Prozess gegen ihren M\u00f6rder wird die Staatsanwaltschaft erstmals antimuslimischen Rassismus als zentrales Tatmotiv benennen. Der 1. Juli ist, in Gedenken an Marwa El-Sherbini, seit 2015 der Tag gegen antimuslimischen Rassismus in Deutschland.&lt;\/p&gt;\n&lt;p&gt;Antimuslimische Ressentiments nehmen zu und sind in jeder Sph\u00e4re des gesellschaftlichen Lebens sp\u00fcrbar. In diesem Zusammenhang m\u00f6chte ich einen Bericht von CLAIM \u2013 Allianz gegen Islam- und Muslimfeindlichkeit vorlesen, der die aktuelle Situation und die weitreichenden Auswirkungen dieser Ressentiments beleuchtet: \u201eInsgesamt 1.926 antimuslimische Vorf\u00e4lle wurden im Rahmen des zivilgesellschaftlichen Lagebildes antimuslimischer Rassismus f\u00fcr das Jahr 2023 dokumentiert. Das ist ein Anstieg von rund 114 % im Vergleich zum Vorjahr \u2013 und eine alarmierende Bilanz. Darunter sind rund 90 Angriffe auf religi\u00f6se Einrichtungen wie Moscheen, Friedh\u00f6fe und muslimisch markierte Orte. Die registrierten F\u00e4lle zeigen: Antimuslimischer Rassismus zieht sich durch alle Lebensbereiche, sei es bei der Wohnungssuche, beim Arztbesuch oder in der Schule. Ein gro\u00dfer Teil der dokumentierten Vorf\u00e4lle trifft vor allem muslimische Frauen und findet im Bildungsbereich sowie im \u00f6ffentlichen Raum statt. Frauen mit Kopftuch erfahren allt\u00e4glich rassistische Beleidigungen, Diskriminierung und Ablehnung. Insgesamt ist von einer gravierenden Dunkelziffer antimuslimischer Vorf\u00e4lle auszugehen.\u201c&lt;\/p&gt;\n&lt;p&gt;\u201eDer massive Anstieg antimuslimischer \u00dcbergriffe und Diskriminierungen im Jahr 2023 ist mehr als besorgniserregend. Gleichzeitig wird diese Bedrohungslage bisher kaum wahrgenommen. F\u00fcr Muslim*innen und Menschen, die als solche gelesen werden, sind die Stra\u00dfe, der Bus oder die Moschee l\u00e4ngst keine sicheren Orte mehr. Antimuslimischer Rassismus war noch nie so salonf\u00e4hig wie heute und er kommt aus der Mitte der Gesellschaft. Die Folgen f\u00fcr Betroffene sind oft gravierend und viele Menschen haben das Gef\u00fchl, sie seien der Solidarit\u00e4t nicht w\u00fcrdig,\u201c sagt Rima Hanano, Leitung von CLAIM.&lt;\/p&gt;\n&lt;p&gt;Ob wir an den Mord an Marwa El-Sherbini, die Terroranschl\u00e4ge in Hanau und beim OEZ in M\u00fcnchen denken, die Beispiele sind zahlreich und unterstreichen eine Botschaft: Antimuslimischer Rassismus ist l\u00e4ngst eine Lebensrealit\u00e4t der Muslime und geh\u00f6rt wie der Antisemitismus zu den gr\u00f6\u00dften Gefahren unserer Gesellschaft. \u00dcber alle m\u00f6glichen Ursachen einer solchen Entwicklung zu sprechen, w\u00e4re an dieser Stelle nicht m\u00f6glich. Allerdings m\u00f6chte ich auf die Verantwortung dreier Instanzen besonders hinweisen: die Politik, die Medien und die Gesellschaft.&lt;\/p&gt;\n&lt;p&gt;Wenn sogar demokratische Politiker auf rechtspopulistische Rhetorik zur\u00fcckgreifen und Worte w\u00e4hlen, die sich gegen bestimmte Gruppierungen richten und von Ausgrenzung und Hetze gepr\u00e4gt sind, wenn tausend positive Beispiele im muslimischen Alltag von Politikern bewusst ignoriert werden und stattdessen ein negatives Ereignis dramatisch und permanent dargestellt wird, und wenn die Berichterstattung mehr \u00fcber Islamismus als \u00fcber Muslime spricht, sind die Konsequenzen einer solchen unreflektierten Rhetorik im Alltag von Musliminnen und Muslimen deutlich sp\u00fcrbar.&lt;\/p&gt;\n&lt;p&gt;Die strukturelle Kriminalisierung von Migranten und die Deklassierung von Muslimen werfen derzeit Schatten \u00fcber die unbek\u00fcmmerte Gedankenwelt vieler Menschen. Wie das Sprechen ist auch das Schweigen eine Entscheidung. Besonders das situative Schweigen fordert eine Erkl\u00e4rung, die der Mensch auch dem Sch\u00f6pfer der Leidtragenden schuldet. Denn es sind nicht nur Stimmen, die gegen Gerechtigkeit vorgehen; oft genug ist es auch das Schweigen, das das Unrecht besonders laut erscheinen l\u00e4sst. Menschen wissen das. Und Menschen entscheiden sich bewusst daf\u00fcr, zum Rassismus in den eigenen Reihen zu schweigen oder nicht laut genug dagegen einzutreten. Sp\u00e4testens hier stellt sich die Frage, welchen Wert und welche Sch\u00f6nheit eine Tugend wie Solidarit\u00e4t noch besitzt, wenn ihr Einsatz von eigenen Interessen abh\u00e4ngt und nicht von den Bed\u00fcrfnissen der Betroffenen.&lt;\/p&gt;\n&lt;p&gt;Die Politik sollte endlich Muslime nicht als Problem, sondern als Teil der L\u00f6sung und als Partner in der Bewahrung unserer demokratischen Werte wahrnehmen. Die Medien, die die Stimmung in unserer Gesellschaft kreieren, sollten h\u00e4ufiger \u00fcber die positiven Geschichten der Muslime hier im Lande berichten \u2013 von Akademikern, Wissenschaftlern, Unternehmern, Sportlern bis hin zu Pflegekr\u00e4ften. Alle leisten einen enormen Beitrag f\u00fcr das Wohl der Gesellschaft, in der sie leben. Schlie\u00dflich, auf gesamtgesellschaftlicher Ebene, brauchen wir Menschen, die Zivilcourage als einen ihrer zentralen Werte sehen und nicht tatenlos zuschauen, wenn Menschen aufgrund ihrer Religion, Hautfarbe oder Herkunft misshandelt werden. Es ist dann unsere menschliche, religi\u00f6se und b\u00fcrgerliche Pflicht, uns f\u00fcr den Schutz unserer Mitmenschen einzusetzen.&lt;\/p&gt;\n&lt;p&gt;In diesem Sinne sind die Worte des Propheten Mohammed zu verstehen:&lt;\/p&gt;&quot;,&quot;tablet&quot;:&quot;&lt;p&gt;Meine geehrten Geschwister,&lt;\/p&gt;\n&lt;p&gt;vor 15 Jahren, am 1. Juli 2009, wurde Marwa El-Sherbini, eine junge Frau, Mutter und hingebungsvolle Muslimin, im Dresdner Landgericht brutal ermordet. Marwa El-Sherbini war als Zeugin in einem Berufungsverfahren wegen Beleidigung ins Landgericht Dresden gekommen. Der Angeklagte hatte sie und ihr Kind ein Jahr zuvor auf einem Spielplatz in Dresden rassistisch beleidigt, woraufhin sie Strafanzeige erstattete. Im Gerichtssaal zog er ein Kampfmesser und stach sechzehn Mal auf die 31-j\u00e4hrige Frau und ihren Ehemann ein. Marwa El-Sherbini starb noch im Gerichtssaal vor den Augen ihres dreij\u00e4hrigen Sohnes und ihres Ehemannes. Ihr \&quot;Verbrechen\&quot; war, dass sie ein Kopftuch trug und somit nicht in das Weltbild des T\u00e4ters passte. Dass die Polizeikr\u00e4fte im Gerichtssaal auf ihren Mann zugingen, anstatt den T\u00e4ter selbst aufzuhalten, zeigt, wie stark rassistische Stereotype unser Verhalten beeinflussen.&lt;\/p&gt;\n&lt;p&gt;Marwa El-Sherbini war somit nicht nur ein Opfer eines Einzelnen, sondern auch eines versagenden Systems, das sie eigentlich sch\u00fctzen sollte. Sie symbolisiert die Lebensrealit\u00e4t vieler B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger dieses Landes, die t\u00e4glich aufgrund ihrer Religion, ihres Aussehens oder ihrer kulturellen Herkunft Diskriminierung und Gewalt erfahren. Im Prozess gegen ihren M\u00f6rder wird die Staatsanwaltschaft erstmals antimuslimischen Rassismus als zentrales Tatmotiv benennen. Der 1. Juli ist, in Gedenken an Marwa El-Sherbini, seit 2015 der Tag gegen antimuslimischen Rassismus in Deutschland.&lt;\/p&gt;\n&lt;p&gt;Antimuslimische Ressentiments nehmen zu und sind in jeder Sph\u00e4re des gesellschaftlichen Lebens sp\u00fcrbar. In diesem Zusammenhang m\u00f6chte ich einen Bericht von CLAIM \u2013 Allianz gegen Islam- und Muslimfeindlichkeit vorlesen, der die aktuelle Situation und die weitreichenden Auswirkungen dieser Ressentiments beleuchtet: \u201eInsgesamt 1.926 antimuslimische Vorf\u00e4lle wurden im Rahmen des zivilgesellschaftlichen Lagebildes antimuslimischer Rassismus f\u00fcr das Jahr 2023 dokumentiert. Das ist ein Anstieg von rund 114 % im Vergleich zum Vorjahr \u2013 und eine alarmierende Bilanz. Darunter sind rund 90 Angriffe auf religi\u00f6se Einrichtungen wie Moscheen, Friedh\u00f6fe und muslimisch markierte Orte. Die registrierten F\u00e4lle zeigen: Antimuslimischer Rassismus zieht sich durch alle Lebensbereiche, sei es bei der Wohnungssuche, beim Arztbesuch oder in der Schule. Ein gro\u00dfer Teil der dokumentierten Vorf\u00e4lle trifft vor allem muslimische Frauen und findet im Bildungsbereich sowie im \u00f6ffentlichen Raum statt. Frauen mit Kopftuch erfahren allt\u00e4glich rassistische Beleidigungen, Diskriminierung und Ablehnung. Insgesamt ist von einer gravierenden Dunkelziffer antimuslimischer Vorf\u00e4lle auszugehen.\u201c&lt;\/p&gt;\n&lt;p&gt;\u201eDer massive Anstieg antimuslimischer \u00dcbergriffe und Diskriminierungen im Jahr 2023 ist mehr als besorgniserregend. Gleichzeitig wird diese Bedrohungslage bisher kaum wahrgenommen. F\u00fcr Muslim*innen und Menschen, die als solche gelesen werden, sind die Stra\u00dfe, der Bus oder die Moschee l\u00e4ngst keine sicheren Orte mehr. Antimuslimischer Rassismus war noch nie so salonf\u00e4hig wie heute und er kommt aus der Mitte der Gesellschaft. Die Folgen f\u00fcr Betroffene sind oft gravierend und viele Menschen haben das Gef\u00fchl, sie seien der Solidarit\u00e4t nicht w\u00fcrdig,\u201c sagt Rima Hanano, Leitung von CLAIM.&lt;\/p&gt;\n&lt;p&gt;Ob wir an den Mord an Marwa El-Sherbini, die Terroranschl\u00e4ge in Hanau und beim OEZ in M\u00fcnchen denken, die Beispiele sind zahlreich und unterstreichen eine Botschaft: Antimuslimischer Rassismus ist l\u00e4ngst eine Lebensrealit\u00e4t der Muslime und geh\u00f6rt wie der Antisemitismus zu den gr\u00f6\u00dften Gefahren unserer Gesellschaft. \u00dcber alle m\u00f6glichen Ursachen einer solchen Entwicklung zu sprechen, w\u00e4re an dieser Stelle nicht m\u00f6glich. Allerdings m\u00f6chte ich auf die Verantwortung dreier Instanzen besonders hinweisen: die Politik, die Medien und die Gesellschaft.&lt;\/p&gt;\n&lt;p&gt;Wenn sogar demokratische Politiker auf rechtspopulistische Rhetorik zur\u00fcckgreifen und Worte w\u00e4hlen, die sich gegen bestimmte Gruppierungen richten und von Ausgrenzung und Hetze gepr\u00e4gt sind, wenn tausend positive Beispiele im muslimischen Alltag von Politikern bewusst ignoriert werden und stattdessen ein negatives Ereignis dramatisch und permanent dargestellt wird, und wenn die Berichterstattung mehr \u00fcber Islamismus als \u00fcber Muslime spricht, sind die Konsequenzen einer solchen unreflektierten Rhetorik im Alltag von Musliminnen und Muslimen deutlich sp\u00fcrbar.&lt;\/p&gt;\n&lt;p&gt;Die strukturelle Kriminalisierung von Migranten und die Deklassierung von Muslimen werfen derzeit Schatten \u00fcber die unbek\u00fcmmerte Gedankenwelt vieler Menschen. Wie das Sprechen ist auch das Schweigen eine Entscheidung. Besonders das situative Schweigen fordert eine Erkl\u00e4rung, die der Mensch auch dem Sch\u00f6pfer der Leidtragenden schuldet. Denn es sind nicht nur Stimmen, die gegen Gerechtigkeit vorgehen; oft genug ist es auch das Schweigen, das das Unrecht besonders laut erscheinen l\u00e4sst. Menschen wissen das. Und Menschen entscheiden sich bewusst daf\u00fcr, zum Rassismus in den eigenen Reihen zu schweigen oder nicht laut genug dagegen einzutreten. Sp\u00e4testens hier stellt sich die Frage, welchen Wert und welche Sch\u00f6nheit eine Tugend wie Solidarit\u00e4t noch besitzt, wenn ihr Einsatz von eigenen Interessen abh\u00e4ngt und nicht von den Bed\u00fcrfnissen der Betroffenen.&lt;\/p&gt;\n&lt;p&gt;Die Politik sollte endlich Muslime nicht als Problem, sondern als Teil der L\u00f6sung und als Partner in der Bewahrung unserer demokratischen Werte wahrnehmen. Die Medien, die die Stimmung in unserer Gesellschaft kreieren, sollten h\u00e4ufiger \u00fcber die positiven Geschichten der Muslime hier im Lande berichten \u2013 von Akademikern, Wissenschaftlern, Unternehmern, Sportlern bis hin zu Pflegekr\u00e4ften. Alle leisten einen enormen Beitrag f\u00fcr das Wohl der Gesellschaft, in der sie leben. Schlie\u00dflich, auf gesamtgesellschaftlicher Ebene, brauchen wir Menschen, die Zivilcourage als einen ihrer zentralen Werte sehen und nicht tatenlos zuschauen, wenn Menschen aufgrund ihrer Religion, Hautfarbe oder Herkunft misshandelt werden. Es ist dann unsere menschliche, religi\u00f6se und b\u00fcrgerliche Pflicht, uns f\u00fcr den Schutz unserer Mitmenschen einzusetzen.&lt;\/p&gt;\n&lt;p&gt;In diesem Sinne sind die Worte des Propheten Mohammed zu verstehen:&lt;\/p&gt;&quot;}},&quot;slug&quot;:&quot;et_pb_text&quot;}" data-et-multi-view-load-tablet-hidden="true"><p>Meine geehrten Geschwister,</p>
<p>vor 15 Jahren, am 1. Juli 2009, wurde Marwa El-Sherbini, eine junge Frau, Mutter und hingebungsvolle Muslimin, im Dresdner Landgericht brutal ermordet. Marwa El-Sherbini war als Zeugin in einem Berufungsverfahren wegen Beleidigung ins Landgericht Dresden gekommen. Der Angeklagte hatte sie und ihr Kind ein Jahr zuvor auf einem Spielplatz in Dresden rassistisch beleidigt, woraufhin sie Strafanzeige erstattete. Im Gerichtssaal zog er ein Kampfmesser und stach sechzehn Mal auf die 31-jährige Frau und ihren Ehemann ein. Marwa El-Sherbini starb noch im Gerichtssaal vor den Augen ihres dreijährigen Sohnes und ihres Ehemannes. Ihr &#8222;Verbrechen&#8220; war, dass sie ein Kopftuch trug und somit nicht in das Weltbild des Täters passte. Dass die Polizeikräfte im Gerichtssaal auf ihren Mann zugingen, anstatt den Täter selbst aufzuhalten, zeigt, wie stark rassistische Stereotype unser Verhalten beeinflussen.</p>
<p>Marwa El-Sherbini war somit nicht nur ein Opfer eines Einzelnen, sondern auch eines versagenden Systems, das sie eigentlich schützen sollte. Sie symbolisiert die Lebensrealität vieler Bürgerinnen und Bürger dieses Landes, die täglich aufgrund ihrer Religion, ihres Aussehens oder ihrer kulturellen Herkunft Diskriminierung und Gewalt erfahren. Im Prozess gegen ihren Mörder wird die Staatsanwaltschaft erstmals antimuslimischen Rassismus als zentrales Tatmotiv benennen. Der 1. Juli ist, in Gedenken an Marwa El-Sherbini, seit 2015 der Tag gegen antimuslimischen Rassismus in Deutschland.</p>
<p>Antimuslimische Ressentiments nehmen zu und sind in jeder Sphäre des gesellschaftlichen Lebens spürbar. In diesem Zusammenhang möchte ich einen Bericht von CLAIM – Allianz gegen Islam- und Muslimfeindlichkeit vorlesen, der die aktuelle Situation und die weitreichenden Auswirkungen dieser Ressentiments beleuchtet: „Insgesamt 1.926 antimuslimische Vorfälle wurden im Rahmen des zivilgesellschaftlichen Lagebildes antimuslimischer Rassismus für das Jahr 2023 dokumentiert. Das ist ein Anstieg von rund 114 % im Vergleich zum Vorjahr – und eine alarmierende Bilanz. Darunter sind rund 90 Angriffe auf religiöse Einrichtungen wie Moscheen, Friedhöfe und muslimisch markierte Orte. Die registrierten Fälle zeigen: Antimuslimischer Rassismus zieht sich durch alle Lebensbereiche, sei es bei der Wohnungssuche, beim Arztbesuch oder in der Schule. Ein großer Teil der dokumentierten Vorfälle trifft vor allem muslimische Frauen und findet im Bildungsbereich sowie im öffentlichen Raum statt. Frauen mit Kopftuch erfahren alltäglich rassistische Beleidigungen, Diskriminierung und Ablehnung. Insgesamt ist von einer gravierenden Dunkelziffer antimuslimischer Vorfälle auszugehen.“</p>
<p>„Der massive Anstieg antimuslimischer Übergriffe und Diskriminierungen im Jahr 2023 ist mehr als besorgniserregend. Gleichzeitig wird diese Bedrohungslage bisher kaum wahrgenommen. Für Muslim*innen und Menschen, die als solche gelesen werden, sind die Straße, der Bus oder die Moschee längst keine sicheren Orte mehr. Antimuslimischer Rassismus war noch nie so salonfähig wie heute und er kommt aus der Mitte der Gesellschaft. Die Folgen für Betroffene sind oft gravierend und viele Menschen haben das Gefühl, sie seien der Solidarität nicht würdig,“ sagt Rima Hanano, Leitung von CLAIM.</p>
<p>Ob wir an den Mord an Marwa El-Sherbini, die Terroranschläge in Hanau und beim OEZ in München denken, die Beispiele sind zahlreich und unterstreichen eine Botschaft: Antimuslimischer Rassismus ist längst eine Lebensrealität der Muslime und gehört wie der Antisemitismus zu den größten Gefahren unserer Gesellschaft. Über alle möglichen Ursachen einer solchen Entwicklung zu sprechen, wäre an dieser Stelle nicht möglich. Allerdings möchte ich auf die Verantwortung dreier Instanzen besonders hinweisen: die Politik, die Medien und die Gesellschaft.</p>
<p>Wenn sogar demokratische Politiker auf rechtspopulistische Rhetorik zurückgreifen und Worte wählen, die sich gegen bestimmte Gruppierungen richten und von Ausgrenzung und Hetze geprägt sind, wenn tausend positive Beispiele im muslimischen Alltag von Politikern bewusst ignoriert werden und stattdessen ein negatives Ereignis dramatisch und permanent dargestellt wird, und wenn die Berichterstattung mehr über Islamismus als über Muslime spricht, sind die Konsequenzen einer solchen unreflektierten Rhetorik im Alltag von Musliminnen und Muslimen deutlich spürbar.</p>
<p>Die strukturelle Kriminalisierung von Migranten und die Deklassierung von Muslimen werfen derzeit Schatten über die unbekümmerte Gedankenwelt vieler Menschen. Wie das Sprechen ist auch das Schweigen eine Entscheidung. Besonders das situative Schweigen fordert eine Erklärung, die der Mensch auch dem Schöpfer der Leidtragenden schuldet. Denn es sind nicht nur Stimmen, die gegen Gerechtigkeit vorgehen; oft genug ist es auch das Schweigen, das das Unrecht besonders laut erscheinen lässt. Menschen wissen das. Und Menschen entscheiden sich bewusst dafür, zum Rassismus in den eigenen Reihen zu schweigen oder nicht laut genug dagegen einzutreten. Spätestens hier stellt sich die Frage, welchen Wert und welche Schönheit eine Tugend wie Solidarität noch besitzt, wenn ihr Einsatz von eigenen Interessen abhängt und nicht von den Bedürfnissen der Betroffenen.</p>
<p>Die Politik sollte endlich Muslime nicht als Problem, sondern als Teil der Lösung und als Partner in der Bewahrung unserer demokratischen Werte wahrnehmen. Die Medien, die die Stimmung in unserer Gesellschaft kreieren, sollten häufiger über die positiven Geschichten der Muslime hier im Lande berichten – von Akademikern, Wissenschaftlern, Unternehmern, Sportlern bis hin zu Pflegekräften. Alle leisten einen enormen Beitrag für das Wohl der Gesellschaft, in der sie leben. Schließlich, auf gesamtgesellschaftlicher Ebene, brauchen wir Menschen, die Zivilcourage als einen ihrer zentralen Werte sehen und nicht tatenlos zuschauen, wenn Menschen aufgrund ihrer Religion, Hautfarbe oder Herkunft misshandelt werden. Es ist dann unsere menschliche, religiöse und bürgerliche Pflicht, uns für den Schutz unserer Mitmenschen einzusetzen.</p>
<p>In diesem Sinne sind die Worte des Propheten Mohammed zu verstehen:</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner" data-et-multi-view="{&quot;schema&quot;:{&quot;content&quot;:{&quot;desktop&quot;:&quot;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;\u201eHilf deinem Bruder, ob er Unrecht begeht oder unter Unrecht leidet!\u201c&lt;br \/&gt;\nEiner fragte: \u201eO Gesandter Allahs, diesem helfen wir, wenn er unter Unrecht leidet. Aber wie k\u00f6nnen wir ihm helfen, wenn er selbst Unrecht begeht? Der Prophet erwiderte: \u201eIndem du seine H\u00e4nde mit der Tatkraft vom Unrecht abh\u00e4ltst!\u201c&lt;\/strong&gt;&lt;br \/&gt;\n&lt;em&gt;(\u00dcberliefert von Buchari)&lt;\/em&gt;&lt;\/p&gt;&quot;,&quot;phone&quot;:&quot;&lt;strong&gt;\u201eHilf deinem Bruder, ob er Unrecht begeht oder unter Unrecht leidet!\u201c Einer fragte: \u201eO Gesandter Allahs, diesem helfen wir, wenn er unter Unrecht leidet. Aber wie k\u00f6nnen wir ihm helfen, wenn er selbst Unrecht begeht? Der Prophet erwiderte: \u201eIndem du seine H\u00e4nde mit der Tatkraft vom Unrecht abh\u00e4ltst!\u201c&lt;\/strong&gt;&lt;br \/&gt;\n&lt;em&gt;(\u00dcberliefert von Buchari)&lt;\/em&gt;&quot;}},&quot;slug&quot;:&quot;et_pb_text&quot;}" data-et-multi-view-load-phone-hidden="true"><p><strong>„Hilf deinem Bruder, ob er Unrecht begeht oder unter Unrecht leidet!“<br />
Einer fragte: „O Gesandter Allahs, diesem helfen wir, wenn er unter Unrecht leidet. Aber wie können wir ihm helfen, wenn er selbst Unrecht begeht? Der Prophet erwiderte: „Indem du seine Hände mit der Tatkraft vom Unrecht abhältst!“</strong><br />
<em>(Überliefert von Buchari)</em></p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Gleichzeitig leben wir, Gott sei Dank, in einem Rechtsstaat. Jeder und jede, die hier lebt, die Gesetze beachtet und konstruktiven Beitrag für dieses Land leistet, darf sich nicht einschüchtern lassen. Vorfalle von Rassismus und Diskriminierung sollten bei den entsprechenden Instanzen konsequent gemeldet werden. Nur mit einer solchen proaktiven Vorgehensweise leisten wir einen Beitrag zu unserem Rechtsstaat.</p>
<p>Als gläubige Menschen ist der Einsatz für das Gute nicht nur eine Möglichkeit, sondern eine Aufforderung des Korans:
</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner" data-et-multi-view="{&quot;schema&quot;:{&quot;content&quot;:{&quot;desktop&quot;:&quot;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;\u201eSprich: &#8218;Das Schlechte und das Gute sind nicht gleich&#8216;, obgleich dich auch die Menge des Schlechten in Erstaunen versetzen mag.\u201c &lt;\/strong&gt;&lt;em&gt;(5\/100)&lt;\/em&gt;&lt;\/p&gt;&quot;,&quot;tablet&quot;:&quot;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;\u201eSprich: &#039;Das Schlechte und das Gute sind nicht gleich&#039;, obgleich dich auch die Menge des Schlechten in Erstaunen versetzen mag.\u201c &lt;\/strong&gt;&lt;em&gt;(5\/100)&lt;\/em&gt;&lt;\/p&gt;&quot;}},&quot;slug&quot;:&quot;et_pb_text&quot;}" data-et-multi-view-load-tablet-hidden="true"><p><strong>„Sprich: &#8218;Das Schlechte und das Gute sind nicht gleich&#8216;, obgleich dich auch die Menge des Schlechten in Erstaunen versetzen mag.“ </strong><em>(5/100)</em></p></div>
			</div><div id="das-gute" class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_8  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Das Gute hier steht unter anderem für Empathie, Gerechtigkeit und Frieden. Mit dem Schlechten sind Handlungen und Gedanken wie Hass, Diskriminierung, Ungerechtigkeit und Gewalt gemeint. Hier versucht der Koran uns zu ermutigen, sich für die Werte des Guten einzusetzen, auch wenn das Schlechte zunehmende Tendenzen zeigt und wir manchmal überwältigt werden. Die Kraft unseres Einsatzes für Veränderungen in der Gesellschaft sollten wir nicht unterschätzen. Wir als gläubige Menschen, die sich in der Verpflichtung der Erhaltung des Friedens und Zusammenhalts sehen, werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass Gleichberechtigung, Menschenrechte und Meinungsfreiheit prägende Eigenschaften unserer Gesellschaft sind. Gemeinsam tragen wir die Verantwortung, uns gegenseitig für die Werte der Menschlichkeit und Gerechtigkeit einzusetzen. So heißt es im Koran:</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>„Helft einander zur Güte und Gerechtigkeit, aber helft einander nicht zur Sünde und feindseligem Vorgehen.“ </strong><em>(5/2)</em></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_10  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Wie es in diesem Koranvers zum Ausdruck kommt: das Schaffen eines Ambientes, in dem Gerechtigkeit die Norm ist, ist ein kollektives Unternehmen, das nur erfolgreich sein kann, wenn alle seine Mitglieder an einem Strang ziehen.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_11  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Liebe Geschwister,</p>
<p>ich glaube, dass jede Religion Glaubenssätze, religiöse Werte und Zitate hat, die die Menschen dazu anhalten, nicht rassistisch zu sein und andere nicht auszugrenzen. Als Muslime tragen wir eine große Verantwortung, diese Werte zu vermitteln: dass wir alle gleich vor Gott sind und niemand über anderen stehen darf. Keine Sprache, keine Ethnie und keine Weltanschauung ist besser als eine andere. Diese Gleichheit und Wertschätzung für alle Menschen sind zentrale Glaubensprinzipien im Islam. Deshalb müssen wir uns immer für diese Werte einsetzen und Rassismus sowie Ausgrenzung entschieden bekämpfen, Seite an Seite mit allen Antirassisten.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_12  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Bittgebet</strong></p>
<p>Lieber Gott, wir bitten um Deine Kraft für den Frieden: Hilf uns, Mut zu finden und Zivilcourage zu üben, uns für Mitmenschlichkeit einzusetzen und Menschenverachtung zü bekämpfen, egal von wem sie ausgeht. Wir wissen, dass Du jedem Menschen Würde verliehen hast und den Frieden als Urzustand Deiner Schöpfung vorsiehst. Um diesen Frieden zu bewahren und Vertrauen zu schaffen, müssen wir handeln. Schenke uns daher die Kraft, für eine gerechte, tolerante und offene Gesellschaft zu arbeiten, in der Frieden, Respekt und Gerechtigkeit grundlegende Werte sind. Eine Gesellschaft, in der Unterschiede keine Last, sondern eine Bereicherung für die Menschheit darstellen. Hilf uns, unsere Kinder so zu erziehen, dass sie die Würde des Menschen achten und sie darin unterstützen, Hass, Intoleranz und Rassismus aus ihren Herzen zu vertreiben. Möge unsere Gegenwart besser als unsere Vergangenheit und unsere Zukunft besser als unsere Gegenwart sein.</p>
<p>Amin!</p></div>
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			</div></p>
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		<title>Freitagspredigt über die Eskalation des Nahost-Konflikts</title>
		<link>https://islam-penzberg.de/freitagspredigt-ueber-die-eskalation-des-nahost-konflikts/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[igp-987]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Oct 2023 17:40:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Freitagspredigt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>So wie wir als Muslime erwarten und dazu aufrufen, dass das Leid unserer Brüder und Schwestern in Palästina verurteilt wird, genauso müssen wir die Gewalt verurteilen, die jetzt gegen jüdische Menschen verübt wird.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://islam-penzberg.de/freitagspredigt-ueber-die-eskalation-des-nahost-konflikts/">Freitagspredigt über die Eskalation des Nahost-Konflikts</a> erschien zuerst auf <a href="https://islam-penzberg.de">IGP</a>.</p>
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					<h2 class="entry-title">Freitagspredigt über die Eskalation des Nahost-Konflikts</h2>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Islamische Gemeinde Penzberg e.V.<br /><strong>Imam Benjamin Idriz</strong></p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Münchner Forum für Islam e.V.<br /><strong>Imam Belmin Mehic</strong></p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Freitagspredigt über die Eskalation des Nahost-Konflikts</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner" data-et-multi-view="{&quot;schema&quot;:{&quot;content&quot;:{&quot;desktop&quot;:&quot;&lt;p&gt;Penzberg\/Mu\u0308nchen, Freitag, 13. Oktober 2023&lt;\/p&gt;&quot;,&quot;phone&quot;:&quot;Penzberg\/Mu\u0308nchen, Freitag, 13. Oktober 2023&quot;}},&quot;slug&quot;:&quot;et_pb_text&quot;}" data-et-multi-view-load-phone-hidden="true"><p>Penzberg/München, Freitag, 13. Oktober 2023</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_divider et_pb_divider_1 et_pb_divider_position_center et_pb_space"><div class="et_pb_divider_internal"></div></div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_19  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner" data-et-multi-view="{&quot;schema&quot;:{&quot;content&quot;:{&quot;desktop&quot;:&quot;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Liebe Schwestern und Bru\u0308der,&lt;\/em&gt;&lt;\/p&gt;\n&lt;p&gt;es gibt menschliches Leid, das durch Naturkatastrophen verursacht wird &#8211; das wir dann nur gemeinsam und ungeteilt betrauern k\u00f6nnen und versuchen, zu helfen. Und es gibt Leid, das von Menschen verursacht wird. Dann du\u0308rfen wir nicht nur trauern, sondern mu\u0308ssen unsere Stimme erheben &#8211; ebenfalls gemeinsam und ungeteilt! Solches Leid erleben Menschen in dem Land, das die einen Pal\u00e4stina, die anderen Israel nennen, schon viel zu lange. Und wir erleben schon viel zu lange, dass dort das Leid der einen verurteilt und zum Leid der anderen geschwiegen wird.&lt;\/p&gt;\n&lt;p&gt;Als Muslime stehen wir gerade in der Herausforderung eine Stimme der Vernunft zu sein, welche sich unmissverst\u00e4ndlich fu\u0308r Gerechtigkeit zum Frieden aller Menschen einsetzt. Denn diese ist das Gebot des Korans:&lt;\/p&gt;&quot;,&quot;tablet&quot;:&quot;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Liebe Schwestern und Bru\u0308der,&lt;\/em&gt;&lt;\/p&gt;\n&lt;p&gt;es gibt menschliches Leid, das durch Naturkatastrophen verursacht wird - das wir dann nur gemeinsam und ungeteilt betrauern k\u00f6nnen und versuchen, zu helfen. Und es gibt Leid, das von Menschen verursacht wird. Dann du\u0308rfen wir nicht nur trauern, sondern mu\u0308ssen unsere Stimme erheben - ebenfalls gemeinsam und ungeteilt! Solches Leid erleben Menschen in dem Land, das die einen Pal\u00e4stina, die anderen Israel nennen, schon viel zu lange. Und wir erleben schon viel zu lange, dass dort das Leid der einen verurteilt und zum Leid der anderen geschwiegen wird.&lt;\/p&gt;\n&lt;p&gt;Als Muslime stehen wir gerade in der Herausforderung eine Stimme der Vernunft zu sein, welche sich unmissverst\u00e4ndlich fu\u0308r Gerechtigkeit zum Frieden aller Menschen einsetzt. Denn diese ist das Gebot des Korans:&lt;\/p&gt;&quot;}},&quot;slug&quot;:&quot;et_pb_text&quot;}" data-et-multi-view-load-tablet-hidden="true"><p><em>Liebe Schwestern und Brüder,</em></p>
<p>es gibt menschliches Leid, das durch Naturkatastrophen verursacht wird &#8211; das wir dann nur gemeinsam und ungeteilt betrauern können und versuchen, zu helfen. Und es gibt Leid, das von Menschen verursacht wird. Dann dürfen wir nicht nur trauern, sondern müssen unsere Stimme erheben &#8211; ebenfalls gemeinsam und ungeteilt! Solches Leid erleben Menschen in dem Land, das die einen Palästina, die anderen Israel nennen, schon viel zu lange. Und wir erleben schon viel zu lange, dass dort das Leid der einen verurteilt und zum Leid der anderen geschwiegen wird.</p>
<p>Als Muslime stehen wir gerade in der Herausforderung eine Stimme der Vernunft zu sein, welche sich unmissverständlich für Gerechtigkeit zum Frieden aller Menschen einsetzt. Denn diese ist das Gebot des Korans:</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_20  et_pb_text_align_center et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>„O ihr, die ihr glaubt, steht fest in Gerechtigkeit, wenn ihr vor Gott Zeugen seid, und nicht verführe euch Hass gegen manche Menschen zur Ungerechtigkeit. Seid gerecht! Das ist näher an der Gottesfurcht.“ (Koran/5:8)</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_21  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner" data-et-multi-view="{&quot;schema&quot;:{&quot;content&quot;:{&quot;desktop&quot;:&quot;&lt;p&gt;Dieser Koranvers betont unmissverst\u00e4ndlich: Wir du\u0308rfen nicht zulassen, dass unsere Emotionen, unsere Zugeh\u00f6rigkeit zu einer bestimmten Gruppe, der Gerechtigkeit gegen andere im Weg stehen! Als gl\u00e4ubige Menschen sind wir dazu aufgerufen, uns gegen jegliche Gewalt, Mord und Gefangennahme von unschuldigen Menschen, von welcher Seite dies auch geschehen mag, klar und unmissverst\u00e4ndlich zu positionieren. So wie wir als Muslime erwarten und dazu aufrufen, dass das Leid unserer Bru\u0308der und Schwestern in Pal\u00e4stina verurteilt wird, genauso mu\u0308ssen wir die Gewalt verurteilen, die jetzt gegen ju\u0308dische Menschen veru\u0308bt wird.&lt;\/p&gt;\n&lt;p&gt;Wir haben Berichte geh\u00f6rt und gesehen von unmenschlichen Grausamkeiten an Familien, M\u00e4nnern, Frauen und Kindern. Der Islam hat glasklare Regeln der Menschlichkeit aufgestellt, g\u00f6ttliche Gebote, die ausdru\u0308cklich auch im Kriegsfall zu gelten haben. Ohne\u00a0&lt;em&gt;wenn&lt;\/em&gt;\u00a0und &lt;em&gt;aber&lt;\/em&gt;.&lt;\/p&gt;\n&lt;p&gt;Es ist nicht islamisch, Menschen in ihren H\u00e4usern zu u\u0308berfallen, zu t\u00f6ten oder zu verschleppen. Wir wollen &#8211; gemeinsam mit allen Religionsgemeinschaften &#8211; jede Form der Gewalt, gleich von welcher Seite, verurteilen und fordern dazu auf, dass alles getan wird, um die Gewalt gegen unschuldige Menschen in dem Land, das uns und anderen heilig ist, sofort beendet wird. Wir fordern selbstverst\u00e4ndlich dazu auf, dass auch jede Gewalt, jedes Unrecht, das pal\u00e4stinensische M\u00e4nner, Frauen und Kinder unschuldig und schon so unertr\u00e4glich lange erlitten haben und noch erleiden werden, gemeinsam und ungeteilt verurteilt wird!&lt;\/p&gt;\n&lt;p&gt;Wie schwer ist es fu\u0308r viele von uns, die Familie, Freunde und Bekannte in Pal\u00e4stina und speziell in Gaza haben, jetzt die Nerven zu behalten! Immer weiter auszuhalten, dass so viele hier in unserer Umwelt zum Leid unserer Bru\u0308der und Schwestern schweigen und jede Kritik an der anderen Seite verteufeln als \u201eRelativierung\u201c und sogar \u201eRechtfertigung von Terror\u201c. So als g\u00e4be es keinen Konflikt zweier V\u00f6lker um ein Land, sondern Opfer nur auf der einen Seite und auf der anderen nur Terroristen und Antisemiten. Das ist nicht auszuhalten! Und doch mu\u0308ssen wir als gl\u00e4ubige, Gott-ergebene Muslime akzeptieren: Es ist Gott, der von uns verlangt, besonnen, vernu\u0308nftig und menschlich zu reagieren. Immer und auch jetzt.&lt;\/p&gt;\n&lt;p&gt;Jedes menschliche Leben, jedes Opfer ist zu wertvoll, um seinen Wert an der Zugeh\u00f6rigkeit zu einer bestimmten Seite zu messen. Und nur, wenn nicht unterschieden wird nach Zugeh\u00f6rigkeit, nur wenn das Eintreten fu\u0308r Gerechtigkeit und Frieden gemeinsam und ungeteilt erfolgt, nur dann k\u00f6nnen all die Aufrufe, die wir jetzt h\u00f6ren, wirklich helfen, die Konflikte zu l\u00f6sen, anstatt sie, genauso wie bisher, immer weiter zu befeuern. Fu\u0308r andere Religionen kann ich hier nicht sprechen. Doch der Islam, jedenfalls, verlangt dies von uns.&lt;\/p&gt;\n&lt;p&gt;Das universelle Koranische Prinzip besagt :&lt;\/p&gt;&quot;,&quot;tablet&quot;:&quot;&lt;p&gt;Dieser Koranvers betont unmissverst\u00e4ndlich: Wir du\u0308rfen nicht zulassen, dass unsere Emotionen, unsere Zugeh\u00f6rigkeit zu einer bestimmten Gruppe, der Gerechtigkeit gegen andere im Weg stehen! Als gl\u00e4ubige Menschen sind wir dazu aufgerufen, uns gegen jegliche Gewalt, Mord und Gefangennahme von unschuldigen Menschen, von welcher Seite dies auch geschehen mag, klar und unmissverst\u00e4ndlich zu positionieren. So wie wir als Muslime erwarten und dazu aufrufen, dass das Leid unserer Bru\u0308der und Schwestern in Pal\u00e4stina verurteilt wird, genauso mu\u0308ssen wir die Gewalt verurteilen, die jetzt gegen ju\u0308dische Menschen veru\u0308bt wird.&lt;\/p&gt;\n&lt;p&gt;Wir haben Berichte geh\u00f6rt und gesehen von unmenschlichen Grausamkeiten an Familien, M\u00e4nnern, Frauen und Kindern. Der Islam hat glasklare Regeln der Menschlichkeit aufgestellt, g\u00f6ttliche Gebote, die ausdru\u0308cklich auch im Kriegsfall zu gelten haben. Ohne &lt;em&gt;wenn&lt;\/em&gt; und &lt;em&gt;aber&lt;\/em&gt;.&lt;\/p&gt;\n&lt;p&gt;Es ist nicht islamisch, Menschen in ihren H\u00e4usern zu u\u0308berfallen, zu t\u00f6ten oder zu verschleppen. Wir wollen - gemeinsam mit allen Religionsgemeinschaften - jede Form der Gewalt, gleich von welcher Seite, verurteilen und fordern dazu auf, dass alles getan wird, um die Gewalt gegen unschuldige Menschen in dem Land, das uns und anderen heilig ist, sofort beendet wird. Wir fordern selbstverst\u00e4ndlich dazu auf, dass auch jede Gewalt, jedes Unrecht, das pal\u00e4stinensische M\u00e4nner, Frauen und Kinder unschuldig und schon so unertr\u00e4glich lange erlitten haben und noch erleiden werden, gemeinsam und ungeteilt verurteilt wird!&lt;\/p&gt;\n&lt;p&gt;Wie schwer ist es fu\u0308r viele von uns, die Familie, Freunde und Bekannte in Pal\u00e4stina und speziell in Gaza haben, jetzt die Nerven zu behalten! Immer weiter auszuhalten, dass so viele hier in unserer Umwelt zum Leid unserer Bru\u0308der und Schwestern schweigen und jede Kritik an der anderen Seite verteufeln als \u201eRelativierung\u201c und sogar \u201eRechtfertigung von Terror\u201c. So als g\u00e4be es keinen Konflikt zweier V\u00f6lker um ein Land, sondern Opfer nur auf der einen Seite und auf der anderen nur Terroristen und Antisemiten. Das ist nicht auszuhalten! Und doch mu\u0308ssen wir als gl\u00e4ubige, Gott-ergebene Muslime akzeptieren: Es ist Gott, der von uns verlangt, besonnen, vernu\u0308nftig und menschlich zu reagieren. Immer und auch jetzt.&lt;\/p&gt;\n&lt;p&gt;Jedes menschliche Leben, jedes Opfer ist zu wertvoll, um seinen Wert an der Zugeh\u00f6rigkeit zu einer bestimmten Seite zu messen. Und nur, wenn nicht unterschieden wird nach Zugeh\u00f6rigkeit, nur wenn das Eintreten fu\u0308r Gerechtigkeit und Frieden gemeinsam und ungeteilt erfolgt, nur dann k\u00f6nnen all die Aufrufe, die wir jetzt h\u00f6ren, wirklich helfen, die Konflikte zu l\u00f6sen, anstatt sie, genauso wie bisher, immer weiter zu befeuern. Fu\u0308r andere Religionen kann ich hier nicht sprechen. Doch der Islam, jedenfalls, verlangt dies von uns.&lt;\/p&gt;\n&lt;p&gt;Das universelle Koranische Prinzip besagt :&lt;\/p&gt;&quot;}},&quot;slug&quot;:&quot;et_pb_text&quot;}" data-et-multi-view-load-tablet-hidden="true"><p>Dieser Koranvers betont unmissverständlich: Wir dürfen nicht zulassen, dass unsere Emotionen, unsere Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe, der Gerechtigkeit gegen andere im Weg stehen! Als gläubige Menschen sind wir dazu aufgerufen, uns gegen jegliche Gewalt, Mord und Gefangennahme von unschuldigen Menschen, von welcher Seite dies auch geschehen mag, klar und unmissverständlich zu positionieren. So wie wir als Muslime erwarten und dazu aufrufen, dass das Leid unserer Brüder und Schwestern in Palästina verurteilt wird, genauso müssen wir die Gewalt verurteilen, die jetzt gegen jüdische Menschen verübt wird.</p>
<p>Wir haben Berichte gehört und gesehen von unmenschlichen Grausamkeiten an Familien, Männern, Frauen und Kindern. Der Islam hat glasklare Regeln der Menschlichkeit aufgestellt, göttliche Gebote, die ausdrücklich auch im Kriegsfall zu gelten haben. Ohne <em>wenn</em> und <em>aber</em>.</p>
<p>Es ist nicht islamisch, Menschen in ihren Häusern zu überfallen, zu töten oder zu verschleppen. Wir wollen &#8211; gemeinsam mit allen Religionsgemeinschaften &#8211; jede Form der Gewalt, gleich von welcher Seite, verurteilen und fordern dazu auf, dass alles getan wird, um die Gewalt gegen unschuldige Menschen in dem Land, das uns und anderen heilig ist, sofort beendet wird. Wir fordern selbstverständlich dazu auf, dass auch jede Gewalt, jedes Unrecht, das palästinensische Männer, Frauen und Kinder unschuldig und schon so unerträglich lange erlitten haben und noch erleiden werden, gemeinsam und ungeteilt verurteilt wird!</p>
<p>Wie schwer ist es für viele von uns, die Familie, Freunde und Bekannte in Palästina und speziell in Gaza haben, jetzt die Nerven zu behalten! Immer weiter auszuhalten, dass so viele hier in unserer Umwelt zum Leid unserer Brüder und Schwestern schweigen und jede Kritik an der anderen Seite verteufeln als „Relativierung“ und sogar „Rechtfertigung von Terror“. So als gäbe es keinen Konflikt zweier Völker um ein Land, sondern Opfer nur auf der einen Seite und auf der anderen nur Terroristen und Antisemiten. Das ist nicht auszuhalten! Und doch müssen wir als gläubige, Gott-ergebene Muslime akzeptieren: Es ist Gott, der von uns verlangt, besonnen, vernünftig und menschlich zu reagieren. Immer und auch jetzt.</p>
<p>Jedes menschliche Leben, jedes Opfer ist zu wertvoll, um seinen Wert an der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Seite zu messen. Und nur, wenn nicht unterschieden wird nach Zugehörigkeit, nur wenn das Eintreten für Gerechtigkeit und Frieden gemeinsam und ungeteilt erfolgt, nur dann können all die Aufrufe, die wir jetzt hören, wirklich helfen, die Konflikte zu lösen, anstatt sie, genauso wie bisher, immer weiter zu befeuern. Für andere Religionen kann ich hier nicht sprechen. Doch der Islam, jedenfalls, verlangt dies von uns.</p>
<p>Das universelle Koranische Prinzip besagt :</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>„Und nimmer sind das Gute und das Böse gleich. Wehre (das Böse) in bester Art ab, und siehe da, der, zwischen dem und dir Feindschaft herrschte, wird wie ein treuer Freund sein.“ (Koran/41:34)</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_23  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner" data-et-multi-view="{&quot;schema&quot;:{&quot;content&quot;:{&quot;desktop&quot;:&quot;&lt;p&gt;Auf gar keinen Fall und unter keinen Umst\u00e4nden darf zugelassen werden, dass Grausamkeit bejubelt wird, weder \u00f6ffentlich noch insgeheim; dass Einzelne, Gruppen oder Institutionen hier in Deutschland beschimpft oder bedroht werden. Wir erleben das als Muslime, leider, Tag fu\u0308r Tag; wir als wahre Muslime werden das nicht gegen andere veru\u0308ben.&lt;\/p&gt;\n&lt;p&gt;Wir brauchen gerade jetzt nur solche Stimmen der Besonnenheit, welche sich objektiv fu\u0308r eine gerechte Beurteilung und den friedlichen Umgang zwischen den Konfliktparteien \u00e4u\u00dfern. Als ein Beispiel erlaube ich mir, die Worte der Oberbu\u0308rgermeisterin der Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina, Benjamina Karic, zu diesem Konflikt zu zitieren: &lt;em&gt;\u201eFu\u0308r mich ist es heuchlerisch, nur den Hamas-Angriff auf Israel zu verurteilen, nicht aber alles, was davor und danach geschah. Ich verurteile jeden Angriff, jeden Terrorakt, jede T\u00f6tung Unschuldiger. Ich verurteile die T\u00f6tung unschuldiger Zivilisten, darunter Kinder, Frauen, Schwache, \u00e4ltere Menschen (&#8230;) Die Nachricht, dass Gaza derzeit ohne Wasser und Strom ist, hat mich emotional sehr erschu\u0308ttert. Diejenigen von uns, die die Belagerung von Sarajevo u\u0308berlebt haben, wissen, wie es sich anfu\u0308hlt. Wir mu\u0308ssen menschlich sein und jedes unschuldige Opfer gleicherma\u00dfen verurteilen, sowohl in Israel als auch in Pal\u00e4stina.\u201c&lt;\/em&gt;&lt;\/p&gt;&quot;,&quot;tablet&quot;:&quot;&lt;p&gt;Auf gar keinen Fall und unter keinen Umst\u00e4nden darf zugelassen werden, dass Grausamkeit bejubelt wird, weder \u00f6ffentlich noch insgeheim; dass Einzelne, Gruppen oder Institutionen hier in Deutschland beschimpft oder bedroht werden. Wir erleben das als Muslime, leider, Tag fu\u0308r Tag; wir als wahre Muslime werden das nicht gegen andere veru\u0308ben.&lt;\/p&gt;\n&lt;p&gt;Wir brauchen gerade jetzt nur solche Stimmen der Besonnenheit, welche sich objektiv fu\u0308r eine gerechte Beurteilung und den friedlichen Umgang zwischen den Konfliktparteien \u00e4u\u00dfern. Als ein Beispiel erlaube ich mir, die Worte der Oberbu\u0308rgermeisterin der Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina, Benjamina Karic, zu diesem Konflikt zu zitieren: &lt;em&gt;\u201eFu\u0308r mich ist es heuchlerisch, nur den Hamas-Angriff auf Israel zu verurteilen, nicht aber alles, was davor und danach geschah. Ich verurteile jeden Angriff, jeden Terrorakt, jede T\u00f6tung Unschuldiger. Ich verurteile die T\u00f6tung unschuldiger Zivilisten, darunter Kinder, Frauen, Schwache, \u00e4ltere Menschen (...) Die Nachricht, dass Gaza derzeit ohne Wasser und Strom ist, hat mich emotional sehr erschu\u0308ttert. Diejenigen von uns, die die Belagerung von Sarajevo u\u0308berlebt haben, wissen, wie es sich anfu\u0308hlt. Wir mu\u0308ssen menschlich sein und jedes unschuldige Opfer gleicherma\u00dfen verurteilen, sowohl in Israel als auch in Pal\u00e4stina.\u201c&lt;\/em&gt;&lt;\/p&gt;&quot;}},&quot;slug&quot;:&quot;et_pb_text&quot;}" data-et-multi-view-load-tablet-hidden="true"><p>Auf gar keinen Fall und unter keinen Umständen darf zugelassen werden, dass Grausamkeit bejubelt wird, weder öffentlich noch insgeheim; dass Einzelne, Gruppen oder Institutionen hier in Deutschland beschimpft oder bedroht werden. Wir erleben das als Muslime, leider, Tag für Tag; wir als wahre Muslime werden das nicht gegen andere verüben.</p>
<p>Wir brauchen gerade jetzt nur solche Stimmen der Besonnenheit, welche sich objektiv für eine gerechte Beurteilung und den friedlichen Umgang zwischen den Konfliktparteien äußern. Als ein Beispiel erlaube ich mir, die Worte der Oberbürgermeisterin der Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina, Benjamina Karic, zu diesem Konflikt zu zitieren: <em>„Für mich ist es heuchlerisch, nur den Hamas-Angriff auf Israel zu verurteilen, nicht aber alles, was davor und danach geschah. Ich verurteile jeden Angriff, jeden Terrorakt, jede Tötung Unschuldiger. Ich verurteile die Tötung unschuldiger Zivilisten, darunter Kinder, Frauen, Schwache, ältere Menschen (&#8230;) Die Nachricht, dass Gaza derzeit ohne Wasser und Strom ist, hat mich emotional sehr erschüttert. Diejenigen von uns, die die Belagerung von Sarajevo überlebt haben, wissen, wie es sich anfühlt. Wir müssen menschlich sein und jedes unschuldige Opfer gleichermaßen verurteilen, sowohl in Israel als auch in Palästina.“</em></p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner" data-et-multi-view="{&quot;schema&quot;:{&quot;content&quot;:{&quot;desktop&quot;:&quot;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Liebe Schwestern und Bru\u0308der,&lt;\/em&gt;&lt;\/p&gt;\n&lt;p&gt;als Bu\u0308rger und Bu\u0308rgerinnen dieses Landes tragen wir Verantwortung dafu\u0308r, das friedliche Miteinander in unserer Gesellschaft weiterhin zu bewahren. Die Etablierung des Friedens in unserer Gesellschaft, in Deutschland, sollte ein kollektiver Auftrag sein, wir sind alle dazu aufgefordert selbstbewusste Bu\u0308rger zu sein, die Gerechtigkeit fu\u0308r alle als einen ihrer zentralen Werte sehen.&lt;\/p&gt;\n&lt;p&gt;Deutschland hat im letzten Jahrhundert auf schreckliche Weise vorgemacht, was geschieht, wenn dies nicht gelingt\u2026 Alle, die heute in Deutschland leben, ob hier geboren oder nicht, mu\u0308ssen daraus ganz besondere Lehren ziehen. Das zeigen leider, in besorgniserregender Weise, auch die Ergebnisse der Wahlen am Sonntag. An tats\u00e4chlichen oder vermeintlichen Problemen des Landes werden gerade wieder \u201edie anderen\u201c als verantwortlich ausgemacht. Das Thema \u201eMigration\u201c wird in allen Umfragen als das Hauptproblem bezeichnet &#8211; also Menschen, die in ihrer Not geflohen sind und Schutz suchen! Sie, und damit auch wir als Muslime sind es, die heute an allem schuld sein sollen\u2026&lt;\/p&gt;\n&lt;p&gt;Auf allen Ebenen sollte jetzt die Vernunft u\u0308ber Emotionen, Dialog u\u0308ber Feindseligkeit und Menschlichkeit u\u0308ber Parteinahmen siegen. Was im Rahmen unserer M\u00f6glichkeiten liegt, als gl\u00e4ubige Menschen, ist, Gott zu bitten, allen Konfliktbeteiligten Vernunft und Barmherzigkeit zu schenken, und alle dazu aufzurufen, kein Werkzeug der Zerst\u00f6rung des menschlichen Lebens zu sein, im Sinne der Koranischen Aufforderung:&lt;\/p&gt;&quot;,&quot;tablet&quot;:&quot;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Liebe Schwestern und Bru\u0308der,&lt;\/em&gt;&lt;\/p&gt;\n&lt;p&gt;als Bu\u0308rger und Bu\u0308rgerinnen dieses Landes tragen wir Verantwortung dafu\u0308r, das friedliche Miteinander in unserer Gesellschaft weiterhin zu bewahren. Die Etablierung des Friedens in unserer Gesellschaft, in Deutschland, sollte ein kollektiver Auftrag sein, wir sind alle dazu aufgefordert selbstbewusste Bu\u0308rger zu sein, die Gerechtigkeit fu\u0308r alle als einen ihrer zentralen Werte sehen.&lt;\/p&gt;\n&lt;p&gt;Deutschland hat im letzten Jahrhundert auf schreckliche Weise vorgemacht, was geschieht, wenn dies nicht gelingt\u2026 Alle, die heute in Deutschland leben, ob hier geboren oder nicht, mu\u0308ssen daraus ganz besondere Lehren ziehen. Das zeigen leider, in besorgniserregender Weise, auch die Ergebnisse der Wahlen am Sonntag. An tats\u00e4chlichen oder vermeintlichen Problemen des Landes werden gerade wieder \u201edie anderen\u201c als verantwortlich ausgemacht. Das Thema \u201eMigration\u201c wird in allen Umfragen als das Hauptproblem bezeichnet - also Menschen, die in ihrer Not geflohen sind und Schutz suchen! Sie, und damit auch wir als Muslime sind es, die heute an allem schuld sein sollen\u2026&lt;\/p&gt;\n&lt;p&gt;Auf allen Ebenen sollte jetzt die Vernunft u\u0308ber Emotionen, Dialog u\u0308ber Feindseligkeit und Menschlichkeit u\u0308ber Parteinahmen siegen. Was im Rahmen unserer M\u00f6glichkeiten liegt, als gl\u00e4ubige Menschen, ist, Gott zu bitten, allen Konfliktbeteiligten Vernunft und Barmherzigkeit zu schenken, und alle dazu aufzurufen, kein Werkzeug der Zerst\u00f6rung des menschlichen Lebens zu sein, im Sinne der Koranischen Aufforderung:&lt;\/p&gt;&quot;}},&quot;slug&quot;:&quot;et_pb_text&quot;}" data-et-multi-view-load-tablet-hidden="true"><p><em>Liebe Schwestern und Brüder,</em></p>
<p>als Bürger und Bürgerinnen dieses Landes tragen wir Verantwortung dafür, das friedliche Miteinander in unserer Gesellschaft weiterhin zu bewahren. Die Etablierung des Friedens in unserer Gesellschaft, in Deutschland, sollte ein kollektiver Auftrag sein, wir sind alle dazu aufgefordert selbstbewusste Bürger zu sein, die Gerechtigkeit für alle als einen ihrer zentralen Werte sehen.</p>
<p>Deutschland hat im letzten Jahrhundert auf schreckliche Weise vorgemacht, was geschieht, wenn dies nicht gelingt… Alle, die heute in Deutschland leben, ob hier geboren oder nicht, müssen daraus ganz besondere Lehren ziehen. Das zeigen leider, in besorgniserregender Weise, auch die Ergebnisse der Wahlen am Sonntag. An tatsächlichen oder vermeintlichen Problemen des Landes werden gerade wieder „die anderen“ als verantwortlich ausgemacht. Das Thema „Migration“ wird in allen Umfragen als das Hauptproblem bezeichnet &#8211; also Menschen, die in ihrer Not geflohen sind und Schutz suchen! Sie, und damit auch wir als Muslime sind es, die heute an allem schuld sein sollen…</p>
<p>Auf allen Ebenen sollte jetzt die Vernunft über Emotionen, Dialog über Feindseligkeit und Menschlichkeit über Parteinahmen siegen. Was im Rahmen unserer Möglichkeiten liegt, als gläubige Menschen, ist, Gott zu bitten, allen Konfliktbeteiligten Vernunft und Barmherzigkeit zu schenken, und alle dazu aufzurufen, kein Werkzeug der Zerstörung des menschlichen Lebens zu sein, im Sinne der Koranischen Aufforderung:</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>„Stürzt euch nicht mit eigener Hand ins Verderben. Und tut Gutes.“ (Koran/2:195)</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_26  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Die gemeinsamen Werte müssen sich erheben gegen Kriege, Rassismus, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit, Feindseligkeit gegen Andersgläubige überhaupt, natürlich gegen Besatzung, Unterdrückung, Diskriminierung, Demütigung, dagegen, dass Menschenrechte vorenthalten werden und Kinder unter Unrecht und Gewalterfahrungen aufwachsen, Generation um Generation. Und sich einsetzen für Mitmenschlichkeit, Gleichheit, Gerechtigkeit, Wohlstand, Freiheit und Frieden für alle. Nur der Friede ist heilig, und nur Gerechtigkeit unter den Völkern kann und wird zum Frieden führen.</p>
<p>Ich bitte den Barmherzigen Gott, dem Heiligen Land Frieden zu schenken und die Menschen vor weiteren schrecklichen Taten zu bewahren.</p>
<p>Ich bitte Dich, Barmherziger Gott, den Frieden und die Mitmenschlichkeit in unserem Land zu erhalten.</p>
<p>Darum bitte ich Dich Barmherziger Gott, unseren Auftrag als deine Friedensbotschafter haben wir nicht vergessen. Im Bewusstsein unserer menschlichen Verantwortung, dass jedes Leben zählt, das Du erschaffen hast! Leg uns die Worte in den Mund, der Menschenverachtung zu widersprechen! Gib uns die Kraft und den Mut jeglicher Ungerechtigkeit, Ausgrenzung und Gewalt jeglicher Art entgegenzutreten!</p>
<p>Lass Verstand und Versöhnung walten! Lass uns so leben, wie Du es vorgesehen hast: in Frieden mit uns und mit unserer Umwelt! Dein Frieden ist größer als wir begreifen können. Schaffe Deinem Frieden Raum, gib uns Deinen Frieden mit!</p>
<p>Amin!</p></div>
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				<a class="et_pb_button et_pb_button_1 et_pb_bg_layout_light" href="/wp-content/uploads/2023/10/Freitagspredigt-ueber-die-Eskalation-des-Nahost-Konflikts.pdf" target="_blank">PDF Ansicht</a>
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			</div></p>
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		<title>Predigt am Tag des Opferfestes 2020</title>
		<link>https://islam-penzberg.de/predigt-am-tag-des-opferfestes-2020/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[igp-987]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 Jul 2020 16:43:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Freitagspredigt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Predigt am Tag des Opferfestes 2020 in der Penzberger Moschee.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://islam-penzberg.de/predigt-am-tag-des-opferfestes-2020/">Predigt am Tag des Opferfestes 2020</a> erschien zuerst auf <a href="https://islam-penzberg.de">IGP</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><div class="et_pb_section et_pb_section_4 header-igp et_pb_with_background et_section_regular" >
				
				
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><a href="/blog/">IGP Blog</a> | <a href="/imam-benjamin-idriz/">Imam Idriz</a></p></div>
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					<h1 class="entry-title">Predigt am Tag des Opferfestes 2020</h1>
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					<h2 class="entry-title">Predigt am Tag des Opferfestes 2020</h2>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Verehrte Muslime,</strong></p>
<p>gestern war der Tag von Arafat und im Arafat-Tal haben die Pilger sich versammelt, Zeugnis abgelegt und für eine bessere Zukunft der Weltgemeinschaft gebetet. Arafat ist der Ort und der Tag, an dem unsere Vorfahren, Adam und Hawa erkannten, wie wichtig sie füreinander sind und wie sehr sie einander brauchen. In der heutigen Zeit, in der die Pandemie und Angst vor Krankheit herrscht, sollten wir unsere familiären, verwandtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse noch mehr stärken, weil wir uns einander brauchen.</p>
<p>Überall auf der Welt opfern heute Muslime, um ihre Ergebenheit gegenüber Allah zu zeigen. Mit dem „Kurban“ (Opfertier), was wörtlich „sich nähern“ bedeutet, werden wir uns sowohl Allah nähern als auch unseren Mitmenschen ein Stück näher kommen. Zu den Weisheiten dieses Gottesdienstes gehört es, dass wir das Fleisch der Opfertiere mit Armen, Nachbarn, Verwandten und Freunden teilen. Mit dem Opferfest erinnert uns Allah daran, dass andere Menschen, die nicht in dem Wohlstand leben, mit dem wir gesegnet sind, einen Anspruch darauf haben, an diesem Wohlstand teilzuhaben. Es geht nicht um Blut und Fleisch, sondern um Solidarität, Teilhabe und Hilfsbereitschaft.</p>
<p>Mit Hinweis auf das Ziel des Opferritual, sagt Allah im Koran: <strong>„Ihr Fleisch erreicht Allah nicht, noch tut es ihr Blut, sondern eure Ehrfurcht, eure Hilfsbereitschaft taqwa, ist es, die Ihn erreicht&#8230; Und gib denen frohe Botschaft, die Gutes tun.“</strong> (22:37)</p>
<p>Die diesjährige Hadsch und das Opferfest begehen wir in einer ungewöhnlichen Atmosphäre. In unserer Geschichte wird dieses Fest als das in Erinnerung bleiben, an dem Gläubige aus allen Teilen der Welt die gesegneten Städte Mekka und Medina nicht besuchen konnten. Die Corona-Pandemie hat uns gelernt, dass die Gesundheit und die Bewahrung des menschlichen Lebens die höchste Priorität hat. Wenn jemand auf ein religiöses Gebot oder gemeinschaftliche Rituale verzichtet, um das eigene oder das Leben anderer zu schützen, dann zeigt sich hiermit sein vernünftiges Verständnis der Religiosität.</p>
<p>Die Welt ist durch Corona einer großen Herausforderung ausgesetzt. Das Virus hat viele Gesellschaften und viele Familien verwüstet. Wir müssen gemeinsam diese Prüfung überwinden: mit starkem Vertrauen in Gott, starkem Willen, Disziplin, Ausdauer und den Kampf dagegen:<strong> „Wir werden euch auf die Probe stellen durch einiges an Furcht und Hunger und durch Verlust von weltlichen Gütern und Leben und Früchten der Arbeit. Aber gib jenen frohe Botschaft, die geduldig in Widrigkeit sind, die, wenn Unheil sie trifft, sagen: ‚Wir sind Gottes, und zu ihm kehren wir zurück.‘“</strong> (2:155-156) Wir bereiten uns auf traurige Tage vor, in denen wir vielleicht unsere liebsten Menschen verlieren werden. <strong>„Sprich: ‚Nichts kann uns treffen außer dem, was Gott uns bestimmt hat. Er ist unser Beschützer. Und auf Gott sollen die Gläubigen vertrauen.‘“</strong> (9:51). Aber jetzt sollten wir alles tun, um Leben zu retten, sowohl das eigene als auch das der anderen, denn <strong>„Wer einen Menschen rettet, rettet die ganze Menschheit.“</strong> (5:32)</p>
<p>Allah rät uns, Hilfe in Geduld und im Gebet zu suchen! <strong>„Sucht Hilfe in Geduld und im Gebet“</strong> (2:154). Was Gott damit sagen will: In der Zeit, in der sich die Menschen in einer Ausnahmesituation befinden, sollt ihr Geduld demonstrieren. Auf die Hygiene achten, permanent Abstand zu den Menschen halten, Masken tragen, vernünftig mit der Situation umgehen, all das erfordert Geduld. Die Geduld ist der Schlüssel zur Errettung. Geduld ist die Kunst zu hoffen. Hoffen, dass die Ärzte Impfstoffe für die Heilung von diesem Virus finden. Hoffen auf die Genesung der erkrankten Menschen. Hoffen, dass wir die Gnade und das Gute, die uns Gott gegeben hat, wieder genießen werden, wie und wann auch immer. Hoffen auf eine bessere Zukunft nach der Corona-Krise. „<strong>Siehe, mit jeder Härte kommt Erleichterung: wahrlich, mit jeder Härte kommt Erleichterung.“</strong> (94:5-6)</p>
<p>Das Gebet schenkt uns Hoffnung, stärkt unsere innere Immunität, lehrt uns alle positiven Gefühle im Herzen des Menschen zu hegen. Wir müssen unsere Gebete und Bittgebete vermehren, indem wir Gott bitten, uns selbst, unsere Mitmenschen, unser Land, unsere Welt zu bewahren. In diesem Sinne wünsche ich allen meinen Glaubensbrüdern und -schwestern ein gesegnetes Opferfest! Möge unser Leben eine bewusste Vorbereitung auf das Jenseits und das Jenseits das schönste Fest dazu sein! Möge dies uns allen sowie der ganzen Welt Wohl und Glück bringen!</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Bittgebet</strong></p>
<p>O Gott!<br /> Vergib uns. Bewahre uns von der Pandemie. Schenke uns Sicherheit uns Friede. Befähige uns, Böses mit Gutem zu erwidern! Gib uns die Kraft, für ein friedliches Miteinander einzutreten. Lass uns auch hier weiterhin in Sicherheit und Frieden leben, wie der Prophet Abraham, &#8211; an den wir heute oft denken,- betete: <strong>„Herr, mache diesen Ort zu einer Stätte der Sicherheit und des Friedens!“</strong> (Koran 14:35)<br /> Amin!</p>
<p>Ein gesegnetes Fest!<br /> Bajram Šerif Mubarek Olsun!<br /> Bayramınız Mübarek Olsun!<br /> Me Fat Bajrami!<br /> عيد مبارك</p></div>
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<p>Der Beitrag <a href="https://islam-penzberg.de/predigt-am-tag-des-opferfestes-2020/">Predigt am Tag des Opferfestes 2020</a> erschien zuerst auf <a href="https://islam-penzberg.de">IGP</a>.</p>
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		<title>Eine besondere Zeit in dieser Zeit</title>
		<link>https://islam-penzberg.de/eine-besondere-zeit-in-dieser-zeit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[igp-987]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Apr 2020 15:29:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Freitagspredigt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Leben geht mit viel Auf und Ab einher. Optimistische Menschen haben es dabei leichter. Ein optimistischer Mensch richtet sich nach einem Misserfolg wieder auf und macht gestützt auf sein Leben, einen neuen Anfang.  </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://islam-penzberg.de/eine-besondere-zeit-in-dieser-zeit/">Eine besondere Zeit in dieser Zeit</a> erschien zuerst auf <a href="https://islam-penzberg.de">IGP</a>.</p>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>3. Freitagsbotschaft in der Corona-Krise, Penzberg, 03.04.2020</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Meine Botschaft ist zugleich ein Appell: Seien Sie bitte optimistisch</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Optimistisch sein soll nicht bedeuten, die Realitäten zu übergehen und unrealistisch zu werden. Mit Optimismus ist gemeint, positiv über Gott und die Ereignisse im Dasein und das Verhalten der anderen zu denken. Optimismus stiftet Mut und Zuversicht. Optimismus macht fröhlich und wirkt sich beruhigend im Leben aus. Eine optimistische Einstellung sorgt nicht nur für eine positive zwischenmenschliche Atmosphäre sondern tut auch der Gesundheit des Einzelnen gut.</p>
<p>Das Leben geht mit viel Auf und Ab einher. Optimistische Menschen haben es dabei leichter. Ein optimistischer Mensch richtet sich nach einem Misserfolg wieder auf und macht gestützt auf sein Leben, einen neuen Anfang.</p>
<p>Ein optimistischer Mensch sieht einen Teil der Ereignisse im Leben, als Prüfungen und Warnung Gottes und einen anderen Teil als das Ergebnis seines falschen Verhaltens. Deshalb bewältigt er geduldig diese Probleme und befreit sich von negativer Einstellung und Pessimismus. Ein pessimistischer Mensch sieht alles durch eine dunkle Brille. Er gibt schnell auf und wird niedergeschlagen. Selbst wenn alles gut verläuft, fürchtet er sich vor irgendwelchen tragischen Folgen. Er öffnet der Hoffnungslosigkeit ein Türchen und lässt zu, dass sie sich auf sein ganzes Leben ausdehnt. Aber alle können sich von einer pessimistischen Einstellung befreien und Optimismus lernen, um auf diese Weise die Lebensqualität zu verbessern.</p>
<p>Um an eine optimistische Einstellung zum Leben mit all seinen Ereignissen zu gelangen sollten wir jeden Morgen mit einem besonderen Dankeswort an Gott für alle guten Gaben, die er uns im Leben beschert hat, beginnen und auf diese Weise das Leben schätzen lernen, Hoffnung schöpfen und unser Leben fröhlich gestalten. Steh in der Früh auf, verrichte das Morgengebet und sag: Lieber Allah, genau wie die Stunden, wo die Welt dunkel war, vorbei sind, und uns wieder den hellen Tag verschenkt hasst, ermögliche die Welt, in der die Angst von Pandemie herrscht, eine bessere und gesunde Zukunft.</p>
<p>Jeder steht unter dem Einfluss der Menschen in seiner Umgebung. Es gibt Prediger, die ein Gottesverständnis propagieren, wonach Gott durch das Coronavirus die Menschen bestraft, und somit bewusst oder unbewusst, Pessimismus und Angst schüren, dabei vergessen, dass der Prophet Muhammed (s) das Gegenteil empfohlen hat: “Erleichtert, erschwert nicht, erfreut, erschreckt nicht.“<br /> Wir sollten also genauer darauf achten, welchem Prediger wir Acht schenken. Wir sollten uns Menschen aussuchen, die positiv denken und optimistisch sind. Das sind die Leute die immer bei einem halben Glas Wasser die gefüllte Hälfte und nicht die leere Hälfte sehen. Positiv denkende Menschen können unseren Optimismus stärken.</p>
<p>Wenn wir uns abends schlafen legen, sollten wir an alles denken, was uns am Tag Freude bereitet hat, selbst an die kleinsten erfreulichen Ereignisse. Und wir sollten Gott und den Leuten, die uns zu diesen positiven Erlebnissen verholfen haben, dankbar sein. Vergessen wir nicht, dass Gott uns eine sehr hoffnungsfrohe Zukunft verheißen hat, ein gutes Ende – und Sicherheit und Frieden auf höchster Stufe.</p>
<p>وَعَدَ اللَّهُ الَّذِينَ آمَنُوا مِنكُمْ وَعَمِلُوا الصَّالِحَاتِ لَيَسْتَخْلِفَنَّهُم فِي الأَرْضِ كَمَا اسْتَخْلَفَ الَّذِينَ مِن قَبْلِهِمْ وَلَيُمَكِّنَنَّ لَهُمْ دِينَهُمُ الَّذِي ارْتَضَى لَهُمْ وَلَيُبَدِّلَنَّهُم مِّن بَعْدِ خَوْفِهِمْ أَمْنًا<br /> <strong>„Gott hat denjenigen von euch, die glauben und gute Tate tun, versprochen, dass Er sie ganz gewiss als Statthalter auf der Erde einsetzen wird, so wie Er diejenigen, die vor ihnen waren, als Statthalter einsetzte, dass Er für sie ihrer Religion, der Er für sie zugestimmt hat, ganz gewiss eine feste Stellung verleihen wird, und dass Er ihnen nach ihrer Angst, in der sie gelebt haben, statt dessen ganz gewiss Sicherheit gewähren wird (..)“ (24:55)</strong></p>
<p>Deswegen, bleiben sie optimistisch. Bereiten sie sich geistlich schon jetzt für eine Zukunft vor, in der wir wieder zusammenkommen werden, in der wir die Welt, gemeinsam, noch gerechter, nachhaltiger, gesünder und harmonischer machen werden.</p>
<p>Menschen streben nach Besitz und Erfolg. Sie sind aber auch besorgt, wenn es um ihr Leben, ihre Lebensqualität oder ihren Besitz geht. Dies alles sind Herausforderungen für den Menschen. Wer ausgeglichen mit seinen Bedürfnissen und Sorgen umgehen kann, tut genau das, was Gott von uns erwartet.</p>
<p>Entsprechend unserer Natur sind wir dem Diesseits, also dem weltlichen Leben nicht abgeneigt. Allah empfiehlt uns im Koran, ein ausgewogenes Leben zu führen, indem wir uns gleichermaßen für das Diesseits und das Jenseits bemühen, optimistisch nach Vorne schauen, und nicht das Ziel aus den Augen verlieren. Gott erwartet von uns, dass wir um ein gutes Leben im Jenseits bitten, das Leben im Diesseits aber nicht vergessen. In diesem Sinne möchten ich meine Ansprache mit einem Bittgebet aus dem Koran beenden, welches ich bitte, öfter in diesen Tagen zu wiederholen:</p>
<p><strong>Rabbena atina fiddunya haseneten wefil akhirati haseneten wekina azabbenar: „Unser Herr, gib uns Gutes im Diesseits und im Jenseits“ </strong></p>
<p>Möge uns Allah zu jenen zählen, denen er im Diesseits und im Jenseits nur Gutes gibt!</p></div>
			</div>
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			</div><div class="et_pb_row et_pb_row_24 box-710">
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			</div></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://islam-penzberg.de/eine-besondere-zeit-in-dieser-zeit/">Eine besondere Zeit in dieser Zeit</a> erschien zuerst auf <a href="https://islam-penzberg.de">IGP</a>.</p>
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		<item>
		<title>Corona-Hutba</title>
		<link>https://islam-penzberg.de/corona-hutba/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[igp-987]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Mar 2020 18:45:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Freitagspredigt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Da der Mensch nicht der wahre Eigentümer seines Körpers, sondern nur dessen Besitzer im Diesseits ist, verpflichtet der islamische Glaube den Menschen zu einem entsprechenden Umgang mit seinem Körper.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://islam-penzberg.de/corona-hutba/">Corona-Hutba</a> erschien zuerst auf <a href="https://islam-penzberg.de">IGP</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><div class="et_pb_section et_pb_section_12 header-igp et_pb_with_background et_section_regular" >
				
				
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><h1>Freitagspredigt</h1></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Seit Wochen beschäftigt der Ausbruch des Coronavirus die Schlagzeilen und Gespräche. Ja, es sind keine einfachen Informationen und wir machen uns Sorgen um unsere Gesundheit und die unserer Nächsten. Für viele Menschen bedeutet das, dass man achtsamer ist als sonst. Leider zeigt der Umgang mit dem Coronavirus auch, wie bei einigen Mitmenschen der Kompass für besonnenes und rücksichtsvolles Verhalten aus dem Ruder laufen kann.</p>
<p>Seit einigen Tagen führen Apotheken keine Desinfektionsmittel mehr, da sie von einigen Mitmenschen in großen Mengen weg gekauft wurden. Selbst Krankenhäuser beklagen vermehrt Diebstähle von Desinfektionsmittel, die eigentlich für die Kranken und das Pflegepersonal dringend benötigt werden. Man fragt sich in welcher Zivilisation wir eigentlich leben, in der einem selbst die Kranken und Schwachen egal sind, nur um egoistisch das eigene Sicherheitsbedürfnis zu stillen. Doch was sagt letztlich der Islam, zu Krankheiten, Gesundheit?</p>
<p>Die Gesundheit wird dem islamischen Glauben nach als ein dem Menschen anvertrautes Gut verstanden. Da der Mensch nicht der wahre Eigentümer seines Körpers, sondern nur dessen Besitzer im Diesseits ist, verpflichtet der islamische Glaube den Menschen zu einem entsprechenden Umgang mit seinem Körper. Somit ist es eine islamische Pflicht, entsprechende hygienische Maßnahmen zu treffen oder sich den erforderlichen medizinischen Maßnahmen zur Bewahrung bzw. Wiederherstellung der Gesundheit zu unterziehen. </p>
<p>Unser Prophet Muhammad (saw) rät uns „Wertschätzt eure Gesundheit, noch bevor ihr krank werdet.“  In einem anderen Hadîth heißt es diesbezüglich: „Ein kräftiger Gläubige ist besser als ein schwacher.“ Folglich soll der Muslime also auf seine körperliche und geistige Gesundheit achten. </p>
<p>Es ist notwendig, gegen etwaige Krankheiten vorzubeugen. Hierzu gehören die einfachsten Dinge wie Körperhygiene, saubere Kleidung und Umgebung, gesunde Ernährung und ausreichende Erholung. Die wichtigste Vorbeugung gegen Krankheiten ist es sicherlich, dass alles, womit wir in Kontakt kommen – angefangen vom Essen bis zur Wohnung – sauber ist. Unsere Religion (Dîn) legt großen Wert auf Hygiene und sieht Sauberkeit sogar als Erfordernis des Glaubens (İmân) an. </p>
<p>In einem Prophetenausspruch wird die Reinheit zum zentralen Begriff des islamischen Glaubens erklärt: „Die Reinheit macht die Hälfte des [islamischen] Glaubens aus.“ Weitere koranische Angaben und die Praxis des Propheten Muhammad sorgen dafür, dass hygienische Maßnahmen ein untrennbarer Teil der muslimischen Glaubenspraxis werden. Die Verrichtung eines Pflichtgebets, welches als Entfaltung der muslimischen Identität verstanden wird, setzt bestimmte rituelle Waschungen voraus.</p>
<p>Im Alltag eines Muslims werden zwei Arten von rituellen Waschungen unterschieden: Die Ganz- und die Teilkörperwaschung. Die&nbsp;Ganzkörperwaschung (arab. Ghusl) umfasst die Reinigung des gesamten Körpers durch ein Vollbad. Sie wird nach der Menstruation, dem Wochenbett, dem Geschlechtsverkehr, dem Samenerguss im Schlaf oder oft vor dem Freitagsgebet und nach Bedarf durchgeführt.  Bei der rituellen Teilkörperwaschung (arab. Wudu, türk. Abdest), die vor einem Pflichtgebet stattfindet, werden Hände, Mund- und Nasenhöhlen, Gesicht, Arme bis über die Ellenbogen sowie Füße bis über die Knöchel unter fließendem Wasser gewaschen. Das Waschen der Hände vor und nach dem Essen gehört ebenfalls zur Sunna des Propheten. Das Schneiden der Nägel, das Rasieren der Achselhöhlen und der Schamhaare gehört ebenso zur Grundhygiene eines Muslims. Einen unverkennbaren Wert erlangt in den Prophetenaussprüchen auch die Mundhygiene, so dass der Prophet sie beinahe als eine religiöse Vorschrift erklärte: „Wäre es keine Härte für die Gemeinschaft der Muslime (Umma) gewesen, hätte ich ihnen zur [religiösen] Pflicht gemacht, dass sie den Siwâk (Zahnbürste) vor jedem Gebet benutzen.“</p>
<p>Wenn wir diese Hadîthe im Licht der aktuellen Lage betrachten, kommen wir nicht umhin, die erforderlichen Maßnahmen angesichts der Grippeinfektion zu ergreifen. Dazu gehört es, mehr als sonst auf Hygiene zu achten. An oberster Stelle dieser Maßnahmen, steht die Empfehlung, sich oft die Hände zu waschen. Es ist auch nicht immer erforderlich, sich zur Begrüßung und Verabschiedung die Hand zu geben oder zu Umarmen, obwohl dies zur Sunna des Propheten gehört und unter normalen Umständen verdienstvoll ist. Wenn jemand krank ist, soll lieber zu Hause bleiben und dort die Gebete verrichten.</p>
<p>„Allah hat keine Krankheit herabkommen lassen, ohne dass Er für sie zugleich ein Heilmittel herabkommen ließ.“ Dieser Hadith soll uns die Hoffnung geben, auf Allah zu vertrauen, der den Menschen die Möglichkeit gegeben hat, nach Heilung und Schutz vor Krankheiten zu forschen. Die Medizin und die Wissenschaft erklären seit Wochen, wie man sich am besten vor dem Virus schützen kann. Sie suchen auch nach einem Impfstoff. Bleiben wir also achtsam und gelassen. Uns und unseren Mitmenschen gegenüber. </p></div>
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		<title>Der Mensch in der Notsituation: Das Herz der Mutter Moses</title>
		<link>https://islam-penzberg.de/der-mensch-in-der-notsituation-das-herz-der-mutter-moses/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[igp-987]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Jan 2020 15:37:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Freitagspredigt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>“Und das Herz der Mutter Mūsās wurde leer. Beinahe hätte sie ihn fürwahr offen bekanntgegeben, wenn Wir nicht ihr Herz gestärkt hätten, damit sie zu den Gläubigen gehöre.“ </p>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Meine lieben Geschwister,</strong></p>
<p>worum es mir in dieser Predigt geht, ist ein menschliches Problem, welches ich seit längerem bei vielen Menschen beobachte. Es ist der der Umgang mit Stress, Angst und vor allem Folgen, welche emotionale Wunden mit sich bringen. Es geht um das Herz. Und dafür habe ich einen ganz bestimmten Vers aus dem Koran ausgewählt &#8211; Allah sagt:</p>
<p>وَأَصْبَحَ فُؤَادُ أُمِّ مُوسَىٰ فَارِغًا إِن كَادَتْ لَتُبْدِي بِهِ لَوْلَا أَن رَّبَطْنَا عَلَىٰ قَلْبِهَا لِتَكُونَ مِنَ الْمُؤْمِنِينَ<br /> <strong>“Und das Herz der Mutter Mūsās wurde leer. Beinahe hätte sie ihn fürwahr offen bekanntgegeben, wenn Wir nicht ihr Herz gestärkt hätten, damit sie zu den Gläubigen gehöre“ (28:10)</strong></p>
<p>Dieser Vers ist einer der schönsten Verse der Hoffnung spendet für Menschen deren Herzen in der Not und in Bedrängnis sich befinden. Und jeder Mensch erfährt in seinem Leben emotionale Erfahrungen, die ihn prägen und vielleicht sogar eine traumatische Spuren hinterlassen. Und was gibt es für eine schwere Not als wenn eine Mutter um das Leben ihres Kindes bangen muss. Was gibt es für einen gefährlichen Stress, dem das Herz sich ausgesetzt sehen kann.</p>
<p>Es gibt viele Phasen im Leben, die schwär zu vertragen sind für das Herz. Als klassisches Beispiel sei die Stresssituation der Kinder, welche eine Scheidung miterleben müssen. Oder ein Problem in der Gesellschaft: Eine Pandemie und die Folgen einer verbreitet Krankheit, oder Misserfolg oder Unglück.</p>
<p>Jeder Mensch erfährt in seinem Leben Dinge, die ihn emotional verwunden. Und man trägt davon Wunden mit sich, sodass man denkt, dass man nie mehr davon los kommt. Wichtig ist, dass man daraus einen Nutzen ziehen kann, dass man Lehren daraus zieht und dadurch reifer im Leben wird und man versteht sein gesamtes Leben Allah an zu vertrauen und lernt mit seinem eigenen Schicksal ergeben umzugehen.</p>
<p>Die Mutter von Musa a.s. hatte eines der größten Prüfungen überhaupt, die einer Mutter widerfahren können. Sie erfuhr durch einen Traum, dass sie ihr von Gott gesegnetes Kind in den Nil legen sollte und Allah vertrauen. Stellt euch vor ihr werdet im Traum von Allah beauftragt euer Fleisch und Blut, euer Kind in ein Körbchen zu legen und auf den Wellen des Nils treiben zu lassen. Aber die Mutter des Propheten Musa hat nur zwei Wege offen: entweder sie tut es nicht und muss mitansehen, wie ihr Kind vor ihren Augen von den Soldaten des Pharao getötet wird, oder sie legt es in den Korb und bringt es in den Fluss… Jedes Mutterherz würde in diesem Moment vor einer scheinbar unmöglichen Hürde stehen. Sie nahm ihr neugeborenes Kind und brachte es zum Nil und verließ sich auf Demjenigen, welcher ihr dieses Kind geschenkt hatte. Und als sie das getan hat sagt Allah über sie: „Und das Herz der Mutter Musas wurde leer.“ Ihr Herz wurde emotional leer, von diesem traumatischen Erlebnis. Eine Mutter sieht zu, wie ihr Kind im Fluss dahin fließt! Allah sagt, ihr Herz wurde komplett leer… kennt ihr das, wenn ein Mensch nach einem traumatischen Erlebnis einfach nichts mehr machen kann?! Sie wurde Wort wörtlich in diesem Moment sprachlos! So war der Zustand der Mutter Muses! Ein Gefühl der Ohnmacht überkam ihr menschliches Herz.</p>
<p>Und hier sagt Allah: „wenn Wir nicht ihr Herz gestärkt hätten“ Wenn Allah nicht ihrem Herz, das so emotional leer geworden ist, die Kraft gespendet hätte, hätte sie beinahe nach ihrem Sohn gerufen und somit sich selbst und ihr Baby verraten. Und genau hier ist der Punkt meine Geschwister! Allah ist derjenige und der Einzige, der die verwundeten Herzen wieder heilen kann!</p>
<p>Wenn ein Mensch in einer Situation ist, in der er sagt: Ich kann so einfach nicht mehr weiter leben! Und in was für einer Situation war die Mutter von Musa a.s.?! <span style="font-size: 16px;">In diesem Moment wo man vor der Kippe steht und sein Leben praktisch aufgegeben hat. Genau an diesem Punkt sollen die Herzen erst recht glauben und in den Himmel empor blicken und Halt und Inne Suchen in dem Glauben an Allah und versuchen zuversichtlich in die Zukunft zu schauen. Einfach weiter machen.</span></p>
<p>Und lasst mich einen letzten Hadith zu dem Thema Ohnmacht aufführen. Der Prophet sagte: <strong>“Wenn ihr dabei seid einen Setzling (junge Pflanze) in die Erde zu pflanzen und ihr dabei vernehmt dass das Jüngste Gericht vor euren Augen einbricht. So haltet nicht an aus Angst oder Ohnmacht, sondern fahrt weiter fort mit eurer Tat.“</strong></p>
<p>Liebe Geschwister, gewiss verstehen wir nicht was traumatisierte Menschen alles selbst durchmachen müssen und wir verstehen auch nicht den Anblick wo sich das Jüngste Gericht endlich erfüllt und einbricht. Und selbst da rät unser Prophet den Glauben nicht zu verlieren oder zu aufzugeben. Nein wir machen weiter auf dem Rückweg zu unserem Schöpfer Allah, auch wenn es nicht immer einfach ist.</p></div>
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		<title>Jesus im Koran</title>
		<link>https://islam-penzberg.de/jesus-im-koran/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[igp-987]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Dec 2019 18:00:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Freitagspredigt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gott hat jedem mit der Rechtleitung beauftragten Propheten als Zeichen seiner Größe verschiedene Wunder gegeben. Und die Geburt Jesu war einer dieser Wunder. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://islam-penzberg.de/jesus-im-koran/">Jesus im Koran</a> erschien zuerst auf <a href="https://islam-penzberg.de">IGP</a>.</p>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Was sagt der Koran über Jesus, Maria und das Evangelium?</strong></p>
<p>Allah/Gott hat für die Rechtleitung der Menschen viele Propheten gesandt. Diese Prophetenkette fing mit Adam an und endete mit Mohammed (Friede sei mit allen). Gott hat jedem mit der Rechtleitung beauftragten Propheten als Zeichen seiner Größe verschiedene Wunder gegeben. Und die Geburt Jesu war einer dieser Wunder. Denn er ist von Maria ohne Vater geboren worden. Jesus, der Sohn Marias, Issa ibn Maryam, ist einer der Gesandten Gottes. Ihm wurde von Gott das Evangelium, Indschil, geoffenbart. Er wird im Koran an mehreren Stellen genannt, manchmal mit dem Name Issa Ibn Mariam, Jesus, der Sohn Marias, manchmal mit dem Name <nobr>Al-Masih</nobr>, der Messias. Die besondere Wertschätzung der Muslime für Jesus kommt dadurch zum Ausdruck, dass sie bei der Erwähnung seines Namens das Bittgebet <nobr>&#8222;aleyhis-selam“</nobr> (Friede sei mit ihm)“ sprechen. Der Koran spricht in Sure Maryam (Maria) über die Geburt von Jesu folgendes:</p>
<p>قَالَ إِنِّي عَبْدُ اللَّهِ آتَانِيَ الْكِتَابَ وَجَعَلَنِي نَبِيًّا وَجَعَلَنِي مُبَارَكًا أَيْنَ مَا كُنتُ وَأَوْصَانِي بِالصَّلاةِ وَالزَّكَاةِ مَا دُمْتُ حَيًّا وَبَرًّا بِوَالِدَتِي وَلَمْ يَجْعَلْنِي جَبَّارًا شَقِيًّا وَالسَّلامُ عَلَيَّ يَوْمَ وُلِدتُّ وَيَوْمَ أَمُوتُ وَيَوْمَ أُبْعَثُ حَيًّا ذَلِكَ عِيسَى ابْنُ مَرْيَمَ قَوْلَ الْحَقِّ الَّذِي فِيهِ يَمْتَرُونَ مَا كَانَ لِلَّهِ أَن يَتَّخِذَ مِن وَلَدٍ سُبْحَانَهُ إِذَا قَضَى أَمْرًا فَإِنَّمَا يَقُولُ لَهُ كُن فَيَكُونُ<br /> <strong>„Er (Jesus) sprach: »Seht, ich bin Gottes Diener. Er hat mir das Buch gegeben und mich zum Propheten gemacht. Und Er machte mich gesegnet, wo immer ich bin, und befahl mir Gebet und Almosen, solange ich lebe. Und Liebe zu meiner Mutter. Und Er hat mich weder gewalttätig noch unheilvoll gemacht. Und Frieden war mit mir am Tage meiner Geburt und wird es am Tage sein, da ich sterbe, und am Tage, da ich zum Leben erweckt werde!. &#8222;Dies ist Jesus, Sohn der Maria &#8211; (dies ist) eine Aussage der Wahrheit, über die sie uneins sind.&#8220; Es geziemt Gott nicht, Sich einen Sohn zu nehmen. Gepriesen sei Er! Wenn Er etwas beschließt, so spricht Er nur: &#8222;&#8220;Sei!&#8220;&#8220; und es ist.&#8220; (19:29-36)</strong></p>
<p>Trotz seiner wundersamen Geburt wird Jesus nicht als Sohn Gottes angesehen. Er ist vielmehr ein Mensch wie Adam, der ebenfalls ohne Vater und sogar ohne Mutter auf die Welt kam.</p>
<p>إِنَّ مَثَلَ عِيسَى عِندَ اللَّهِ كَمَثَلِ آدَمَ خَلَقَهُ مِن تُرَابٍ ثُمَّ قَالَ لَهُ كُن فَيَكُونُ<br /> <strong>&#8222;Gewiss, das Gleichnis &#8218;Isas ist bei Gott wie das Gleichnis Adams. Er erschuf ihn aus Erde. Hierauf sagte Er zu ihm: „Sei!&#8220; und da war er.&#8220; (3:59) </strong></p>
<p>Jesus ist laut Koran nicht Sohn Gottes und erst recht nicht eins mit Gott, sondern ein Mensch, der als Prophet einen besonderen Draht zu Gott hatte und Ihm in besonderer Weise nahe stand, ein ganz wichtiges Vorbild für alle Menschen.</p>
<p>Der Koran kann Jesus sogar „Wort Gottes“, kalimatuhu, (4:171) nennen, weil er die Botschaft Gottes durch sein Leben und Lehren in besonderer Weise verkörpert hat. Aber wir Muslime können nicht von einem „fleischgewordenen Wort Gottes“ sprechen. Für uns Muslime ist das Wort Gottes einzig und allein in der Schrift präsent, im Koran. Also der Islam lehnt eine Menschwerdung Gottes ab. Hier liegt ein zentraler Unterschied zwischen Islam und Christentum, den wir stehen lassen und gegenseitig respektieren dürfen und sollen.</p>
<p>Wir Muslime glauben an Jesus und Maria so, wie sie in den Koranversen beschrieben werden. Das heißt, dass die Muslime Jesus (as) auch verehren und dass sie in diesem Zusammenhang mit den Christen eine Gemeinsamkeit haben.</p>
<p>Der Koran ist voller Ehrgeiz mit Lob und Anerkennung gegenüber den Anhängern des Evangeliums:</p>
<p>وَلَقَدْ أَرْسَلْنَا نُوحًا وَإِبْرَاهِيمَ وَجَعَلْنَا فِي ذُرِّيَّتِهِمَا النُّبُوَّةَ وَالْكِتَابَ فَمِنْهُم مُّهْتَدٍ وَكَثِيرٌ مِّنْهُمْ فَاسِقُونَ ثُمَّ قَفَّيْنَا عَلَى آثَارِهِم بِرُسُلِنَا وَقَفَّيْنَا بِعِيسَى ابْنِ مَرْيَمَ وَآتَيْنَاهُ الإِنجِيلَ وَجَعَلْنَا فِي قُلُوبِ الَّذِينَ اتَّبَعُوهُ رَأْفَةً وَرَحْمَة<br /> <strong>„Wir sandten Noah und Abraham und stifteten in ihrer Nachkommenschaft die Prophetie und das Buch. Unter ihnen gab es manche, die sich leiten ließen, doch viele unter ihnen waren ruchlos. Dann ließen wir in ihren Spuren unsere Gesandten folgen und ließen Jesus, den Sohn Marias, folgen und gaben ihm das Evangelium und pflanzten in die Herzen derer, die ihm folgten, Milde und Barmherzigkeit.“ (57:26-27)</strong></p>
<p>Dies sind nur wenige Bespiele wie der Koran Jesus, seine Mutter Maria, das Evangelium und die Christen lobt, würdigt und achtet. Gott belegt im Koran das Evangelium mit denselben Attributen wie auch den Koran: Beide sind als „huda“ „Rechtleitung“ und als „nûr“ „Licht“ an die Menschheit gesandt worden. Gott spricht im Koran über das Evangelium und Jesus folgendes:</p>
<p>وَقَفَّيْنَا عَلَى آثَارِهِم بِعِيسَى ابْنِ مَرْيَمَ مُصَدِّقًا لِّمَا بَيْنَ يَدَيْهِ مِنَ التَّوْرَاةِ وَآتَيْنَاهُ الإِنجِيلَ فِيهِ هُدًى وَنُورٌ وَمُصَدِّقًا لِّمَا بَيْنَ يَدَيْهِ مِنَ التَّوْرَاةِ وَهُدًى وَمَوْعِظَةً لِّلْمُتَّقِينَ<br /> <strong>„In ihren Spuren ließen wir Jesus folgen, Marias Sohn; er bestätigte, was vor ihm von der Thora bestand. Ihm gaben wir das Evangelium. Darin ist Rechtleitung und Licht, und ist Rechtleitung und Mahnung für die Gottesfürchtigen.“ (5:46)</strong></p>
<p>Fast identisch spricht Gott über Koran und Muhammed folgendes:</p>
<p>قَدْ جَاءَكُم مِّنَ اللَّهِ نُورٌ وَكِتَابٌ مُّبِينٌ يَهْدِي بِهِ اللَّهُ مَنِ اتَّبَعَ رِضْوَانَهُ سُبُلَ السَّلامِ وَيُخْرِجُهُم مِّنِ الظُّلُمَاتِ إِلَى النُّورِ بِإِذْنِهِ وَيَهْدِيهِمْ إِلَى صِرَاطٍ مُّسْتَقِيمٍ<br /> <strong>„Licht und ein klares Buch sind zu euch von Gott gekommen. Gott führt damit, wer seinem Wohlgefallen Folge leistet, Wege des Heils und Friedens, und führt sie aus den Finsternissen hinan zum Licht, mit seiner Erlaubnis, und leitet sie auf einen rechten Weg.“ (5, 15-16)</strong></p>
<p>Der Koran verlangt von Juden, Christen und Muslimen, mit der Wurzel des Glaubens verbunden zu bleiben und sich Gott anzuvertrauen:</p>
<p>شَرَعَ لَكُم مِّنَ الدِّينِ مَا وَصَّى بِهِ نُوحًا وَالَّذِي أَوْحَيْنَا إِلَيْكَ وَمَا وَصَّيْنَا بِهِ إِبْرَاهِيمَ وَمُوسَى وَعِيسَى أَنْ أَقِيمُوا الدِّينَ وَلا تَتَفَرَّقُوا فِيهِ<br /> <strong>„Gott hat euch von der Religion nur das verordnet, was er Noah geboten hatte und was wir dir eingaben und was wir Abraham und Mose und Jesus geboten hatten: „Haltet euch an die Religion, und spaltet euch ihretwegen nicht.“ (42:13)</strong></p>
<p>قُولُواْ آمَنَّا بِاللَّهِ وَمَا أُنزِلَ إِلَيْنَا وَمَا أُنزِلَ إِلَى إِبْرَاهِيمَ وَإِسْمَاعِيلَ وَإِسْحَاقَ وَيَعْقُوبَ وَالأَسْبَاطِ وَمَا أُوتِيَ مُوسَى وَعِيسَى وَمَا أُوتِيَ النَّبِيُّونَ مِن رَّبِّهِمْ لاَ نُفَرِّقُ بَيْنَ أَحَدٍ مِّنْهُمْ وَنَحْنُ لَهُ مُسْلِمُونَ<br /> <strong>„Sprecht: ›Wir glauben an Gott und an das, was uns von droben erteilt worden ist, und das, was Abraham und Ismael und Isaak und Jakob und ihren Nachkommen erteilt worden ist, und das, was Moses und Jesus gewährt worden ist, und das, was ¬allen Propheten von ihrem Erhalter gewährt worden ist: Wir machen keinen Unterschied zwischen irgendeinem von ihnen. Und Ihm ergeben wir uns.‹“ (2:136)</strong></p>
<p>Im Klartext heißt das: Alle, die der Nachkommenschaft Abrahams (milleti Ibrahim) angehören, also diejenigen, die Moses, Jesus und Muhammed ehren und folgen, sollten sich verbindlich zu einem Bund bekennen, gemeinsam am Strang ziehen und sich eben nicht spalten. Deswegen spricht der Koran in der Sure <nobr>Alu-Imran</nobr>, der den Namen der Familie Jesu trägt, die Christen und Juden folgendermaßen an:</p>
<p>تَعَالَوْا إِلَى كَلِمَةٍ سَوَاء بَيْنَنَا وَبَيْنَكُمْ<br /> <strong>„Kommt zu dem Grundsatz, den wir und ihr gemeinsam haben“ (3:64).</strong></p>
<p>Als Bindeglied nennt der Koran folgendes:</p>
<p>وَقُولُوا آمَنَّا بِالَّذِي أُنزِلَ إِلَيْنَا وَأُنزِلَ إِلَيْكُمْ وَإِلَهُنَا وَإِلَهُكُمْ وَاحِدٌ وَنَحْنُ لَهُ مُسْلِمُونَ<br /> <strong>„Wir glauben an das, was uns von oben erteilt worden ist, wie auch an das, was euch erteilt worden ist: denn unser Gott und euer Gott ist ein und derselbe, und ihm ergeben wir (alle) uns.“ (29:46)</strong></p>
<p>Diese Tradition zu pflegen, indem wir solche Verse nicht nur in unseren Gebeten und Predigten verlesen, sondern sie auch vorleben, sollte allen Muslimen Verpflichtung sein, und glücklicherweise gibt und gab es zu allen Zeiten überall Muslime, die danach leben.</p>
<p>Wir zeigen heute, in der Weichnachtzeit, dass Religionen sehr wohl friedlich miteinander umgehen können, denn schließlich stehen alle, mit keiner einzigen Ausnahme, für Frieden und wollen nur das Beste für den Menschen, der im Mittelpunkt der gesamten Schöpfung steht.</p>
<p>Gott/Allah ist ein Licht, das die Welt erhellt, und kein Faktor des Streits und der Feindseligkeit. Mit dem Wort Gottes dürfen wir nicht Kriege verursachen, sondern müssen wir die Kriege beenden. Mit Gottes Hilfe überbrücken wir Unterschiede, leisten Widerstand gegen Schwierigkeiten und überwinden gesellschaftliche Missstände.</p>
<p>Alle Offenbarungen Gottes sind für uns als Licht und Wegweiser gedacht. Warum versuchen wir Menschen, den einen gegen die anderen aufzuhetzen? Warum nutzen wir Menschen dieses Licht nicht aus, um aus der Dunkelheit der Intoleranz herauszukommen?</p>
<p>Natürlich gibt es Unterschiede zwischen den Religionen, so wie wir Menschen ja auch verschieden sind. Aber es gäbe und gibt so vieles, was unterschiedliche Religionen wie z.B. den Islam und das Christentum miteinander verbindet &#8211; denn wir haben schließlich einen Gott. Und angesichts der erschreckenden Entwicklungen in der Welt kann es nur das Verbindende sein, an dem wir uns orientieren sollten. Wir sind alle gefragt, den schrecklichen Nachrichten Zeichen und Taten des Miteinanders entgegenzusetzen und der Wertschätzung.</p>
<p>Wir wünschen uns und allen Menschen, dass unsere Gedanken und unsere Mühen in dieser Zeit und im kommenden Jahr aufeinander hin und nicht voneinander weg gerichtet sind.</p></div>
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<p>Der Beitrag <a href="https://islam-penzberg.de/jesus-im-koran/">Jesus im Koran</a> erschien zuerst auf <a href="https://islam-penzberg.de">IGP</a>.</p>
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		<title>Was ist Heimat</title>
		<link>https://islam-penzberg.de/was-ist-heimat/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[igp-987]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Oct 2019 14:02:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Freitagspredigt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Heimat als Thema des Tages der offenen Moschee, der seit 1997 jährlich am 3.&#160;Oktober stattfindet, zeigt, welche Beiträge Muslime zu einem friedlichen Miteinander in unserer Gesellschaft leisten. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://islam-penzberg.de/was-ist-heimat/">Was ist Heimat</a> erschien zuerst auf <a href="https://islam-penzberg.de">IGP</a>.</p>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Ist sie nur der Ort, an dem wir unsere Kindheit und Jugend verbracht haben, wo unsere Familie, unsere Freunde leben? Das Land, aus dem unsere Eltern oder Großeltern stammen? Ist Heimat überall dort, wo wir uns zu Hause fühlen? Gibt es so etwas wie eine „spirituelle Heimat“, einen Ort, mit dem wir uns durch unseren Glauben verbunden fühlen? Oder ist Heimat inzwischen ein Kampfbegriff geworden, durch den das Althergebrachte vom Neuen, z. B. religiöse oder ethnische Minderheiten wie Sinti und Roma oder Juden, abgegrenzt wird?</p>
<p>Offensichtlich hat das Thema Heimat mehrere Aspekte: sich zugehörig fühlen und angenommen werden. Menschen werden in einem Land, einer Region, Stadt oder einem Dorf geboren bzw. sind zugezogen. Sie wachsen dort auf, absolvieren eine Ausbildung oder ein Studium, finden eine Arbeit und gründen eine Familie. Sie können weder ihre Ethnie noch ihre Eltern selbst wählen. Sie entwickeln eine emotionale Verbindung zu dem Land, in dem sie geboren sind bzw. leben. Dabei werden Sprache, Kultur und Religion als wichtige Teile der eigenen Identität weiter gepflegt. Sie sind zuallererst Menschen. Erst danach fühlen und verstehen sie sich als Deutsche, aber eben auch als Türken, Araber, Albaner, Bosnier, etc.</p>
<p>Heimat als Thema des Tages der offenen Moschee, der seit 1997 jährlich am 3. Oktober stattfindet, zeigt, welche Beiträge Muslime zu einem friedlichen Miteinander in unserer Gesellschaft leisten. Heutiger Tag bietet Menschen unterschiedlicher Religionen, Kulturen und Ethnien vielfältige Austauschmöglichkeiten. Die Moscheen laden zum gegenseitigen Kennenlernen und zu vorurteilsfreier Begegnung ein.</p>
<p>Muslime, ihr soziales Engagement, ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten ihre sozialen Leistungen und ehrenamtlichen Tätigkeiten, und damit auch ihre Religion, der Islam, sind längst zu einem festen Bestandteil des lebensweltlichen Umfeldes geworden. Aktuelle Debatten zeigen jedoch, dass die transnationalen Identitäten vieler Musliminnen und Muslime noch lange keine Normalität sind. Während es beispielsweise nicht als Problem gesehen wird, gleichzeitig Deutscher und Amerikaner, Deutsche und Französin zu sein, wird die kulturelle Verwurzelung muslimischer Migrantinnen und Migranten immer häufiger als irritierend, ja sogar störend empfunden. Auch und gerade seitens der Politik wird der Heimatbegriff zunehmend mit der geografischen Herkunft, Zugehörigkeit mit ethnischer Abstammung verknüpft. In Teilen der Gesellschaft und Politik hat das einen höchst ausgrenzenden Charakter angenommen. Es wird wieder Eindeutigkeit gefordert.</p>
<p>Wer „Deutscher“ sein will, so scheint es, kann sich nicht gleichzeitig (noch) einem anderen Land bzw. einer Kultur emotional verbunden fühlen. Umgekehrt herrscht mancherorts die Auffassung, dass <nobr>„Deutsch-Sein“</nobr> andere Identitäten ausschließt bzw. dieser unterzuordnen ist. Doch diese Diskussion darf nicht entlang von Religion, Ethnie und Nationalität geführt werden. Ferner darf der Begriff Heimat nicht zur Abgrenzung, Diskriminierung und Beschneidung von Grund- und Menschenrechten verwendet werden.</p>
<p>Heute möchten wir als Muslime das eindimensionale Heimatverständnis um die weitgehend unbekannte islamische Perspektive erweitern. Wir Menschen sind soziale Wesen. Deshalb suchen wir den Austausch und die Gemeinschaft mit anderen Menschen. Innerhalb einer Gemeinschaft werden viele Alltagsaufgaben nicht nur leichter, sie bietet auch Sicherheit und Schutz. Wer allein ist, ist verletzlich. Die erste Gemeinschaft, deren Teil wir sind, ist unsere Familie. Danach kommen Freunde, Nachbarn und Arbeitskollegen. Innerhalb dieser Gemeinschaften werden uns wesentliche Fähigkeiten, Werte und Rituale vermittelt, die unser Handeln prägen und von anderen Mitgliedern geteilt werden. An erster Stelle steht hier die Sprache. Wer sich verständigen kann, hat die Möglichkeit, gemeinschaftlich mit anderen zu handeln, sich einzubringen, mitzugestalten. Sprache schafft ein Gefühl von Zugehörigkeit. „Heimat“ ist etwas, das wir gestalten können.</p>
<p>„Heimisch“ fühlen wir uns in der Regel dort, wo wir uns im Alltagsleben bewegen können, ohne viel darüber nachdenken zu müssen. Zugehörigkeit schafft Vertrautheit und gibt uns Handlungssicherheit. Ganz anders ist es dort, wo wir uns fremd fühlen. Hier sind wir ständig auf der Hut, nicht aus Versehen ins Fettnäpfchen zu treten, weil wir z. B. die Sprache nicht verstehen oder uns bestimmte Normen nicht bekannt sind. Als besonders traumatisch wird dies oft von Menschen erfahren, die ihre Heimat nicht freiwillig verlassen haben, sondern vor Krieg, Verfolgung, Natur- oder Umweltkatastrophen fliehen mussten oder an ihrem Herkunftsort kein Auskommen mehr für sich und ihre Familien finden. Sie erleben, dass ihre Erfahrungen, ihr Wissen und nicht selten auch ihre Erinnerungen, ihre Werte plötzlich nicht mehr einsetzbar sind oder nicht geteilt werden.</p>
<p>Die besten Beispiele für variable Heimaten liefern uns die Propheten. Obwohl sie von Flucht und Vertreibung handeln, sind es gleichzeitig „Erfolgsgeschichten“. Sie zeigen uns, wie es trotz widriger Umstände gelingen kann, an einem anderen als dem Herkunftsort eine neue Heimat zu finden und diesen in einer positiven Weise mitzugestalten.</p>
<p>Ein Beispiel hierfür ist der Propheten Ismael (a) und seiner Mutter Hadschar (r), die aus einem unfruchtbaren Tal mitten in der Wüste einen beliebten Karawanenrastplatz entstehen ließen, wo Mensch und Tier aus der Quelle Zamzam ihren Durst stillen konnten. Hier legten Ismail (a) und sein Vater Abraham (a) später den Grundstein für die Kaaba, die bis heute Muslime aus aller Welt anzieht.</p>
<p>Die Geschichten der Propheten verdeutlichen aber auch, dass es manchmal notwendig sein kann, die Heimat zu verlassen, etwa dann wenn der eigene Glaube und zentrale Werte bedroht sind, oder Menschen aufgrund ihrer Überzeugungen Unrecht widerfährt. So etwa beim Propheten Moses (a). Obwohl er als Ziehsohn des Pharao zunächst eine hohe Stellung und gesellschaftliches Ansehen in Ägypten genießt, kann der Prophet Moses (a) der Unterdrückung seines Volkes nicht tatenlos zusehen. Als seine Versuche, den Herrscher zum Glauben zu bewegen, ungehört bleiben, führt er seine Anhänger auf einem gefahrvollen Weg nach Palästina. Dort finden sie eine neue Heimat und gelangen zur Freiheit.</p>
<p>Auch Jesus (a) befindet sich zeitlebens auf Wanderschaft und stößt mit seiner Botschaft immer wieder auf heftige Ablehnung. Vor allem sein Beispiel zeigt uns, dass die Propheten in einem materiellen Sinne „heimatlos“ waren, gleichzeitig jedoch fest verankert in ihrer „spirituellen Heimat“, dem unerschütterlichen Vertrauen in Gott.</p>
<p>Wie in allen anderen Lebensbereichen ist für Muslime insbesondere das Leben und Handeln des Propheten Muhammad (s) maßgeblich. Während der jahrelangen Verfolgung durch seinen Stamm fand die muslimische Gemeinde gleich zweimal freundliche Aufnahme in einem fremden Land. In Abessinien findet eine Gruppe von geflüchteten Muslimen Zuflucht im Land des christlichen Königs, der ihnen Glaubensfreiheit gewährt. Dafür ist er sogar bereit, die guten Handelsbeziehungen zu den arabischen Kuraysch, dem Stamm des Propheten, aufs Spiel zu setzen. Nach der Hidschra (Auswanderung) 622 n. Chr. nach Medina konnten der Prophet und die Muslime ihren Glauben fortan frei ausüben. Für die Einheimischen bedeutete die Ankunft des Propheten das Ende jahrhundertelanger, erbitterter Stammesfehden. Den lokalen jüdischen Stämmen wurden durch die Verfassung von Medina Religionsfreiheit, Rechtsgleichheit und Sicherheit zugesprochen. Der Prophet rechnete es den Bewohnern Medinas hoch an, dass sie ihm und seiner Gemeinschaft Zuflucht gewährt hatten. Auch in späteren Jahren, als die Muslime mit den Kuraysch Frieden geschlossen hatten, blieb er seiner neuen Heimat treu und wurde schließlich sogar in Medina bestattet. Trotz all dieser positiven Erfahrungen behielt die Heimat des Propheten, die Stadt Mekka, immer einen besonderen Platz in seinem Herzen. Laut einer Überlieferung sagte er einmal: „O Mekka! Du bist bei Allah der beste und beliebteste Ort. Wäre ich nicht aus dir vertrieben worden, hätte ich dich niemals verlassen.“</p>
<p>Als Verkünder der göttlichen Botschaft stehen die Propheten für einen universalen Heimatbegriff. Eine Heimat findet der Gläubige überall dort, wo er seinen Glauben frei praktizieren und seine religiöse Identität bewahren kann. Ein solcher Ort ist nicht an ein bestimmtes Gebiet gebunden: „Und Allahs ist der Westen und der Osten. Daher: Wohin ihr euch auch wendet, dort ist Allahs Angesicht. Siehe, Allah ist allumfassend und wissend.“<br /> Der Islam wendet sich strikt gegen jede Form von Ethnozentrismus und Stammesdenken. Die Betonung des gemeinsamen Bekenntnisses hat dagegen einen integrativen Charakter. Es verbindet Menschen über alle materiellen und immateriellen Grenzen hinweg. Überall dort, wo der Name Gottes genannt wird, dort sind Muslime zuhause.</p>
<p>Alle Menschen sind Geschwister in der Menschlichkeit und sollen uns deshalb mit Güte und Verbundenheit begegnen. Unabhängig vom Herkunftsort kann ein neuer Lebensmittelpunkt auch zur „neuen Heimat“ werden. Es ist also durchaus möglich, zwei oder gar mehrere Heimaten zu haben. Lebt jemand beispielsweise in Penzberg, hat aber Verwandte in Istanbul oder in Sarajevo, ist er oder sie an beiden Orten „beheimatet“.<br /> Heimat als Politikum Aufgrund mobiler Kommunikation und der rasanten Entwicklung des Internets rückt die moderne Welt immer näher zusammen. Menschen rund um den Globus können nahezu in Echtzeit in Kontakt treten, einander begegnen, von- und miteinander lernen. Gleichzeitig beobachten wir in den letzten Jahren – vor allem in Europa – das Erstarken von Gruppen und politischen Bewegungen, die in kulturellem Austausch und Vielfalt eine Bedrohung und sogar Verdrängung des Eigenen zu erkennen glauben.</p>
<p>Die Frage des Dazugehörens wird an nationale, ethnische, religiöse, kulturelle und sprachliche Kriterien gebunden. Einige Gruppen legen dabei eine Definition des <nobr>„Deutsch-Seins“</nobr> zugrunde, in der sich auch viele Deutsche ohne sogenannten „Migrationshintergrund“ nicht wiederfinden können. Die Folgen dieser aggressiven Ab- und Ausgrenzungsrhetorik bemerken wir mittlerweile immer häufiger im täglichen Miteinander. Inzwischen vergeht kaum eine Woche, in der nicht von Übergriffen auf Andersgläubige, Menschen mit anderer Hautfarbe oder Personen und deren Einrichtungen berichtet wird. Man begegnet ihnen mit Misstrauen, Ablehnung und sogar Hass.</p>
<p>„Geh‘ in dein Land zurück!“ – Diese Bemerkung ist oft der Auftakt zu weiterer verbaler und im schlimmsten Fall körperlicher Gewalt. Manche Politiker und Parteien greifen diese Entwicklungen in ihren Wahlprogrammen auf. Dies führt zu weiterem Druck auf Migranten, und macht sie zu Fremdkörpern in einer Gesellschaft, als deren selbstverständlicher Teil sie sich eigentlich begreifen.</p>
<p>Muslime in Deutschland vertreten dagegen ein integratives, auf Austausch und Verständigung ausgerichtetes Verständnis. Die Vielfalt der Kulturen wird nicht als etwas potenziell Bedrohliches angesehen. Muslime verstehen Vielfalt vielmehr als Bereicherung, hinter der sich eine göttliche Weisheit verbirgt. So heißt es im Koran: „O ihr Menschen! Wir erschufen euch aus einem Mann und einer Frau und machten euch zu Völkern und Stämmen, damit ihr einander kennenlernt.“</p>
<p>Die Vielfalt dieses Heimatverständnisses spiegelt sich auch in den Moscheegemeinden wider. Bildungs- und Sportprojekte fördern die Teilhabe und den Austausch mit der Mehrheitsgesellschaft ebenso wie Dialogveranstaltungen und Initiativen, die zum gegenseitigen Kennenlernen einladen. Religiöse Unterweisung, Gesprächskreise und kulturelle Angebote tragen dazu bei, diese wichtigen Aspekte der eigenen Identität zu pflegen.</p>
<p>Wir Muslime in Deutschland stehen für einen unverkrampften Umgang mit dem Thema Heimat, dessen Vielschichtigkeit wir anerkennen, denn für Muslime ist die Erde das Erbe der gesamten Menschheit, unabhängig des kulturellen oder ethnischen Hintergrunds. Es ist unser aller Aufgabe und Verantwortung, sie zu pflegen und zu bewahren. Dabei vergegenwärtigt sich der Gläubige stets, dass sein Aufenthalt in dieser Welt zeitlich begrenzt ist. Am Ende seines Lebens wird er in seine wahre Heimat zurückkehren, oder wie es der Prophet Muhammad (s) ausdrückte: „Im Diesseits bin ich wie ein Reisender, der im Schatten eines Baumes rastet und dann weiterzieht, nachdem er etwas geruht“</p></div>
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		<title>Tag von Arafat &#8211; Tag der Begegnungen in Mekka</title>
		<link>https://islam-penzberg.de/tag-von-arafat-tag-der-begegnungen-in-mekka/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[igp-987]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 10 Aug 2019 13:58:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Freitagspredigt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mehr als 350 Gläubige haben sich aus verschiedenen oberbayerischen Städten in der Penzberger Moschee versammelt und das Opferfest begangen.</p>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Liebe Geschwister,</p>
<p>Heute ist der Tag von Arafat, der wichtigste Tag des muslimischen Jahrs. Der Tag von Arafat ist ein Tag, an dem Bittgebete erhört und Verfehlungen ausgelöscht werden. Es ist der Tag, an dem Allah gegenüber Seinen Engeln Seinen Stolz auf die Menschen ausdrückt, die sich auf der Ebene von Arafat befinden. Es ist der Tag, an dem Allah den Islam vollendete und Seine Gnade an uns erfüllte. Allah gab diesem Tag und diesem Ort einen außergewöhnlichen Stellenwert. Der Arafat-Tag wird im Koran als der Bezeugte Tag <em>(yaum al-masch´hud</em>) bezeichnet, an dem Allah die islamische Religion vollendete.</p>
<p>Allah schwört beim Tag von Arafat <strong><em>&#8222;Bei dem Himmel von Sternbildern, und bei dem angedrohten Tag, und bei dem Zeugen und dem Bezeugten&#8220;.</em></strong> (Koran, 85:1-3)</p>
<p>Allahs Gesandter kommentierte diesen Vers: <em>Der „angedrohte Tag“ ist der Tag der Auferstehung, (da Allah den Menschen das Kommen dieses Tages versprochen hat) der „bezeugte Tag“ ist der Tag von Arafat, (da die Pilger ihn „bezeugen“,), und der „Zeuge“ ist der Freitag (der bezeugen wird, wer das Freitagsgebet verrichtete).  </em></p>
<p>Heute befinden sich über 3 Millionen Menschen an einem Ort, der sich Arafat nennt. Und Arafat bedeutet; kennen lernen, andere entdecken und sich selber begegnen. Genau wie sich unterschiedliche Menschen aus allen Kontinenten heute am Arafat begegnen, begegnen wir uns auch hier in Deutschland, in unseren Moscheen. So kommen wir nahe zu unseren Mitmenschen und bauen Brücken zwischen Ethnien und Religionen. Dafür sind Menschen, gemäß des Korans, verpflichtet.</p>
<p><strong><em>„O ihr Menschen, Wir haben euch ja von einem männlichen und einem weiblichen Wesen erschaffen, und Wir haben euch zu Völkern und Nationen gemacht, damit ihr einander kennenlernt.“</em></strong> (49:13)</p>
<p>Der Tag von Arafat ist auch Zeuge von Vollendung der Religion und Erfüllung der Gnade: Der Kalif Omar berichtet, dass ein Mann von der Gemeinschaft der Juden zu ihm kam und sagte: „O Führer der Gläubigen, ein Vers in eurem Buch, den ihr rezitiert &#8211; wenn dieser auf uns, die Gemeinschaft der Juden, herabgesandt worden wäre, hätten wir diesen Tag (der Offenbarung) gewiss zu einem Feiertag gemacht!“ Omar fragte:  „Welchen Vers?“ Er antwortete: <strong><em>„Heute habe Ich für euch eure Religion vollendet, und Ich habe Meine Gnade an euch erfüllt, und Ich habe für euch den Islam als Religion auserwählt“</em> </strong>(5:3). Darauf sagte Omar: „Wir kennen schon diesen Tag und den Ort, an dem er auf den Propheten, herabgesandt wurde: als er auf Arafat stand an einem Freitag und beides sind Feiertage für uns“.</p>
<p>Der Tag von Arafat ist ein Tag, an dem Allah mit der Nachkommenschaft Adams (s) das Abkommen schloss. Allahs Gesandter sagte: <em>Allah schloss das Abkommen mit der Nachkommenschaft Adams, also mit allen Menschen in Arafat. Er brachte jegliche Nachkommenschaft hervor und breitete sie vor Sich aus und sagte: „Bin Ich nicht euer Herr?“ Sie sagten: „Ja doch, wir bezeugen es!“, &#8211; dass ihr nicht am Tag der Auferstehung sagt: „Wir waren ja diesem gegenüber achtlos.“</em> <nobr>(7:172-173)</nobr></p>
<p>Dies war, liebe Geschwister, ein gewaltiger Tag und ein gewaltiges Abkommen.<br /> Der Tag von Arafat ist der Tag der Vergebung der Sünden. Allahs Gesandter sagt: <em>„Es gibt keinen Tag, an dem Allah mehr seiner Diener aus dem Feuer errettet, als am Tag von Arafat.“</em></p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Liebe Schwestern und Brüder,</p>
<p>der Tag von Arafat ist ein Tag an dem der Allahs Gesandter Muhammed, kurz vor seinem Tod, eine sehr berührende Predigt gehalten hat, welche universelle Botschaft beinhaltete. Eine Rede, die als “Abschiedspredigt” bekannt geworden ist. Diese Abschiedspredigt war nicht nur eine Erinnerung für seine Anhänger, sondern auch eine wichtige Ermahnung für alle Menschen. Die Abschiedspredigt kennzeichnet das Ende seiner Mission als Prophet.</p>
<p>In dieser Predigt, sagte der Prophet unter anderem:</p>
<p><em>„O ihr Menschen! Genauso wie in diesem Monat, dieser Stadt und an diesem heutigen Tag verdienen euer Blut, eure Seelen, euer Recht auf Leben, eure Besitztümer, euer Anstand, eure Würde und eure körperliche Unversehrtheit Respekt und Schutz und sind unantastbar bis zu dem Tag, an dem ihr euren Herrn treffen werdet. Hört mir gut zu, sodass ihr mit Würde und Ehre weiterhin friedlich lebt. Seid auf keinen Fall ungerecht und unterdrückt niemanden. Seid kein Werkzeug des Zwangs, der Unterdrückung und der Folter. Gebt der Unterdrückung nicht nach. Akzeptiert keine Ungerechtigkeit. Verursacht in eurem Land und auf Erden keine Konflikte, indem ihr Hoffnungslosigkeit verbreitet. </em></p>
<p>O ihr Menschen, es ist wahr, dass ihr bestimmte Rechte in Bezug auf eure Frauen besitzt, aber sie besitzen auch Rechte an euch. Behandelt eure Frauen gut und seid liebenswürdig zu ihnen, denn sie sind eure Partner und an euch gebunden. Falls sie ihre Rechte wahren und zu ihren Verantwortungen stehen, habt ihr nicht das Recht sie zu misshandeln oder zu bestrafen.</p>
<p>O ihr Menschen, hört mir ernsthaft zu, betet Gott an, verrichtet eure fünf täglichen Gebete, fastet im Monat Ramadan und spendet Zakat aus eurem Vermögen. Verrichtet Hadsch, wenn ihr dazu die Mittel besitzt. Die gesamte Menschheit stammt von Adam und Eva. Gemäß dem Islam sind alle Menschen gleich. Ein Araber hat weder einen Vorrang vor einem Nicht-Araber, noch hat ein Nicht-Araber einen Vorrang vor einem Araber; Weiß hat keinen Vorrang vor Schwarz, noch hat Schwarz irgendeinen Vorrang vor Weiß; [niemand ist einem anderen überlegen] außer in der Gottesfurcht und in guter Tat. Lernt, dass jeder Muslim der Bruder eines jeden Muslim ist und dass die Muslime eine Bruderschaft darstellen. Alle Menschen sind Geschwister. Deshalb tut euch selbst kein Unrecht an.</p>
<p>Soll ich euch erklären, wer ein Muslim ist? Jemand, der anderen Menschen keinen Schaden zufügt; weder durch seine Zunge noch durch seine Hand. Bedenkt, eines Tages werdet ihr vor Gott erscheinen und nach euren Taten befragt werden. Also hütet euch, verlasst den Weg der Rechtschaffenheit nicht, wenn ich von euch gegangen bin. O ihr Menschen, nach mir wird kein Prophet oder Gesandter mehr kommen, und es wird kein neuer Glaube mehr geboren werden. Überlegt daher vernünftig, o ihr Menschen, und versteht die Worte richtig, die ich euch mitteile. Ich werde nach mir den Koran hinterlassen und mein Beispiel, und wenn ihr diesen folgt, dann werdet ihr nie irregehen.</p>
<p><em>O ihr Menschen! Vermeidet Übertreibung in der Religion. <strong>»Irrt nach mir nicht, in dem ihr euch einander bekämpft. Der Anwesende, soll dem Abwesenden davon berichten!«</strong> O ihr Menschen! Morgen wird man euch über mich befragen. Was meint ihr? Habe ich meine Pflicht als Prophet erfüllt? (Die Menschen sagten: &#8222;Ja, wir schwören, dass du die Botschaft übermittelt, uns Ratschläge und Empfehlungen gegeben hast. Wir bezeugen es.&#8220;) Ich begrüße euch und wünsche euch Frieden. Ich bitte dafür, dass Allah euch Gnade und Überfluss gewährt.“ </em></p>
<p>So, liebe Geschwister, beendete der geliebte Prophet seine letzte Predigt und daraufhin, in der Nähe des Gipfels von Arafat, kam die Offenbarung: <strong>“Heute habe ich euch eure Religion vervollkommnet und Meine Gnade an euch vollendet und euch den Islam zum Glauben erwählt.”</strong> (Koran, 5:3)</p>
<p>Noch heute wird die Abschiedspredigt des Propheten Muhammad jedem Muslim mit allen möglichen Mitteln der Verständigung mitgeteilt. Tatsächlich erstaunen die Ermahnungen dieser Predigt, berühren sie doch die wichtigsten Rechte, die Gott über die Menschheit und die Menschheit gegenüber einander besitzt. Wir brauchen diese Stimme der Versöhnung und Wertschätzung in heutiger Welt in der leider Feindschaft und Gewalt herrscht.</p>
<p>Obgleich die Seele des Propheten diese Welt verlassen hat, leben seine Worte noch immer in unseren Herzen weiter.<br /> O Allah, gib, das wir Deiner Gnaden danken und das Beste aus diesen segensreichen Zeiten für unser Leben und unser Jenseits herausholen.</p>
<p>Amin!</p></div>
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		<title>Geduld</title>
		<link>https://islam-penzberg.de/geduld/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[igp-987]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Jun 2019 15:18:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Freitagspredigt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Leben in dieser Welt ist nichts als ein flüchtiger Moment, manchmal überströmend mit Momenten großer Freude, aber zu anderen Zeiten mit Misserfolg, Trauer und Verzweiflung.</p>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Verehrte Muslime!</strong></p>
<p>Das Leben in dieser Welt ist nichts als ein flüchtiger Moment, manchmal überströmend mit Momenten großer Freude, aber zu anderen Zeiten mit Misserfolg, Trauer und Verzweiflung. An beiden Extremen gibt es glückliche Momente, die unsere Herzen vor Freude singen lassen, und dunkle Momente, die uns in Traurigkeit und Sorgen tauchen. Dazwischen ist das reale Leben; die Höhen und Tiefen, Guten und Schlechten. In diesen Zeiten muss der Gläubige eine Verbindung zu Gott aufbauen.</p>
<p>Unter welcher Bedingung auch immer wir uns auch befinden, und egal, was wir gezwungen werden, zu konfrontieren, es ist notwendig, dass wir unsere Augen für die Tatsache öffnen, dass Gott am besten weiß, was gut für uns ist. Auch wenn wir uns davor scheuen, unseren Ängsten und Sorgen ins Auge zu sehen, es kann sein, dass wir etwas hassen, das gut für uns ist, und etwas wünschen, das nur zu Verderben führen kann.</p>
<p>وَعَسَى أَن تَكْرَهُواْ شَيْئًا وَهُوَ خَيْرٌ لَّكُمْ وَعَسَى أَن تُحِبُّواْ شَيْئًا وَهُوَ شَرٌّ لَّكُمْ<br /> <strong>„Doch es mag sein, dass euch etwas widerwärtig ist, was gut für euch ist, und es mag sein, dass euch etwas lieb ist, was übel für euch ist.“</strong></p>
<p>Also wünsche von Allah nur was gut für dich ist. Und ER weißt besser als Du, was für dich tatsächlich gut ist.</p>
<p>Mit drei Dinge müssen wir immer bewaffnet werden: Geduld, Dankbarkeit und Vertrauen.</p>
<p>وَالصَّابِرِينَ فِي الْبَأْسَاء وَالضَّرَّاء وَحِينَ الْبَأْسِ أُوْلَئِكَ الَّذِينَ صَدَقُوا وَأُولَئِكَ هُمُ الْمُتَّقُونَ<br /> <strong>„&#8230; und diejenigen, die in Elend, Not und in extrem schwierigen Zeiten geduldig sind; sie sind es, die wahrhaftig und gottesfürchtig sind.&#8220;</strong></p>
<p>Geduld zu haben bedeutet, die Fähigkeit zu besitzen, uns vom Verzweifeln zurückzuhalten, das Klagen zu unterlassen und uns selbst in Zeiten der Traurigkeit und Sorgen zu kontrollieren. Immer wenn wir von Sorgen und Misserfolg heimgesucht werden, sollte unsere erste Reaktion sein, dass wir uns Gott zuwenden. Indem wir Seine Größe anerkennen, beginnen wir, zu verstehen, dass Gott allein unsere bekümmerten Seelen erleichtern kann. In Zeiten des Kummers und des Stress, kann das Nachdenken über die Namen Gottes viel Erleichterung bringen.</p>
<p>Menschen sind schwach. Unsere Tränen fließen, unsere Herzen brechen und der Schmerz ist manchmal fast unerträglich. Selbst die Propheten, deren Verbindung zu Gott unzerbrechlich war, fühlten, wie sich ihre Herzen vor Angst oder Schmerz zusammenzogen. Als der Prophet Jakob darüber verzweifelte, seine Söhne Josef oder Benjamin jemals wiedersehen zu können, wandte er sich zu Gott, und der Qur´an teilt uns mit, dass er Gott um Erleichterung bat. Der Prophet Jakob wusste, dass es keinen Sinn hatte, gegen die Welt anzukämpfen, er wusste dass Gott diejenigen liebt und beschützt, die geduldig sind.</p>
<p>قَالَ إِنَّمَا أَشْكُو بَثِّي وَحُزْنِي إِلَى اللَّهِ وَأَعْلَمُ مِنَ اللَّهِ مَا لاَ تَعْلَمُونَ<br /> <strong>„Er sprach: &#8222;Ich beklage nur meinen Kummer und meinen Gram vor Gott, und ich weiß von Gott, was ihr nicht wisset.’&#8220;</strong></p>
<p>Der Quran erzählt uns auch, wie sich der Prophet Hiob/Eyyub zu Gott wandte und um Gnade bat. Er war verarmt, von einer Krankheit heimgesucht und hatte seine Familie und seinen Lebensunterhalt verloren, doch er ertrug dies alles geduldig und nachsichtig und er wandte sich Gott zu.</p>
<p>وَأَيُّوبَ إِذْ نَادَى رَبَّهُ أَنِّي مَسَّنِيَ الضُّرُّ وَأَنتَ أَرْحَمُ الرَّاحِمِينَ فَاسْتَجَبْنَا لَهُ فَكَشَفْنَا مَا بِهِ مِن ضُرٍّ وَآتَيْنَاهُ أَهْلَهُ وَمِثْلَهُم مَّعَهُمْ رَحْمَةً مِّنْ عِندِنَا وَذِكْرَى لِلْعَابِدِينَ<br /> <strong>„Und Hiob rief zu seinem Herrn: &#8222;Unheil hat mich geschlagen, und Du bist der Barmherzigste aller Barmherzigen.&#8220; Da erhörten Wir ihn und nahmen sein Unheil hinweg, und Wir gaben ihm seine Familie (wieder) und noch einmal so viele dazu &#8211; aus Unserer Barmherzigkeit und als Ermahnung für die (Uns) Verehrenden.&#8220;</strong></p>
<p>Geduld bedeutet nicht, dass wir uns zurücklehnen und das Leben vorbeiziehen lassen. Nein! Geduldig zu bleiben ist harte Arbeit; das kommt nicht natürlicherweise oder leicht. Bedenke, dass Nuh (a) von seinem Volk verspottet wurde, obwohl er über 950 Jahre zum Glauben aufrief, hierzu starben seine Frau sowie sein Sohn ungläubig. Bedenke, dass Ibrahims (a) mit seiner Frau Hager mit seinem einzigem Sohn Ismail aus Palästina nach Mekka zu wandern, wo es weder Menschen noch Wasser gab.</p>
<p>Schau, wie es unserem Propheten Muhammad (s) erging: Er kam als Waise zur Welt, ohne Vater. Als er sechs Jahre alt war starb seine Mutter. Als er acht Jahre alt war starb sein Großvater sein Sohn Ibrahim starb als zweijähriges Kind. Alle seine Kinder, mit Ausnahme Fatima, sind vor ihm verstorben. In einem Jahr verlor er seine Frau und seinen Onkel, nachher erlitt er große Belästigungen und Attacken von seinem Volk. Er musste seine Heimat verlassen und nach Medina auswandern. Er wurde von den Leuten in Mekka verspottet. Sie wundern sich, dass ein Warner aus ihrer Mitte zu ihnen gekommen ist; und die Ungläubigen sagen:</p>
<p>&#8222;Das ist ein Zauberer, ein Lügner.&#8220;<br /> وَعَجِبُوا أَن جَاءَهُم مُّنذِرٌ مِّنْهُمْ وَقَالَ الْكَافِرُونَ هَذَا سَاحِرٌ كَذَّابٌ</p>
<p>Sie sagten:</p>
<p>وَقَالُواْ يَا أَيُّهَا الَّذِي نُزِّلَ عَلَيْهِ الذِّكْرُ إِنَّكَ لَمَجْنُونٌ<br /> &#8222;O du, zu dem die Ermahnung herabgesandt wurde, du bist wahrlich ein Verrückter.&#8220;</p>
<p>Die Heuchler haben seine unschuldige Frau Aischa (r) mit falschem Vorwurf belegt. Die Lüge über die Mutter der Gläubigen, Frau Aischa dauerte einen Monat lang, bis ein Vers von Allah offenbarte, dass sie unschuldig ist.<br /> So haben alle Gesandten Allahs schwere und verschiedene Prüfungen gehabt. Drum verzweifelt nicht und bittet Allah um Erleichterung, denn</p>
<p>فَإِنَّ مَعَ الْعُسْرِ يُسْرًا إِنَّ مَعَ الْعُسْرِ يُسْرًا<br /> <strong>„Wahrlich, mit der Erschwernis kommt die Erleichterung.&#8220;</strong></p>
<p>Geduld ist notwendig, damit wir belohnt werden, und damit wir unser Ziel erreichen. Wenn wir vertrauen können, wenn wir standhaft bleiben, wenn wir positiv denken, dann gelingt uns vieles. Wenn wir jedoch missmutig sind, schlecht gelaunt oder gar depressiv, dann ziehen wir uns selbst immer weiter nach unten. So schaden wir unsere Zukunft und der Gesundheit.</p>
<p>Natürlich geschieht vieles in unserem Leben, das wir nicht beeinflussen können, aber wir können viele Dinge verändern und steuern – vor allem unsere Reaktionen. An manchen Tagen braucht es nur einen wunderbaren Moment, eine schöne Idee oder Begegnung, dann haben wir wieder etwas mehr Mut und Zuversicht. Genau dann beginnen Dinge wieder möglich zu werden und wir schaffen es, erfolgreich und zufrieden zu sein. Auf Regen folgt Sonnenschein, auf die Nacht der Tag und die Dunkelheit ist wichtig, damit wir das Leuchten der Sterne sehen können.</p>
<p>Beginne das an Dir zu schätzen, was Du kannst. Selbst wenn Du glaubst, dass Dir fast nichts mehr gelingt, dann achte auf das, was geht. Die Hoffnung ist immer größer als du denkst. Wie eine Birke aus dem Beton wachsen kann, so kraftvoll muss unsere Hoffnung auf eine bessere Zukunft sein.</p>
<p>Wenn Du beginnst, an Deine Kraft zu glauben, dann werden positive Dinge möglich und machbar. Wenn Du nur auf das schaust, was Dich belastet und keine positiven Gedanken entwickelst, wird es nie zur Veränderung kommen. Jeder von uns hat viele schlechte Gedanken und Eigenschaften, aber wir haben so viel mehr Gutes. Manchmal sehen wir es nicht mehr. Es ist wichtig, dass wir uns einmal anders anschauen.</p>
<p>Wir haben immer eine Möglichkeit, das Leben zu verändern, neue Wege zu gehen und das Leid nicht länger zu ertragen. Wenn wir etwas nicht aus eigener Kraft schaffen, dann ist Hilfe anzunehmen ein Zeichen von besonnener Klugheit, nicht von Schwäche.</p>
<p>يَاأَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا اسْتَعِينُوا بِالصَّبْرِ وَالصَّلَاةِ إِنَّ اللَّهَ مَعَ الصَّابِرِينَ<br /> <strong>„O ihr, die ihr glaubt! Sucht Hilfe in Geduld und Gebet; siehe, Allah ist mit den Standhaften.“</strong></p>
<p>Der Glaube und Zuversicht gibt uns Kraft, diese Probleme zu lösen. Wen sonst sollten wir um Hilfe bitten außer Allah? Zwei Voraussetzungen, um Allahs Beistand zu erbitten, sind: das Gebet und die Geduld. Wenn wir nicht geduldig sind und nicht mal ein kurzes Gebet verrichten können, um Allah um Beistand zu bitten, entfernen wir von unseren Ziel und scheitern. Kraft und Hilfe suchen wir in Geduld und Gebet, so der Prophet Muhammed:</p>
<p>وَالصَّلاَةِ نورٌ، ، وَالصَّبْرُ ضِيَاءٌ<br /> <strong>„Das Gebet ist Licht und die Geduld ist Wegweisung“</strong></p></div>
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<p>Der Beitrag <a href="https://islam-penzberg.de/geduld/">Geduld</a> erschien zuerst auf <a href="https://islam-penzberg.de">IGP</a>.</p>
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