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		<title>Rezension des Buchs von BENJAMIN IDRIZ: „Wie verstehen Sie den Koran, Herr Imam? &#8211; Grundgedanken für einen Islam heute und hier“</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Dec 2021 21:58:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im September dieses Jahres erschien im Gütersloher Verlagshaus ein Buch von Benjamin Idriz, Imam der Islamischen Gemeinde Penzberg in Oberbayern, mit dem Titel: Wie verstehen Sie den Koran, Herr Imam? Grundgedanken für einen Islam heute und hier. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://islam-penzberg.de/rezension-des-buchs-von-benjamin-idriz-wie-verstehen-sie-den-koran-herr-imam-grundgedanken-fuer-einen-islam-heute-und-hier/">Rezension des Buchs von BENJAMIN IDRIZ: „Wie verstehen Sie den Koran, Herr Imam? &#8211; Grundgedanken für einen Islam heute und hier“</a> erschien zuerst auf <a href="https://islam-penzberg.de">IGP</a>.</p>
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				<div class="et_pb_text_inner"><em><strong>Rezension von Dr. Osman Kozlić</strong></em><br />
<em> Benjamin Idriz: „Wie verstehen Sie den Koran, Herr Imam? &#8211; Grundgedanken für einen Islam heute und hier“</em><br />
<em>Gütersloher Verlagshaus, 2021</em></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Lies den Koran, als wäre er dir offenbart </strong></p>
<p>Im September dieses Jahres erschien im Gütersloher Verlagshaus ein Buch von Benjamin Idriz, Imam der Islamischen Gemeinde Penzberg in Oberbayern, mit dem Titel: <strong>Wie verstehen Sie den Koran, Herr Imam? Grundgedanken für einen Islam heute und hier</strong>. Meine Freude beim Lesen dieses Buches war zweierlei: Einerseits studierte ich berufstheologische Ausdrücke direkt auf Deutsch, andererseits genoss ich die Ausarbeitungen und Erläuterungen des Autors zu sehr heiklen Fragen, die sehr oft mit dem Koran und Islam in Verbindung gebracht werden.</p>
<p>Da der Koran früher in einem anderen Kulturraum und in einem ganz anderen Kontext offenbart wurde, stellt sich der Autor gleich zu Beginn die Frage: Wie ist seine Botschaft zu verstehen und was hat uns dieses Buch heute zu sagen? Er schreibt auf Deutsch und fordert die in Deutschland (aber auch anderswo, wo Deutsch gesprochen wird) lebenden Imame und Muslime auf, den Islam zu deuten und zu erklären – den Islam (qualitativ) darzustellen und in der Landessprache näher zu erläutern. Natürlich unter Bezugnahme auf Vers Nr. 4 aus Sure Ibrahim, die besagt, dass Gott immer einen Gesandten/Propheten entsandt hat, um zu den Menschen in ihrer Sprache zu sprechen.<em> Die Sprache und eine offene Kommunikation</em>, sagt der Autor, <em>sind die Schlüssel, um den Koran bzw. den Islam zu entgettoisieren.</em></p>
<p>Was ich am Anfang für am wichtigsten halte, ist das Beharren des Autors auf dem Koran und dem Vorrang von Gottes Wort gegenüber anderen traditionellen und rationalen Quellen der islamischen Lehre. Dies lässt sich deutlich an den Titeln seiner Bücher ablesen: <em>Der Koran und die Frauen</em> und <em>Wie verstehen Sie den Koran, Herr Imam?</em>. Dieser Ansatz von ihm zeigt das Streben oder den Wunsch, dass Muslime notwendigerweise zum Koran zurück­kehren müssen. Dieser stellt ein Buch Gottes dar, dessen Aufgabe es sei, Menschen aus der Dunkelheit ans Licht zu bringen. Natürlich, vorausgesetzt, man nähert sich dem Koran ausschließlich mit der Absicht einer geweihten Lesung mit dem Ziel, seine Geheimnisse für eine neue Zeit zu enthüllen. Und unter der Bedingung, dass der Koran nicht durch die Linse des Hadith betrachtet wird, wie Jonathan Brown, ein muslimisch-amerikanischer Islamwissen­schaftler, sagt, insbesondere nicht durch das Prisma verschiedener Traditionen aus der Vergang­enheit oder interpretativer Ideologien, wie der bosnische Intellektuelle Rusmir Mahmutćehajić behauptet.</p>
<p>Der Autor fordert eine direkte Begegnung mit dem Koran, aber nicht nur von muslimischen Gelehrten, sondern auch von Intellektuellen unterschiedlichen Profils, darunter natürlich auch Nichtmuslime. <em>Keine Instanz</em>, sagt der Autor zu Recht, <em>kann über dem Koran stehen, nicht einmal die Sunna, die dem Propheten Muhammad zugeschriebene Überlieferung, geschweige denn Interpretationen der Gelehrten</em>. <em>Den Koran</em>, so argumentiert der Autor, <em>dürfen wir darum nicht</em> (in Bedeutung und Interpretation) <em>als erstarrten Text verstehen, sondern müssen ihn immer vielmehr als ein offenes und interaktives Gespräch zwischen Gott und Menschen in allen Zeiten begreifen</em>.</p>
<p>Im ersten Teil des Buches mit dem Titel <em>Text und Kontext – Drei Kriterien, um den Koran besser zu verstehen</em>, nämlich durch die Anlässe der Offenbarung (erstes Kriterium), nachsinnen/ nachdenken über koranische Reflexionen (zweites Kriterium), die Absichten oder das Auf­decken der Ziele des Korans (drittes Kriterium), hält der Autor fest, dass wir (heute) eine vernunftgeleitete, kreative Neukontextualisierung des Textes des Korans und der Sunna brauchen. Die Vernünftigkeit oder das Endziel (Intention) des Korans zu suchen bedeutet, die Bedürfnisse und Fragen der heutigen Menschen in den Mittelpunkt zu stellen, denn Offen­barung ist kein Selbstzweck, sondern war immer an den Menschen gerichtet. Mit Kritik an der Reduktion des Glaubens des Islams auf fünf Fundamente oder grundlegende islamische Pflichten führt uns der Autor in den zweiten Teil des Buches ein: <em>Die sieben Säulen des Korans</em>. Obwohl der Autor nach diesem Kapitel auf die wichtigen Themen für das tägliche Leben der Muslime zurückkommt, nämlich Iman (Glaube) und Gebet, Fasten, Zakat und Hadsch, könnte man sagen, dass die sieben Säulen des Korans der Kern dieses Buch sind.</p>
<p>Wissen als Grundlage für Aufklärung und gesellschaftliche Entwicklung (1), Freiheit als Voraussetzung für Ehrlichkeit und persönliche Entwicklung (2), Friedensstiftung und Gewaltbekämpfung (3), Gleichberechtigung und Bekämpfung von Diskriminierung (4), gerechte Ressourcenverteilung und Armutsbekämpfung (5), Umweltschutz und Umwelt­bewusstsein (6), und Das Leben durch den Glauben nicht zu erschweren (7), sind die sieben Säulen des Korans, die uns der Autor näher bringen möchte. Aus Sicht des Autors könnte man natürlich viel über diesen Teil des Buches erfahren. Aber zunächst möchte ich darauf hinweisen, dass Hafiz Dr. Benjamin Idriz erst in diesem Kapitel gezeigt hat, dass er jemand ist, der den Koran und seine Wissenschaften gut kennt, aber auch die Philosophie des islamischen Rechts ,denn es geht hier um die Intentionen des Korans und das Konstruieren des Schwierigsten: um Schlüsselgedanken, Botschaften, Prinzipien und Theorien.</p>
<p>Als Kenner des Korans untermauert er seine Ansichten mit Koranversen. Das Ziel oder die Intention des Korans ist es, alle Menschen gleich und gerecht zu behandeln, die Ressourcen der Welt gerecht zu verteilen, um den Kampf gegen Diskriminierung aufgrund von Rasse, sexueller Orientierung, Sprache, ethnischer und religiöser Zugehörigkeit oder eines bestimm­ten sozialen Status zu ermöglichen. Der Staat sollte daher, seiner Meinung nach, die Pflicht zum Schutz der Meinungsfreiheit, der freien Wahl des Lebensstils und der religiösen Über­zeugungen übernehmen und gleichzeitig Neutralität gegenüber allen Religionen (und Religions­gemeinschaften) wahren und keine Diskriminierung jeglicher religiöser Über­zeugungen zulassen. In Bezug auf den Dschihad und seine ursprüngliche Bedeutung und im Zusammenhang mit der Herstellung von Frieden und der Bekämpfung von Gewalt, erklärt er, dass das, was Muslime in ihrem ständigen Kampf (Dschihad) in den Händen halten sollten, keine <em>Waffe</em>, sondern ein <em>Buch</em> ist. Ein ganz klarer Korantext in der Sure Furkan weist uns nämlich darauf hin (Furkan, 52).</p>
<p>In den folgenden Kapiteln beschäftigt sich der Autor mit der Definition der Begriffe Islam und Muslim sowie den Begriffen Iman, Glaube oder die Beziehung zwischen Gott und Mensch. Das Hauptproblem, dem sich dem Autor stellt, ist sicherlich die Definition der Begriffe Islam und Muslim, also (Verstehen) von Glauben (innerer Glaube) und Gutes tun. Im vertikalen Sinne, so erklärt der Autor, bedeutet Islam Gehorsam gegenüber Gott, während dieser Begriff im horizontalen Sinne Versöhnung bedeutet. Mit anderen Worten, ein Muslim ist ein friedlicher Mensch, der Frieden unter den Menschen verbreitet. Da ergibt sich die Frage: Woher kommt das Ungleichgewicht in Bezug auf die vertikale und horizontale Dimension? Mit anderen Worten: Woher resultiert die übermäßige Beschäftigung der Muslime mit dem Jenseits und der direkten Beziehung zu Gott (vertikale Dimension), anstatt Tugenden mit den Menschen, der Umwelt, und dem Leben im Allgemeinen in Verbindung zu bringen (horizontale Ebene)?</p>
<p>Ist dies der Hauptgrund, warum Muslime, die seit Jahrhunderten dem Rat einer großen Zahl muslimischer Gelehrter folgen, eine passive Haltung gegenüber der realen Welt einnehmen und damit auch diese Welt aus den Augen verlieren? Er schließt dann: Ein Glaube, der auf dem bloßen Ausdruck von sechs Grundsätzen basiert, und der den Gläubigen fünf praktische Bedingungen (Grundlagen) des Islam auferlegt, und dem es an kritischem Denken, moralischen und ethischen Werten, Emotionen und konstruktivem Verhalten und Glauben fehlt, in dem der Mensch nicht im Mittelpunkt steht, hat sich in trockene Theologie verwandelt. <em>Als der lebende Iman verschwand, wurde er durch rhetorischen Iman oder spekulative Theologie (Aqidah / Kelam) ersetzt. Akida definiert eine institutionelle, doktrinäre und ideologische Glaubensstruktur. Im Gegensatz dazu steht Iman, eine immer aktuelle individuelle Erfahrung</em>.</p>
<p>Der Autor versucht, Antworten auf die obige Frage zu geben, indem er sich bemüht die Aufmerksamkeit der Muslime auf das Wichtigere und Bedeutsamere zu lenken, was Gott von uns verlangt, und das ist die Suche nach Gottes Allgegenwart auf einer horizontalen Ebene im täglichen Leben, in Aktivitäten verschiedener Art, Nächstenliebe und Solidarität. Mit anderen Worten, indem wir die Menschen und ihre Umwelt (diese Welt) in den Mittelpunkt unseres Handelns stellen. In diesem Sinne interpretiert der Autor geschickt und mutig die Bedeutung des Gebets (Gebets) oder die zentrale Verbindung der muslimischen Gläubigen mit Gott, arbeitet die Verse aus, die sich auf das Gebet beziehen und zeigt seine horizontale Dimension durch vier Kriterien auf. Das Gebet ist nicht nur eine Verpflichtung gegenüber Gott, sondern auch ein Ausgangspunkt für den Betenden, der verstehen muss, dass das Gebet dies bewirkt und ihn verpflichtet, sich ständig um den Aufbau einer qualitativ hochwertigen Beziehung zu Menschen zu bemühen, die auf Solidarität, Freundlichkeit, Kultur und Liebe basiert. In diesem Zusammenhang bringt der Autor eine bemerkenswerte Interpretation der Sure Fatiha, genauer gesagt ihres letzten Teils.</p>
<p>Auf die Frage nämlich, wer auf dem richtigen Weg ist, und wer dagegen Gottes Zorn verdient und in die Irre gegangen ist, bietet er uns eine einfache und eindeutige Antwort aus dem Koran. In dieser imaginären Verbindung mit Gott glauben leider viele Muslime, die blind den interpretativen Ideologien muslimischer Gelehrter folgen, immer noch, dass Juden diejenigen seien, die den Zorn Gottes auf sich gezogen haben, die Christen seien diejenigen, die in die Irre gegangen sind. Imam Dr. Benjamin Idriz gibt uns eine einfache Antwort aus dem Koran (Al-Ana&#8217;am, 151-153), die natürlich diese unbegründete etablierte Interpretation der Fatiha zurückweist. All diejenigen, die den oben aufgeführten Tugenden (aufgelistet in den Versen 151-153 der Sure Al-Ana&#8217;am) nicht folgen, also diejenigen, die sich Gottes Geboten und Verboten widersetzten, sind keine Anhänger des rechten Wegs und erregen Gottes Zorn. Dabei betont der Autor, dass dieser Zustand unnabhängig von religiöser Zugehörigkeit eintreten kann.</p>
<p>In Bezug auf die Anordnungen und Verbote auf den folgenden Seiten erklärt der Autor, dass nur Gott die Befugnis hat, etwas für haram (streng verboten) zu erklären.</p></div>
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												<span class="meta-nav">&larr; </span><span class="nav-label">Rezension von Prof. Dr. Stefan Jakob Wimmer: &quot;Der Koran und die Frauen&quot;</span>
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		<title>Rezension von Prof. Dr. Stefan Jakob Wimmer: &#034;Der Koran und die Frauen&#034;</title>
		<link>https://islam-penzberg.de/rezension-von-prof-dr-stefan-jakob-wimmer-der-koran-und-die-frauen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[igp-987]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 May 2019 10:54:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Buch öffnet neue Horizonte für alle, die von der Frage betroffen sind oder meinen, mitreden zu können. Die Debatte über die Frau im Islam in Deutschland kann ohne dieses Buch nicht mehr geführt werden.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://islam-penzberg.de/rezension-von-prof-dr-stefan-jakob-wimmer-der-koran-und-die-frauen/">Rezension von Prof. Dr. Stefan Jakob Wimmer: &quot;Der Koran und die Frauen&quot;</a> erschien zuerst auf <a href="https://islam-penzberg.de">IGP</a>.</p>
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					<h1 class="entry-title">Rezension von Prof. Dr. Stefan Jakob Wimmer: &quot;Der Koran und die Frauen&quot;</h1>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em><strong>Rezension</strong></em><br /><em> Benjamin Idriz: Der Koran und die Frauen</em><br /><em> Ein Imam erklärt vergessene Seiten des Islam</em></p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Benjamin Idriz dürfte der einzige Imam Deutschlands sein, der zugleich promovierter islamischer Theologe ist. Beides – die Praxisbezogenheit des Seelsorgers und die wissenschaftliche Vertrautheit mit den Quellen – zeichnet sein neues Buch aus. Mit diesen Qualitäten ragt es aus einer wahren Flut von Veröffentlichungen aller Art über die „Frauenfrage“ im Islam wohltuend heraus. Der Autor ist seit vielen Jahren weit über die oberbayerische Kleinstadt Penzberg, wo er als Imam wirkt, und über München, wo er das „Münchner Forum für Islam“ initiiert hat, bekannt: Sein Wirken und Schaffen gilt einem authentischen Islamverständnis, das mit den Wertvorstellungen der deutschen und europäischen Gesellschaft unserer Zeit nicht nur kompatibel ist, sondern die gemeinsamen Werte aus den Quellen des Islams – dem Koran und der Tradition der Propheten – ableitet.</p>
<p>Gerade zum Thema „Der Koran und die Frauen“ kann diese Herangehensweise Vielen die Augen öffnen. Denn Idriz leugnet keineswegs die traurigen und oft genug bisweilen schockierenden Realitäten. Er stellt sie schonungslos bloß, ordnet sie als das ein, was sie sind: empörende Verirrungen in der muslimischen Geschichte und leider auch Gegenwart, und zeigt auf, was der Koran wirklich dazu sagt. Damit spricht er zum einen die breite Öffentlichkeit an, die über die Berichterstattung der Medien wenig bis keine Möglichkeiten hat, sich kompetent informieren zu lassen. Zum anderen aber wendet er sich direkt an Musliminnen und Muslime und fordert vor allem auch sie dazu auf, ihre eingespielten Verhaltens- und Denkweisen zu überprüfen und zu dem zurückzukehren, was Gott im Koran meint und der Prophet in seinen Hadithen wirklich gesagt hat und was nicht. Er lässt sich somit nicht von einem aktuellen Trend vereinnahmen, den Islam neu zu erfinden, sondern weist kompetent nach, dass und wie der Koran und die Sunna von Anfang an die Befreiung der Frau, ihre Wertschätzung und Gleichstellung bewirken wollten und weiterhin fordern.</p>
<p>Das Buch öffnet neue Horizonte für alle, die von der Frage betroffen sind oder meinen, mitreden zu können. Die Debatte über die Frau im Islam in Deutschland kann ohne dieses Buch nicht mehr geführt werden. </p>
<p>Prof. Dr. Stefan Jakob Wimmer</p></div>
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		<title>Rezension von Ursula Schwager: &#034;Der Koran und die Frauen&#034;</title>
		<link>https://islam-penzberg.de/rezension-von-ursula-schwager-der-koran-und-die-frauen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[igp-987]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Apr 2019 12:33:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Spannend für einen echten Dialog wird das Buch von Imam Idriz dann, wenn sich eine christlich geprägte, säkulare Gesellschaft wahrhaftig fragt, wie viel Achtung in dem ist, was z.B. unter dem Namen der Monogamie und der Gleichberechtigung von Mann und Frau gelebt wird.</p>
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					<h1 class="entry-title">Rezension von Ursula Schwager: &quot;Der Koran und die Frauen&quot;</h1>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em><strong>Rezension</strong></em><br /><em> Benjamin Idriz: Der Koran und die Frauen</em><br /><em> Ein Imam erklärt vergessene Seiten des Islam</em></p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>„Renaissance nicht Reformation“ &#8211; stellte Imam Idriz als Motto an den Anfang seiner Buchvorstellung in Penzberg. Ein Aufruf genauer hinzusehen für diejenigen, die  Methode und Inhalt seines Buches beim ersten Blick als Modernisierung („Reformation“) des Islam auffassen. Idriz schreibt als gläubiger Imam. Kein wahrheitsliebender Mensch will seinen Glauben reformieren. Denn er würde nicht glauben, wenn dieser Glauben nicht schon wahrheitsfähig wäre. Renaissance des Glaubens  – als eine Wiederbelebung im Rückgang auf den Koran und die Anfänge des Islam &#8211; das ist es, was Imam Idriz in seinem Buch „Der Koran und die  Frauen“ anstrebt. Dafür braucht es Vernunft – die unterscheiden lässt zwischen dem, was dem Glauben dient, und dem, was keine Frage des Glaubens ist, und dem, was der Wahrheit des Glaubens entgegensteht.</p>
<p>Reformiert wird das Leben. Imam Idriz hält an der Abgeschlossenheit der Offenbarung im Koran fest. Der Koran formuliere im Kontext seiner Zeit die Grundprinzipien (Monotheismus und Gerechtigkeit, vgl. S. 50) und das Ziel des Reformprozesses: Jeder Mensch, Mann und Frau (und Kind?), soll in Recht, Freiheit und Würde leben (vgl. ebd.).  Es braucht gesunden Menschenverstand und Phantasie, um zu sehen, welche Lebensweise heute diesen „Geist des Koran“ (vgl. 117) verwirklicht. „Wenn die Vernunft aufhört, über den Sinn des Textes nachzudenken, verliert der Text seinen Wert.“ (S. 49)</p>
<p>Imam Idriz wagt es, in aller Klarheit die Frage zu stellen, welcher Umgang mit Frauen Ausdruck wahrhaftigen Glaubens ist. Er erläutert Koranverse in ihrem historischen Kontext, analysiert die arabische Sprache und bezieht sich auf als gesichert geltende Quellen zu Lebensweise und Rede des Propheten Mohammed. Dabei kommt Imam Idriz zu dem Ergebnis:  Es geht im Islam um Achtung der Frau als gleichberechtigt und „Ruhe, Liebe und Barmherzigkeit“ in der Partnerschaft. Sein Ziel ist es, die frauenfeindlichen Verhaltensweisen (z.B. Ausgrenzung bei Gottesdiensten in der Moschee, Abwertung der Frau als schädlich für Männer, Überheblichkeit bis hin zu Gewalt gegen Frauen), nicht zu leugnen oder zu verharmlosen, sondern zu überwinden. Idriz zeigt auf, dass die Botschaft des Koran gerade in der Überwindung der Diskriminierung besteht. Nach dem Tod des Propheten hätten sich die alten Verhaltensweisen wieder durchgesetzt und wurden in späteren Überlieferungen dokumentiert (vgl. S. 109 ff.).  Die Renaissance des Glaubens, wie er im Koran geschrieben und zur Zeit des Propheten gelebt wird, ist die Quelle der Wiederbelebung der Reform, die im Koran angelegt ist.</p>
<p>Wie lesen Menschen, die Gleichberechtigung von Mann und Frau für eine Errungenschaft der eigenen  Kultur halten, ein solches Buch?  Mit dem Blick der Skepsis („Ob das wirklich im Koran angelegt ist?“)  oder in herablassendem Wohlwollen („Schön, dass es Strömungen im Islam gibt, die sich „jetzt auch“ auf den Weg zu einer liberalen und gleichberechtigten Gesellschaft machen“)?</p>
<p>Wie werden zum Beispiel Idriz Ausführungen zu den Koranversen über Polygamie und Monogamie gelesen? Nach Idriz geht es hier nicht um alternative Lebensformen, die nach Belieben zu wählen sind. Selbst die Regeln für achtsam gelebte Polygamie zeigen, dass Monogamie als Ziel angestrebt ist. Sind derartige Überlegungen aus Sicht einer Gesellschaft, in der nur Monogamie erlaubt ist, überholt?</p>
<p>Spannend für einen echten Dialog wird das Buch von Imam Idriz dann, wenn sich eine christlich geprägte, säkulare Gesellschaft wahrhaftig fragt, wie viel Achtung in dem ist, was z.B. unter dem Namen der Monogamie und der Gleichberechtigung von Mann und Frau gelebt wird.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Welche Rolle spielt Monogamie in unserer Gesellschaft?</strong></p>
<p>Man verzichtet darauf zu heiraten, um Gebundenheit zu genießen und im Zweifelsfall guten Gewissens leugnen zu können? Oder Menschen heiraten und pflegen die Gebundenheit zum Ehepartner, ohne ihre Ehe von ungebundenen Verhältnissen tangiert zu sehen? Oder Menschen sehnen sich nach der Romantik der ewig lustvollen und beglückenden Begegnung zweier Menschen, an der die beste Ehe zerbrechen kann?</p>
<p>Nicht erst die Scheidungsraten, sondern die Praxis der verschiedenartigen Beziehungen zeigen,  wie nötig es ist, über den Sinn von Ehe nachzudenken. Was ist der „Geist“, in dem „glückliche“  Ehen geführt werden? Es genügt nicht sie nur als Schicksal oder Matching Erfolge zu werten. Fragende können in Idriz Ausführungen zu den Regeln der Polygamie im Koran wertvolle Beiträge zum Sinn der monogamen Ehe finden.</p>
<p>In der Stelle im Koran, die als „Polygamie-Vers“ bezeichnet wird, geht es nach der Lesart von Imam Idriz nicht darum, die Polygamie zu legitimieren oder zu verbieten. Die Koranstelle fordert von den Männern, allen ihren Ehefrauen die gleiche Achtung und Zuwendung zu geben. „Wenn ihr aber Grund habt, zu fürchten, dass ihr nicht fähig sein mögt, sie mit gleicher Fairness zu behandeln, dann (nur) eine…“ (Koran 4:3, vgl. S. 31).</p>
<p>So gesehen ist die Frage, wie viele Frauen ein Mann hat, nicht das Entscheidende, sondern die Frage der Achtung gegenüber den Frauen. Luther schreibt, wenn Ehebruch im Glauben (und das heißt in der Achtung gegenüber Gott und allen Beteiligten) geschehen könnte, wäre er keine Sünde. Nach Kants kategorischem Imperativ gilt: Habe nur die Frauen (resp. Männer), die du als Zweck an sich – nicht nur Mittel zu deinem Zweck – behandeln kannst. </p>
<p>Eine spannende Frage – sowohl im Blick auf das Verhältnis von Polygamie und Monogamie im Koran als auch auf den Umgang mit Monogamie in einer christlich geprägten Gesellschaft &#8211; ist: Hat Monogamie einen Wert an sich, oder ist sie <strong><em>nur </em></strong>als Konsequenz der Achtung der Würde eines jeden Menschen erstrebenswert?  Lügen, Täuschen und Benutzen verträgt sich nicht mit der Idee der Würde. Welche Verhältnisse kann ein Mensch in Offenheit und Aufrichtigkeit und mit dem Anspruch der Gleichberechtigung unter allen Beteiligten pflegen? Die Ehe mit Minderjährigen widerspricht, so Imam Idriz, der im Koran angelegten Gleichberechtigung von Mann und Frau. Darüber hinaus ist sie auch nicht durch den Text des Koran begründet (vgl.  S. 34 ff.). </p>
<p>Die monogame Ehe ist in unserer Gesellschaft über weite Strecken von der Idee der Achtung <strong>jeder</strong> Frau gegenüber (<strong>jedem</strong> Mann gegenüber) losgelöst. Sie dient in vielen Fällen zur Begründung der Abstufung und Trennung verschiedener Verhältnisse (die Ehefrau, die Freundin, die Geliebte, der One-night-stand etc.).  Die scheinbare Freiwilligkeit, mit der die jeweiligen Partner eines Menschen in den Verhältnissen leben, ist um den Preis der Auflösung der Einen Welt erkauft: Die Begegnungen Eines Mannes (resp. Einer Frau) mit verschiedenen Partnern finden in verschiedenen Welten statt. Diese könne nur im Leben des Mannes (resp. der Frau) nebeneinander bestehen, da den jeweiligen Partnern relevante Informationen über die anderen Welten entzogen oder verdunkelt werden. Ohne die Eine Welt, die allen offen steht, fehlt der Boden für gleichberechtigte Begegnung. Die Regel des Koran, dass es keine heimlichen Verhältnisse geben darf und es die Zustimmung der Frau zu einem weiteren Verhältnis benötigt (vgl. S. 29 ff.), wahrt die Eine Welt als Boden, auf dem beide (alle) Partner stehen und sich gleichberechtigt begegnen können.  Es wäre interessant – nicht nur für den Dialog der Religionen! &#8211; wenn Menschen ihre Beziehungen in und außerhalb der Ehe an den „Regeln“ des Koran für achtsam gelebte Polygamie messen würden, statt sich als liberale Verfechter der „Errungenschaft“ der Monogamie zu sehen.</p>
<p>Monogamie wird auch da von Achtung losgelöst oder gar zum Ort der Missachtung, wo sie als Wert an sich gehandelt wird, dem entsprochen werden muss. Wer glaubt, dass eine Ehe als Sakrament von Gott gestiftet ist, dem bleibt im Falle der Zerrüttung nur die Wahl, entweder Gott zu missachten und sich zu trennen oder die Wirklichkeit zu missachten und sich gegenseitig zu einem Zusammenleben zu zwingen. Doch nicht nur das katholische Eheverständnis, sondern auch der Anspruch, Ehe als die moralisch wertvolle Lebensform vorbildhaft leben zu müssen, der besonders in Pfarrhäusern herrschte, führt zur Unterdrückung verbunden mit physischer und psychischer Gewalt gegenüber allen Beteiligten. Der Film „das weiße Band“ hat dies erschreckend in Szene gesetzt. Jesu Erläuterung zum Sabbat-Gebot gilt: Die Ehe ist für den Menschen und nicht der Mensch für die Ehe da.</p>
<p>In wieweit es in einem Eheverständnis um realitätsbezogene, gleichberechtigte Achtung geht, zeigt sich am Scheidungsrecht. Imam Idriz stellt das Recht auf Scheidung im Koran differenziert dar (vgl. S. 37 ff.). Es darf zum einen nicht mit dem Bedürfnis nach Bindung gespielt werden. In der Bibel heißt es, es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist. Imam Idriz verweist auf den Koran, nach dem Gott Partnerwesen erschaffen hat, „dass ihr bei ihnen Ruhe findet.“ (S. 161) Eine Ehe, die Nähe verweigert, lässt den Partner nicht Ruhe finden. Sie ist wie ein Fluch, der auf dem liegt, der Nähe sucht. In Folge der Vertreibung aus dem Paradies heißt es in der Bibel (1, Mose 3, 16 b): „Und dein Verlangen soll nach deinem Mann sein, aber er soll dein Herr sein.“ Im Koran darf eine Frau nur vier Monate im Ungewissen hängen gelassen werden. Danach muss die Ehe wirklich, d.h. auch sexuell, gelebt oder geschieden werden (vgl. S. 39).</p>
<p>Zum anderen darf nicht mit der Sorge vor Ablehnung oder Scheidung gespielt werden. Spätestens beim dritten Mal, an dem eine Trennungs- bzw. Scheidungsabsicht dem Partner an den Kopf geworfen wird, muss nach dem Koran die Trennung vollzogen werden (vgl. S. 39 f.).</p>
<p>Hier wäre die Frage an das staatliche Scheidungsrecht zu stellen, wie weit die Regelungen, die zum Schutz der Ehepartner aufgestellt sind, in die „Polygamie“ (gemeint sind die vielen Ehen, die bestehen bleiben, obwohl die Ehepartner längst in anderen „monogamen“ Beziehungen leben) zwingen, da die Scheidung zu teuer kommt und mit dem Verlust des Lebensstiles verbunden ist.  Es kann nicht sein, dass sich nur der Idealist, der allem Materiellen absagt, noch freiwillig scheiden lässt. Auch die faktische Unmöglichkeit der Scheidung, nicht nur die ideologische Verurteilung, verkehrt den Sinn der Ehe als Form der Achtung füreinander.</p>
<p>Warum sollten Menschen angesichts der Schwierigkeiten einer Ehe überhaupt noch heiraten? Wäre es nicht besser, das Bedürfnis nach Bindung zu überwinden und, statt Nähe zu erhoffen, sich an temporären Interessengemeinschaften zu erfreuen? Der Koran verbietet „Genussehen“. Weshalb eine Verbindung auf Zeit und zu einem bestimmten Zweck nach dem Koran „Unzucht“ und „Sünde“ ist, wird im Buch von Imam Idriz nicht näher erläutert (vgl. S. 28 f.). Sofern solche Beziehungen in gegenseitigem Einverständnis gelebt würden, wären sie gleichberechtigt. Der Vorwurf, einen anderen Menschen zu täuschen und dadurch auszunutzen, könnte nicht erhoben werden.</p>
<p>Das Problem liegt hier noch tiefer. Die Missachtung der Würde geschieht gleichberechtigt: Die Reduktion der Begegnung zweier Menschen auf ein Mittel zu einem Zweck führt dazu, dass keiner der Beteiligten in seiner Unfassbarkeit und Unverfügbarkeit in Erscheinung treten darf. Biblisch gesprochen ist der „Ewigkeit in ihrem Herzen“ kein Raum gegeben. Wer sich nicht mehr zu leben zugesteht als Interessenbefriedigung, achtet die<em> eigene </em>Würde nicht. „Würde“ wird zu einem leeren Wort, wo das Gefühl von Ewigkeit oder Unverfügbarkeit – das nur in Nähe, die nicht bedingt ist, gelebt werden kann – vom konkreten Lebensvollzug ferngehalten wird.</p>
<p>Ist diese Welt überhaupt ein Lebensraum für Menschen, die sich und andere als unverfügbar achten? Die Suche nach der adäquaten Lebensform ist wie der Versuch, das Unfassbare in Form zu bringen. Hier wird es religiös, will man die Idee der Würde als unveräußerlicher und deshalb unbedingter beherzigen (anstatt sie in Werte und Lebensformen zu pressen und damit zu verkaufen). Glaube ist Wissen und Mut anzuerkennen, dass keine Lebensumstände und keine Lebensform der Ewigkeit im Herzen des Menschen entsprechen, sie verwirklichen. Glaube ist Vertrauen, dass wir dennoch – eben als diese Unverfügbaren und Unfassbaren – in der Welt leben dürfen.</p>
<p>Die Frage, wie wir heutzutage also in Beziehungen handeln und vor allem nicht handeln wollen, ist zu groß, als dass man es sich leisten könnte auf die Einsichten anderer Religionen zu verzichten. Das Buch von Imam Idriz ist nicht nur ein Beitrag zum Islam. Es bietet allen interessierten Lesern die Chance, Einsichten des Koran als Anregungen für achtsames Leben zu entdecken. </p>
<p>Von Ursula Schwager</p>
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		<title>Rezensionen zum Buch „Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat“</title>
		<link>https://islam-penzberg.de/rezensionen-zum-buch-zeig-mir-doch-was-mohammed-neues-gebracht-hat/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[igp-987]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 May 2018 09:05:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Man mag dem Buch wünschen, dass es in jeder Moschee aufliegt, und in jedem Klassenzimmer, in dem von Islam die Rede ist, dass jeder Innenminister einen Blick hineinwirft und jeder, der bisher glaubte, schon genug über den Propheten Mohammed gehört zu haben. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://islam-penzberg.de/rezensionen-zum-buch-zeig-mir-doch-was-mohammed-neues-gebracht-hat/">Rezensionen zum Buch „Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat“</a> erschien zuerst auf <a href="https://islam-penzberg.de">IGP</a>.</p>
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					<h1 class="entry-title">Rezensionen zum Buch „Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat“</h1>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Imam Benjamin Idriz:<br />
„Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat…“<br />
Ein Prophet spricht zur ganzen Welt<br />
Edition Avicenna, München&nbsp;2018, 140&nbsp;Seiten, 9.90&nbsp;Euro
</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_15  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Von Prof. Dr. Stefan Jakob Wimmer</strong><br /> <strong>Ludwig-Maximilians-Universität München</strong></p>
<p><em>Man mag dem Buch wünschen, dass es in jeder Moschee aufliegt, und in jedem Klassenzimmer, in dem von Islam die Rede ist, dass jeder Innenminister einen Blick hineinwirft und jeder, der bisher glaubte, schon genug über den Propheten Mohammed gehört zu haben.</em></p>
<p>Bekanntlich schöpfen Muslime aus dem Koran, was Religion ist und möchte: wie das Leben zu gestalten sei, damit es sinn- und glückhaft für einen selbst und für die Mitmenschen wird. Werden religiöse Quellen pervertiert und missbraucht, dann werden daraus Zwänge, Hass und Gewalt abgeleitet, die das Leben leidvoll für einen selbst und für die Mitmenschen machen. Über den Koran hinaus – dem Wort Gottes an die Menschen – wird Orientierung aus der Sunna abgeleitet, den Aussagen und Verhaltensweisen des Propheten Mohammed, die in Form von Zigtausenden sogenannter Hadithe überliefert sind. Sie auf ihre Glaubwürdigkeit abzuklopfen, ist seit über tausend Jahren Gegenstand islamisch theologischer Textkritik.</p>
<p>Der Imam der oberbayerischen Kleinstadt Penzberg, Dr. Benjamin Idriz, bekannt auch für seine Initiative Münchner Forum für Islam, hat sich in seinem neuen Buch den Hadithen zugewandt, also einer auch innerislamisch stark debattierten Materie. Denn oft wird der Missbrauch des Islam mit vorgeblichen Aussagen des Propheten verschleiert – und darauf stürzen sich dann jene, die den Propheten verspotten und verachten. Es kommt somit Muslimen ebenso wie Nicht-Muslimen zugute, wenn ein deutschlandweit prominenter, anerkannt ausgebildeter und in islamischer Theologie promovierter Imam auf seine Weise darstellt, was wirklich vom Propheten Mohammed vorgeben wurde. Sein Maßstab für die Zuverlässigkeit der Hadithe ist einfach, überzeugend und aus islamischer Sicht zwingend: Was der Prophet selbst gelehrt hat, nennt der Koran die „Weisheit“ (arab. al-hikma), und nichts davon kann der Grundaussage des Korans widersprechen: der Allbarmherzigkeit Gottes. Damit für uns heute verständlich wird, was der Prophet in der Sprache und Kultur Arabiens des 7. Jahrhunderts formuliert hat, reicht es aber nicht, seine Aussagen Wort für Wort zu übersetzen, sondern sie müssen in unsere Zeit übertragen vermittelt werden. Nicht nur, was der Prophet gesagt hat, zählt, sondern wie er es gemeint hat. Indem Imam Idriz in seiner Hadith-Sammlung versucht, die Aussagen für unsere Zeit und Kultur verständlich werden zu lassen &#8211; gerade dadurch! – wird er den Quellen und der Tradition des Islam wirklich gerecht.</p>
<p>Herausgekommen ist eine in der Edition Avicenna wunderschön gestaltete Sammlung von Texten des Propheten Mohammed, kompetent eingeleitet und überzeugend neu übersetzt von Benjamin Idriz. Diese Texte enthalten nichts Neues, ihre Inhalte sind so alt, wie der Islam selbst. Aber sie werden hier so dargeboten, dass jede und jeder sich neu von ihnen ansprechen lassen kann. Und viele – Nicht-Muslime aber auch Muslime selbst – mögen hier den Propheten neu kennenlernen.</p>
<p>Man mag dem Buch wünschen, dass es in jeder Moschee aufliegt, und in jedem Klassenzimmer, in dem von Islam die Rede ist, dass jeder Innenminister einen Blick hineinwirft und jeder, der bisher glaubte, schon genug über den Propheten Mohammed gehört zu haben.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Von Prof. Dr. Enes Karić</strong><br /> <strong>Professor für Islamwissenschaft an der Universität Sarajevo</strong></p>
<p>Benjamin Idriz, der Autor dieses Buches, ist für seine prägnante Sprache und seine würdevolle Ausdrucksweise bekannt. Dieses Buch zeichnet sich durch ebendiese Merkmale aus. Benjamin Idriz möchte mit dieser Sammlung von Aussprüchen des Propheten Mohammed die friedlichen, weisen und umfassende Aspekte des Islams betonen und damit zu Frieden, Verständnis und gegenseitigem Respekt aufrufen.</p>
<p>Eine der großen Lehren dieser Sammlung, die Imam Idriz zusammengestellt hat, besteht darin, um des Friedens, der Güte, des Glücks und Wohlergehens aller Menschen Willen Zuflucht in den heiligen Worten zu suchen.“</p></div>
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		<title>Rezensionen zum Buch „Grüß Gott, Herr Imam!“</title>
		<link>https://islam-penzberg.de/rezensionen-zum-buch-gruess-gott-herr-imam/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[igp-987]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 May 2014 12:28:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Grüß Gott, Herr Imam“ behandelt in zehn Kapiteln Fragen wie Frauen im Islam, Theologie und Imam-Ausbildung in Deutschland sowie das Reizthema Scharia und Grundgesetz.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://islam-penzberg.de/rezensionen-zum-buch-gruess-gott-herr-imam/">Rezensionen zum Buch „Grüß Gott, Herr Imam!“</a> erschien zuerst auf <a href="https://islam-penzberg.de">IGP</a>.</p>
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					<h1 class="entry-title">Rezensionen zum Buch „Grüß Gott, Herr Imam!“</h1>
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				<a href="https://islam-penzberg.de/gruess-gott-herr-imam/"><span class="et_pb_image_wrap has-box-shadow-overlay"><div class="box-shadow-overlay"></div><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="1219" src="https://islam-penzberg.de/wp-content/uploads/2020/06/igp-idriz-gruess-gott-herr-imam.jpg" alt="Imam Idriz: Grüß Gott Herr Imam" title="Imam Idriz: Grüß Gott Herr Imam" srcset="https://islam-penzberg.de/wp-content/uploads/2020/06/igp-idriz-gruess-gott-herr-imam.jpg 800w, https://islam-penzberg.de/wp-content/uploads/2020/06/igp-idriz-gruess-gott-herr-imam-480x731.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 800px, 100vw" class="wp-image-9834" /></span></a>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>„Grüß Gott, Herr Imam“ behandelt in zehn Kapiteln Fragen wie Frauen im Islam, Theologie und Imam-Ausbildung in Deutschland sowie das Reizthema Scharia und Grundgesetz. „Und es möchte zeigen, dass es möglich ist: Islam und Demokratie, Menschenrechte, Freiheit, Gleichberechtigung miteinander zu vereinbaren“, sagte Autor Benjamin Idriz. „Und zwar nicht, weil Muslime sich quasi notgedrungen an Verhältnisse anpassen müssten, die ihnen innerlich widerstreben, sondern weil alle diese Werte dem Islam entsprechen, weil der Islam – nach meinem Verständnis – genau das von uns verlangt.“</p>
<p>Das Buch sei an Muslime und Nicht-Muslime gerichtet. Idriz warf Islam-Kritikern vor, explizit und beharrlich bestehende Probleme zu benennen, aber nur selten seriöse Lösungsvorschläge einzubringen. Er wolle mit seinem Buch den Unterschied verdeutlichen „zwischen denen, die über Muslime reden und zur Eskalation von Konflikten beitragen, und denjenigen, die mit Muslimen gemeinsam nach Lösungen suchen“.</p>
<p><em>Benjamin Idriz, Grüß Gott, Herr Imam! Eine Religion ist angekommen, Diederichs Vlg. München&nbsp;2010, <nobr>ISBN 978-3-424-35042-5,</nobr> €&nbsp;16,99</em></p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Plädoyer für Aufklärung und Reform</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Von Dr. Andreas Renz, EOM München<br />
Ökumenereferat des Erzbistums München und Freising
</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Allah – Gott</strong><br />
Idriz verwendet konsequent und bewusst die deutsche Übersetzung des arabischen Wortes „Allah“: Gott. Dies ist durchaus nicht selbstverständlich für Muslime in Deutschland und anderswo, weil sie häufig in „Allah“ einen Eigennamen des einzig in der islamischen Offenbarung wahren Gottes sehen. So wird in Koranübersetzungen von Muslimen das Wort „Allah“ meist nicht übersetzt. Sprachwissenschaftlich jedoch ist „Allah“ einfach das arabische Wort für Gott. Die Wiedergabe mit „Allah“ im Deutschen (auch auf Seiten von Nichtmuslimen) deutet meist auf eine bewusste oder unbewusste Abgrenzung von anderen Religionen hin. Dem will Idriz explizit entgegentreten, indem er betont, dass „Allah“ die „arabische Vokabel für denselben, weil einzigen Schöpfer und Herrn der Welt“ sei (7). Damit wendet sich Idriz klar gegen einen Exklusivitätsanspruch des Islam, wie er kennzeichnend ist für traditionalistische und fundamentalistische Lesarten. Dies entspricht auch der offiziellen katholischen Lehre (vgl. Lumen gentium, Art. 16), wo es heißt, dass die Muslime „mit uns zu dem einen Gott beten“.</p>
<p><strong>Universalität und Kontextualität</strong><br />
Idriz ist sich der Vielgestaltigkeit, Kontextualität und Wandelbarkeit von Religion und damit auch des Islams bewusst (vgl. 8, 46). Anders als fundamentalistische Ideologen unterscheidet er klar zwischen der Unveränderlichkeit der Quellen und der veränderlichen und kontextuellen Auslegung dieser Quellen. Die Aussage, dass der „Islam, wie ihn Muhammad interpretiert und gelebt hat … einen universellen Charakter“ besitze (15), bedürfte aber dann doch einer kritischeren und differenzierteren Diskussion. Interessant ist aber, dass er die Normativität des Korans und der Prophetentradition nur für die Glaubensangelegenheiten gelten lässt, während in weltlichen Dingen Vernunft und Erfahrung maßgeblich sein müssten: „Der ‚Euro-Islam’ bedeutet, sich beim Gebet nach Mekka und bei der Politik nach Brüssel bzw. Berlin zu richten“ (55). Dies deutet auf eine Position hin, die – anders als die islamistische Ideologie – Religion und Politik im Islam trennen will.</p>
<p><strong>Scharia</strong><br />
Historisch nicht richtig ist, dass Muhammad die Sklaverei und die Blutrache abgeschafft hätte (vgl. 21). Zwar gibt es zahlreiche Gebote, die auf die Überwindung der Sklaverei zielen (z.B. Sure 90,13), aber ein Verbot gibt es weder im Koran noch in der Sunna. Die Blutrache (qisas) wurde in Form des – vom Judentum übernommenen ­– Talionsrechtes ebenfalls stark eingeschränkt und einem ordentlichen Gerichtsverfahren unterworfen – was ohne Zweifel ein Fortschritt in der Rechtsentwicklung war –, aber keineswegs verboten (vgl. Sure 2,178).</p>
<p>Problemtisch erscheint mir die Forderung nach einem Fatwa-Rat für Europa und Deutschland (vgl. 52). Ein Fatwa-Rat, dessen Funktion in der Erstellung von Rechtsgutachten bestünde, ist überflüssig, wenn die Scharia in Europa keine Rechtsquelle sein soll. Der bereits bestehende Fatwa-Rat in Europa hat derzeit außerdem auch problematische Personen als Mitglieder (z.B. den islamistischen Prediger Yusuf al-Qaradawi). Nötig für die Muslime hier wie für die politische und gesellschaftliche Diskussion (etwa in Fragen der Bioethik) wäre stattdessen ein islamischer Ethikrat. Der Islam in Europa müsste sich m.E. von einem verrechtlichten Verständnis von Religion und Glaube hin zu einer Gesinnungs- und Verantwortungsethik entwickeln. D.h., es kann nicht darum gehen, dass Religionsexperten den Muslimen kasuistisch Rechtsgutachten an die Hand geben, sondern es muss um die Entwicklung und Vermittlung von ethischen Prinzipien gehen, die es dem einzelnen Muslim ermöglichen, in ethischen Konfliktsituationen selbstverantwortet zu entscheiden. Idriz betont mit Recht in diesem Zusammenhang wie an vielen anderen Stellen immer wieder die Bedeutung des individuellen Gewissens (vgl. 129, 197 u.ö.).</p>
<p>Entscheidend für die Reformfähigkeit des Islam bes. in rechtlichen und ethischen Fragen ist die Auffassung, dass die Scharia „eine Sache der menschlichen Interpretation“ ist (118). Die Aussage, wonach es „Auslegungen und Interpretationen von einigen Gelehrten im Bereich Strafrecht“ gebe, „die mit dem heutigen Verständnis der Menschenrechte nicht kompatibel sind“ (118) ist sicherlich eine Untertreibung: Zum einen sind es nicht nur einige, sondern es ist – global gesehen – eher der Mainstream im Islam, zum anderen betrifft die Unvereinbarkeit nicht nur die Auslegungsebene, sondern bereits auch die Bezugsquellen der Auslegung, nämlich Koran und Sunna. Idriz selbst lehnt Körperstrafen und Todesstrafe unmissverständlich ab (vgl. 119).</p>
<p><strong>Plädoyer für Aufklärung und Reform</strong><br />
Begrüßenswert ist das Plädoyer für islamische theologische Fakultäten und wissenschaftliche Institutionen für die Ausbildung von Imamen und Religionslehrern (vgl. 53). Idriz sieht darin die Chance für eine „islamische Aufklärung“ (53) und für eine „grundlegende Reformation im islamischen Denken“ (61). Er selbst scheint diesen Weg der Reform und Aufklärung gehen zu wollen, wenn er davon spricht, dass der „erkenntnistheoretische Inhalt des Gotteswortes … ebenso göttlich wie menschlich (war)“ (62). Geradezu revolutionär wird es, wenn er den „Übergang von einer gottzentrierten Kultur zu einer menschzentrierten“ fordert (64), die von den Menschenrechten ausgeht und das individuelle Gewissen betont. Indem er sich auf islamische Reformansätze wie die der Ankaraner Schule (historisch-kritische Koranhermeneutik) bezieht (vgl. 64, 122) und einen vernunftbetonten Ansatz präferiert (64f), knüpft er an die rationale Theologie der Mu’taziliten im frühen Islam an, auf die sich viele gegenwärtige Reformkräfte im Islam berufen (vgl. bes. auch 205-208). Dass er dabei auch auf den aufgrund seiner Rolle während der Naziherrschaft umstrittenen bosnischen Reformtheologen Husein Djozo Bezug nimmt, ist in diesem Rahmen verzeihlich, wird Djozo doch in vielen islamwissenschaftlichen Arbeiten der Gegenwart zitiert, ohne zugleich stets auch die dunklen Seiten in dessen Biographie zu thematisieren. Idriz hat sich inzwischen klar und glaubwürdig von diesen problematischen Seiten der Biographie Djozos distanziert.</p>
<p>Mit seinem vernunftorientierten Ansatz wendet sich Idriz gegen jede Form eines blinden Traditionalismus ebenso wie gegen eine wortwörtliche Auslegung der Quellen. Vielmehr kommt bei ihm ein kommunikationstheoretisches Offenbarungs- und Auslegungsverständnis zum Tragen (vgl. bes. 68), das an den ägyptischen Reformer Abu Zaid (gest. 2010) erinnert. Dies kommt einem Paradigmenwechsel innerhalb des Islams gleich.</p>
<p>Idriz zeichnet sich dadurch aus, dass er nicht nur an reformorientierte Ansätze der Vergangenheit und Gegenwart anknüpft, sondern sogar kreativ weiterentwickelt. So versucht er aus der klassischen Lehre von den fünf Zwecken der Scharia (Schutz des Glaubens, des Lebens, der Vernunft, des Eigentums, der Nachkommen) – die er um die Prinzipien Freiheit und Gleichberechtigung ergänzt (vgl. 127f) – die modernen Freiheits- und Gleichheitsrechte abzuleiten (vgl. 70, 127f). Die religiösen Grundlagentexte (Koran und Sunna), so Idriz, müssten im Einklang mit diesen Zielen interpretiert werden. Damit hat er ein hermeneutisches Werkzeug geschaffen, um den Islam moderne- und pluralismusfähig zu machen.</p>
<p><strong>Stellung der Frau</strong><br />
Sein siebtes Prinzip – Gleichberechtigung – legt der Autor dann in den folgenden Kapiteln aus. Die Formulierung „Die Frau und der Mann sind gleichgestellt, was ihre Aufgaben und ihre Verantwortung Gott gegenüber betrifft ebenso wie ihre Belohnung dafür“ (17) lässt zunächst die Positionierung zur rechtlichen und gesellschaftlichen Gleichstellung von Mann und Frau vermissen, diese wird aber dann zumindest implizit nachgereicht: „Alle Menschen sind auf Erden vor dem Recht gleich.“ (18)</p>
<p>Vor allem mit Bezug auf Sure 4,1 versucht er – wie viele feministische Ansätze im Islam – die Gleichheit der Geschlechter koranisch zu begründen (vgl. 136), ohne dabei den patriarchalischen Kontext des Korans zu leugnen (vgl. 141). Für ihn ist die Gleichberechtigung der Frau eine notwendige Voraussetzung für eine gelingende Integration. Doch die Selbstkritik geht tiefer: „Leider ist in der Literatur, im Diskurs, im Denken und im Tun der Muslime nicht wenig ‚Frauenfeindlichkeit’ zu finden“ (133). In Bezug auf die sog. „Ehrenmorde“ will sich Idriz nicht mit der oft beschwichtigenden Formel begnügen, dies hätte mit dem „wahren Islam“ nichts zu tun – er fordert ernstzunehmende Präventionsprogramme von den muslimischen Organisationen (vgl. 132). In Bezug auf die problematische Züchtigungsformel in Sure 4,34 entscheidet sich Idriz im Anschluss an den türkischen Koranexegeten Ihasn Eliacik für eine Übersetzung des Verbums daraba mit „sich für eine Weile trennen“, statt mit „schlagen“. Dies widerspricht zwar der jahrhundertelangen Auslegungstradition, semantisch jedoch ist eine solche Übersetzung durchaus möglich. Damit könnte eben eine neue Auslegungstradition grundgelegt werden. Die vom Koran erlaubte Polygynie interpretiert Idriz als den historischen Umständen geschuldetes Zugeständnis, das eigentlich auf die Monogamie hintendiere (vgl. 152ff).</p>
<p>Idriz hält ein Schleierverbot für kontraproduktiv und setzt sich stattdessen für die Freiheit der Frau ein, selbstbestimmt zu entscheiden: „Frauen, die aus Gründen der Reinheit den Kopf bedecken, sind zu würdigen. Das heißt aber nicht, dass die anderen sündigen.“ (157) Dennoch macht er keinen Hehl daraus, dass für ihn der ideale Mann und die ideale Frau in Körperbedeckung, Charakter und Gebet „das Maximum“ erreichen sollten, d.h. „Bedeckung des ganzen Körpers außer dem Gesicht, der Hände und der Füße“ (159). Dies ist sicherlich ein eher konservatives Verständnis, das jedoch auch in außerislamischen religiösen Kontexten keineswegs ungewöhnlich ist (Mittelmeerraum, Osteuropa etc.). Deutlich spricht er sich gegen den Gesichtsschleier oder den Ganzkörperschleier aus: „Die Gesichter müssen frei bleiben. … Wer es versteckt, verheimlicht seine Identität. Das Gesicht ist Ausdruck für die moralische Verantwortung eines Menschen dem anderen gegenüber “ (164).</p>
<p><strong>Gemeinsame Werte</strong><br />
Idriz bekennt sich – nicht erst mit diesem Buch – eindeutig und immer wieder zur Trennung von Religion und Staat, zu Demokratie und Rechtsstaatlichkeit (vgl. 74ff, 112). Der letzte Teil des Buches widmet sich denn den gemeinsamen Werten von Muslimen und Nichtmuslimen in Deutschland. Idriz betont: „Das Fundament für die Integration in einem Land bildet das Erlernen der Landessprache, die Treue zur Verfassung und das Annehmen der ‚europäischen Werte’“ (172). Diese europäischen Werte aber seien samt und sonders auch zugleich islamisch: die Zehn Gebote, die Goldene Regel, die Achtung der Menschenwürde, die Freiheit des Einzelnen, gesellschaftlicher Frieden, Pluralismus und Toleranz, Gerechtigkeit usw. (vgl. 174-218). Krieg ist für Idriz „nur zur Verteidigung legitim“ (18, vgl. 193), kriegerische Stellen im Koran seien „historisch bedingt“. Idriz betont auch die Religionsfreiheit, zum Problem der Konversion bzw. zum traditionellen islamischen Apostasieverbot jedoch nimmt er nicht gesondert Stellung (im mündlichen Gespräch versichert Idriz, dass Religionsfreiheit für ihn natürlich auch das „uneingeschränkte Recht auf Religionswechsel oder auch zu Religionslosigkeit“ einschließt).</p>
<p><strong>Fazit</strong><br />
Es ist meines Wissens das erste Buch eines in Deutschland wirkenden Imams und es gibt wohl kaum einen zweiten unter den Imamen in Deutschland, der so selbstkritisch mit der eigenen Religion umgeht, in diesem Maß dialogorientiert ist und eine derart reformorientierte, in manchen Punkten gar revolutionäre Theologie vertritt wie Idriz, weil er Würde und Wohl des Menschen in den Mittelpunkt seiner Theologie stellt. Dies erinnert immer wieder an die „anthropologische Wende“ (Karl Rahner) der christlichen Theologie im 20. Jh. Diese Stimme wird neben den an deutschen Universitäten wirkenden muslimischen Theologen eine weichenstellende Rolle einnehmen in der weiteren Entwicklung des Islams in Deutschland und Muslime wie Nichtmuslime werden gut daran tun, seine Stimme zu hören und mit ihm zusammen weiterzudenken. Denn dieses Buch richtet sich nicht nur an die Nichtmuslime in Deutschland, sondern mindestens ebenso sehr an die muslimische Community. Es geht bei diesem Projekt um nichts weniger als um die Inkulturation des Islam, um die Entwicklung einer islamischen Theologie in europäischem Kontext.</p>
<p>Wer dieses Buch liest, muss erkennen, dass die Vorwürfe des bayerischen Verfassungsschutzes gegen Idriz obsolet sind. Idriz mag – aus welchen Gründen auch immer – in der Vergangenheit Kontakte zu Personen der islamistischen Szene (IGMG, IGD) gehabt haben, sein Denken, Reden und Handeln weist in eine völlig andere Richtung. Es wäre politisch wie gesellschaftlich m.E. ein großer Fehler, ihn weiterhin unter Verdacht zu stellen.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Idriz argumentiert an mehreren Fronten gleichzeitig</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Von Stefan Silber</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Zur Diskussion um die Integration muslimischer Mitbürgerinnen und Mitbürger in Deutschland leistet Benjamin Idriz, Imam der Moschee im bayerischen Penzberg, einen wichtigen und eigenständigen Beitrag. Er vertritt einen „europäischen“ Islam, der liberal und flexibel, kreativ und selbstbewußt das islamische Glaubensbekenntnis im kulturellen Umfeld Europas neu aussagen und Gestalt gewinnen lassen will.</p>
<p>Idriz‘ Buch ist flott geschrieben und auch einem breiteren Kreis von Leserinnen und Lesern leicht zugänglich. Fachtheologen werden darin manche systematische Tiefe und kritische Reflexion vermissen, aber der theologische Dialog ist offenbar nicht das Ziel des Buches. Vielmehr geht es dem Imam darum, für ein Verständnis des Islams zu werben, das der europäischen Kultur nicht nur nicht entgegensteht, sondern sich in ihr bestens entfalten kann. Dieses Verständnis möchte er nicht nur bei seinen nichtmuslimischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, sondern auch bei seinen Glaubensgeschwistern wecken. Er macht daher immer wieder darauf aufmerksam, daß es in Mazedonien und vor allem in Bosnien schon seit vielen Jahrhunderten einen europäischen, aufgeklärten und demokratischen Islam gibt.</p>
<p>Idriz argumentiert an mehreren Fronten gleichzeitig: Der wachsenden Islamfeindlichkeit in Deutschland entspricht eine Tendenz zur Abschottung gegen die Gesellschaft innerhalb mancher islamischer Gemeinden. Beiden Gesprächspartnern will Idriz begreiflich machen, daß der Islam weder der Demokratie noch dem Pluralismus ablehnend gegenübersteht. Vielmehr möchte er zeigen, daß der Islam im Kern eine friedfertige, vernünftige Religion ist, die sich in unterschiedlichen Kulturen und zu unter­schiedlichen Zeiten sehr verschieden ausprägen kann und muß. Idriz bemüht sich um ein hermeneutisches Verständnis des Korantextes: „Wie würde Gott den Koran in unserem 21. Jahrhundert formulieren?“ (64)</p>
<p>Zahlreiche Stereotypen in der gesellschaftlichen Diskussion über den Islam, wie häufig kritisiertes oder auch nur unterstelltes Fehlverhalten von Muslimen, werden von Idriz kenntnisreich als punktuelle kulturelle Ausprägungen, unwesentliche Zutaten zum Wesen der islamischen Religion oder schlicht als Fehlinterpretationen oder gar böswillige Zuschreibungen entlarvt. Im einzelnen widmet er ganze Kapitel den Bereichen Werte, Politik, der Ausbildung von Imamen in Deutschland, der Bedeutung der Scharia und der Frauen­frage. Bei jedem Thema möchte er zeigen, daß der Islam bereits in der Mitte der europäischen Gesellschaft angekommen ist und keine Bedrohung für die westliche Lebensweise darstellt, sondern lediglich einige legitime religiöse Akzente setzen möchte.</p>
<p>Manches klingt zu schön, um wahr zu sein. Oft vermißt man ein deutliches Wort der Kritik gegenüber der westlichen Lebensweise, die so erstrebens- und nachahmenswert nun auch wieder nicht ist. Auch ein Wort der Selbstkritik, über die Kritik an einem fundamentalistischen Verständnis des Islams hinaus, war offenbar nicht beabsichtigt. Dennoch stellt Idriz‘ Buch einen wertvollen Beitrag angesichts einer immer emotionaleren Diskussion um den Islam in Europa dar. Wenn gerade der von Idriz vertretene „Euro-Islam“ abgelehnt wird, indem Angst vor einer „schleichenden Islamisierung Europas“ (58) geschürt wird, unterstreicht dies, wie wichtig eine vorurteilsfreie Diskussion um die Religion einer großen Minderheit unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger in Deutschland geworden ist.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Quelle: stimmen-der-zeit.de
</p></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div><div class="et_pb_row et_pb_row_16">
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>„Hvaljen Bog, gospodine imame“ – balkanski model islama</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_28  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Eine Rezension von Rüdiger Rossig für DW in serbo-kroatischer Sprache<br />
Rüdiger Rossig je novinar, pisac i stručnjak za Balkan, posebno nekadašnju Jugslaviju</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_29  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Islam je dio Europe – već više od 600 godina / Dvostruko bosansko iskustvo / Demokracija i ljudska prava – islamske vrijednosti / Revolucionarno tumačenje islama / Knjiga protiv islamofobije.<br />
Benjamin Idriz, imam rođen u bivšoj Jugoslaviji, tumači Kur’an kao uputstvo za angažman u korist demokracije i ljudskih prava. Po njemu islam ne samo da se u Europu može lako integrirati, već je odavno dio nje.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_30  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Benjamin Idriz je propovjednik vješt na riječima. U svojoj knjizi „Hvaljen Bog, gospodine imame“ (Grüß Gott, Herr Imam) on na 220 stranica ne samo da potvrđuje koliko dobro zna pripovijedati i argumentirati. Nakon lektire jedanaest poglavlja te knjige čitaocu se koža naježi jednako kao nakon inspirirane propovjedi nekog kršćanskog svećenika na nedjeljnoj misi. To je samo jedan od brojnih dokaza za točnost autorove tvrdnje istaknute u podnaslovu knjige: Islam ne samo da se može intergrirati u Njemačku i Europu – on je već odavno tu.</p>
<p>Sâm Benjamin Idriz je u višestrukom smislu Europljanin. Rođen je 1972. godine u Skoplju, živi već godinama kao imam u Penzbergu u Bavarskoj. Ovaj gradić sa 16.000 stanovnika nastao je u 19. stoljeću u okolici jednog rudnika, ljudi su ovdje dolazili iz različitih krajeva. O tome svjedoče i različite crkve i bogomolje: tu su katolici i protestanti, tu su Jehovini svjedoci, adventisti, novoapostolski kršćani – i muslimani.</p>
<p>1966. rudnik je zatvoren, ali općini ne samo da je uspjelo pronaći novi posao za 13.000 nekadašnjih rudara, već je i čitavo mjesto dobilo novi izgled: nekadašnje sive zgrade dobile su nove, moderne šarene fasade, izgrađeni su parkovi, igrališta za djecu…Danas ovaj uzoran gradić ima 5.000 stanovnika više nego u trenutku zatvaranja rudnika.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_31  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Islam je dio Europe – već više od 600 godina</strong><br />
Prvi muslimani došli su početkom 60ih kao gastarbajteri iz tadašnje Jugoslavije i Turske, i odavno su postali „pravi Penzbergljani“. A na modernu džamiju koja je tu izgrađena nisu ponosni samo vjernici. Imam Idriz se dobro uklapa u Penzberg. On vrlo uspješno povezuje tradiciju i modernost. Potiče iz obitelji sa 150-godišnjom tradicijom imama, već sa jedanaest godina dobio je titulu hafiza – onog koji Kur’an zna napamet. Teologiju je studirao u Siriji, Francuskoj i Libanonu, svoj diplomski rad je pisao o emancipaciji žene u islamu. Odlučio se za život u Njemačkoj, tečno govori njemački, turski, albanski, arapski, makedonski i bosanski.<br />
Iskustvo koje je stekao u nekadašnjoj Jugoslaviji je za njega bilo odlučujuće – kako u dobrom, tako i u lošem. U svojoj knjizi on s pravom skreće pažnju na činjenicu da islam nije nikakva nova religija u Europi. U Bugarskoj, Albaniji, Makedoniji te prije svega u Bosni i Hercegovini i na Kosovu postoji taj „euro-islam“ – i to već više od 600 godina.</p>
<p><strong>Dvostruko jugoslavensko iskustvo</strong><br />
To s jedne strane znači da je i moguće i potrebno „oživjeti modele mirnog suživota koji su stoljećima bili prakticirani u Andaluziji i na Balkanu“ kako bi se ne stvorila, već „u nama Europljanima iznova probudila ta mogućnost zajedništva.“ S druge strane jugoslavenska tragedija nas uči kuda vodi politika diskriminacije i izopćavanja manjina – „u rat, razaranje i patnju za sve.“<br />
U svojoj knjizi Idriz na mnogo mjesta navodi činjenice koje unose novu perspektivu u aktualnu njemačku raspravu o islamu koja se često odlikuje upravo nevjerovatnom površnošću i neznanjem. On objašnjava zbog čega se islam u Bosni i Hercegovini morao dalje razvijati nakon što su se Osmanlije povukle i koji su muslimanski mislioci koje reformske ideje uveli u raspravu.<br />
Svi ti navodi Idriza vode do njegove središnje teze: glavna zadaća islama je očuvanje mira! A najbolje sredstavo za to su demokracija i zaštita ljudskih prava. Idriz se zalaže za moderno tumačenje uloge žene u islamu i naglašava da se muslimani trebaju angažirati za zaštitu ljudskih prava, pravne države i mira u društvu. To je islamska tradicija koja se razvila u Bosni i Hercegovini i to je „europski islam“ koji se toliko traži. U toj potrazi ljudi iz nekadašnje Jugoslavije mogu pomoći.</p>
<p><strong>Demokracija i ljudska prava – islamske vrijednosti</strong><br />
Najkasnije na ovom mjestu postaje jasno – Idriz želi puno toga postići. Taj svoj stav on prenosi i dalje, vjernicima: oni trebaju ne samo moliti kako Kur’an nalaže, već se trebaju angažirati i oko integracije, pravednosti u društvu, demokracije i poštivanja načela pravne države i ljudskih prava. Oni osim toga trebaju biti otvoreni prema dostignućima znanosti i s poštovanjem se odnositi naspram drugih religija i vjernika. Idriz se zalaže za islam koji zna u kakvom su odnosu država i religija, „’ko je gazda, a ‚ko je gost“, kako on to kaže. Taj islam je s jedne strane jednako tako spojiv sa demokracijom kao na primjer Katolička ili Protestantska crkva ili Centralni savjet židova u Njemačkoj. Istovremeno je on jednako kao i druge religijske zajednice spreman i sposoban aktivno se angažirati i sporiti kada je u pitanju zaštita demokracije i ljudskih prava. Jer to su, tvrdi Idriz, sastavni dijelovi vrijednosnog sustava islama. Pritom islam, za koji se zalaže imam iz Penzberga, nije neka razvodnjena verzija te religije prilagođena Zapadu. U nekim središnjim temama poput pitanja o braku, obitelji i razlika među spolovima Idriz zastupa stavove koji se uobičajeno nazivaju konzervativnima. On primjerice vrlo jasno brani pravo žene da se odijeva u skladu s pravilima Kur’ana – pri čemu burku ili feredžu raskrinkava kao predislamske i neislamske pojave.</p>
<p><strong>Revolucionarno tumačenje islama</strong><br />
Ali na nekim drugim poljima je Idriz upravo revolucionaran. Imam iz Penzberga želi etničku rascjepkanost muslimana u Njemačkoj – koji se sada okupljaju svaki u svojoj „nacionalnoj“ džamiji u kojoj se govori jezik samo te jedne zajednice – prevladati zajedničkim propovjedima na zajedničkom jeziku, njemačkom. Time bi se pospješila, kako integracija među samim muslimanima u zemlji, tako i njihova zajednička integracija u njemačko društvo. Osim toga se Idriz zalaže i ne samo za jačanje uloge žene u islamskim zajednicama. Želi redovnu sveučilišnu izobrazbu za islamske teologe na njemačkom jeziku koja je otvorena, kako za muškarce, tako i za žene. A za te buduće ženske imame islamske zajednice bi trebale u budućnosti moći birati žene i za svoje predsjednike.</p>
<p><strong>Knjiga za njemačke čitatelje</strong><br />
Knjiga „Hvaljen Bog, gospodine imame“ navodi na razmišljanje. Ta knjiga je esej, manifest. Istovremeno je to vrlo uspješno napisan prozni tekst. Ona se može preporučiti i kao uvod u muslimasku religiju i kao inspiracija za argumentirano suprotstavljanje islamofobiji. Ljudi iz nekadašnje Jugoslavije će u njoj naći malo toga što već nisu znali – tamo je nekada bilo normalno i uobičajeno da se za Bajram posjeti susjeda. Ali za mnoge Nijemce će to biti sasvim novo otkriće. To bi mogla biti dodatna motivacija da se s ljudima sa područja nekadašnje Jugoslavije podijeli ne samo negativno iskustvo raspada zajedničke zemlje, već i pozitivno iskustvo suživota u jednoj multireligijskoj zemlji.</p>
<p><strong>Knjiga protiv islamofobije</strong><br />
U potrazi za realno egzistirajućim evropskim islamom bi ljudi iz nekadašnje Jugoslavije mogli biti od velike pomoći. I u slučaju kada se netko – kao ateist – s imamom Idrizom ne slaže u svim točkama i tezama, uvjereni smo da se tu radi o osobi koja bi mogla postati jedan od vodećih njemačkih i europskih muslimanskih teologa, mislilaca i aktivista suvremenog doba. Mi se nadamo da će njegova inteligentna, angažirana i dobro napisana knjiga pronaći put do mnogih čitalaca, i time uspješno djelovati kao protuotrov protiv islamofobije u Njemačkoj.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Knjiga Benjamina Idriza, „Grüß Gott, Herr Imam“ objavljena je u izdanju Diedrichs-Verlaga iz Münchena 2010 godine
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				<div class="et_pb_column et_pb_column_4_4 et_pb_column_17  et_pb_css_mix_blend_mode_passthrough et-last-child">
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Ein Buch macht Hoffnung</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_34  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Von Dr. Stefan Jakob Wimmer</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_35  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Man sollte sich vom Titel dieses Buches nicht irritieren lassen. Was es zu sagen hat, ist nicht speziell für Süddeutschland relevant. Dabei ist der Buchtitel schon sehr gehaltvoll: Das bayerische „Grüß Gott!“ und ein Buch über Islam – für immer noch erschreckend viele Menschen stecken darin schon begriffliche und inhaltliche Widersprüchlichkeiten. Schließlich gibt es Muslime, die meinen, sie müssten sich möglichst allem, was hierzulande Tradition hat, verweigern und sich bis in den Sprachgebrauch hin abgrenzen und unterscheiden. Und Nicht-Muslime, deren Wahrnehmung von Islam sich auf die eben genannten Muslime beschränkt, und die es schon für hinterhältige Verstellung halten, wenn Muslime „Gott“ anstelle von „Allah“ sagen. Das alles rückt das Buch schon im Vorwort zurecht und stellt fest, dass es ausgerechnet in einer oberbayerischen Kleinstadt, in Penzberg 50 km südlich von München, möglich wurde, „dass der Imam seinen Platz im gesellschaftlichen und kulturellen Gefüge der Stadt einnimmt, dass er – und seine Islamische Gemeinde – ein Teil davon ist.“ Wenn der Islam aber selbst in Bayern als „angekommen“, wie es der Untertitel proklamiert, akzeptiert werden kann, dann ist die Hoffnung begründet, dass das überall gelingen kann.Man sollte sich vom Titel dieses Buches nicht irritieren lassen. Was es zu sagen hat, ist nicht speziell für Süddeutschland relevant. Dabei ist der Buchtitel schon sehr gehaltvoll: Das bayerische „Grüß Gott!“ und ein Buch über Islam – für immer noch erschreckend viele Menschen stecken darin schon begriffliche und inhaltliche Widersprüchlichkeiten. Schließlich gibt es Muslime, die meinen, sie müssten sich möglichst allem, was hierzulande Tradition hat, verweigern und sich bis in den Sprachgebrauch hin abgrenzen und unterscheiden. Und Nicht-Muslime, deren Wahrnehmung von Islam sich auf die eben genannten Muslime beschränkt, und die es schon für hinterhältige Verstellung halten, wenn Muslime „Gott“ anstelle von „Allah“ sagen. Das alles rückt das Buch schon im Vorwort zurecht und stellt fest, dass es ausgerechnet in einer oberbayerischen Kleinstadt, in Penzberg 50 km südlich von München, möglich wurde, „dass der Imam seinen Platz im gesellschaftlichen und kulturellen Gefüge der Stadt einnimmt, dass er – und seine Islamische Gemeinde – ein Teil davon ist.“ Wenn der Islam aber selbst in Bayern als „angekommen“, wie es der Untertitel proklamiert, akzeptiert werden kann, dann ist die Hoffnung begründet, dass das überall gelingen kann.</p>
<p>Das ist das eine, das dieses Buch auszeichnet: es macht Hoffnung! Denn der Autor schreibt mit der Autorität eines Hafis, der den Koran schon als Kind vollständig auswendig beherrscht hat, er schreibt mit der Verwurzelung in einer über viele Generationen zurückreichenden Familienlinie von Imamen, er schreibt aus der intimen Vertrautheit mit den muslimischen Kulturen des Balkans ebenso wie der Türkei und der Arabischen Welt heraus, und er schreibt auf dem soliden Fundament vieljähriger Praxiserfahrung mit der Wirklichkeit der Muslime in Deutschland. Das allein schon zeichnet dieses Buch vor allem aus, was bisher im deutschen Sprachraum über Islam geschrieben wurde und begründet eindrucksvoll die Kompetenz des Autors aus muslimischer Sicht. Gleichzeitig bekennt sich der Imam engagiert zu seiner Identität als Europäer. Er ist hier kein Fremder. 1972 im damals jugoslawischen Mazedonien geboren, teilt er mit der großen Mehrzahl der hier lebenden Muslime die Erfahrung der Migration und kennt wie sie die Spannung zwischen der Verbundenheit zu einem Land, in dem man selbst oder die Elterngeneration geboren wurde und dem Land, in dem man selbst und die eigenen Kinder das Leben und die Zukunft einrichten. Und doch steht außer Frage, dass er als Muslim nicht weniger Europäer ist, als Bayern, Rheinländer, Franzosen oder Dänen.</p>
<p>Das ist das eine, das dieses Buch auszeichnet: es macht Hoffnung! Denn der Autor schreibt mit der Autorität eines Hafis, der den Koran schon als Kind vollständig auswendig beherrscht hat, er schreibt mit der Verwurzelung in einer über viele Generationen zurückreichenden Familienlinie von Imamen, er schreibt aus der intimen Vertrautheit mit den muslimischen Kulturen des Balkans ebenso wie der Türkei und der Arabischen Welt heraus, und er schreibt auf dem soliden Fundament vieljähriger Praxiserfahrung mit der Wirklichkeit der Muslime in Deutschland. Das allein schon zeichnet dieses Buch vor allem aus, was bisher im deutschen Sprachraum über Islam geschrieben wurde und begründet eindrucksvoll die Kompetenz des Autors aus muslimischer Sicht. Gleichzeitig bekennt sich der Imam engagiert zu seiner Identität als Europäer. Er ist hier kein Fremder. 1972 im damals jugoslawischen Mazedonien geboren, teilt er mit der großen Mehrzahl der hier lebenden Muslime die Erfahrung der Migration und kennt wie sie die Spannung zwischen der Verbundenheit zu einem Land, in dem man selbst oder die Elterngeneration geboren wurde und dem Land, in dem man selbst und die eigenen Kinder das Leben und die Zukunft einrichten. Und doch steht außer Frage, dass er als Muslim nicht weniger Europäer ist, als Bayern, Rheinländer, Franzosen oder Dänen.</p>
<p>So ist es nur konsequent und geradezu unvermeidlich, dass sich eines der zehn Kapitel auf die Frage nach dem viel strapazierten Begriff „Euro-Islam“ bezieht. Imam Idriz gehört nicht zu denen, die den Begriff rundheraus ablehnen, weil sie darin verschwörerische Absichten des „Westens“ wittern, mit dem Ziel, den Islam auszuhöhlen. Ohne solche und ähnliche Ängste zu ignorieren, geht es ihm darum, den Islam im europäischen Kontext zu interpretieren. Das ist durchaus nichts Neues. Man muss ja nicht einmal auf die lange zurückliegenden Auftritte des Islam auf dem europäischen Kontinent in Andalusien, Sizilien und im Osmanischen Osten zurückgreifen. Noch zum Ende des 19. Jahrhunderts fingen die bosnischen Muslime an, ihr ebenso originär islamisches wie originär europäisches Selbstverständnis theologisch fundiert zu entwickeln. Die Dynamik dazu verdanken sie der spezifischen historischen Konstellation, die das zu wesentlichen Teilen muslimische Land unter österreichische Herrschaft geraten ließ und damit die Muslime aus der weltlichen Regierungsgewalt eines Sultans und Kalifen (man kann es im Ergebnis nur so sagen:) befreite. Die Erfahrung von der Freiheit der Religion, die Muslime auf europäischem Boden erleben, ist eine im besten Sinne fundamentale, und aus ihr schöpft das theologische Denken von Imam Idriz erkennbar Kraft und Wärme.</p>
<p>So ist für ihn nicht vorstellbar, dass der Islam Staats- und Gesellschaftssysteme im Sinne eines so genannten „Gottesstaates“ fordert oder auch nur befürwortet. In der Institution des Kalifats, die weder im Koran noch in der Sunna verankert ist, sieht er einen Irrweg mit für die Muslime verhängnisvollen Folgen, der vollkommen zurecht „auf Nimmerwiedersehen in der Geschichte begraben“ wurde. In den Kapiteln „Islam und Politik“ und „Die Scharia und das Grundgesetz“ begründet er, wohlgemerkt immer entlang der islamischen Quellen und unter Einbeziehung der entsprechenden Strömungen, die die islamische Tradition vielerorts schon hervorgebracht hat, dass der Islam und die allgemein menschlichen Werte wie Freiheit und Gleichheit, Rechtstaatlichkeit und Demokratie, Frieden und Toleranz in keinerlei Konkurrenz zueinander stehen, sondern in Einklang miteinander verstanden werden müssen.</p>
<p>Das Buch enthält Teile, in denen der Autor theologische Modelle auf höchstem Niveau entwirft, etwa wenn im Kapitel „Vier Fundamente für eine islamische Theologie in Deutschland“ nach Verdammung des dogmatisch erstarrten Theologieverständnisses vergangener Jahrhunderte mit der Forderung nach einer auf den Menschen bezogenen, „horizontalen Theologie“ ein radikal zukunftsweisender Anspruch aufgestellt wird. Die Beziehungen zwischen Gott und Mensch, Text und Vernunft, Diesseits und Jenseits sowie Religion und Staat sind mehr partnerschaftlich, weniger durch Konkurrenz und Dominanz bestimmt, auszuleuchten: Ein als drohender Machthaber vorgestellter Gott „löst bei den Gläubigen Furcht und Zurückhaltung aus, bei den Atheisten hingegen die Verleugnung Gottes. … Für den Menschen ist Gott kein zu fürchtender Herrscher, sondern ein Freund, bei dem der Mensch Zuflucht vor seinen Ängsten sucht; für Gott ist der Mensch ein Geschöpf, mit dem er die Welt aufbaut.“ – „Ein Verständnis des Glaubens, das sich von der Vernunft und Erkenntnis entfernt, wird Fanatismus hervorbringen und in Widerspruch mit den natürlichen Werten des Lebens gelangen.“ – „Ein religiöser Diskurs, der auf die Angst vor dem Jüngsten Tag ausgerichtet ist, gibt vielen Gläubigen das Gefühl der unmittelbaren Gegenwart dieser fernen Zukunft. … Für eine gesunde, schöne, sichere und glückliche Welt braucht man genauso viel Zuwendung wie für das Jenseits, selbst wenn sie vergänglich ist.“ – „Das Ziel ist, eine Ordnung zu schaffen, deren Hauptanliegen die Wahrung der Freiheit und Menschenrechte sein wird. Dies kann weder durch die Kontrolle des Staates durch die Religion verwirklicht werden noch durch die Kontrolle der Religion durch den Staat.“</p>
<p>An anderen Stellen führt Imam Idriz universelle Werte des Islam ganz behutsam und in traditioneller Weise ein, mit Koranzitaten und Belegen aus der Sunna (auch wenn die Ergebnisse manchen Traditionalisten irritieren mögen): „Die Gesetze des Landes zu befolgen“, „die Menschenwürde zu achten“, „die Freiheit zu verteidigen“, „für den Pluralismus einzutreten“, „die Gleichheit zwischen den Geschlechtern und in der Gesellschaft herzustellen“, „stets im Dialog zu bleiben“ – das und noch manches mehr sind nicht etwa Zugeständnisse an eine westliche Moderne, sondern es sind durch und durch islamische Werte.</p>
<p>Ganz konkret und ausführlich wird das im Kapitel „Frauen im Islam“ dargestellt. Dem Autor liegt dieser auch in der öffentlichen Diskussion zentrale Bereich besonders am Herzen. Seinen Forderungen an Muslime, Tabus aufzubrechen und – so der Untertitel des Kapitels: den „Weg zu neuen Reformen“ einzuschlagen, wird er auch hier in eindrucksvoller Weise gerecht. Er stellt alle Versuche, den Begriff „Gleichberechtigung“ muslimischerseits verbal zu umschiffen, als Auswege durch die Hintertür in Frage, um heute noch an einem nach wie vor weitgehend negativ geprägten Frauenbild festzuhalten. In der Moschee und in der Gesellschaft, bei der Erbverteilung, Zeugenschaft und selbstverständlich bei der Ehepartnerwahl gibt es, richtig verstanden, keine Grundlage für Benachteiligungen der Frauen. Zum Reizthema „Kopftuch“ argumentiert der Imam zunächst traditionell: „Es herrscht bei muslimischen Gelehrten beiderlei Geschlechts Einvernehmen über die Interpretation, dass die Bedeckung des Kopfes (des Haares) geboten sei“ – er verdammt aber die Extreme. Nicht nur das Zur-Schau-Stellen erotischer Reize ist verwerflich, sondern auch die Ganzkörperbedeckung einschließlich des Gesichts: „Schleier und Burka widersprechen der Menschenwürde“. Dagegen sollten aber nicht gesetzliche Verbote, wie etwa in Frankreich, eigesetzt werden, sondern islamische Aufklärung und gesunder Menschenverstand. Denn letztendlich geht es um die verantwortliche Entscheidung jeder individuellen Frau. „Es steht der Frau frei, ein Kopftuch zu tragen oder nicht zu tragen. Der Frau per Gesetz Vorschriften in Bezug auf das Kopftuch zu machen, ist weder von religiöser Seite noch von rechtlicher akzeptabel. Bei beiden besteht ein Recht auf freie Wahl der Kleidung. … Das Kopftuch ist weder das Maß der Frömmigkeit noch ein Gegenbeweis für die Integration. Das heißt, eine Frau mit Kopftuch muss nicht zwangsläufig religiöser sein als eine ohne Kopftuch, und eine Frau ist nicht unbedingt besser integriert, wenn sie kein Kopftuch trägt.“</p>
<p>Das alles wird nicht jeder begrüßen. Islamfeindliche Strömungen fühlen sich durch Imam Idriz naturgemäß ganz besonders aufgeschreckt, stellt er doch ihr Weltbild auf den Kopf und ihren Daseinszweck in Frage, wenn er nachweist, dass der Islam anders ist, oder jedenfalls anders sein kann und sein sollte, als es ihre ausschließlich konfrontativ ausgerichtete Optik zulassen möchte. Das ist auch der Hintergrund für die seit Jahren schwelende Kontroverse um Imam Idriz und seine Gemeinde, auf die das Buch nur en passant zu sprechen kommt. Von islamophoben Kreisen innerhalb des Bayerischen Innenministeriums ausgehend wurden sie beschuldigt, insgeheim verfassungsfeindliche Bestrebungen im Schilde zu führen und sogar „einen Gottesstaat nach iranischem Vorbild“ anzustreben…! Einschlägig bekannte Extremisten von den Organisationen „Pax Europa“ und „Politically Incorrect“ sind dankbar, dass sie sich auf ministerielle Verlautbarungen stützen können, wenn sie durch gezielte Aktionen den Frieden in Penzberg stören und den Imam zum zentralen Zielobjekt ihrer Hetzpropaganda machen. Die Vorgänge sind so haarsträubend, dass jüngst heftige politische Widerstände innerhalb der Bayerischen Staatsregierung zu einem gewissen Einlenken geführt haben.</p>
<p>Auf der Seite derer, die nicht bereit oder nicht in der Lage sind, den Islam so wie Imam Idriz zu verstehen, werden sich mit dessen zunehmender Prominenz freilich auch mehr und mehr Muslime melden. Auch wenn man vorher schon weiß, dass es nichts helfen wird, möchte man sie doch daran erinnern, dass es den starren, monolithischen Islam, der in allen Einzelheiten genau so ist, wie sie ihn einmal gelernt haben und ausschließlich gelten lassen, nicht gibt und nie gegeben hat. Es hat mit Spaltungsversuchen nichts zu tun, und es stellt die ewige Unveränderlichkeit der Offenbarung in keiner Weise in Frage, wenn man sich an der Vielgestaltigkeit der islamischen Kulturen durch alle Zeiten und Regionen als Bereicherung erfreut. Jede Zeit und jede Kultur hat dieselben Quellen von immer wieder neuen Voraussetzungen aus befragt, und dasselbe kann und muss für das Europa des 21. Jahrhunderts in Frage kommen. Die Totengräber der Muslime sollten weniger in einem vermeintlich feindlich gesinnten Westen gesucht werden, als unter denen, die eine lebendige Religion unter den Antworten und Zeitumständen früherer Jahrhunderte begraben wollen. „Als vitale Religion hat sich der Islam immer dann und dort erwiesen, wo sich die Muslime nicht an die Traditionen anderer Kulturräume und vergangener Epochen gekettet haben, sondern neue Antworten für ihre Lebenswirklichkeit suchten und fanden.“</p>
<p>So muss es jetzt darum gehen, dass nicht mehr Muslime gegen Nicht-Muslime ums Rechthaben streiten, sondern dass diejenigen, die in gegenseitigem Respekt an unserer gemeinsamen Zukunft bauen wollen, gegen solche zusammenstehen, die bekämpfen, was sie nicht verstehen. Das Buch von Imam Idriz wird sich auf diesem Weg als Meilenstein erweisen. Gerade weil es nicht beansprucht, „‘den Islam‘ letztgültig für alle Zeiten und Kulturen zu erläutern“, sondern weil es sich „als Beitrag zu einem Prozess versteht, der nie abgeschlossen sein wird. Die Debatte ist nicht nur der Weg, sondern in sich schon ein Ziel.“ Diese Debatte gilt es jetzt zu führen, damit Menschen in Deutschland in nicht allzu ferner Zukunft die Feststellung, der Islam sei hier angekommen, einfach nur als Selbstverständlichkeit betrachten.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Quelle: <a href="http://www.islam.de/17978.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">islam.de</a> und <a href="https://www.islamische-zeitung.de/besprechunggruess-gott-herrimamvon-benjamin-idriz-von-stefan-jakob-wimmer/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">islamische-zeitung.de</a></p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner">Zwingt unsere Kinder zum Schulbesuch!</div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_38  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Eine Inquisition, die sich ihre Ketzer erfindet: Der bayerische Imam Benjamin Idriz setzt auf die Aufklärung der Muslime im Bündnis mit dem Staat. Trotzdem misstraut ihm der Verfassungsschutz.
</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_39  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Von Patrick Bahners, FAZ- Feuilletonchef (FAZ,17. März 2011)<br /> Rezensent Patrick Bahners ist als dem Autor des Buches außerordentlich wohlgesinnter Rezensent wieder im Anti-Panikmacher-Einsatz. Der Imam Benjamin Idriz, der in der bayerischen Gemeinde Penzberg tätig ist, wird seit Jahren im Verfassungsschutzbericht erwähnt – was ihm vielfach schadet. Der Skandal daran, so Bahners: Es gibt für diese Erwähnung keinen hinreichenden Grund. Nichts, was Idriz je nachweislich geäußert habe, deute auf Nähe zum Islamismus – ganz im Gegenteil. Für dieses Buch, in dem der Autor ein weiteres Mal für die Vereinbarkeit des Grundgesetzes mit der Ausübung des muslimischen Glaubens argumentiert, gelte das wiederum. Anzuklagen sei in diesem Fall, so Bahners, einzig der Verfassungsschutz, der als „Inquisition“ einen „Ketzer erfindet“.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Nach der Fusion von Amazon und Google wird ja bestimmt ein Programm Amagoogle Bookcase View aufgelegt werden, das die Lokalisierung jedes auf der Welt gedruckten Buches erlaubt. Auch ohne die entsprechenden Algorithmen kann man heute schon mit Gewissheit behaupten, dass sich ein Exemplar des Buches „Grüß Gott, Herr Imam!“ von Benjamin Idriz in der Knorrstraße 139 im Münchner Stadtteil Milbertshofen befindet. Dort sitzt nämlich das Bayerische Landesamt für Verfassungsschutz, das Idriz, dem Imam der Islamischen Gemeinde Penzberg (IGP), seit Jahren besondere Aufmerksamkeit zuwendet.</p>
<p>Vor einigen Tagen stellte Innenminister Joachim Herrmann den Bericht für das Jahr 2010 vor. Dort heißt es mit implizitem Bezug auf das vorliegende Buch: „Der Imam der IGP hat im Berichtsjahr verschiedene Veröffentlichungen herausgegeben, in denen er für einen mit dem Grundgesetz vereinbaren Islam eintritt.“ Idriz behält seinen für Bürger im Staat des Grundgesetzes höchst gefährlichen Status: Er wird in Verfassungsschutzberichten „erwähnt“.
</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Radikales theologisches Manifest</strong></p>
<p>Das Kultusministerium rät Lehrern deshalb davon ab, mit ihren Klassen die Moschee zu besuchen. Vergeblich hat die Gemeinde versucht, dem Geheimdienst die Erwähnung gerichtlich untersagen zu lassen. Ihre Niederlage im Verfahren des einstweiligen Rechtsschutzes hat ihr die Erwähnung im jüngsten Bericht gesichert. Zwar lautet dort der letzte Satz: „Neue Erkenntnisse über verfassungswidrige Aktivitäten ergaben sich im Berichtsjahr jedenfalls nicht.“ Aber davor steht, es bleibe „abzuwarten“, ob in der in diesem Buch zum Ausdruck gebrachten „Distanz zu extremistischen Organisationen eine anhaltende, eigenständige, der freiheitlichen demokratischen Grundordnung entsprechende Ausrichtung zu sehen ist“.</p>
<p>Das Buch ist ein radikales theologisches Manifest, das durch Freilegung des ursprünglichen Universalismus der koranischen Offenbarung den Nachweis führen will, dass der Glaube der Muslime nicht nur nicht im Widerspruch zu den Prinzipien des demokratischen Rechtsstaats steht, sondern eigene Gründe für diese Prinzipien liefert. Idriz geht sogar so weit, die „Sicherheit der Menschen und des Landes“ als „islamischen Wert“ auszuweisen, also den Verfassungsschutz buchstäblich aus dem Koran herzuleiten. „Wenn eine offenkundige Gefahr vorhanden ist, so ist es ein Gebot unserer Religion, mit den staatlichen Institutionen zu kooperieren.“</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_42  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Hermeneutik des Verdachts</strong></p>
<p>Erklärt sich die Vorsicht, mit der die Behörde diese Lehren aufgenommen wissen möchte, daraus, dass sich im Schriftenverzeichnis des Imams ältere Publikationen finden, in denen er das Gegenteil vertrat und Doktrinen extremistischer Organisationen propagierte? Oder ist dokumentiert, dass die Praxis der islamischen Unterweisung in seiner Moschee im Widerspruch zu den staatsfrommen Bekundungen steht? Nichts davon ist der Fall. Die Ortspolitiker und Pfarrer in Penzberg verbürgen sich für den Imam, dessen Plan, in München ein Zentrum für Imamausbildung zu gründen, auch in der Münchner CSU entschiedene Fürsprecher hat.</p>
<p>Als Indizien für Extremismus führt der Verfassungsschutz die frühere Mitgliedschaft leitender Gemeindeangehöriger in der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs an sowie ein Telefongespräch, in dem Ibrahim El-Zayat, die graue Eminenz des politischen Islam in Deutschland, dem Imam dessen Distanzierung von Milli Görüs zum Vorwurf machte. Die Gemeinde sei ein Beispiel für „formal nach außen hin vollzogene Distanzierungsbemühungen“, steht im Verfassungsschutzbericht für 2008. Außer Formalien hat die Behörde aber gar keine Belege für ihre Darstellung vorzuweisen. In der Affäre um Imam Idriz begegnet uns die Hermeneutik des Verdachts, die von der deutschen Auseinandersetzung mit dem Islam Besitz ergriffen hat, in der gefährlichsten Variante: der des amtlichen Handelns.</p>
<p>Der aus Mazedonien stammende Imam beruft sich auf bosnische Theologen, die schon unter österreichischer Herrschaft den Anschluss des Islam an die europäische Zivilisation herstellen wollten und auf die Nachhilfe einer energisch modernisierenden Obrigkeit setzten. Zustimmend zitiert Idriz einen solchen „Reformator“, der den k. u. k. Behörden fehlgeleitete Rücksicht auf die Religion vorhielt: „Sie hätten uns zwingen sollen, unsere Kinder in die Schulen zu geben, sie hätten uns zwingen sollen, den Frauen einen anderen Status in der Familie und Gesellschaft zu geben, wie ihn die neue Zeit verlangte.“</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Bekehrung zum Grundgesetz</strong></p>
<p>Die Offenheit für die Forderungen veränderter Zeiten möchte Idriz als den Grundgedanken der Gestaltung innerweltlicher Verhältnisse nach den Maßgaben des Propheten erweisen, als das Wesen der Scharia, des islamischen Rechts. Er unterscheidet „zwei Formen des Islam“, den wahren und einen nach dem Tod des Propheten verfälschten. Muslimische Herrscher hätten den Islam politisch instrumentalisiert und auch jenseits der Sphäre der Glaubenswahrheiten dogmatisiert. Der apologetische Zweck dieser Geschichtskonstruktion liegt auf der Hand. Aber wer von den Muslimen eine Reformation verlangt, sollte sich daran erinnern, dass auch die christlichen Reformatoren der Glaube beseelte, die Urkirche wiederherstellen zu können. Entscheidend ist, dass Idriz eine theologische Kritik des Syndroms der politischen und geistigen Starrheit fordert, für die der Anspruch des Korans, die letzte Offenbarung zu sein, als Rechtfertigung herhalten musste.</p>
<p>Dass nach traditioneller Lehre ein Muslim das Glaubensbekenntnis nicht widerrufen darf, ist eine mit den modernen Menschenrechten nicht zu vereinbarende Konsequenz des islamischen Universalismus, des schönen Gedankens, dass jeder Mensch als Muslim geboren wird und durch Sprechen der Bekenntnisformel in die Urgemeinschaft der Menschheit heimkehrt. Im Fall Penzberg agiert der Verfassungsschutz als Inquisition, die sich ihre Ketzer erfindet. Warum soll sich irgendein Muslim zum Grundgesetz bekehren, wenn man Benjamin Idriz sein Bekenntnis nicht abnehmen will?</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.03.2011</p></div>
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			</div><div class="et_pb_row et_pb_row_19">
				<div class="et_pb_column et_pb_column_4_4 et_pb_column_19  et_pb_css_mix_blend_mode_passthrough et-last-child">
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Theologische Baustelle</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Auf dem Fundament des Islam errichtet der Imam Benjamin Idriz das Gebäude der Demokratie
</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_47  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Von Lamya Kaddor<br />
Die hier rezensierende Islamwissenschaftlerin und Religionspädagogin Lamya Kaddor begrüßt Benjamin Idriz‘ Buch „Grüß Gott, Herr Iman!“. Sie schätzt den Iman und Islamgelehrten für seine Integrität und seinen Mut. Schlüssig führt er ihres Erachtens vor Augen, dass Islam und Demokratie keinen Widerspruch darstellen. Zudem hebt sie hervor, dass Idriz konsequent die Gleichwertigkeit und Gleichberechtigung von Mann und Frau postuliert. Auch in theologischer Hinsicht findet Kaddor die Ausführungen des Autors überzeugend. Ihr Fazit: ein verdienstvolles Buch, das die Bemühungen um eine „Weiterentwicklung des Islam“ voranbringt.
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Benjamin Idriz ist eine umtriebige Persönlichkeit. Den meisten ist er als Imam der oberbayerischen Kleinstadt Penzberg bekannt, deren Moschee als Vorzeigemodell für das anspruchsvolle Zusammenwirken von Islam und moderner Architektur gilt. Der gebürtige Mazedonier steht auf der einen Seite unter Beschuss, weil ihm der bayerische Verfassungsschutz vorwirft, mit Islamisten in Kontakt zu stehen. Auf der anderen Seite stellt der 39-Jährige den Prototyp des integeren und gebildeten Theologen dar. Er vertritt einen Islam, der im besten Sinne zeitgemäß ist. Nun hat er ein Buch geschrieben: „Grüß Gott, Herr Imam“. Schon der Titel lässt anklingen: Im Grunde soll es sich um eine Manifestation des berühmten Satzes von Bundespräsident Christian Wulff handeln: „Aber der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland.“ Vielleicht sollte man künftig statt nach Benjamin Idriz eher danach fragen, warum manche so ein großes Interesse daran haben, einem modernen Vertreter des Islam Steine in den Weg zu legen.</p>
<p>Eine unserer ersten Begegnungen hatten Benjamin Idriz und ich vor einiger Zeit am Bosporus. Ein heißer Sommertag neigte sich dem Ende. Wir standen im Garten der prachtvollen Sommerresidenz des deutschen Botschafters in Tarabya, dem noblen Vorort Istanbuls. Bei uns war ein ranghohes Mitglied der türkischen Religionsbehörde. Wir unterhielten uns auf Arabisch. Das Gespräch drehte sich um die Ausbildung von Imamen. Ich fragte den Mann mittleren Alters, ob in der Türkei auch Imaminnen arbeiteten. Er entgegnete, eine nennenswerte Zahl gebe es nicht, und schob hinterher: „Wozu auch? Gibt es nichts Wichtigeres als Frauen im Islam?“ Ich blickte Idriz an, dem ob der geschnalzten Antwort ebenfalls der Mund offen stand. Als er sich gefangen hatte, erhob er Einspruch. Und ich dachte: „Ein Imam, der offen Stellung bezieht. Respekt.“</p>
<p>Entsprechend gespannt war ich also auf sein Buch und speziell auf das Kapitel „Frauen im Islam“. Am theoretischen und praktischen Umgang mit diesem Thema scheiden sich die Geister unter muslimischen Theologen immer noch am deutlichsten. Um das Ergebnis vorweg zu nehmen: Idriz knüpft nahtlos an seine Worte in Tarabya an.</p>
<p>Er postuliert nicht nur die Gleichwertigkeit von Mann und Frau, sondern die Gleichberechtigung und führt diesen Gedanken konsequent fort. Zwangsverheiratung brandmarkt der studierte Theologe als unislamisch – „es ist ein Rückfall in die heidnische Zeit“. Die umstrittene Stelle in Sure 4, Vers 34, die manche als Plazet für das Schlagen der Ehefrau nehmen, will er philologisch als „trennt euch von ihnen“ verstanden wissen. Die klassisch islamische Erbverteilung, die Söhnen mehr zugesteht als Frauen, verwirft Idriz als überholt. Und in der innerislamisch heiklen Kopftuchfrage konstatiert er mutig, dass es aus heutiger Sicht einen zeitgemäßen Schutz von Reizen zu gewährleisten gelte. Das heißt, die Frau hat sowohl die Freiheit, ihr Haar als Reiz zu verstehen und zu bedecken, als auch die Freiheit, ebendies nicht zu tun und ein Kopftuch abzulehnen.Entsprechend gespannt war ich also auf sein Buch und speziell auf das Kapitel „Frauen im Islam“. Am theoretischen und praktischen Umgang mit diesem Thema scheiden sich die Geister unter muslimischen Theologen immer noch am deutlichsten. Um das Ergebnis vorweg zu nehmen: Idriz knüpft nahtlos an seine Worte in Tarabya an.</p>
<p>Er postuliert nicht nur die Gleichwertigkeit von Mann und Frau, sondern die Gleichberechtigung und führt diesen Gedanken konsequent fort. Zwangsverheiratung brandmarkt der studierte Theologe als unislamisch – „es ist ein Rückfall in die heidnische Zeit“. Die umstrittene Stelle in Sure 4, Vers 34, die manche als Plazet für das Schlagen der Ehefrau nehmen, will er philologisch als „trennt euch von ihnen“ verstanden wissen. Die klassisch islamische Erbverteilung, die Söhnen mehr zugesteht als Frauen, verwirft Idriz als überholt. Und in der innerislamisch heiklen Kopftuchfrage konstatiert er mutig, dass es aus heutiger Sicht einen zeitgemäßen Schutz von Reizen zu gewährleisten gelte. Das heißt, die Frau hat sowohl die Freiheit, ihr Haar als Reiz zu verstehen und zu bedecken, als auch die Freiheit, ebendies nicht zu tun und ein Kopftuch abzulehnen.
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Das Wesen der Scharia liegt in ihrer Auslegung</strong></p>
<p>Mit all dem spricht der Korankenner freilich nichts an, was islamische Theologinnen nicht schon längst gesagt hätten. Bemerkenswert ist seine Darlegung, weil er als einer der wenigen männlichen Islamgelehrten in Deutschland in dieser Frage unmissverständlich Stellung bezieht. Zudem sind seine Aussagen theologisch geerdet: Er bezieht sich auf den Koran, blickt auf die Hadithe und arbeitet sich an den Argumentationslinien der klassischen Gelehrten entlang. Mag er gelegentlich Belege schuldig bleiben, so unterscheidet ihn das doch deutlich von anderen modernen Ausdeutern des Islam.</p>
<p>Das Frauen-Kapitel ist eines der letzten und bildet so etwas wie den Höhepunkt. Es zeigt am eindrücklichsten, wie Idriz als praktischer Theologe vorgeht und wie er seine Hauptthese begründet: dass Islam und Demokratie vereinbar seien. Nach einigen grundlegenden Ausführungen zu Theologie, Scharia, Politik und die aktuelle Situation des Islam in Deutschland kommt der Penzberger zu dem Schluss, dass diese Kompatibilität geradezu eine Selbstverständlichkeit sei – was vor allem daran liegt, dass die Scharia eben ein Ergebnis von Interpretationen ist.</p>
<p>So wie die Rolle der Frau vor dem gesellschaftlichen Hintergrund der jeweiligen Epoche zu betrachten ist, seien es auch die anderen „Baustellen der islamischen Theologie“. Die Sprache des Islam „hat vernunftbetont, menschenzentriert und zeitgemäß zu sein“, verlangt der deutsche Imam. Festgefahrene Dogmen müssten sich ändern, wolle man nicht in einer „Sackgasse“ landen. Dazu gehört seiner Meinung nach auch die Umwandlung der zumeist vertikalen Verhältnisse – Gott-Mensch, Text-Vernunft, Jenseits-Diesseits, Religion-Staat – in horizontale. Auf dem Weg zu seinem Ziel durchschreitet er das Tor des Idschtihad, um jene Metapher zu benutzen, mit der das aus Sicht orthodoxer Sunniten vor Jahrhunderten eingeführte Verbot eigenständiger Auslegung islamischer Quellen beschrieben wird. Seine Vorgehensweise ist weitgehend schlüssig und wirkt authentisch.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Idriz’ Buch ist ein Bekenntnis, auf das man ihn festnageln kann</strong></p>
<p>Selbstverständlich muss man Idriz’ Buch auch als Antwort auf seine Kritiker verstehen. Aber was auch immer über ihn und seine Vergangenheit kolportiert wird – das Buch ist ein Bekenntnis, auf das man ihn festnageln kann.   Benjamin Idriz hat dem immer stärker werdenden Bemühen um eine Weiterentwicklung des Islam einen großen Dienst erwiesen. Von einigen Seiten wird ihm vorgehalten, „seine“ Religionsauffassung stelle bloß eine exotische Minderheitenmeinung dar. Für das Spektrum der zeitgenössischen Theologen mag das zutreffen. Im gelebten Glauben der meisten Muslime hingegen ist seine Vorstellung von Religion zu großen Teilen längst Realität. Und auch die jüngsten Versuche, ihm aus Bezügen zu Theologen wie dem Bosnier Husein Djozo, der in der Handschar-Division der Waffen-SS gedient hat, einen Strick zu drehen, scheinen konstruiert. So hat denn auch das MagazinFocus, das den Eindruck einer geistigen Verbundenheit erweckt hatte, sich mittlerweile öffentlich bei ihm entschuldigt. Vielleicht sollte man künftig statt nach Benjamin Idriz eher danach fragen, warum manche so ein großes Interesse daran haben, einem modernen Vertreter des Islam Steine in den Weg zu legen.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_51  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Quelle: Süddeutsche Zeitung Nr. 36, Montag, 14.02.2011, Seite&nbsp;18</p></div>
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				<div class="et_pb_column et_pb_column_4_4 et_pb_column_20  et_pb_css_mix_blend_mode_passthrough et-last-child">
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Von Reinhard Kirste</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_53  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Mit seinem interreligiösen Engagement und dem Bau der Moschee in Penzberg (Oberbayern) ist der dortige Imam Benjamin Idriz bekannt geworden. Die durch die modernen Glasfassaden sich nach außen öffnende Moschee ist dieser Bau zu einem gelungen Symbol der Integration geworden und passt genau auf den Untertitel des hier vorgestellten Buches:Eine Religion ist angekommen. Dieses Buch ist deswegen so aufregend, weil ein von Hause aus europäischer Muslim (aus Mazedonien) eigene Vorstellungen entwickelt und nicht auf Interessen des einen oder anderen islamischen Verbandes Rücksicht nehmen muss. Nicht umsonst spricht man vom Penzberger Modell, das für viele Moscheegemeinden als Vorbild dienen kann. Idriz versucht nun beides: Islamisch-theologische Begründung und praktische Realisierung des Glaubens auf der Basis rechtsstaatlichen Denkens. Nicht ein assimilierter Euro-Islam à la Bassam Tibi ist seine Vision, sondern eine aktualisierende Entwicklung für eine in Europa mit den anderen Glaubensanschauungen gleichgestellte Religion.</p>
<p>Und der bosnische Islam ist von jeher das Beispiel eines europäisch geprägten Islam gewesen (S. 41ff) In dieser Weise mutet schon die Frage seltsam an, ob der Islam integrierbar sei (S. 13ff). Zusammen mit Stephan Leimgruber / Stefan Jakob Wimmer hatte Idriz sich schon zuvor für einen:„Islam mit europäischem Gesicht“ ausgesprochen. (Kevelaer: Butzon &amp; Bercker 2010) Die in dieser Gemeinschaftsarbeit entwickeltenPerspektiven und Impulse führt der Imam hier weiter. Kein Wunder, dass ihm von dogmatisch Engstirnigen auf islamischer Seite auch Feindschaft entgegenschlägt. Aber nicht nur von dort: Durch die Offenheit von Idriz, auch mit dem Konservativsten zu reden, ohne seine eigene Haltung zu verbiegen, hat ihm der bayerische Verfassungsschutz und der zuständige Innenminister vorgeworfen, er würde mit verfassungsfeindlichen Kräften gemeinsame Sache machen. Glücklicherweise stehen der Münchner Oberbürgermeister, der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, die Justizministerin in Berlin und andere prominente Politiker aller Parteien hinter ihm.</p>
<p>Als aufgeklärter Muslim nimmt Idriz den Koran für privates und gesellschaftliches Verhalten ernst, weist aber nach, dass die Einmischung der Religion in den Staat nicht nur zu Diktatur führt, sondern dass dann die Rechtsprechung politischen Interessen angepasst wir. Das muss man als Rückfall ins Mittelalter ansehen, wenn es z.B. um die Rechtfertigung von Zwangsheiraten, Auspeitschung, Steinigung, Hand abhacken geht und brutale Strafen mit der Scharia islamisch abgesegnet werden sollen. Idriz hat auch eine Reihe von praktischen Vorschlägen, wie die Konfliktfelder entschärft werden können. Dazu gehört besonders eine eigenständige islamische Theologie in Deutschland, die sich auf vier Fundamente stützen kann, die zu den Grundpfeilern islamischer Theologie immer schon gehörten. Theologie kann nicht vertikal von oben nach unten, sondern muss „Augenhöhe“, also horizontal betrieben werden: Das gilt, weil Gott auf der Ebene des Menschen begegnet (Sure 97), das gilt zwischen geoffenbartem Text und Vernunft, für Diesseits und Jenseits und natürlich zwischen Religion und Staat. Idriz scheut dabei nicht das klare Wort. Das machen besonders die Abschnitte über „Islam und Politik“ (S. 97ff), „Scharia und Grundgesetz“ (S. 114ff), Frauen im Islam“ (S. 131ff) deutlich.</p>
<p>Das Buch endet im Grunde mit der Betonung der gemeinsamen Werte von Islam und Christentum, die auf der Schöpfung Gottes und der Verantwortung des Menschen beruhen, wie sich das bei ähnlich lautenden Geboten in Bibel und Koran widerspiegelt. Darum weist er auch deutlich zurück, dass er im Sinne von Taqiyya ( =Verstellung) etwas Falsches vorspiegele, wie dies immer wieder prominente Islamkritiker (oft mit muslimischen Hintergrund) unterstellen. Er zitiert zustimmend den berühmten pakistanischen Dichter-Philosophen Muhammad Iqbal (1877-1938), der die Verbindungsmöglichkeiten der östlichen Sprache der Liebe mit der westlichen Sprache des Verstandes betont: „Es ist die Fähigkeit zu horchen: auf die sich von Osten erhebende Stimme des Verstandes, der Liebe, der Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und des Glaubens und auf die sich im Westen erhebende Stimme des Verstandes, der Freiheit, Gleichheit, Liebe, Demokratie und des Rechts“ (S. 176). Der lässt sich nicht beirren, wenn er unter Berufung auf den Koran als islamische Werte festhält: Die Gesetze des Landes sind zu befolgen und in dieser Weise ist Menschenwürde zu achten, gilt sie doch zugleich als koranische Pflicht (vgl. Sure 17,70/2,30/14,32/5,32). Ebenso islamisch ist, die Freiheit zu verteidigen und sich für den Pluralismus einzusetzen, die Sicherheit und den Frieden der Menschen in der Gesellschaft und des Landes zu schützen, aktive Toleranz zu üben und für Gerechtigkeit einzustehen. Als islamischer Wert und gleichzeitig als Grundlage gilt die Geschwisterlichkeit aller Menschen und Gleichheit der Geschlechter, wiederum belegt mit einer Reihe klarstellender Aussprüche im Koran. Den Glauben und die Religion(en) in dieser Weise zu bewahren, verbindet letztlich alle aufgeschlossenen religiösen Traditionen. Dass dazu auch der Verstand als Richtschnur des Handelns einzusetzen ist, haben islamische Theologen, besonders die rationalistisch geprägten Mu’taziliten immer wieder betont. Das Tor der Koranauslegung (idjtihad) kann darum niemals geschlossen werden. Dass Idriz von daher den interreligiösen Dialog nicht nur als pragmatische Notwendigkeit, sondern als islamischen Wert ansieht, kann schließlich nicht mehr verwundern. Gewissermaßen als persönlichen Beleg fügt er am Schluss eine Botschaft im Sinne eines Gebets zum 60. Jahrestag der Bundesrepublik Deutschland hinzu (S. 219ff).</p>
<p>Wer sich so deutlich für Freiheit und Demokratie aus islamischer Überzeugung heraus positioniert, dem sollte man nicht immer wieder Steine in den Weg legen und erneutes Misstrauen schüren. Denn mit Muslimen wie Benjamin Idriz, lässt sich Staat machen wohlgemerkt, demokratisch, vernünftig und Glaubens offen! Das Buch endet im Grunde mit der Betonung der gemeinsamen Werte von Islam und Christentum, die auf der Schöpfung Gottes und der Verantwortung des Menschen beruhen, wie sich das bei ähnlich lautenden Geboten in Bibel und Koran widerspiegelt. Darum weist er auch deutlich zurück, dass er im Sinne von Taqiyya ( =Verstellung) etwas Falsches vorspiegele, wie dies immer wieder prominente Islamkritiker (oft mit muslimischen Hintergrund) unterstellen. Er zitiert zustimmend den berühmten pakistanischen Dichter-Philosophen Muhammad Iqbal (1877-1938), der die Verbindungsmöglichkeiten der östlichen Sprache der Liebe mit der westlichen Sprache des Verstandes betont: „Es ist die Fähigkeit zu horchen: auf die sich von Osten erhebende Stimme des Verstandes, der Liebe, der Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und des Glaubens und auf die sich im Westen erhebende Stimme des Verstandes, der Freiheit, Gleichheit, Liebe, Demokratie und des Rechts“ (S. 176). Der lässt sich nicht beirren, wenn er unter Berufung auf den Koran als islamische Werte festhält: Die Gesetze des Landes sind zu befolgen und in dieser Weise ist Menschenwürde zu achten, gilt sie doch zugleich als koranische Pflicht (vgl. Sure 17,70/2,30/14,32/5,32). Ebenso islamisch ist, die Freiheit zu verteidigen und sich für den Pluralismus einzusetzen, die Sicherheit und den Frieden der Menschen in der Gesellschaft und des Landes zu schützen, aktive Toleranz zu üben und für Gerechtigkeit einzustehen. Als islamischer Wert und gleichzeitig als Grundlage gilt die Geschwisterlichkeit aller Menschen und Gleichheit der Geschlechter, wiederum belegt mit einer Reihe klarstellender Aussprüche im Koran. Den Glauben und die Religion(en) in dieser Weise zu bewahren, verbindet letztlich alle aufgeschlossenen religiösen Traditionen. Dass dazu auch der Verstand als Richtschnur des Handelns einzusetzen ist, haben islamische Theologen, besonders die rationalistisch geprägten Mu’taziliten immer wieder betont. Das Tor der Koranauslegung (idjtihad) kann darum niemals geschlossen werden. Dass Idriz von daher den interreligiösen Dialog nicht nur als pragmatische Notwendigkeit, sondern als islamischen Wert ansieht, kann schließlich nicht mehr verwundern. Gewissermaßen als persönlichen Beleg fügt er am Schluss eine Botschaft im Sinne eines Gebets zum 60. Jahrestag der Bundesrepublik Deutschland hinzu (S. 219ff).</p>
<p>Wer sich so deutlich für Freiheit und Demokratie aus islamischer Überzeugung heraus positioniert, dem sollte man nicht immer wieder Steine in den Weg legen und erneutes Misstrauen schüren. Denn mit Muslimen wie Benjamin Idriz, lässt sich Staat machen wohlgemerkt, demokratisch, vernünftig und Glaubens offen!</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Von Ralph Deja</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Der Imam Benjamin Idriz von Penzberg hat ein höchst wichtiges Buch geschrieben. Ist es ein Zufall, dass es so kurz nach dem roten Buch von Thilo S. erschienen ist? Es kommt mir wie die richtige Antwort darauf vor. Dabei kommt er ohne Zahlenhuberei und krude Schlussfolgerungen daher, dafür aber mit klaren und auch für Laien nachvollziehbaren Gedanken.</p>
<p>Nun ist dies nicht das erste deutsche Buch über den Islam, auch nicht das erste über den so genannten Euro-Islam. Was mich an diesem Buch so fasziniert, ist die Tatsache, dass hier ein in Deutschland lebender und in einer bayerischen Gemeinde amtierender Imam aus seiner konkreten Erfahrung heraus berichtet und all seine reformerischen Forderungen aus Koran und Sunna ableitet. Seine Gemeinde ist multi-ethnisch, er selbst stammt aus einer eurpäischen Familie mit einer langen Imam-Tradition. In Penzberg wird er von den Einheimischen wie selbstverständlich mit „Grüß Gott, Herr Imam!“ begrüßt. Ja, er und seine Gemeinde sind inzwischen selbst Einheimische. Daher der Untertitel: Eine Religion ist angekommen.</p>
<p>Das Buch richtet sich auf den ersten Blick an die Nicht-Muslime in unserem Land. Die bekommen auch reichlich Gelegenheit, mit allen möglichen Vorurteilen von der Unterdrückung der Frau bis zur Scharia aufzuräumen. Dabei leugnet Idriz nicht, dass es negative Erscheinungen und Fehlentwicklungen in muslimisch geprägten Ländern gab und gibt. Aber es gab auch so etwas wie eine islamische „Aufklärung“, nicht nur in Andalusien und auf dem Balkan. Mit Blick auf die trotz Buber, Ben-Chorin, Lapide, Homolka oder Much nach wie vor bestehenden falschen Vorstellungen vieler Christen über das Judentum bin ich aber skeptisch, ob sich bei der Einstellung der Menschen gegenüber dem Islam ein baldiger Wandel vollziehen wird.
</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Mindest genau so wichtig scheint mir das Buch von Idriz für die in Deutschland lebenden Muslime und ihre Imame selbst. Ich fürchte, dass viele von Ihnen seinen Reform-Islam als ketzerisch ansehen. Deshalb ist es so wichtig, dass er seine Thesen aus den islamischen Quellen und von anerkannten Authoritäten früherer Jahrhunderte bis in die Zeit des Propheten ableitet. Auch Christen haben ihren Widerstand gegen die Aufklärung erst aufgegeben, als die Menschenrechte einschließlich der Religionsfreiheit biblisch begründet wurden. Ein so in die Moderne fortentwickelter Islam im Einklang mit unserem Grundgesetz könnte auch eine positive weltweite Ausstrahlung in die gesamte muslimische Welt haben.</p>
<p>Das Buch ist eine hervorragende Lektüre für alle Menschen, die sich im kritischen aber friedlichen Dialog der Kulturen und Religionen engagieren. Und erst recht für diejenigen, die keine Angst haben, ihre Vorurteile zu überprüfen. In diesem Zusammenhang denke ich auch an das Buch „Muslimisch, weiblich, deutsch“ von Lamya Kaddor. Ich empfehle das Buch von Idriz auch für den Religionsunterricht in Schulen. Speziell die 15 Kapitel über die „Gemeinsamen Werte“ zum Ende des Buchs eignen sich hervorragend, abschnittweise und gemeinsam von christlichen und muslimischen Schülern bearbeitet zu werden. Dadurch werden sich weder Deutschland noch das Christentum abschaffen, aber beide womöglich reicher werden.</p></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Von Christian Döring</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_58  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Benjamin Idriz ist Imam in Bayern und was viel wichtiger ist, er ist einer dieser Vorzeigeimame. Einer von den wenigen, die sich und ihre Gemeinden zur Integration ermuntern. Wohlgemerkt zur Integration, nicht zur Aufgabe eigener Traditionen.</p>
<p>Viele Themen die gerade in unserer Gesellschaft oft heftigst diskutiert werden greift der Imam auf. So zum Beispiel im Kapitel „Die Scharia und das Grundgesetz“. Der Autor schreibt über die Entstehung der Scharia, über die zahlreichen Veränderungen, die die Scharia im Verlaufe der Jahrhunderte erfahren hat und er sagt deutlich: Die Scharia ist für ihn kein festes nicht veränderliches Rechtswerk. Für mich ist dies neu. Bei vielen anderen islamischen Rechtsgelehrten wird der Autor auf energischen Widerstand stoßen.</p>
<p>Auch bei vielen anderen Stellen im Buch geht es mir ähnlich, ich bin durchaus der Meinung des Autors, mir ist jedoch klar, dass er nur für einen sehr geringen Teil der islamischen Welt spricht.</p>
<p>Es ist gut, dass Leute wie Benjamin Idriz in Deutschland die Möglichkeit haben ein Buch zu veröffentlichen, leider erfahre ich von ihm nicht viel davon, wie er mit radikalen islamischen Kräften umgeht. Mit Sätzen wie diesem: “ Für einige mögen solche Werte umstritten sein, doch muss für uns alle, Muslime und Nicht – Muslime, unbestritten gelten: Das demokratische und pluralistische System in der Bundesrepublik Deutschlan schafft sich nicht ab und wird sich nie abschaffen!“ Nach Sarrazin liest sich dies zwar gut, aber vielen Lesern wird damit die Angst nicht genommen.</p>
<p>Wie gesagt, dies ist wichtig, zum einen als Informationsquelle, zum anderen wird gut sichtbar, dass es eine Vielzahl von Kräften im Islam gibt, von denen wir bislang nicht viel wussten. Kommunikation ist sicher ein guter Anfang um Informationslücken zu schließen – auf beiden Seiten.</p></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div><div class="et_pb_row et_pb_row_23">
				<div class="et_pb_column et_pb_column_4_4 et_pb_column_23  et_pb_css_mix_blend_mode_passthrough et-last-child">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_59  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner">Von Detlef Rüsch</div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_60  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Die Ausführungen des Penzberger Imam Benjamin Idriz lesen sich oberflächlich gesehen sehr leicht und vermitteln ein tolerantes Gefühl. Von daher habe ich mich zu einer ausführlicheren Rezension entschieden.<br />
Der Autor umschreibt mit einer Vielzahl von Koranversen den sogenannten „Euro- Islam“ und führt aus, dass alle Punkte, die von Kritikern/-innen gegenüber Inhalten bzw. Ausführungen des muslimischen Glaubens genannt werden, eigentlich dem Islam widersprechen. So predigt er quasi einen toleranten, frauen- und emazipationsfreundlichen und friedfertigen Islam und verdeutlicht, dass eine Imam-Ausbildung in Deutschland unerlässlich sei. Bei näherer Betrachtung zeigen sich Unklarheiten in dem Buch. So führt Idriz schon im Vorwort aus, dass der islamische Allah „nur die wunderbar wohlklingende, arabische Vokabel für denselben, weil einzigen Schöpfer und Herrn der Welt“ (S.7) sei. Hier wird die Dreieinigkeit des christlichen Gottesverständnisses übergangen. Jesus ist für Christen Gott, während er für Muslime ein Prophet ist. Während Jesus das „Wort Gottes“ ist, ist es für Muslime der Koran. Hier wäre eine differenzierte Darstellung besser gewesen, als eine Verwässerung. So äußert Idriz auch, dass auf dem Buchmarkt „nur wenige…seriöse Lösungsvorschläge“ einbringen und die „islamfeindliche Agitation zunehme (S. 10). Hierfür nennt er jedoch keinerlei Belege oder Beispiele. Überhaupt spricht Idriz immer wieder von „dem Islam“ und kommt erst auf Seite 74 zu den Strömungen „Sunniten und Schiiten“. Dass es beispielsweise auch Aleviten und weitere Strömungen innerhalb des Islam gibt, wird überhaupt nicht erwähnt. Hier wäre es gut gewesen, den Islam differenzierter darzustellen. Überhaupt wird man in dem Buch häufiger Thesen erfahren, die weder belegt noch differenziert argumentativ überzeugend sind. So bezeichnet der Autor es als „soziopolitisch bedingt“ (S. 48), wenn Frauen Kopftücher tragen.
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Die Koranverse, die vom Krieg handeln, seien historisch bedingt. Und da in der EU und der NATO keine Kriegssituation herrsche, fänden diese Verse auch keinen Eingang in die islamische Predigt und die „Erwähnung dieser Koranverse (sei) unnötig und verunsichernd“ (S. 50). Der Begriff der „Scharia“ käme im Koran nur einmal vor, werde aber „von allen verwendet, die den Islam anprangern und Ängste in der Öffentlichkeit schüren wollen“ (S.114) Hier wird eine aggressive Wortwahl verwendet, die einem Sachbuch nicht angemessen ist, ebenso wie auch Necla Kelek nicht als Kritikerin dargestellt, sondern als „dem Islam feindlich“ gegenüberstehend (S. 171) bezeichnet wird. Andererseits gibt sich der Autor milde, wenn die Erwartung eines Mannes an seine Frau für „eine vollständige Körperbedeckung“ nur als „recht bedenklich“ (S. 156) bezeichnet wird. Dennoch sollten „die Geschäfte für Musliminnen Kleidung anbieten, die in unserer Gesellschaft eher tolerierbar wären“ (S. 162). Das Verbot des Tragens der Burka bezeichnet Idriz als „Attacke“ (S.163). Hier fragt man sich immer wieder, wie tolerant und demokratisch der Penzberger Imam tatsächlich ist, wenn er zu solchen Formulierungen greift. Er schlägt gar vor, dass „die Arbeitgeber die Arbeitszeiten für die arbeitenden Muslime zugunsten der Freitagsgebete anders regeln“ könnten (S. 34); wobei eigentlich muslimische Freitagsgebete und christliche Gottesdienste nicht direkt miteinander verglichen werden können.</p>
<p>Und ein paar Seiten weiter heißt es „Ähnlich wie die großen Kaufhäuser rund um Weihnachten ihren christlichen Kunden attraktive Produkte anbieten, können sie im Monat Ramadan auch ihren muslimischen Kunden besondere Angebote machen.“ (S 38) Im Gesamten gibt der Autor diverse Aspekte und Auslegungshinweise bezüglich des Korans wieder und versucht, ein einheitliches Bild des Islam darzustellen. Und sicherlich gibt es diese Möglichkeit der Darstellung. Meines Erachtens fehlt eine klare Positionierung zu unterschiedlichen Strömungen im muslimischen Glauben, welche bezüglich Gewalt, Demokratie, Frauenrechte und vieles mehr ein ganz anderes Bild zeichnen. Es fehlt zugleich auch ein Sachregister und ein Verzeichnis verwendeter Koranverse sowie ein Literaturverzeichnis. Verwunderlich dürfte man auch bei den Sätzen: „Wenn ich das deutsche Grundgesetz lese, so finde ich nicht die kleinste Spur eines Verstoßes der soeben erwähnten islamischen Werte. Daher ist das deutsche Grundgesetz islamkonform. Insofern greift, wer den Islam angreift, auch das Grundgesetz an und wer sich gegen das Grundgesetz positioniert, stellt sich auch gegen den Islam“(S. 217) Hier werden Parallelen hergestellt, die keine sind. Man kann nicht eine Verfassung mit einer Religion vergleichen.</p>
<p>Von einem Buch, das den Untertitel „Eine Religion ist angekommen“ trägt, hätte ich mir mehr Klarheit gewünscht. Und wenn der Imam explizit auch im Buch den Verfassungsschutz anspricht, wäre es gut gewesen, seine persönliche Biographie deutlicher darzustellen und beispielsweise sein Verhältnis zu muslimischen Gruppierungen klarer herauszustellen.</p>
<p>Vielleicht wäre ein guter Fortsetzungsband eher ein Dialog zwischen Vertretern/-innen unterschiedlicher Religionen. Im Gesamten aber fördert dieses Buch den kritischen Austausch untereinander. Es sollte auch so behandelt werden und nicht ohne kritische Prüfung per se in allen Punkten als gelungen bezeichnet werden. Denn Toleranz ist nicht Beliebigkeit, sondern kritische Kenntnis des Gegenübers!</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Von Murad Wilfried Hofmann</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Idriz (38), mazedonischer Vorkämpfer eines „Euro-Islam“ und „Zentrum für Islam in Europa“ (ausgerechnet) in München, ist der bekannteste Imam Deutschlands, und das in Deutschlands schönster Moschee in Penzberg. Zumal er wohl den Vorsitz eines „deutschen Fatwa-Rats“ anstrebt, ringt er um öffentliche Anerkennung, indem er (wie die sog. Ankara-Schule) Balast abwirft. Manches zu Recht wie die übliche Benachteiligung der Frau durch muslimische Machos, islamische politi-sche Parteien und Islam als Staatsreligion. Manches zu Unrecht wie die Scharia, die er auf ihre maqasid (Grundsätze) reduziert, wobei er die Sunna im wesentlichen als „historisch bedingt, flexibel und nicht univer-sell“ menschlichem Gewissen unterordnet. Dabei lobt er Reformer wie Rashid Ghannouchi, Alija Izetbegovic, Fazlur Rahman, Hasan al-Turabi und selbst Bassam Tibi, während er traditionellere Denker wie al-Mawar-di und Ibn Taymiya verwirft.</p>
<p>Als islamischer „Aufklärer“ unterscheidet Idriz leider nicht zwischen der qur`anischen, bindenden Scharia – von ihm abwertend „Dogmen des Korans“ genannt – und menschengemachtem, disponiblen Fiqh. Letztlich ist islamisches Recht für ihn dem Gewissen jedes einzelnen untergeordnet, zumal er bestimmte qur`anische Vorschriften für revisionsbedürftig hält: theologisch und juristisch eine Bankerotterklärung. So meint Idriz, auf das qur`anische Kriegsrecht „verzichten“ zu können, obwohl es der Hu-manisierung der Kriegsführung und dem Verbot von Angriffskriegen dient. Hinsichtlich Polygamie vernachlässigt er, daß Mehrehe (nur) Wai-senbetreuung dienen darf. Am bedenklichsten ist jedoch sein Streben, Theologie durch Anthropo-logie und das vertikale Gott-Mensch-Verhältnis durch ein horizontales, kooperatives auf gleicher Ebene zu ersetzen. Solche Thesen sind mit Islam unvereinbar. Dennoch, wie Idriz mit Bitterkeit festellt, nützt ihm sein biederer „Grüß Gott !“-Ansatz wenig. Gilt er doch dem bayrischen Innenministerium wei-terhin als zu radikal. Nur der Abfall vom Glauben verspricht wohl dessen Applaus. Das sollte Idriz wissen – und zurückrudern.</p></div>
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		<title>Das Buch „Grüß Gott, Herr Imam!“ in den Medien</title>
		<link>https://islam-penzberg.de/das-buch-gruess-gott-herr-imam-in-den-medien/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[igp-987]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 May 2014 09:35:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Verschiedene Medien haben über das Buch „Grüß Gott, Herr Imam“ von Benjamin Idriz berichtet.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://islam-penzberg.de/das-buch-gruess-gott-herr-imam-in-den-medien/">Das Buch „Grüß Gott, Herr Imam!“ in den Medien</a> erschien zuerst auf <a href="https://islam-penzberg.de">IGP</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><div class="et_pb_section et_pb_section_12 header-igp et_pb_with_background et_section_regular" >
				
				
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Medienberichte</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Grüß Gott, Herr Imam!</p></div>
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					<h1 class="entry-title">Das Buch „Grüß Gott, Herr Imam!“ in den Medien</h1>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Kapitulation oder Panikmache?</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>In der deutschen Publizistik scheinen sich Wellen von Islamkritik und -freundlichkeit abzuwechseln. Die Gesellschaft ist in ihrer Wahrnehmung der Einwandererreligion tief gespalten. Aber allmählich nimmt die gegenseitige Kenntnis zu.
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Von Gregor Taxacher
</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_69  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>In den letzten Jahren schien es so, als sei nicht der Islam, sondern die Islamkritik in der Mitte der deutschen Gesellschaft angekommen. Lange wurde sie eher vorsichtig geäußert, wollten doch die meisten Publizisten nicht in den Geruch fremdenfeindlicher Ressentiments geraten. Multikulturalität und Toleranz waren eher links verortet, die Leitkultur-Debatten überließ man den Konservativen. Doch dann überdeckte die internationale Islamismus-Auseinandersetzung die deutsche Befindlichkeit.</p>
<p>Dafür sorgten Autorinnen und Autoren aus einem liberalen und emanzipatorischen Milieu, die dem Islam die Fähigkeit oder Neigung absprachen, in einer aufgeklärten westlichen Demokratie anzukommen: Necla Kelek ist Soziologin türkischer Herkunft, Alice Schwarzer Symbolfigur des Feminismus und Thilo Sarrazin ein Sozialdemokrat, Ralph Giordano und Henryk Broder sind jüdische Publizisten.</p>
<p><b>Konservativer Multikulturalismus</b><br />
Vielleicht ist es also nur konsequent, wenn jetzt ein bekennend konservativer Publizist der Sorge vor der „Kapitulation“ (Broder) die Warnung vor „Panikmachern“ gegenüber dem Islam entgegenstellt: Patrick Bahners, Feuilletonchef der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, plädiert in seinem gleichnamigen Buch für eine Art konservativen Multikulturalismus, der den Staat nicht als obersten Erzieher ansieht und in der Gesellschaft innerhalb der Grenzen der Gesetze unterschiedliche Wertorientierungen und Lebensweisen akzeptiert – auch solche, die dem westlich säkularen Selbstverständnis suspekt vorkommen mögen.Dabei bestreitet Bahners nicht die Gefahren, die von einem tatsächlich politisch radikalen Islam ausgehen. Aber er geißelt einen deutschen Wahn, der „die Hilfstruppen von Ahmadinedschad und al-Qaida einen verdeckten Krieg in unserem Alltag führen“ sieht. Dagegen setzt er auf einen Mehrheitsislam der Einwanderer, der sehr wohl integrationsbereit sei. In Deutschland würden stets – völlig unempirisch – Extrem- oder Minderheitenprobleme auf die Wahrnehmung der großen Mehrheit der Muslime übertragen.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="450" height="338" src="https://islam-penzberg.de/wp-content/uploads/2020/06/igp-blog-Das-Buch-Gruess-Gott-Herr-Imam-in-den-Medien.jpg" alt="Imam Idriz in den Medien" title="Imam Idriz in den Medien" srcset="https://islam-penzberg.de/wp-content/uploads/2020/06/igp-blog-Das-Buch-Gruess-Gott-Herr-Imam-in-den-Medien.jpg 450w, https://islam-penzberg.de/wp-content/uploads/2020/06/igp-blog-Das-Buch-Gruess-Gott-Herr-Imam-in-den-Medien-300x225.jpg 300w" sizes="(max-width: 450px) 100vw, 450px" class="wp-image-10907" /></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Offen für zeitgemäße Islaminterpretationen: Der Penzberger Imam Benjamin Idriz hat mehrfach dazu aufgerufen, den Sinn des Korans in die heutige Sprache zu übertragen.
</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_71  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><b>Islam in Deutschland angekommen?</b><br />
Bahners setzt also darauf, dass Muslime wie der oberbayerische Imam Benjamin Idriz tatsächlich für die schweigende Mehrheit der deutschen Muslime sprechen. Idriz hat jüngst ein Buch unter dem Titel Grüß Gott, Herr Imam geschrieben, in dem er nicht nur nachweisen möchte, dass seine Religion hierzulande angekommen sei, sondern auch die Vereinbarkeit des Islam mit Demokratie und Menschen- sowie Frauenrechten vertritt.</p>
<p>Damit spricht er wiederum Musliminnen wie Lamya Kaddor aus dem Herzen, die ihm bescheinigt: „Im gelebten Glauben der meisten Muslime ist seine Vorstellung von Religion zu großen Teilen längst Realität.“<br />
Kaddor hat als Religionspädagogin ein Schulbuch für den islamischen Religionsunterricht in deutscher Sprache erarbeitet; und sie hat den Liberal-Islamischen Bund gegründet. Der soll deutlich machen, dass die traditionellen Islam-Verbände in Deutschland nicht repräsentativ sind. Aus ähnlichen Motiven arbeitet in Köln schon seit Jahren ein Zentrum für islamische Frauenforschung und -förderung, dessen Protagonistinnen eine Art feministische islamische Theologie entwickeln wollen.</p>
<p><b>Wer ist ein Muslim?</b><br />
Ausnahmen – sagen Islamkritiker zu solchen Phänomenen. Tatsächlich besteht das Problem in einer äußerst dürftigen empirischen Datengrundlage über den Islam in Deutschland. Das fängt schon bei deren Gesamtzahl an: Die Erhebung des Bundesamtes für Flüchtlinge und Migration von 2009 hat diese gegenüber früheren Schätzungen auf 4 bis 4,5 Millionen erhöht.</p>
<p>Aber wer ist ein Muslim? Weil es in islamischen Moscheegemeinden keine Mitgliedslisten, keine den christlichen Taufscheinen vergleichbare Zugehörigkeitsausweise gibt, wird einfach die Zugehörigkeit zu traditionell muslimischen Herkunftsethnien zugrunde gelegt. Auch dagegen hat sich schon eine Organisation gegründet: der Zentralrat der Ex-Muslime, der sich gegen die Festlegung „Einmal Muslim, immer Muslim“ wendet.Die größte islamische Organisation in Deutschland, DITIB, zählt etwa 150.000 Mitglieder, Milli Görüs gerade einmal 27.000 – und alle weiteren Moschee-Dachverbände noch viel weniger: Die meisten Muslime sind traditionell religiös verwurzelt, religions-politisch engagiert sind sie jedoch nicht.</p>
<p>Außerdem gibt es nicht „den“ Islam in Deutschland: Nach Angaben von REMID, einem unabhängigen religionswissenschaftlichen Medien- und Informationsdienst, leben in Deutschland neben gut 2,5 Millionen Sunniten etwa 400.000 Aleviten, die sich nicht dem traditionellen Sunni-Islam zuordnen lassen. Und neben der konfessionellen gibt es die nationale Vielfalt: Türkische oder gar afrikanische Muslime haben mit denen aus Saudi-Arabien, was die Herkunfts-Prägung angeht, eher wenig gemeinsam.</p>
<p><b>„Langweiligere Bücher über den Islam“</b><br />
„Die künftigen Bücher über den Islam in Deutschland werden langweiliger werden“, prophezeit Thomas Lemmen, ehrenamtlicher Geschäftsführer der Christlich-Islamischen Gesellschaft in Deutschland. Er führt die aufgeregten Bücher der letzten Jahre auf ein Defizit der westlichen Islamwissenschaften zurück: Allzu lange verstand sie sich als reine Orientalistik, Forschung über Muslime außerhalb ihrer Herkunftsländer gab es kaum.Die Lücke besetzten selbsternannte Experten, die zu Pauschalurteilen neigten und den Medien jene plakativen Antworten gaben, die sie hören wollten. „Natürlich ist Kritik an manchen Phänomenen des Islam berechtigt“, meint Lemmen. „Aber künftig wird sie mit mehr Sachverstand verbunden sein müssen.“</p>
<p>Mehr Sachkompetenz entsteht auch auf islamischer Seite: Inzwischen gibt es sieben Lehrstühle für islamische Religionspädagogik in Deutschland. Hier werden islamische Religionslehrer und Imame ausgebildet – endlich also einheimische Intellektuelle der Einwandererreligion. Im Südwestrundfunk sprechen Muslime das Wort zum Freitag, das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) veröffentlicht im Internet ein Forum am Freitag. Also hört man in Deutschland differenziertere Stimmen des Islam und nicht nur Stimmen über ihn.<br />
Dass die Debatte sich zu verschieben beginnt, liegt also an einer nachhaltigen Integration des Islam in die deutsche Wirklichkeit, die sich alltäglicher und tiefgreifender vollzieht, als die Islamkritik sie wahrnimmt. Lemmen verweist auf ein Projekt, in dem muslimische zusammen mit christlichen Notfallseelsorgern ausgebildet werden: „Das ist die Realität, die gegen die Rede von Abschottung und Parallelgesellschaft steht“.
</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Gregor Taxacher ist Theologe und arbeitet als Redakteur des Westdeutschen Rundfunks sowie als freier Autor (Schwerpunkt unter anderem: Christentum, Judentum und Islam) in Köln.<br />
© Goethe-Institut e. V. 2011<br />
Quelle: <a href="https://de.qantara.de/content/die-deutschen-intellektuellen-und-der-islam-kapitulation-oder-panikmache-0" target="_blank" rel="noopener noreferrer">qantara.de</a></p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Angeregter Dialog mit rehabilitiertem Imam</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Garching – Es war ein wichtiger Tag für Benjamin Idriz. Am Vormittag hatte der Imam erfahren, dass seiner muslimischen Gemeinde in Penzberg die Gemeinnützigkeit wieder zuerkannt wird.
</p></div>
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				<a href="https://islam-penzberg.de/wp-content/uploads/2020/06/igp-imam-idriz-roemerfeld-theater.jpg" class="et_pb_lightbox_image" title="Imam Benjamin Idriz im Römerhoftheater"><span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="675" src="https://islam-penzberg.de/wp-content/uploads/2020/06/igp-imam-idriz-roemerfeld-theater.jpg" alt="Imam Benjamin Idriz im Römerhoftheater" title="Imam Benjamin Idriz im Römerhoftheater" srcset="https://islam-penzberg.de/wp-content/uploads/2020/06/igp-imam-idriz-roemerfeld-theater.jpg 1200w, https://islam-penzberg.de/wp-content/uploads/2020/06/igp-imam-idriz-roemerfeld-theater-980x551.jpg 980w, https://islam-penzberg.de/wp-content/uploads/2020/06/igp-imam-idriz-roemerfeld-theater-480x270.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1200px, 100vw" class="wp-image-10908" /></span></a>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Imam Benjamin Idriz im Römerhoftheater
</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>In einem internen Bericht hatte der Verfassungsschutz erklärt, dass man dieser keine demokratiefeindlichen Absichten mehr nachweisen könne. Diese wichtige Rehabilitierung ging abends in der angeregten Diskussion im Römerhoftheater in Garching fast unter. Erst nach der Veranstaltung, als einige Zuhörer sich sein Buch „Grüß Gott, Herr Imam“ signieren ließen, verkündete Idriz glücklich und gelöst die Neuigkeit.</p>
<p>Deutschlandweit hat er Aufsehen erregt mit diesem Buch. Auf Einladung des SPD-Ortsvereins war er in Garching zu Gast und sprach im fast voll besetzten Römerhoftheater über den benötigten Dialog der Kulturen. Ein munteres Gespräch entwickelte sich zwischen den Gästen und dem Imam, der die Gläubigen seiner Religion durchaus kritisch betrachtete.</p>
<p>Idriz las anfangs aus seinem Buch und dem „Weg vom Dialog zur Freundschaft, vom Sie zum Du.“ Seine Folgerung war auch klar: „Wenn wir eine gelungene Integration wollen, dann ist Dialog mehr als ein Luxus.“ Das Publikum war sehr angetan von verschiedenen Passagen, die provozieren und die Diskussion anschieben möchten.</p>
<p>Idriz erklärte, „dass Muslime leider noch nicht in der Lage sind, Kritik zu hören“. Dabei müsse eine Debatte über seines und andere Bücher erfolgen. Er begrüße kritische Bewertungen seiner Bücher in türkischen Zeitungen: All diese Beiträge förderten eine Diskussion.<br />
Erfreut äußerte sich der Imam darüber, nirgends so viele Muslime im Publikum gesehen zu haben wie in Garching. Er erinnerte sich an einen Vortrag in Bad Tölz, wo unter 140 Menschen gerade einmal zwei Muslime waren. Im Römerhoftheater waren es deutlich mehr als zehn: „Der Prozess hat begonnen“, stellte er fest. Idriz, der den Koran bereits mit elf Jahren auswendig gelernt hat, erklärte: „Ein Moslem in Deutschland wendet sich zum Beten nach Mekka und für die Politik nach Berlin und Brüssel.“</p>
<p>Auch sieht er den ersten weiblichen Imam nicht als Tabuthema. „Das ist dann der Wettlauf mit der katholischen Kirche“, scherzte SPD-Ortsvorsitzender Götz Braun, der die Diskussion moderierte.</p>
<p>Idriz machte deutlich, dass die islamischen Länder die Trennung von Religion und Politik benötigten. Es gebe schon Entwicklungen in diese Richtung „und das beste Beispiel ist die Türkei“. Christen in der Türkei hätten heute eine deutlich bessere Situation als noch vor zehn Jahren. Die Frage, ob der Islam zu Deutschland gehöre, bejahte Idriz: „Wenn ich zu Deutschland gehöre, dann gehört auch meine Religion dazu.“ Im Gegenzug respektiere er ja auch das hohe Ansehen von Bischöfen und Kardinälen in der deutschen Gesellschaft. Nach der Veranstaltung zeigten sich einige Zuhörer überrascht. „Ich hatte einen etwas älteren, konservativen Mann erwartet“, sagte eine Zuhörerin, „aber Herr Idriz spricht wie ein moderner Pfarrer“.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Quelle: <a href="https://www.merkur.de/lokales/muenchen-lk/angeregter-dialog-rehabilitiertem-imam-1203089.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">merkur.de</a></p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Theologische Baustelle</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_79  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Auf dem Fundament des Islam errichtet der Imam Benjamin Idriz das Gebäude der Demokratie
</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_80  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Von Lamya Kaddor
</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_81  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Benjamin Idriz ist eine umtriebige Persönlichkeit. Den meisten ist er als Imam der oberbayerischen Kleinstadt Penzberg bekannt, deren Moschee als Vorzeigemodell für das anspruchsvolle Zusammenwirken von Islam und moderner Architektur gilt. Der gebürtige Mazedonier steht auf der einen Seite unter Beschuss, weil ihm der bayerische Verfassungsschutz vorwirft, mit Islamisten in Kontakt zu stehen. Auf der anderen Seite stellt der 39-Jährige den Prototyp des integren und gebildeten Theologen dar. Er vertritt einen Islam, der im besten Sinne zeitgemäß ist. Nun hat er ein Buch geschrieben: „Grüß Gott, Herr Imam“. Schon der Titel lässt anklingen: Im Grunde soll es sich um eine Manifestation des berühmten Satzes von Bundespräsident Christian Wulff handeln: „Aber der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland.“ <b>Vielleicht sollte man künftig statt nach Benjamin Idriz eher danach fragen, warum manche so ein großes Interesse daran haben, einem modernen Vertreter des Islam Steine in den Weg zu legen.</b></p>
<p>Eine unserer ersten Begegnungen hatten Benjamin Idriz und ich vor einiger Zeit am Bosporus. Ein heißer Sommertag neigte sich dem Ende. Wir standen im Garten der prachtvollen Sommerresidenz des deutschen Botschafters in Tarabya, dem noblen Vorort Istanbuls. Bei uns war ein ranghohes Mitglied der türkischen Religionsbehörde. Wir unterhielten uns auf Arabisch. Das Gespräch drehte sich um die Ausbildung von Imamen. Ich fragte den Mann mittleren Alters, ob in der Türkei auch Imaminnen arbeiteten. Er entgegnete, eine nennenswerte Zahl gebe es nicht, und schob hinterher: „Wozu auch? Gibt es nichts Wichtigeres als Frauen im Islam?“ Ich blickte Idriz an, dem ob der geschnalzten Antwort ebenfalls der Mund offen stand. Als er sich gefangen hatte, erhob er Einspruch. Und ich dachte: „Ein Imam, der offen Stellung bezieht. Respekt.“</p>
<p>Entsprechend gespannt war ich also auf sein Buch und speziell auf das Kapitel „Frauen im Islam“. Am theoretischen und praktischen Umgang mit diesem Thema scheiden sich die Geister unter muslimischen Theologen immer noch am deutlichsten. Um das Ergebnis vorweg zu nehmen: Idriz knüpft nahtlos an seine Worte in Tarabya an.</p>
<p>Er postuliert nicht nur die Gleichwertigkeit von Mann und Frau, sondern die Gleichberechtigung und führt diesen Gedanken konsequent fort. Zwangsverheiratung brandmarkt der studierte Theologe als unislamisch – „es ist ein Rückfall in die heidnische Zeit“. Die umstrittene Stelle in Sure 4, Vers 34, die manche als Plazet für das Schlagen der Ehefrau nehmen, will er philologisch als „trennt euch von ihnen“ verstanden wissen. Die klassisch islamische Erbverteilung, die Söhnen mehr zugesteht als Frauen, verwirft Idriz als überholt. Und in der innerislamisch heiklen Kopftuchfrage konstatiert er mutig, dass es aus heutiger Sicht einen zeitgemäßen Schutz von Reizen zu gewährleisten gelte. Das heißt, die Frau hat sowohl die Freiheit, ihr Haar als Reiz zu verstehen und zu bedecken, als auch die Freiheit, eben dies nicht zu tun und ein Kopftuch abzulehnen.</p>
<p><b>Das Wesen der Scharia liegt in ihrer Auslegung</b><br />
Mit all dem spricht der Korankenner freilich nichts an, was islamische Theologinnen nicht schon längst gesagt hätten. Bemerkenswert ist seine Darlegung, weil er als einer der wenigen männlichen Islamgelehrten in Deutschland in dieser Frage unmissverständlich Stellung bezieht. Zudem sind seine Aussagen theologisch geerdet: Er bezieht sich auf den Koran, blickt auf die Hadithe und arbeitet sich an den Argumentationslinien der klassischen Gelehrten entlang. Mag er gelegentlich Belege schuldig bleiben, so unterscheidet ihn das doch deutlich von anderen modernen Ausdeutern des Islam.</p>
<p>Das Frauen-Kapitel ist eines der letzten und bildet so etwas wie den Höhepunkt. Es zeigt am eindrücklichsten, wie Idriz als praktischer Theologe vorgeht und wie er seine Hauptthese begründet: dass Islam und Demokratie vereinbar seien. Nach einigen grundlegenden Ausführungen zu Theologie, Scharia, Politik und die aktuelle Situation des Islam in Deutschland kommt der Penzberger zu dem Schluss, dass diese Kompatibilität geradezu eine Selbstverständlichkeit sei – was vor allem daran liegt, dass die Scharia eben ein Ergebnis von Interpretationen ist.</p>
<p>So wie die Rolle der Frau vor dem gesellschaftlichen Hintergrund der jeweiligen Epoche zu betrachten ist, seien es auch die anderen „Baustellen der islamischen Theologie“. Die Sprache des Islam „hat vernunftbetont, menschenzentriert und zeitgemäß zu sein“, verlangt der deutsche Imam. Festgefahrene Dogmen müssten sich ändern, wolle man nicht in einer „Sackgasse“ landen. Dazu gehört seiner Meinung nach auch die Umwandlung der zumeist vertikalen Verhältnisse – Gott-Mensch, Text-Vernunft, Jenseits-Diesseits, Religion-Staat – in horizontale. Auf dem Weg zu seinem Ziel durchschreitet er das Tor des Idschtihad, um jene Metapher zu benutzen, mit der das aus Sicht orthodoxer Sunniten vor Jahrhunderten eingeführte Verbot eigenständiger Auslegung islamischer Quellen beschrieben wird. Seine Vorgehensweise ist weitgehend schlüssig und wirkt authentisch.</p>
<p><b>Idriz’ Buch ist ein Bekenntnis, auf das man ihn festnageln kann</b><br />
Selbstverständlich muss man Idriz’ Buch auch als Antwort auf seine Kritiker verstehen. Aber was auch immer über ihn und seine Vergangenheit kolportiert wird – das Buch ist ein Bekenntnis, auf das man ihn festnageln kann.   Benjamin Idriz hat dem immer stärker werdenden Bemühen um eine Weiterentwicklung des Islam einen großen Dienst erwiesen. Von einigen Seiten wird ihm vorgehalten, „seine“ Religionsauffassung stelle bloß eine exotische Minderheitenmeinung dar. Für das Spektrum der zeitgenössischen Theologen mag das zutreffen. Im gelebten Glauben der meisten Muslime hingegen ist seine Vorstellung von Religion zu großen Teilen längst Realität. Und auch die jüngsten Versuche, ihm aus Bezügen zu Theologen wie dem Bosnier Husein Djozo, der in der Handschar-Division der Waffen-SS gedient hat, einen Strick zu drehen, scheinen konstruiert. So hat denn auch das Magazin Focus<i>,</i> das den Eindruck einer geistigen Verbundenheit erweckt hatte, sich mittlerweile öffentlich bei ihm entschuldigt. <b>Vielleicht sollte man künftig statt nach Benjamin Idriz eher danach fragen, warum manche so ein großes Interesse daran haben, einem modernen Vertreter des Islam Steine in den Weg zu legen.</b></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_82  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>LAMYA KADDOR ist Islamwissenschaftlerin und Vorsitzende des Liberal-Islamischen Bundes<br />
Quelle: Süddeutsche Zeitung Nr. 36, Montag, 14.02.2011, Seite&nbsp;18
</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_83  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><b>Perlentaucher-Notiz zur SZ-Rezension</b><br />
Die hier rezensierende Islamwissenschaftlerin und Religionspädagogin Lamya Kaddor begrüßt Benjamin Idriz‘ Buch „Grüß Gott, Herr Imam!“. Sie schätzt den Imam und Islamgelehrten für seine Integrität und seinen Mut. Schlüssig führt er ihres Erachtens vor Augen, dass Islam und Demokratie keinen Widerspruch darstellen. Zudem hebt sie hervor, dass Idriz konsequent die Gleichwertigkeit und Gleichberechtigung von Mann und Frau postuliert. Auch in theologischer Hinsicht findet Kaddor die Ausführungen des Autors überzeugend. Ihr Fazit: ein verdienstvolles Buch, das die Bemühungen um eine „Weiterentwicklung des Islam“ voranbringt.</p></div>
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			</div><div class="et_pb_row et_pb_row_31 box-700">
				<div class="et_pb_column et_pb_column_4_4 et_pb_column_31  et_pb_css_mix_blend_mode_passthrough et-last-child">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_84  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>„Moschee-Vereine sind mir zu sehr nach Osten orientiert“</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_85  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Benjamin Idriz ist Vorbeter in einer Moschee in Oberbayern. Er lebt einen modernen Islam. Manche nehmen ihm das nicht ab.
</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_86  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Von Claudia Mende</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_87  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Seine kräftige Stimme trägt bis in die letzte Bankreihe der Kirche. Imam Benjamin Idriz rezitiert in der evangelischen Markuskirche in München aus dem Koran. Mit geschlossenen Augen und auf Arabisch. Die Zuhörer lauschen neugierig und bewegt, denn das ist eine Premiere in München. Er habe sich wie zu Hause gefühlt, sagt der Imam später.</p>
<p>Benjamin Idriz ist ein häufiger Gast bei interreligiösen Dialogveranstaltungen. Der in Skopje, Mazedonien, geborene Vorbeter des <i>Islamischen Forums </i>im oberbayerischen Penzberg ist für die, die gern mit Schlagwörtern arbeiten, »Deutschlands liberalster Imam«. Seine Gemeinde zeigt, wie der Islam in Deutschland heimisch werden kann, ohne Ängste hervorzurufen. Predigten auch in deutscher Sprache, öffentlicher Kindergarten und Bibliothek, vielfache Kontakte zu anderen Religionsgemeinschaften, Schulen und Institutionen sowie Transparenz sind einige Punkte, die die Penzberger Moschee auszeichnen.</p>
<p>Jüngst hat Idriz mit seinem Buch »Grüß Gott, Herr Imam« ein Manifest des Euro-Islams veröffentlicht. Es ist ein bemerkenswertes Buch, das den Islam mit der modernen Demokratie kompatibel machen will, ohne ihn auf eine »Light«-Version zu reduzieren. Idriz schreibt nicht um den heißen Brei herum. Er erklärt zwar, wie es zur Erstarrung des Islams kommen konnte. Für archaische Strafen, Zwangsehen und Ehrenmorde oder die Ausgrenzung von Frauen hat er aber kein Verständnis. Er unterscheidet zwischen den universellen Werten des Korans und zeit- und kulturgebundenen Auslegungen. Schleier und Burka zum Beispiel sieht er im Widerspruch zur universellen Botschaft Mohammeds. Zeitgemäßer Glaube bedeutet für ihn, dass Frauen Führungspositionen in der Moschee übernehmen, Leben und Partner selbst bestimmen.</p>
<p>Idriz stammt aus einer albanisch-türkischen Familie in Mazedonien und blickt auf eine 150-jährige Familientradition von Imamen zurück. Dezentes dunkles Hemd, schwarze Hose, kein Bart: Er könnte problemlos als Geschäftsmann durchgehen. Seit 1995 lebt und arbeitet er in Penzberg. Geprägt hat ihn das multiethnische und multireligiöse Miteinander des ehemaligen Jugoslawien. Gerade in Bosnien, wo der Islam schon seit dem 18. Jahrhundert unter österreichischer Herrschaft lebte, wurden früh Modelle für einen europäischen Islam entwickelt, auf die Idriz zurückgreift.</p>
<p>Besonders wichtig sind ihm in Deutschland akademisch ausgebildete Prediger, die Antworten auf die Fragen einer einerseits säkularen, andererseits aber multikulturellen und multireligiösen Gesellschaft geben können. Bisher wird der Bedarf an Imamen von den etwa 2500 Moschee-Gemeinden meist durch Männer aus den Herkunftsländern gedeckt. Dem setzt Idriz entgegen: »Unsere Hauptstadt ist Berlin, nicht Ankara und auch nicht Kairo.« Das Islamische Forum Penzberg gehört zu keinem der islamischen Dachverbände in Deutschland. »Die Moschee-Vereine sind mir zu sehr nach Osten orientiert«, sagt er in seiner leisen, zurückhaltenden Art. »Hier in Penzberg wollen wir selber denken.«</p>
<p>Idriz hat ein Zentrum für die akademische Ausbildung von Imamen, genannt <i>Zentrum für Islam in Europa – München </i>(ZIE-M), vorgeschlagen, »gegen eine weitere Ausbreitung aggressiver und traditionalistischer Richtungen in Deutschland und Europa«. ZIEM hat Idriz allerdings eine Menge Probleme eingebrockt. Seit 2008 stuft der Verfassungsschutzbericht des bayerischen Innenministeriums die Penzberger Gemeinde wegen angeblicher Kontakte zur Organisation <i>Milli Görüs </i>als extremistisch ein. Innenminister Herrmann befürchtet, ZIEM werde zu einer Brutstätte des Extremismus. Alle, die Idriz näher kennen, halten die vom Verfassungsschutz angegebenen Gründe für konstruiert. Die islamische Gemeinde Penzberg hat gegen den Eintrag jedoch bisher vergeblich geklagt. Im September 2010 fand ein Treffen zwischen Idriz und Herrmann statt, bei dem es zu einer vorsichtigen Annäherung kam. Mit seinem Buch hat Idriz jetzt nochmal die Hand ausgestreckt und sein Verständnis eines modernen, integrationsbereiten Islams in Deutschland eindrücklich formuliert.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_88  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Lesetipp: Benjamin Idriz, »Grüß Gott, Herr Imam«, Kösel 2010. Publik-Forum Best.-Nr. 8651, sowie: »Islam mit europäischem Gesicht. Impulse und Perspektiven«, hrsg.u.a. von Benjamin Idriz, Butzon &#038; Berker 2010</p>
<p>Quelle: Politik-Forum, Nr. 2, 2011
</p></div>
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			</div>
				
				
				
				
			</div><div class="et_pb_row et_pb_row_32 box-700">
				<div class="et_pb_column et_pb_column_4_4 et_pb_column_32  et_pb_css_mix_blend_mode_passthrough et-last-child">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_89  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Den Islam zeitgemäß interpretieren</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_90  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Zum ersten Mal äußert sich ein Imam mit einem eigenen Werk zur Debatte um die Zukunft des Islam in Europa. „Grüß Gott, Herr Imam“ ist ein bemerkenswertes Buch, das zeigt, wie Islam und westliche Demokratie kompatibel sein können. Claudia Mende hat das Buch gelesen.
</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_91  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Von Claudia Mende</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_92  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Benjamin Idriz gilt als Deutschlands bekanntester Imam. Seine Moschee in Penzberg südlich von München ist seit Jahren bekannt für Transparenz und Offenheit. Predigten auch in deutscher Sprache, öffentlicher Kindergarten und Bibliothek, vielfache Kontakte zu anderen Religionsgemeinschaften, Schulen und Institutionen prägen die Moschee des aus Mazedonien stammenden Imams.</p>
<p>Sein Projekt eines „Zentrums Islam in Europa, München“ mit einer Akademie zur Ausbildung von Imamen sieht Idriz als Beitrag zu einem genuin deutschen Islam, der sich nicht mehr in den Herkunftsländern der Muslime rückversichern muss.</p>
<p>Doch Idriz hat auch einige Kontroversen hervorgerufen. Trotz jahrelanger Bemühungen des Islamischen Forums Penzberg hat der Verfassungsschutz des Freistaats die Moschee in seinem jährlichen Bericht als „extremistisch“ eingestuft. Es gebe Kontakte zur Organisation Milli Görüs, gegen die unter anderem wegen der „Unterstützung terroristischer Organisationen“ ermittelt wurde, lautete die Begründung der Behörde.</p>
<p>Die Ermittlungen gegen Milli Görüs wurden inzwischen eingestellt. Das Islamische Forum Penzberg hat jedoch bisher vergeblich vor dem Bayerischen Verwaltungsgericht gegen die Einschätzung des Innenministeriums geklagt. Allerdings wurde der Moschee eine Neueinschätzung für den nächsten Bericht in 2011 in Aussicht gestellt.</p>
<p>Die Münchner Stadtratsfraktionen, christliche Kirchen und die jüdischen Gemeinde in München stehen weiter hinter dem Imam. Der Streit mit dem Innenministerium war für Idriz der Anlass, seine Vision eines europäischen Islam in Buchform zu publizieren.</p>
<p><b>Buchstabenglauben als Grund für die Erstarrung des Islam</b><br />
Idriz schreibt nicht um den heißen Brei herum. Er unterscheidet zwischen dem Islam, wie Mohammed ihn gelebt habe und den Interpretationen der Nachwelt. Der Glaube Mohammeds besitzt für ihn einen universellen Charakter mit Werten wie Liebe, Toleranz, Respekt und Gerechtigkeit. Außerdem besitze er die Fähigkeit, sich an jede Epoche und an jeden Ort anzupassen. Nach dem Tod Mohammeds sei diese Offenbarung jedoch schnell für politische Zwecke instrumentalisiert und dogmatisiert worden.</p>
<p>Rechtsbestimmungen wurden bald von einigen Gelehrten für unwandelbar erklärt, die in Wahrheit an ihren zeitlichen und historischen Kontext gebunden und daher aus heutiger Sicht problematisch sind.</p>
<p>In diesem Buchstabenglauben sieht er einen Hauptgrund für die Erstarrung des Islam, denn solche Bestimmungen müssten sich immer wieder neu anpassen. Er kritisiert das Religionsverständnis vieler Muslime, das „durch althergebrachte Bräuche, Reden traditionalistischer Geistlicher und Ideen, die mittlerweile veraltet sind“, geprägt sei. Archaische Strafen bei Apostasie und Ehebruch, Zwangsehen und Ehrenmorde bezeichnet er als religiösen Deckmantel für „steinzeitlichen Bräuche“ in den Herkunftsländern mancher Muslime.</p>
<p>Schleier und Burka zum Beispiel stehen für Idriz im Widerspruch zur universellen Botschaft Mohammeds. Zeitgemäßer Islam bedeutet für ihn dagegen, dass Frauen Führungspositionen in der Moschee übernehmen dürfen. Idriz beantwortet nicht alle Fragen in der Diskussion um den Islam, zeigt aber deutlich, wohin die Richtung gehen muss.</p>
<p><b>Auf dem Weg zu einem europäischen Islam</b><br />
Geprägt hat Idriz das multiethnische und multireligiöse Miteinander des ehemaligen Jugoslawien. Gerade in Bosnien, wo der Islam sich seit Ende des 19. Jahrhunderts mit der österreichisch-ungarischen Herrschaft arrangieren musste, wurden frühzeitig Modelle für einen europäischen Islam entwickelt. Auf diese bosnischen Theologen, wie zum Beispiel Husein Djozo (1912-1982), beruft sich Idriz.</p>
<p>Das hat heftige Kritik hervorgerufen, denn wie der „Focus“ berichtete, war Djozo im 2. Weltkrieg Imam der Waffen-SS in der sogenannten Handchar-Division. Djozo’s Position einer zeitgemäßen und traditionskritischen Islaminterpretation ist in der Wissenschaft nicht umstritten.</p>
<p>Es ist unzweifelhaft, dass Djozo theoretische Grundlagen für die Existenz der bosniakischen Muslime in einem religiös-pluralistischen Kontext erarbeitet hat, und genau darauf beruft sich Idriz. Es ist sicher ein Versäumnis, dass die Rolle der bosnischen Muslime zur Zeit des Dritten Reiches in Bosnien selbst und in der Forschung noch nicht aufgearbeitet ist.</p>
<p>Dieses Versäumnis kann man allerdings nicht Idriz ankreiden. Idriz hat mit „Grüß Gott, Herr Imam“ ein mutiges Buch und einen wichtigen Beitrag zur deutschen Integrationsdebatte vorgelegt.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_93  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Redaktion: Arian Fariborz/Qantara.de<br />
Benjamin Idriz: „Grüß Gott, Herr Imam! Eine Religion ist angekommen“, Diedrichs-Verlag München 2010, <nobr>ISBN-13: 978-3424350425</nobr>
</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_94  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Quelle: <a href="https://de.qantara.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">© Qantara.de 2011</a></p></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div><div class="et_pb_row et_pb_row_33 box-700">
				<div class="et_pb_column et_pb_column_4_4 et_pb_column_33  et_pb_css_mix_blend_mode_passthrough et-last-child">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_95  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Benjamin Idriz: „Grüß Gott, Herr Imam!“</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_96  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Benjamin Idriz ist ein untypischer islamischer Geistlicher. Er hält das Kopftuch für verzichtbar und kann sich Frauen als Imame vorstellen. Er selbst will fördern, „dass wir Frauen vor den Männern predigen lassen“.
</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_97  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>„Die Presse“, Print-Ausgabe, Österreich, 24.12.2010</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_98  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Er gilt als Deutschlands „Vorzeige-Imam“: Mitten in Bayern, in Penzberg bei München, leitet der 38-jährige gebürtige Mazedonier Benjamin Idriz seine muslimische Gemeinde. Sie ist perfekt ins Kleinstadtleben integriert, die 2005 errichtete Moschee erweckt keine orientalischen Gefühle, sondern ist ein Schmuckstück moderner westlicher Architektur.</p>
<p>„Grüß Gott, Herr Imam“ – den Gruß höre er täglich, sagt Idriz. In Penzberg sei er mittlerweile wie die katholischen und evangelischen Pfarrer Teil des „Wir-Gefühls“. „Grüß Gott, Herr Imam“ heißt auch das Buch, das er nun veröffentlicht hat. Was er darin schreibt, könnte eine pro-muslimische PR-Abteilung nicht perfekter formulieren. Der gute Muslim, wie er Idriz vorschwebt, ist der ideale Staatsbürger, die Scharia ist „eine Sache der Interpretation“, das Kopftuch verzichtbare Tradition; Koranverse vom Krieg seien historisch bedingt und hätten im Euro-Islam keinen Platz. Mädchen sollen zum Schwimmunterricht gehen.</p>
<p><b>„Frauen predigen lassen!“</b><br />
Im Gespräch mit der „Presse“ kann sich Idriz gar weibliche Imame vorstellen: „Seit 1400 Jahren war keine Frau Imam, es gab nur eine zur Zeit Mohammeds, aber es gibt kein definitives Verbot. Die Theologen müssen darüber diskutieren.“ Er selbst will fördern, „dass wir Frauen vor den Männern predigen lassen“. Leider sei das noch ein Tabu.</p>
<p>Auf der Internetseite „Politically Incorrect“ wird Idriz als Trojanisches Pferd der Islamisten porträtiert. Tatsächlich hievten Kontakte zu konservativen, vom Verfassungsschutz beobachteten Organisationen wie „Milli Görüs“ oder der „Islamischen Gemeinschaft in Deutschland“ (IGD) die Penzberger Gemeinde in den Bericht des Verfassungsschutzes. „Das sind nur lose Gespräche und Begegnungen bei Veranstaltungen“, sagt Idriz. Selbst von konservativem Druck will er nichts wissen – der ist allerdings bewiesen. Idriz hatte 2007 „Milli Görüs“ als verfassungsfeindlich bezeichnet, woraufhin ihm IGD-Präsident Ibrahim El-Zayat telefonisch drohte, die islamischen Organisationen würden ihn nicht mehr unterstützen. Das wirkte – tags darauf erklärte Idriz, er könne die Verfassungskonformität von „Milli Görüs“ nicht beurteilen.</p>
<p>Erzkonservativ ist auch Idriz‘ bester Geldgeber, Scheich Sultan bin Mohammad al-Qassimi aus dem Emirat Schardscha. Er gab drei Millionen Euro für den Bau der Moschee und will auch das „Zentrum für Islam in Europa – München“ mitfinanzieren, das Gemeinderäume, Kindergarten, Alten- und Servicezentrum, Bibliothek und theologische Akademie beinhalten soll. „Der Scheich hat von uns nie etwas verlangt“, sagt Idriz. „Eine der fünf Säulen des Islam ist die Spendersteuer, der Scheich hat einfach seine Pflicht erfüllt – wer spendet, kann nichts dafür verlangen. Fürs Zentrum werden wir ebenfalls nur Spender akzeptieren, die uns freie Hand lassen und mit denen die staatlichen Behörden auch einverstanden wären.“</p>
<p>Er sei nicht immer so offen gewesen, sagt Idriz. Erst in Deutschland habe er sich von einem „eingeengten Islamverständnis“ entfernt. „Mein Leben hier hat mich gezwungen zu hinterfragen, was ich bisher gelernt habe. Die Möglichkeit, in Freiheit zu leben und zu arbeiten, Werte wie Gleichberechtigung, der Dialog mit den andere Religionen, den Kirchen – das alles hat meine Theologie in eine andere Richtung gelenkt.“</p>
<p>Zu Idriz‘ Vorbildern gehören bosnische Reformer des frühen 20. Jahrhunderts. Sie hätten die „Idschtihad“, die Methode der freien Urteilsfindung, wiederbelebt: „Sie wurde im 11.Jahrhundert verschüttet, dadurch wurde die islamische Lehre sehr dogmatisiert. Muslimische Intellektuelle müssen sie wieder einführen. Niemand darf dieses Tor schließen, das Mohammed selbst geöffnet hat.“</p>
<p><b>Frauen schlagen?</b><br />
Und andere Worte im Koran? „Die aber, deren Widerspenstigkeit ihr befürchtet, die ermahnt, haltet euch fern von ihrem Lager und schlagt sie“ (Sure 4, Vers 34), steht in der Übersetzung des Orientalisten Hartmut Bobzin über die Frauen. Falsch übersetzt, sagt Idriz. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass derselbe Gott, der auf einer Seite Barmherzigkeit und Liebe verlangt, auf der anderen Gewalt fordert.“ Etliche islamische Denker hätten das Wort „wadribuhunne“ nicht als „schlagt sie“, sondern als „trennt euch von ihnen für eine Weile“ interpretiert. „Ich wünsche mir, dass künftige deutsche Koran-Ausgaben das so übersetzen. Deswegen müssen Theologen mehr auf Deutsch schreiben, wir brauchen Universitäten und Akademien – mithilfe der Termini und Übersetzung könnte man den Islam anders gestalten als in anderen Ländern.“</p>
<p>Anders gestalten – oder neu erfinden? „Eine Religion ist angekommen“, lautet der Untertitel von Idriz‘ Buch. Fragt sich, welche – die Religion, von der Idriz schreibt, ist bislang bestenfalls exotisches Minderheitenprogramm. Idriz fühlt sich aber nicht als Einzelkämpfer: „Es war hart und langwierig, meine Gemeinde in die Gesellschaft zu integrieren. Aber es zeigt, dass eine solche Reform stattfinden kann, wir brauchen nur langen Atem, Mut, Weisheit und Kollektivität. Viele Besucher aus anderen Gemeinden sagen mir: Gerade das, was Sie geschafft haben, wollen wir auch!“</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_99  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Quelle: <a href="https://www.diepresse.com/621053/benjamin-idriz-bdquogruss-gott-herr-imamldquo?_vl_backlink=%2Fhome%2Fkultur%2Fnews%2Findex.do" target="_blank" rel="noopener noreferrer">diepresse.com</a></p></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div><div class="et_pb_row et_pb_row_34 box-700">
				<div class="et_pb_column et_pb_column_4_4 et_pb_column_34  et_pb_css_mix_blend_mode_passthrough et-last-child">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_100  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Süddeutsche Zeitung: ‚Mutiger Pionier‘</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_101  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Benjamin Idriz ist ein freundlicher Mann. Er lächelt viel, aber es gibt Momente, in denen er deutlich zu erkennen gibt, dass ihm manche Leute ziemlich auf die Nerven gehen. Gereizt rollt er seine Augen, als ein Fragesteller anhebt, den Islam dem Nationalsozialismus gleichzustellen. Der Rest des antiislamischen Monologs geht im vielstimmigen Protestgeraune des Publikums unter, aber der weiche Akzent des aus Mazedonien stammenden Idriz klingt plötzlich hart: ‚Das ist Hetze und keine Kritik.‘</p>
<p>Wo immer der Imam aus Penzberg auftritt, muss er sich mit radikalen Islamgegnern auseinandersetzen. Natürlich hält auch draußen vor dem Völkerkundemuseum eine Handvoll Eiferer ein paar Transparente in den eisigen Abendwind. Schließlich ist der 38-Jährige mittlerweile einer der bekanntesten Muslime Deutschlands. Seine Penzberger Moscheegemeinde gilt weithin als Modell eines Islams, der sich integriert – auch wenn der Verfassungsschutz dort extremistische Bestrebungen wittert.</p>
<p>Drinnen im nüchternen Vortragssaal des Museums reichen die Stühle nicht aus für die mehr als 200 Zuhörer. Hier stellt Idriz sein Buch vor: ‚Grüß Gott, Herr Imam‘ heißt es, und mit einem ‚Herzlichen Grüß Gott‘ begrüßt der Imam sein Publikum, bevor er jenen Islam skizziert, den er auf 218 Seiten entworfen hat – und der ein ganz anderer ist als der, der islamistischen Extremisten als Vorbild und antiislamischen Populisten als Feindbild dient.</p>
<p>‚Euro-Islam‘ nennt Idriz diese moderne Version seiner Religion, für die er wirbt. Es soll ein Islam sein, in dem Muslime westliche Werte und Grundgesetz als islamisch bejahen und ‚beim Beten Richtung Mekka, bei der Politik nach Berlin schauen‘. Idriz wirbt für eine Religion des Friedens und der Freiheit – und, ganz besonders eindringlich, für die Gleichberechtigung der Geschlechter. Auf einem Gipfelfoto europäischer Regierungschefs habe er nur eine Frau unter Männern erkennen können, ‚und ich bin stolz darauf, in einem Land zu leben, dessen Kanzlerin die patriarchalische Ordnung dieses Gruppenfotos stört‘, sagt er und fängt sich damit Applaus ein. Das Kopftuch im übrigen sei ‚kein religiöses Symbol‘.</p>
<p>Einen klugen Mitstreiter hat Idriz mitgebracht. Alois Glück, Vorsitzender des Zentralkomitees der Katholiken und ehemaliger Landtagspräsident, will ‚den Diskurs nicht der unheiligen Allianz der Radikalen überlassen‘. Der Verlauf der Islamdebatte, wie sie sich nach der Veröffentlichung von Thilo Sarrazins Bestseller entwickelte, habe ihm ‚buchstäblich wehgetan‘. Der ‚gefährlichen Eskalation der Extreme‘ müsse auch aus der Politik ‚öfter widersprochen werden‘, mahnt der CSU-Mann. In Idriz“ Buch dagegen sieht er das Werk ‚eines mutigen Pioniers‘ und, gerade weil reformorientierte Gelehrte im Islam noch in der Minderheit seien, ‚eine Herausforderung‘ an die Mehrheit der Muslime. ‚Ruhiger und bequemer‘, prophezeit Glück dem Imam, ‚werden Sie mit Ihrem Buch nicht leben.‘</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Quelle: http://www.sueddeutsche.de/55T38o/3780357/Mutiger-Pionier.html</p></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>3sat: Der bayerische Imam</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Dass es neben extremen Muslimen Millionen von friedlichen gibt, die einfach nur ihren Glauben praktizieren wollen, wird oft vergessen. Schnell ist davon die Rede, dass der Islam nicht integrierbar wäre, dass er Krieg und Unterwerfung wolle. In Oberbayern versucht der Imam Benjamin Idriz zu zeigen, dass es auch anders geht. Nun hat er ein Buch darüber geschrieben, wie er den Islam im 21. Jahrhundert praktiziert wissen will. (..)</p>
<p>Die Moschee in Penzberg hat der Imam zusammen mit einem bekannten bosnischen Architekten gebaut. Kein Fremdkörper sollte sie sein, sondern ein Zentrum der Integration. Deutschkurse finden hier jeden Tag statt, die Tür der Moschee ist immer offen. „Wir befinden uns jetzt im Gebetsraum“, erklärt Idriz. „Die Bürger, die Menschen, die vor der Moschee stehen, können hier hineingucken, wenn sie Interesse haben und wissen wollen: Was passiert in einer Moschee? Was wird gepredigt in einer Moschee?“ Der katholische Religionswissenschaftler Jakob Wimmer unterstützt Idriz und will gemeinsam mit ihm in München ein Zentrum für den Islam in Europa bauen. Es soll eine Radikalisierung islamischer Gemeinden verhindern und Vorurteile abbauen – kein leichtes Unterfangen. (..)</p>
<p>„Uns als trojanisches Pferd zu bezeichnen, schmerzt uns sehr“, sagt Idriz. „Unsere Gemeindemitglieder sind in der letzten Zeit durch die Attacken der Islamgegner sehr betroffen.“ Auch deshalb hat Idriz sein Buch geschrieben. Und an Politiker verschickt. Viele waren schon hier, der Bundespräsident will demnächst kommen. Doch die Islamgegner lassen ihn nicht in Ruhe. Die Penzberger mögen ihre islamische Gemeinde – das darf nicht sein. „Es muss darum gehen, dass wir miteinander vernünftig auskommen und Perspektiven entwickeln, wie das funktionieren kann“, fordert Religionswissenschaftler Jakob Wimmer. „Imam Idriz hat solche Perspektiven in bewundernswerter Weise entwickelt wie noch kein Imam im deutschen Sprachraum.“ (..)
</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Quelle: https://www.3sat.de/?source=/kulturzeit/lesezeit/150470/index.html</p></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div><div class="et_pb_row et_pb_row_36 box-700">
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>KND: Gebet Richtung Mekka, Politik Richtung Berlin</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Ein Imam kämpft dafür, dass der Islam in Deutschland ankommt.
</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_108  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Obwohl es schon seit einem halben Jahrhundert Imame in Deutschland gibt, veröffentlicht zum ersten Mal einer von ihnen ein Buch auf Deutsch. Das weckt Neugier, und so ist der Vortragsraum vor dem Münchner Völkerkundemuseum zur Buchvorstellung überfüllt.</p>
<p>Draußen verteilen Anhänger der rechtslastigen „Bürgerbewegung Pax Europa“ ihre Pamphlete, drinnen wartet der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück (ZdK), auf seinen Gesprächspartner. Benjamin Idriz gilt als fortschrittlicher muslimischer Theologe. „Grüß Gott, Herr Imam!“, heißt sein Buch. Der 38-Jährige bejaht die Gleichberechtigung von Mann und Frau, bekennt sich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung und predigt auf Deutsch. <b>Trotzdem</b> wird seine Gemeinde vom bayerischen Verfassungsschutz <b>beobachtet</b>.</p>
<p>Deren Vorsitzender war an seinem früheren Wohnort Mitglied in einer von Milli Görüs betreuten Moschee. Diese Vereinigung, die nicht nur vom Bundesinnenministerium kritisch beäugt wird, hat ihm bisher seinen Austritt nicht bescheinigt. Und so ist ausgerechnet sein liberaler Imam, der regelmäßig das Missfallen konservativer Muslime hervorruft und in seinem Wohnort so integriert ist, dass auch Christen ohne Migrationshintergrund von „unserer Penzberger Moschee“ sprechen, in den Verdacht geraten, Kontakte zu den falschen Leuten zu pflegen.</p>
<p>Wer die Texte aus dem vorgestellten Buch hört, findet nichts, was dieses Misstrauen bestätigen könnte. Idriz lehnt zum Beispiel Trauungen „nur vor dem Imam“ ab, weil er auch die Trauungsurkunde des Standesamts sehen will. Der Penzberger Imam ist gegen Zwangsehen und für Religionsfreiheit. Er will, dass Imame in Deutschland ausgebildet werden und dass sich Muslime im Gemeinwesen engagieren.  „Das Gebet geht nach Mekka, die politische Ausrichtung nach Berlin“, lautet seine Losung. Ein sogenannter Gottesstaat sei weder mit dem Islam noch mit der Demokratie vereinbar.</p>
<p><b>Schon länger bekannt</b><br />
Glück kennt den Autor schon aus seiner Zeit als aktiver CSU-Politiker und Bayerischer Landtagspräsident. Auch ihm geht es um eine Verständigung mit den Muslimen in Deutschland. Er hält Idriz„ Positionen für zukunftsweisend, „auch wenn er eine Minderheitenmeinung innerhalb des Islam vertreten sollte“. Schon öfter hätten engagierte Minderheiten die gesellschaftliche Entwicklung vorangetrieben.</p>
<p>Dem ZdK-Präsidenten hat die Islam-Debatte der vergangenen Monate nach eigenem Bekunden „richtig wehgetan“. Er habe selbst erlebt, wie Muslime in Diskussionen auf Vorbehalte getroffen seien, wenn sie sich zu ihrem Glauben bekannten. Dabei habe die Studie „Muslimisches Leben in Deutschland“ des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge 2009 gezeigt, dass die überwiegende Mehrheit der Muslime hierzulande nicht im Widerspruch zum Grundgesetz stehe.</p>
<p><b>Vorbehalte auf beiden Seiten</b><br />
Beide Diskutanten bedauern, dass Vorbehalte auf beiden Seiten zunehmen. Idriz sagt, Muslime hätten immer häufiger das Gefühl, in Deutschland nicht mehr erwünscht zu sein. Das könne bei einer Minderheit auch zu einer Radikalisierung führen. Zugleich vertraut der Imam darauf, dass liberale Theologen wie etwa die von der islamischen Fakultät der Universität Ankara an Einfluss gewinnen. In Ankara wird der Koran historisch-kritisch gelesen.</p>
<p>Glück erinnert daran, dass viele Errungenschaften im Westen auch noch gar nicht so lange den Segen der Kirche haben. So sei die Religionsfreiheit von der katholischen Kirche im Prinzip erst mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil in den 1960er Jahren als Menschenrecht anerkannt worden. Einmütig wenden sich Glück und Idriz gegen Versuche von Extremisten auf beiden Seiten, das Zusammenleben von Muslimen und Nicht-Muslimen in Deutschland zu beschädigen: Kritik sei in Ordnung, Hetze nicht.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Hinweis: Benjamin Idriz, „Grüß Gott, Herr Imam!“, Diederichs Verlag München 2010, 223 Seiten, 16,99&nbsp;Euro<br />
Gabriele Riffert / kna<br />
Quelle: http://www.domradio.de/aktuell/69912/gebet-richtung-mekka-politik-richtung-berlin.html
</p></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div><div class="et_pb_row et_pb_row_37 box-700">
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>PNP: „Grüß Gott, Herr Imam“: Sarrazins Gegenstück</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_111  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Der Penzberger Imam Benjamin Idriz stellt Buch vor – Islam und Christentum können sich vertragen
</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_112  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><b>München.</b> Wenige Monate nach dem Rundumschlag des Ex-Bundesbankers Thilo Sarrazin gegen muslimische Einwanderer legt der Penzberger Imam Benjamin Idriz seinen Gegenentwurf vor: das Buch „Grüß Gott, Herr Imam“. Darin will der muslimische Geistliche zeigen, dass sich Islam und Demokratie vertragen können. Gleichzeitig beklagt Idriz steigende Islamfeindlichkeit in Deutschland. Eine Diffamierung und Stigmatisierung friedfertiger Muslime werde diese viel eher isolieren und zur Parallelgesellschaft führen, sagte Idriz . „Wenn wir wirklich eine gelungene Integration wollen, dann ist Dialog mehr als Luxus.“</p>
<p>In seinem Buch behandle er den Islam, „wie ich ihn als Europäer verstehe“, sagte der aus Mazedonien stammende Idriz. „Auch wenn der Islam, genau wie Judentum und Christentum, aus dem Orient stammt, ist er seit vielen Jahrhunderten ein Teil Europas, und er ist heute auch ein Teil Deutschlands, wie es der Bundespräsident beschrieben hat.“ Unterstützt wird Idriz bei der gestrigen Buchvorstellung von Alois Glück, dem langjährigen CSU-Politiker und heutigen Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken.</p>
<p>„Grüß Gott, Herr Imam“ behandelt in zehn Kapiteln Fragen wie Frauen im Islam, Theologie und Imam-Ausbildung in Deutschland sowie das Reizthema Scharia und Grundgesetz. „Und es möchte zeigen, dass es möglich ist: Islam und Demokratie, Menschenrechte, Freiheit, Gleichberechtigung miteinander zu vereinbaren“, sagte Idriz. Idriz warf Sarrazin und anderen Islam-Kritikern vor, explizit und beharrlich bestehende Probleme zu benennen, aber nur selten seriöse Lösungsvorschläge einzubringen.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_113  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Quelle:<a href="https://www.pnp.de/nachrichten/artikel.php?cid=29-30494993&amp;Ressort=bay&amp;Ausgabe=a&amp;RessLang=bay&amp;BNR=0" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> pnp.de</a></p></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div><div class="et_pb_row et_pb_row_38 box-700">
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Der Anti-Sarrazin: Imam legt Islam-Buch vor</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>München (dpa/lby) – Wenige Monate nach dem Rundumschlag des Ex- Bundesbankers Thilo Sarrazin gegen muslimische Einwanderer legt der Penzberger Imam Benjamin Idriz seinen Gegenentwurf vor: sein Buch «Grüß »Gott, Herr Imam». Darin will der Geistliche zeigen, dass sich Islam und Demokratie vertragen können. Gleichzeitig beklagt Idriz steigende Islamfeindlichkeit in Deutschland. Eine Diffamierung und Stigmatisierung friedfertiger Muslime werde diese viel eher isolieren und zur Parallelgesellschaft führen, warnte Idriz am Freitag in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. «Wenn wir wirklich eine gelungene Integration wollen, dann ist Dialog mehr als Luxus.»</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_116  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Quelle: <a href="https://www.bild.de/BILD/regional/muenchen/dpa/2010/12/10/der-antisarrazin-imam-legt-islambuch-vor.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bild.de</a></p></div>
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			</div>
				
				
				
				
			</div><div class="et_pb_row et_pb_row_39 box-700">
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				<div class="et_pb_text_inner">Imam legt Buch vor: Islam und Demokratie im Einklang</div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>München. (dpa) Wenige Monate nach dem Rundumschlag des Ex-Bundesbankers Thilo Sarrazin gegen muslimische Einwanderer legt der Penzberger Imam Benjamin Idriz seinen Gegenentwurf vor: das Buch „Grüß Gott, Herr Imam“. Darin will der muslimische Geistliche zeigen, dass sich Islam und Demokratie vertragen können.
</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_119  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Gleichzeitig beklagt Idriz steigende Islamfeindlichkeit in Deutschland. Eine Diffamierung und Stigmatisierung friedfertiger Muslime werde diese viel eher isolieren und zur Parallelgesellschaft führen, sagte Idriz am Freitag. „Wenn wir wirklich eine gelungene Integration wollen, dann ist Dialog mehr als Luxus.“</p>
<p>In seinem Buch behandle er den Islam, „wie ich ihn als Europäer verstehe“, sagte der aus Mazedonien stammende Idriz. „Auch wenn der Islam, genau wie Judentum und Christentum, aus dem Orient stammt, ist er seit vielen Jahrhunderten ein Teil Europas, und er ist heute auch ein Teil Deutschlands, wie es der Bundespräsident beschrieben hat.“ Unterstützt wird Idriz bei der Buchvorstellung am Freitagabend von Alois Glück, dem langjährigen CSU-Politiker und heutigen Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken.</p>
<p><b>Reizthema Scharia</b><br />
„Grüß Gott, Herr Imam“ behandelt in zehn Kapiteln Fragen wie Frauen im Islam, Theologie und Imam-Ausbildung in Deutschland sowie das Reizthema Scharia und Grundgesetz. „Und es möchte zeigen, dass es möglich ist: Islam und Demokratie, Menschenrechte, Freiheit, Gleichberechtigung miteinander zu vereinbaren“, sagte Idriz. „Und zwar nicht, weil Muslime sich quasi notgedrungen an Verhältnisse anpassen müssten, die ihnen innerlich widerstreben, sondern weil alle diese Werte dem Islam entsprechen, weil der Islam – nach meinem Verständnis – genau das von uns verlangt.“ Das Buch sei an Muslime und Nicht-Muslime gerichtet. Idriz warf Sarrazin und anderen Islam-Kritikern vor, explizit und beharrlich bestehende Probleme zu benennen, aber nur selten seriöse Lösungsvorschläge einzubringen. Er wolle mit seinem Buch den Unterschied verdeutlichen „zwischen denen, die über Muslime reden und zur Eskalation von Konflikten beitragen, und denjenigen, die mit Muslimen reden und gemeinsam mit ihnen nach Lösungen suchen“.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_120  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Quelle:<a href="https://www.oberpfalznetz.de/demobeilagen/2606120-463-der_anti_sarrazin,1,0.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> oberpfalznetz.de</a></p></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div><div class="et_pb_row et_pb_row_40 box-700">
				<div class="et_pb_column et_pb_column_4_4 et_pb_column_40  et_pb_css_mix_blend_mode_passthrough et-last-child">
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>AA: Ein „Grüß Gott“, das nicht alle hören wollen</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>„Grüß Gott, Herr Imam – eine Religion ist angekommen“ ist der Titel eines Buches, das Alois Glück (CSU), der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, heute Abend im Völkerkundemuseum in München vorstellt. Autor des Buches ist Benjamin Idriz (38), der Imam von Penzberg in Oberbayern und Mitinitiator eines in München geplanten Zentrums für „Islam in Europa“. Manuela Mayr sprach mit Benjamin Idriz über sein Buch.</p>
<p><i>Wie kam das Engagement von Alois Glück zustande?</i><br />
<b>Idriz:</b> Ich habe dem Verlag mehrere Angebote von Publizisten vorgeschlagen, die das Buch vorstellen sollten. Ich habe dann aber Herrn Glück bevorzugt, der wie wir für ein friedliches Zusammenleben der Kulturen eintritt. Herr Glück ist als Politiker und tiefgläubiger Katholik ein wunderbarer Vermittler.</p>
<p><i>Kennen Sie ihn schon länger?</i><br />
<b>Idriz:</b> Er hat 2006 unsere Moschee besucht und ich habe ihn bei vielen Gelegenheiten als Fürsprecher eines offenen Dialogs kennengelernt, der nicht diffamiert und stigmatisiert. Ich freue mich, dass er zugesagt hat.</p>
<p><i>Herr Glücks Parteifreund, Innenminister Joachim Herrmann, lässt Sie vom Verfassungsschutz beobachten. Er hat Ihnen einmal vorgeworfen, Sie hätten Ihre Kontakte zu Islamisten bestritten und damit „gelogen“. Wie finden Sie das?</i><br />
<b>Idriz:</b> Ich habe Herrn Minister Herrmann darauf angesprochen und ihn gebeten, ein Beispiel für Kontakte zu nennen, aber keine Antwort bekommen. Ein Telefongespräch mit einer islamistischen Person ist kein Beweis, dass ich dessen Meinung teile. Europaministerin Emilia Müller ist mit der betreffenden Person nach Südafrika gereist, der Integrationsbeauftragte der Staatsregierung, Herr Martin Neumeyer, hat bei einer Veranstaltung von Milli Görüs eine Rede gehalten. Es gibt viele ähnliche Beispiele von CSU-Politikern. Nur ich als Imam werde für diese Art von Kontakten vom Verfassungsschutz überwacht. Das ist unverständlich.</p>
<p><i>Wie macht sich die Überwachung im Leben Ihrer Familie bemerkbar</i>?<br />
<b>Idriz:</b> Wir leben in einem Gefühl des Unfriedens. Weil wir beobachtet werden, fühlen wir uns nicht frei. In letzter Zeit hat es auch Bedrohungen gegeben. Eine islamfeindliche Gruppe hat in Geretsried und Bad Tölz Flugblätter verteilt, auf denen ich namentlich genannt werde. Die Verfasser fordern mich auf, das Land zu verlassen. Und gerade habe ich erfahren, dass es heute vor dem Völkerkundemuseum eine Demonstration geben wird. Das alles macht Unbehagen. Ich habe heute mehr Bedenken vor extremen Islamgegnern als vor muslimischen Extremisten.</p>
<p><i>Der Titel „Grüß Gott, Herr Imam“ klingt freundlich bayerisch. Worum geht es Ihnen in dem Buch?</i><br />
<b>Idriz:</b> Um all die wichtigen Themen, die in den letzten Jahren diskutiert worden sind: ob der Islam grundgesetzkonform ist, ob er integrierbar ist, ob die Scharia mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Meine Antwort ist: Der Islam ist völlig integrierbar, er ist für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Pluralismus. Auch die Gleichberechtigung der Frau ist im Islam ein zentrales Thema.</p>
<p><i>Kürzlich hat ein Münchner Imam seine Frau krankenhausreif geschlagen.</i><br />
<b>Idriz:</b> Das hat er nicht im Namen des Islam getan. Wir Imame haben sein Verhalten verurteilt.</p>
<p><i>Wird der Koran falsch interpretiert?</i><br />
<b>Idriz:</b> Manche Abschnitte des Korans geben Antworten auf die Probleme des 7. Jahrhunderts. Wir brauchen unbedingt eine Interpretation für unsere Zeit.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_123  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Interview: Manuela Mayr<br />
Quelle: <a href="https://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Bayern/Artikel,-Gruess-Gott-Herr-Imam-_arid,2317038_regid,2_puid,2_pageid,4289.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">augsburger-allgemeine.de</a></p></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div><div class="et_pb_row et_pb_row_41 box-700">
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				<div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_124  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner">AZ: Integration von Muslimen: „Alle unter Generalverdacht“</div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_125  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Alois Glück ist Vorsitzender des Zentralkomitees der Katholiken und CSU-Politiker. Im Völkerkundemuseum diskutiert er heute mit dem Penzberger Imam Benjamin Idriz über dessen Buch.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_126  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><b>MÜNCHEN </b> –  Benjamin Idriz (38), der Imam von Penzberg. Der hat ein Buch geschrieben, mit dem er Vorurteile entkräften will: „Grüß Gott, Herr Imam! Eine Religion ist angekommen“ (Diederichs 16,99). Das Idealbild eines integrierten Muslims entwirft Idriz darin und legt sich mit den Fundamentalisten an. Auf Einladung der evangelischen Stadtakademie München diskutiert er darüber mit Alois Glück am Freitag um 19:30 Uhr im Völkerkundemuseum. Die AZ hat sich mit Glück unterhalten.</p>
<p><b>AZ: Herr Glück, Sie sind CSU-Politiker und Vorsitzender des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Jetzt stellen Sie das Buch des Penzberger Imams vor. Wie das?</b><br />
ALOIS GLÜCK: Ich beobachte und kenne die Arbeit der Penzberger Gemeinde seit zehn Jahren. Es ist dringend notwendig, dass wir konstruktive Gespräche führen. Die gegenwärtigen Debatten zum Thema Islam schwanken zwischen schönfärberischen Illusionen und generellen Verdächtigungen und Verurteilungen. Auf der Basis können wir die allseits gewünschte Zusammenarbeit nicht gestalten. Deshalb ist es mir wichtig, dass wir solche konkreten Gespräche führen, zumal Imam Idriz in seinem Buch auch Positionen vertritt, die ihm viel Gegnerschaft bei den fundamentalistischen Muslimen einbringt.</p>
<p><b>Für Ihren Parteifreund Innenminister Joachim Herrmann ist Herr Idriz eine Reizfigur. Er hält ihn für einen Wolf im Schafspelz, lässt ihn vom Verfassungsschutz beobachten und hat vor Gericht Recht bekommen. Wie passt das?</b><br />
Ich habe Respekt vor der Arbeit des Verfassungsschutzes. Er ist eine wichtige Einrichtung. Aber ich habe mich sehr intensiv mit der Situation befasst. Mir ist nicht bekannt, dass der Verfassungsschutz zu der konkreten Arbeit in Penzberg Kritik vorgebracht hat.</p>
<p><b>In seinem Buch gibt der Imam 20 Regeln vor, wie sich Muslime hier integrieren sollen. Dazu gehört auch, die Finanzbehörden und den Staat nicht zu betrügen, den Müll zu trennen, nicht zu laut Musik zu hören und nachts keine Besuche zu empfangen. Was haben Sie gedacht, als Sie das gelesen haben?</b><br />
Das ist ein Impuls, ein Bemühen für ein Zusammenleben, das über die Normen des Grundgesetzes hinaus sich an der Kultur unseres Landes orientiert. Die Einzelnen müssen hier ihren Weg finden. Es sind Empfehlungen für ein integrierendes Verhalten.</p>
<p><b>Islamkritiker sagen, Muslime seien nicht integrierbar. Auch Horst Seehofer sympathisiert damit und will keine Zuwanderer aus der Türkei und arabischen Staaten.</b><br />
Es ist nicht richtig, dass Muslime generell nicht integrierbar sind. Dafür gibt’s hunderttausende von positiven Beispielen in unserem Land. Ein großes Problem der Diskussion der letzten Monate ist, dass alle unter Generalverdacht gestellt werden. Gerade diejenigen, die sich integriert haben, die oft ganz wertvolle Arbeit in unserer Gesellschaft erbringen und dafür keinerlei Anerkennung erfahren. Das fördert natürlich nicht die Bereitschaft zur Integration. Es ist auch falsch, dass der Islam und eine moderne Welt nicht zu vereinbaren wären.</p>
<p><b>Die CSU wird nicht müde zu betonen, „bei uns gilt das Grundgesetz und nicht die Scharia“. Herr Idriz aber fordert einen „Fatwa-Rat“ für Deutschland, der islamische Rechtsgutachten erstellt.</b><br />
Es geht hier nicht darum, dass die Scharia oder solche Gutachten über dem Grundgesetz stehen würden. Mit dem Fatwa-Rat verbindet er Empfehlungen, wie gelebter Glaube und Leben in dieser modernen Welt miteinander verbunden werden können. Das kennen wir auch aus dem Christentum. Was wir dringend brauchen, ist eine viel differenziertere Betrachtung der Vielfalt des Islams. Der Grundfehler beginnt damit, dass wir immer nur sagen „der Islam“ – und meistens nur Nachrichten über die Islamisten kennen.</p>
<p><b>Im Umgang mit Frauen wirft Idriz den Muslimen „steinzeitliches Denken“ vor. Die CSU hat bei diesem Thema auch Nachholbedarf.</b><br />
Das sind völlig unsinnige Verquickungen und Gegenüberstellungen. Das ist keine sinnvolle Art, die Dinge zu diskutieren.</p>
<p><b>Idriz propagiert ein modernes Menschenbild, mit Frauen in kurzen Röcken und ohne Kopftuch. Nehmen Sie ihm das ab?</b><br />
Ja. Das gibt es ja in vielen islamischen Ländern. Das können Sie in der Türkei sehen. Das habe ich auch in Marokko erlebt.</p>
<p><b>Idriz gilt als fortschrittlich, ist aber auch umstritten. Ihm wird „Taqiyya“ vorgeworfen, also Nichtmuslime über seine wahren Absichten zu täuschen. Wie denken Sie darüber?</b><br />
Es kann nicht jemand über so lange Zeit und unter dem Aspekt Täuschung eine solche Arbeit betreiben. Man kann natürlich mit dem Totschlagargument, hier verstellt sich jemand, jede Gesprächsmöglichkeit verweigern. Dann haben wir aber nur die Wahl der Konfrontation mit dem Islam in Deutschland und weltweit. Wir brauchen aber eine ehrliche Auseinandersetzung.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_127  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Interview: Angela Böhm<br />
Quelle:<a href="https://www.abendzeitung.de/muenchen/233160" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> abendzeitung.de</a></p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Das Gelbe Blatt: Die Stimme der Muslime</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Von ANDRÉ LIEBE</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_130  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><b>Penzberg – </b>Wenn man zum Imam „Grüß Gott“ sagt und der den Gruß auch gleiche Art und Weise erwidert, dann verbirgt sich dahinter auch eine Botschaft: nämlich die, dass sich der Imam hierorts zumindest ganz gut eingelebt hat. Der Penzberger Imam Benjamin Idriz aber will nicht nur zeigen, dass er die sprachlichen Gepflogenheiten seiner neuen Heimat angenommen hat, er will vielmehr ein Zeichen setzen dafür, dass der Islam und das Grundgesetz kein Widerspruch sind und dass der Koran eigentlich alle Voraussetzung für eine gelungene Integration der Muslime bietet. „Grüß Gott, Herr Imam!“ heißt das Buch, in dem Idriz mit vielen Vorurteilen dem Koran gegenüber aufräumen will und seine Vision eines Euro-Islam schildert. Seit Montag ist das Buch im Handel erhältlich.</p>
<p>Es ist eine sehr umfassende Abhandlung, die Idriz da verfasst hat, und die sich mit seinen Gedanken für eine islamische Theologie in Deutschland ebenso befasst wie mit der „Scharia“, die Idriz völlig anders interpretiert, als man das aus dem Fernsehen kennt. Von besonderem Interesse aber dürfte sein, dass Idriz die großen Wertvorstellungen des Islam dezidiert herausarbeitet – und dabei keine Unterschiede zu den Werten im Grundgesetz feststellt. Mit diesem Buch will der Imam vor allem eines erreichen: er will in Zeiten einer fortwährenden Integrationsdebatte die Stimme der Muslime in Deutschland sein und ihnen zeigen, „dass sie stolz auf ihre Religion sein können, weil diese mit den Wertvorstellungen der Bundesrepublik im Einklang steht“. Zugleich will er andere führende Muslime in Deutschland ermuntern, sich ebenfalls öffentlich zu äußern: „Ich hoffe, dass ich damit einen Dialog zu mehr gegenseitigem Verständnis in Gang setze“, sagt Idriz.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_131  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Interview: „Grüß Gott, Herr Imam!“ kostet 16,99 Euro und ist in Penzberg bei der Buchhandlung Rolles erhältlich.<br />
Quelle: dasgelbeblatt.de</p></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div><div class="et_pb_row et_pb_row_43 box-700">
				<div class="et_pb_column et_pb_column_4_4 et_pb_column_43  et_pb_css_mix_blend_mode_passthrough et-last-child">
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner">BR: Islamdebatte „Grüß Gott, Herr Imam“</div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_133  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Der Bayerische Verfassungsschutz wirft dem Imam Benjamin Idriz und seiner islamischen Gemeinde in Penzberg Kontakte zu Islamisten vor. Jetzt hat Idriz ein Buch mit dem Titel „Grüß Gott, Herr Imam“ geschrieben – es soll auch eine Antwort an seiner Verfolger aus der Justiz sein.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_134  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Von Birgit Frank (BR 2)</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_135  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Der Penzberger Imam Benjamin Idriz braucht nur sechs Seiten, um die Lösung aller deutschen Integrationsprobleme zu präsentieren: den perfekt integrierten Muslim – in 20 Stichpunkten: Der sollte laut Idriz Deutsch lernen, die Gesetze achten, die Nationalhymne singen können, deutsche Zeitungen lesen – aber auch den Müll trennen, nur gebügelte Hosen tragen, nicht zu laut Musik hören – und er soll einen Bibliotheksausweis haben.</p>
<p><i>„Viele Muslime haben mich gefragt: Was bedeutet Integration? Wie kann ein Muslim sich in diese Gesellschaft integrieren? Ein Fehler ist, dass einige Muslime sich überhaupt nicht mit diesem Land identifizieren wollen. Und es reicht hier nicht, allgemein daherzureden – sondern viele Muslime erwarten von einem Imam ganz konkrete Beispiele.“</i></p>
<p><b>Übersteigerte Klischees</b><br />
Überflüssig zu sagen, dass es um die Integration des Christentums nicht gut bestellt wäre, würde man sie in der Anzahl der Bibliotheksausweise bemessen. Der perfekt integrierte Muslim gerät in Idriz‘ Vorstellung also eher zu einem übersteigerten deutschen Klischee von Sauberkeit, Bildung und Ordnung. Aber eigentlich geht es dem Imam nicht um Bibliotheksausweise oder Mülltrennung. Sondern er will zeigen, dass der Islam, so wie er ihn versteht,  in Deutschland integrierbar und mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Zum Beispiel, weil für ihn Frauen auch im Islam gleichberechtigt sind:</p>
<p><i>„Ich sage, dass Gott keinen Unterschied zwischen Mann und Frau macht, dass sie gleich erschaffen von Gott sind. Und ich versuche auch, den Artikel über Gleichberechtigung in unserem Grundgesetz auch mit dem Koran zu bestätigen.“</i></p>
<p>Wenn muslimische Frauen unterdrückt werden, sind laut dem Imam die Männer schuld – und nicht der Koran. Genauso bei der angeblichen Kopftuchpflicht:</p>
<p><i>„Ich versuche, in meinem Buch muslimischen Frauen zu sagen, dass das Kopftuch kein religiöses Dogma ist. Eine Religiosität hängt nicht an einem Kopftuch.“</i></p>
<p><b>Anstoß zur Diskussion</b><br />
Der Imam interpretiert den Koran – er befreit den Islam von „Staubschichten“, wie er sagt. Das könnte manch konservativen Muslimen nicht gefallen. Kein Problem für Benjamin Idriz – denn er will mit seinem Buch Diskussionen anstoßen. Neben der theologischen Auseinandersetzung macht er in dem Buch auch Werbung für sein großes Projekt: ein Islam-Zentrum samt einer Akademie für Imame, das er in München gründen will. Und zum Dritten ist das Buch auch eine Art politische Antwort: Denn der bayerische Verfassungsschutz verdächtigt Idriz schon seit Jahren, seine liberale und fortschrittliche Einstellung nur vorzutäuschen. Dem Imam werden Kontakte zu Organisationen vorgeworfen, die als verfassungsfeindlich eingestuft werden. Jetzt hat Benjamin Idriz den Verfassungsschützern auf 224 Seiten geantwortet:</p>
<p><i>„Ich versuche, einige Missverständnisse und Vorurteile gegenüber dem Islam zu erklären. Mein Versuch ist, den Menschen im Verfassungsschutz und auch allen anderen, die über den Islam oft diskutieren, zu helfen: Ich will ihnen das wahre  Gesicht des Islam zeigen.“</i></p>
<p>Das Buch fällt in eine Zeit, in der plötzlich von „Kulturkreisen“ geredet wird, und von sogenannten islamischen Vierteln. Und in eine Zeit von zunehmend anti-islamischer Hetze: Zum Beispiel auf einem Flugblatt, das vor zwei Wochen in Geretsried verteilt worden war – kurz bevor Mitglieder der islamische Gemeinde Penzberg dort mit Gymnasiasten über den Islam diskutiert wollten:</p>
<p><i>„Der Islam ist keine Bereicherung für Deutschland, sondern wird eine große Katastrophe verursachen und bedeutet den wirtschaftlichen und kulturellen Niedergang Deutschlands.“</i></p>
<p>Auf dem Flugblatt wird der Imam Benjamin Idriz auch persönlich angegriffen – und das nicht zum ersten Mal. Gleichzeitig steigt die Angst vor islamistischen Terroranschlägen.</p>
<p><i>„Wir als Muslime in Penzberg fühlen uns in letzter Zeit, also nach dieser Terrorwarnung, auch nicht sicher: Weder von möglichen Terroristen noch von Leuten, die Muslime pauschal verdächtigen und vielleicht denken, dass wir auch so schrecklich sind. Wir müssen ganz vorsichtig sein: Ein Generalverdacht ist ein Terror auf der anderen Seite.“</i></p>
<p>Der Imam Benjamin Idriz will mit seinem Buch provozieren: Die konservativen Muslime – aber auch die Islamkritiker, für die der Islam in Deutschland nicht integrierbar ist. Es gibt also endlich ein <i>neues</i> Integrationsbuch zu diskutieren.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_136  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Quelle: br-online.de</p></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div><div class="et_pb_row et_pb_row_44 box-700">
				<div class="et_pb_column et_pb_column_4_4 et_pb_column_44  et_pb_css_mix_blend_mode_passthrough et-last-child">
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Für einen „europäischen Islam“. Ein neues Buch</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Benjamin Idriz, Penzberg, macht weit reichende Vorschläge </p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_139  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>„Grüß Gott, Herr Imam“ ist der Titel eines Buches von Benjamin Idriz, er ist Imam im bayerischen Penzberg. Und er gehört, wie der Titel nahe legt, für viele seiner Mitbürger offenbar längst ganz selbstverständlich zur bayerischen Heimat. Denn der Gott, den der Imam „grüßen“ soll, ist von dem Gott wohl gar nicht so verschieden, den die anderen, die christlichen Bayern, ebenfalls mit derselben populären Formel „grüßen“ sollen. Der Imam würde wohl sagen, es ist derselbe Gott, den Juden, Christen und Muslime – unter verschiedenen Namen – verehren. Benjamin Idriz hat sich mit seinem überaus anregenden Buch viel vorgenommen: Er will seine Glaubensbrüder und Glaubensschwestern mit allem Nachdruck darauf hinweisen: Sie sollten hier in Deutschland und überhaupt in Europa einen modernen, demokratischen, einen europäischen Islam aufbauen. Benjamin Idriz, er stammt aus Mazedonien, hat in Damaskus studiert und ist seit 1995 in Penzberg, möchte „das eigentliche Wesen des Islam“ herausarbeiten. Dafür hat er Vorbilder unter Islam – Gelehrten aus Bosnien. Der reformierte, der moderne Islam kann nur in den Blick geraten, wenn auch der menschlichen Vernunft die entscheidende Bedeutung zugesprochen in der Erkenntnis dessen, was der Koran wirklich meint. „Der Mensch ist das würdigste Geschöpf Gottes, daher sind seine Vernunft, Freiheit und Würde, sein Glaube und sein Leben unantastbar“ (S. 17). „Alle Propheten (also auch die jüdischen und christlichen CM.) sind gleichgestellt, denn sie haben eine gemeinsame Botschaft… Alle Menschen sind auf Erden vor dem Recht gleich….Aggression und Usurpation sind Vergehen“ (S. 18)… „Der Friede ist heilig, der Krieg ist zu verabscheuen“ ) S. 19. Solche grundlegenden humanistischen Anschauungen eines aufgeklärten europäischen Islam kann man seitenweise in dem Buch lesen. Besonders wichtig erscheint mir das Kapitel, das Benjamin Idriz mit “Das Porträt der idealen muslimischen Persönlichkeit in Bezug auf Integration“ überschrieben hat. Abschließend heißt es in dem Kapitel: „Sie (die ideale muslimische Persönlichkeit) unterzieht ihr Religionsverständnis einer Prüfung durch die Vernunft und hält dadurch Abstand von extremen Haltungen“. (S 31).</p>
<p>Treffender wäre es wohl gewesen zu schreiben, „diese Person missbilligt und verurteilt extreme Haltungen“.</p>
<p>In jedem Fall verdient das ausdrückliche Bemühen, einen, so wörtlich, „europäischen Islam“ aufzubauen, hohe Anerkennung. Man würde sich beinahe wünschen, dass dieses Buch gratis in allen Moscheen in Deutschland, aber auch in allen Kirchen, Synagogen und religiösen Zentren gratis verteilt würde. Die in dem Buch genannte Liste der Freunde und Unterstützer des Penzberger Projekts und damit auch seines Initiators ist lang, sie umfasst Bischöfe und Bürgermeister, auch den CSU Politiker und Vorsitzenden des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken, Alois Glück. Merkwürdig, dass die Vorwürfe des bayerischen Innenministers („verkappter Radikaler“) vom Sommer 2010 gegenüber der Penzberger Moschee in dem Buch nicht ausführlich behandelt und erwidert werden. Benjamin Idriz leidet offenbar darunter, wie stark heute noch im alltäglichen Islam, auch in Europa, die „eigentlich“ universalen Werte des Korans und die Werte des Humanismus überlagert werden durch volkstümliche (arabische, türkische usw.) Traditionen, die kulturell zu verstehen sind, aber eigentlich mit dem Islam nichts zu tun haben (das gilt etwa für die Rolle der Frauen in der unreflektierten islamischen Alltagspraxis). Als oberstes Gebot gilt darum für den Penzberger Imam die Bildung.</p>
<p>Vielleicht kann von Penzberg aus tatsächlich eine umfassende Reformbewegung des Islam gefördert werden, vielleicht schließen sich mehr Imame dieser vom humanistischen Geist geprägten Islam – Theologie an. Merkwürdig bleibt, warum dieses globale Projekt eines „humanistischen, vernünftigen und kritischen Islam“ auf Europa beschränkt bleiben soll. Man würde sich dringend wünschen, dass diese globale Islam -Reformation auch die islamische (und politische) Praxis in den Ländern Arabiens usw. erreicht. Es geht doch um viel mehr, als bloß um einen reformierten Euro – Islam.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_140  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Benjamin Idriz, „Grüss Gott, Herr Imam!“. Eine Religion ist angekommen. Diederichs Verlag München, 2010,223 Seiten, 16,99 Euro<br />
Quelle: religionsphilosophischer-salon.corbida.de</p></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div><div class="et_pb_row et_pb_row_45 box-700">
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				<div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_141  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner">Sonntagsblatt: Plädoyer für den &#8222;Euro-Islam&#8220;</div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_142  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Benjamin Idriz und sein Buch »Grüß Gott, Herr Imam«</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_143  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><b>Der Penzberger Imam Benjamin Idriz ist eine zentrale Figur im bayerischen interreligiösen Dialog mit dem Islam. Sein Buch mit dem Untertitel »Eine Religion ist angekommen« kommt am 29. November in die Läden.</b></p>
<p>Misstrauen und Vorurteile gegen den Islam sind seit Jahrhunderten in Europa gewachsen. Das ist auch Benjamin Idriz bewusst, der seit 1995 der Islamischen Gemeinde Penzberg als Imam vorsteht. Wenn sein Buch »Grüß Gott, Herr Imam« am 29. November erscheint, dann platzt es mitten hinein in eine hitzige Integrationsdebatte, in eine Diskussion um die Islamisierung Europas und in Terrorwarnungen. Andererseits ist in der fortschrittlich-aufgeschlossenen Moschee von Penzberg eine »oberbayerisch-muslimische Erfolgsgeschichte« gelungen. Ist Idriz somit der Mann, der den Gordischen Knoten der Islam-Debatte lösen kann?</p>
<p>Idriz wirbt in seinem Buch vehement für einen »Euro-Islam«, der die Glaubens- und Moralgrundsätze bewahrt und zugleich mit den europäischen Werten vereinbar ist. Erfahrungsgrundlage ist für Idriz der bosnische Islam und seine »Nähe zur europäischen Mentalität« – wobei er unter anderem klar Stellung bezieht für die Würde der Frau und gegen ihre Verschleierung, die ein »Verstoß gegen den Islam« sei. Freilich plädiert er dafür, Schleier und Burka nicht zu verbieten, sondern argumentativ dagegen vorzugehen, denn »die wertvollste, die heiligste Körperpartie des Menschen ist sein Gesicht«.</p>
<p>Der 1972 im mazedonischen Skopje geborene Diplom-Theologe hat in Damaskus und Beirut studiert und ist seit 2009 Vorsitzender des Vereins »Zentrum für Islam in Europa – München« (ZIE-M). Dieser will die Ausbildung von Imamen in Deutschland vorantreiben, damit nicht länger türkische Imame ohne Deutschkenntnisse für befristete Zeiträume die Gemeinden betreuen müssen. Nur wenn die Gemeindevorsteher selbst in der deutschen Lebenswirklichkeit zu Hause sind, so Idriz, können sie auch ihre Gemeinde in Deutschland leiten.</p>
<p>Was Benjamin Idriz auf zweihundert Seiten, die sich flüssig lesen lassen, ausbreitet, ist ein engagiertes Plädoyer für einen frei denkenden Muslim, der Europa und den Islam als seine Heimat begreift – und eben nicht an Bräuchen und Traditionen arabischer Länder orientiert ist. Idriz argumentiert für eine moderne Koran-Interpretation, für eine Revolutionierung des muslimischen Rechtssystems, für die Gleichberechtigung der Geschlechter, für den Dialog bei Konflikten, Vorurteilen und Missverständnissen.</p>
<p>Konkrete Forderungen richtet er gerade auch an seine eigene Glaubensgemeinschaft: Imame sollen Frauen zum Freitags­gebet einladen, ihre Predigten in deutscher Sprache halten, und die Armensteuer soll die soziale Lage von Muslimen in Deutschland verbessern und nicht in Länder außerhalb Europas abgeführt werden. Auf breitem Raum wird schließlich eine »Islamische Akademie« vorgestellt, wie sie ZIE-M als Ausbildungsstätte für Imame und Seelsorger plant.</p>
<p>So modern sein Bild des Euro-Islam wirkt – an all diesen konkreten Punkten wird sich zeigen, ob Idriz über die Grenzen von Penzberg hinaus Erfolg hat. Denn die Frage dürfte nicht sein, ob wir diesen modernen »Euro-Islam« zulassen, sondern ob konservative Muslime sich von dieser Idee überzeugen lassen.</p>
<p>Oder wird Idriz zu spüren bekommen, dass ein christlich-sozialer Innenminister, der ihn trotz aller Unterstützer hartnäckig im Auge behält, noch nicht der ärgste Gegner ist im Vergleich zu Kritikern aus den eigenen Reihen?</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_144  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Quelle: sonntagsblatt-bayern.de</p></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div><div class="et_pb_row et_pb_row_46 box-700">
				<div class="et_pb_column et_pb_column_4_4 et_pb_column_46  et_pb_css_mix_blend_mode_passthrough et-last-child">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_145  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>BR: Islambuch Penzberg „Grüß Gott Herr Imam“</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_146  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Der Imam Benjamin Idriz und seine islamische Gemeinde in Penzberg sind in ganz Deutschland bekannt. Einmal, weil die Gemeinde als vorbildlich integriert gilt. Er ist aber auch bekannt, weil der Bayerische Verfassungsschutz dem Imam diese liberale Einstellung nicht glaubt.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_147  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Jetzt hat Benjamin Idriz ein Buch geschrieben.  „Grüß Gott, Herr Imam“ heißt es – und soll auch eine Antwort an den Verfassungsschutz sein. Es ist ein Buch, das für Diskussionen sorgen wird – unter Nicht-Muslimen, aber auch unter Muslimen. Schon im ersten Kapitel wird Benjamin Idriz konkret und beschreibt im Detail, wie er sich den perfekt integrierten Muslim vorstellt.</p>
<p>Für Idriz soll der perfekt integrierte Muslim Deutsch lernen, die Gesetze achten, deutsche Zeitungen lesen, aber auch den Müll trennen, nicht zu laut Musik hören und er soll einen Bibliotheksausweis haben.<br />
Überflüssig zu sagen, dass das auch viele deutsche Christen nicht erfüllen. Aber Idriz geht es nicht um Mülltrennung. Er will zeigen, dass der Islam in Deutschland integrierbar und mit dem Grundgesetz vereinbar ist. So sagt er zum Beispiel, dass Frauen auch im Islam gleichberechtigt sind.</p>
<p>Wenn muslimische Frauen unterdrückt werden, ist das laut Idriz die Schuld der Männer und steht so nicht im Koran. Der Imam interpretiert den Koran, und befreit damit den Islam von „Staubschichten“, wie er sagt. Das könnte manch konservativen Muslimen nicht gefallen. Kein Problem für Idriz, denn er will mit seinem Buch eine Diskussion anstoßen.<br />
Alles, was Benjamin Idriz schreibt, klingt sehr liberal und fortschrittlich – aber der Bayerische Verfassungsschutz verdächtigt Idriz, diese Einstellung nur vorzutäuschen. Dem Imam werden Kontakte zu Islamisten vorgeworfen. Mit seinem Buch will Idriz jetzt auch den Verfassungsschützern antworten.</p>
<p>Das Buch fällt in eine Zeit, in der der Islam heiß diskutiert wird und in der die Angst vor islamistischen Terroranschlägen steigt. Aber das darf laut Idriz nicht dazu führen, alle Muslime unter Generalverdacht zu stellen. Im Dezember will sich der 38-Jährige das erste Mal der Diskussion stellen, dann wird er sein Buch in München offiziell vorstellen.
</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_148  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Quelle: br-online.de</p></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div><div class="et_pb_row et_pb_row_47 box-700">
				<div class="et_pb_column et_pb_column_4_4 et_pb_column_47  et_pb_css_mix_blend_mode_passthrough et-last-child">
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner">SZ: Imam hat ein Buch über aufgeklärten Islam geschrieben</div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_150  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Süddeutsche Zeitung, 30.11.2010</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_151  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><b><i>Reden wir über Muslime und Integration: Imam Benjamin Idriz hat ein Buch über aufgeklärten Islam geschrieben.</i></b><br />
<i>Für die einen ist der Penzberger Imam Benjamin Idriz ein liberaler Hoffnungsträger, für die anderen ein Blender, mit Kontakten zur Islamistenszene. Diese Woche hat der 38-Jährige sein neues Buch „Grüß Gott, Herr Imam“ (Diederichs, 16,99 Euro) herausgebracht. Die SZ hat mit ihm über Mülltrennung und Mustermuslime gesprochen.</i></p>
<p><b>SZ: Grüß Gott, Herr Imam. „Eine Religion ist angekommen“ lautet der Untertitel Ihres neuen Buches. Gilt das auch für den Islam hier im traditionell christlich-konservativen Oberland?</b><br />
Idriz: Der Islam ist hier definitiv angekommen. Die Muslime und die Penzberger Moscheegemeinde sind ein fester Bestandteil des Oberlandes. Verwurzelt sind die Muslime aber noch nicht. Leider ist der Islam in der Mehrheitsgesellschaft noch nicht so geschätzt und anerkannt wie andere Religionsgemeinschaften. Hier in der Gegend sind beispielsweise etwa fünf Prozent der Bevölkerung Muslime, in den Ämtern und Behörden stellen sie aber nicht mal ein Prozent der Angestellten.</p>
<p><b>SZ: In Ihrem Buch entwerfen Sie  das Idealbild eines perfekt integrierten Muslims.  Aber mal ehrlich, wie viele solche Mustermuslime gibt es in Ihrer Gemeinde?</b><br />
Idriz: Mustermuslime gibt es auch in unserer Gemeinde. Für das Idealbild des integrierten Muslims müssen wir noch mehr tun. In meinem Buch habe ich versucht, den Muslimen ganz konkrete Beispiele zu geben, damit sie sich besser integrieren und mit Deutschland identifizieren können.</p>
<p><b>SZ: Die Beispiele klingen teils banal: Müll trennen und nicht laut Musik hören, sollen die Gläubigen beispielsweise.</b><br />
Idriz: Einiges ist banal. Aber es sind auch Dinge, die ich schon konkret gefragt wurde. Das Buch habe ich auch nicht nur für Penzberg oder Bayern geschrieben, sondern für ganz Deutschland. Ich war vor kurzem in Neukölln. Da sind so banale Dinge noch nicht normal.</p>
<p><b>SZ: Der bayerische Verfassungsschutz wirft Ihnen Kontakte zur Islamistenszene vor. Wollten Sie sich mit Ihrem Buch auch ein wenig von den Vorwürfen freischreiben?</b><br />
Idriz: Ich habe mein Buch nicht geschrieben, um jemanden zu Gefallen oder jemandem zu schmeicheln. Mein Buch ist aber ein Widerspruch gegen das, was der Verfassungsschutz behauptet und widerspricht zugleich dem, was Islamisten denken. Mein Buch soll aufklären – auch die Verfassungsschützer. Denn das, was ich schreibe, denke ich. Wenn unsere Gemeinde nächstes Jahr wieder im Verfassungsschutzbericht auftaucht, dann ist eines klar: Dann ist es nicht deren Absicht, Islamismus zu verhindern, sondern unsere Gemeinde weiterhin zu stigmatisieren und eine ehrliche Integration zu verhindern.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_152  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Interview: Frederik Obermaier</p></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div><div class="et_pb_row et_pb_row_48 box-700">
				<div class="et_pb_column et_pb_column_4_4 et_pb_column_48  et_pb_css_mix_blend_mode_passthrough et-last-child">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_153  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Münchner Merkur &#8211; Imam Idriz: „Der Islam ist integrierbar“</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_154  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Münchner Merkur, 09.11.2010</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_155  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Penzberg – Sonnenlicht dringt durch die blau funkelnde Glaswand der Moschee in Penzberg. Von der Gebetsnische aus kann man in die oberbayerische Landschaft blicken. Dies ist der Arbeitsplatz von Benjamin Idriz, dem bekanntesten Imam Bayerns. Bekannt ist er, weil seine muslimische Gemeinde als vorbildlich integriert gilt. Weil er in München ein Islam-Zentrum bauen will. Aber auch, weil ihn der Verfassungsschutz im Visier hat: Der warf ihm Kontakte zu Islamisten vor. Idriz, 38, hat sich, mit Unterstützung vieler Politiker, immer gegen Islamismus-Vorwürfe gewehrt. Und will sie nun endgültig entkräften: <b>Er hat ein Buch geschrieben, mit dem Titel „Grüß Gott, Herr Imam“.</b> Darin skizziert er seine Vision von einem aufgeklärten europäischen Islam. Das Buch wird für Aufsehen sorgen –bei Muslimen wie bei Nichtmuslimen in Deutschland. Wir treffen den Imam zum Früstück, im ersten Stock der Moschee. Es gibt Brezen und Baklava, dazu türkischen Tee.</p>
<p><b>Grüß Gott, Herr Imam!</b><br />
Ein herzliches Grüß Gott!</p>
<p><b>In Ihrem Buch schreiben Sie viel darüber, wie sich Muslime hierzulande verhalten sollen. Sollte ein Muslim in Bayern eine Lederhose haben?</b><br />
(lacht.) Bayerische Kleidung widerspricht nicht dem islamischen Geist – im Gegenteil! Wenn ich Frauen im Dirndl sehe, dann ist das der typischen Kleidung muslimischer Frauen näher als vieles andere. Ich habe kürzlich mit einem Trachtenmode-Designer gesprochen. Ich habe ihn gebeten, mir einen passenden bayerischen Imam-Trachtenanzug zu entwerfen.</p>
<p><b>Sie stellen ja gleich im ersten Kapitel sehr deutliche Forderungen an Muslime: Sie müssen grundgesetztreu und voll integriert sein, aber auch Müll trennen und nicht zu laut Musik hören!</b><br />
Es war mir sehr wichtig, ganz konkrete Anforderungen zu formulieren: Wie soll sich ein ideal integrierter Muslim verhalten? Alles, was ich fordere, ist aber konform mit dem Islam. Ein Muslim muss als Schüler fleißig, als Arbeiter aufrichtig sei, als Bürger die Gesetze des Landes achten und sich in seinem sozialen Umfeld engagieren. Ich bin gespannt auf die Reaktionen der Muslime.</p>
<p><b>Islamkritiker sagen, die Normen des Islam seien unvereinbar mit dem Grundgesetz und Muslime daher nicht integrierbar. </b><br />
Dieses Vorurteil ist weit verbreitet. Es gibt aber auch den Ruf nach islamischen Theologen, die erklären, wie Islam und westlicher Rechtsstaat zusammenpassen. In meinem Buch versuche ich, das zu tun. Der Islam ist integrierbar. Alles, was er fordert, ist mit dem Grundgesetz vereinbar.</p>
<p><b>Wie vermitteln Sie das den Islamkritikern?</b><br />
Ich sage ihnen, dass der Islam kein starres Gebilde ist. Er kann sich modernen Gesellschaften anpassen. 90 Prozent der islamischen Lehre sind flexibel und zeitgemäß interpretierbar. Nur einige grundlegende Dinge sind festgelegt – Werte wie Barmherzigkeit und Gebote wie z.B. das fünfmalige Beten am Tag.</p>
<p><b>Blickt man auf die Entwicklung mancher muslimischer Staaten, bekommt man nicht gerade den Eindruck, sie seien flexibel…</b><br />
Tatsache ist, dass die Religion schon kurz nach dem Tod Muhammads für politische Zwecke missbraucht worden ist. In dieser Zeit ist bei Muslimen sehr viel schiefgelaufen, erstarrte Regelwerke sind entstanden. Jetzt ist es die Aufgabe muslimischer Intellektueller, dies zu korrigieren.</p>
<p><b>Der Islam befand sich also über mehr als 1000 Jahre auf dem Irrweg?</b><br />
In gewisser Hinsicht ist das so, leider. Über Jahrhunderte hinweg gab es das, was man heute „Gottesstaaten“ nennen würde – dabei ist ein Gottesstaat mit dem Islam unvereinbar, auch wenn noch so oft das Gegenteil behauptet wird. Im Islam ist eigentlich eine Trennung von Staat und Religion angelegt. Muhammad wurde von Gott nie als politischer Führer bezeichnet, sondern immer als Gottes Gesandter. Ich sage deshalb zu Muslimen: Richtet euch im Gebet nach Mekka – aber in der Politik nach Berlin und Brüssel.</p>
<p><b>Müssen sich Muslime dann nicht von der Scharia, dem islamischen Gesetz, distanzieren?</b><br />
Die Scharia ist kein zeitloses Gesetz Gottes, sondern das Ergebnis von Auslegungen durch Menschen, die auf jeweilige kulturelle und historische Umstände bezogen sind. Ich distanziere mich entschieden von Auslegungen, die Menschenrechte mit Füßen treten. Der Begriff Scharia wird heute auf beiden Seiten immer wieder instrumentalisiert um feindselige Stimmungen anzuheizen.</p>
<p><b>In manchen Ländern gibt es bis heute Steinigungen – und die Richter berufen sich auf die Scharia.</b><br />
So ein primitives Verständnis von Scharia hat im 21. Jahrhundert nichts verloren.</p>
<p><b>Kann es hierzulande neben dem Grundgesetz ein zweites Regelwerk wie die Scharia geben?</b><br />
Nein. Die Vorstellung eines Parallelgesetzes widerspricht meinem Islamverständnis. Es wäre falsch, die Scharia hier als Parallelgesetz zu etablieren, jetzt oder in der Zukunft.</p>
<p><b>Dennoch fordern Sie einen „Fatwa-Rat“ für Deutschland – also ein Gremium, das Fatwas, islamische Rechtsgutachten, erstellt. Wäre das keine Parallelinstanz?</b><br />
Eine „Fatwa“ ist eine religiöse Empfehlung, das hat nichts mit Politik zu tun. Wir haben das Problem, dass manche Muslime hierzulande oft den Fatwas und religiösen Interpretationen aus anderen Ländern folgen. Wäre es da nicht besser, einen Fatwa-Rat mit Islam-Wissenschaftlern in Deutschland zu etablieren?</p>
<p><b>Worüber würde so ein Fatwa-Rat urteilen?</b><br />
Ein Beispiel: Gelatine wird aus Knochen von Schweinen hergestellt. Ein Mufti in Saudi-Arabien würde Muslimen da vielleicht verbieten, Gelatine zu essen! Aber wenn islamische Gelehrte hier sich damit vernünftig auseinandersetzen, könnten sie entscheiden, dass es Unsinn ist, Muslimen Gelatine zu verbieten.</p>
<p><b>In Dublin wurde ein europäischer Fatwa-Rat gegründet. Dessen Vorsitzender, Yusuf Qaradawi, legitimierte Selbstmordattentate von Palästinensern…</b><br />
Ich habe ihm daraufhin einen Brief geschrieben, dass diese Fatwa meines Erachtens dem Islam widerspricht. Der Rat hat Qaradawis Position in dieser Sache auch nicht übernommen. Und der Rat hat auch sehr vernünftige Fatwas herausgegeben.</p>
<p><b>Auch im Koran gibt es Passagen, die Muslime zum Kampf gegen Nicht-Muslime auffordern.</b><br />
Der Koran fordert nicht pauschal den Kampf gegen Nichtmuslime, sondern gegen Aggressoren vorzugehen. Die gemeinten Verse sind im Kontext des 7. Jahrhunderts zu sehen und nicht buchstäblich als zeitlose Weisungen zu verstehen. Muslime in Europa sollten sich nicht an ihnen orientieren.</p>
<p><b>Ist der Koran denn nicht verbindlich? Kann ein Muslim auswählen, was ihm gefällt und was nicht?</b><br />
Ein Vers kann nicht aus dem Koran gestrichen werden. Die Bibel wird ja auch nicht verändert. Aber nicht alle Verse enthalten Weisungen, die für alle Zeiten gültig wären.</p>
<p><b>Man darf den Koran also interpretieren?</b><br />
Natürlich. Genau das fordere ich. Man darf ihn nicht Wort für Wort dogmatisieren. Es geht doch nicht nur darum, was Gott im Koran sagt, sondern vor allem darum, was Gott damit meint. Gott hat den Menschen Vernunft gegeben, um den Koran in jeder Zeit neu zu interpretieren. Eine Schrift, die nicht mehr interpretiert werden könnte oder dürfte, wäre tot, doch der Koran ist ein lebendiges Buch.</p>
<p><b>Was Sie sagen, klingt fortschrittlich. Aber Ihnen ist auch vorgeworfen worden, Sie würden „Taqiyya“ betreiben – also Nichtmuslime über ihre wahren Ansichten hinwegtäuschen.</b><br />
Jetzt kolportieren Sie selbst ein verbreitetes Vorurteil. Es ist eine schwere Anschuldigung gegen Muslime, dass sie sich verstellen und lügen würden. Ich denke, die beste Antwort auf solche Vorurteile ist eben mein Buch. Ein Buch unter meinem Namen, in dem ich alles begründe, was ich denke, kann keine so genannte „Taqiyya“ sein. Das Buch ist auch eine Antwort an den Verfassungsschutz, der unsere islamische Gemeinde stigmatisiert hat, obwohl wir seit Jahren einen völlig verfassungskonformen Islam leben und lehren. So ein Vorgehen der Behörden schürt gerade den Extremismus. Und es hat die Glaubwürdigkeit der Behörde in den Augen vieler massiv in Frage gestellt. Es ist höchste Zeit, zu sachlicher Kooperation zurückzukehren und diesen unsinnigen Streit zu beenden.</p>
<p><b>In ihrem Buch warnen Sie vor anti-islamischer Hetze. Sie vergleichen sie sogar mit dem Antisemitismus vergangener Jahre. </b><br />
Nein, ich möchte das nicht vergleichen. Ich will nur warnen: Wie man in der Vergangenheit mit religiösen Minderheiten umgegangen ist, darf sich nicht wiederholen, nirgendwo und gegen niemanden.</p>
<p><b>Sie schreiben aber auch zornig über Muslime. Im Umgang mit Frauen werfen sie vielen „steinzeitliches Denken“ vor.</b><br />
Man muss das nicht schönreden: In vielen muslimischen Köpfen existiert ein Frauenbild, das ich als Mensch und als Imam nicht akzeptieren kann. Ich versuche, dagegen zu kämpfen und für Gleichberechtigung einzutreten.</p>
<p><b>Gehört das Kopftuch dann auch abgeschafft?</b><br />
Das Kopftuch ist kein Dogma im Islam. Nur die Frau selbst hat zu entscheiden, ob sie Kopftuch trägt oder nicht. Weder ein Imam noch der Staat noch die Familie dürfen eine Frau zum Kopftuch zwingen. Ich halte es deshalb auch für falsch, schon kleine Mädchen mit Kopftuch in die Schule zu schicken.</p>
<p><b>Heißt das, eine Frau kann auch ohne Kopftuch eine gute Muslimin sein?</b><br />
Genau. Der Charakter einer Frau wie eines Mannes und ihr oder sein Gottesbewusstsein sind das Maß für Religiosität, nicht bloß ein Stück Stoff.</p>
<p><b>Dürfte sie auch kurze Röcke und Blusen mit tiefem Ausschnitt tragen?</b><br />
Niemand dürfte es ihr verbieten, das liegt in ihrer individuellen Freiheit. Aber: Der Islam verlangt von allen Menschen, sich zu bedecken. Er ist gegen eine Nacktkultur.</p>
<p><b>Gilt das auch für Männer?</b><br />
Absolut! Das ist ja gerade die Doppelmoral in manchen Ländern, in denen man muslimische Männer in Shorts sieht und neben ihnen ihre Frauen völlig verschleiert sind. Ich verstehe den Islam so, dass Frau und Mann ihren Körper gleichermaßen bedecken sollen.</p>
<p><b>Burkas lehnen Sie in Ihrem Buch aber ab. </b><br />
Ja, Burka und die totale Verschleierung des Gesichts widersprechen der Menschenwürde – und sind damit nach meinem Verständnis ein Verstoß gegen den Islam.</p>
<p><b>Glauben Sie wirklich, dass viele Muslime da ihrer Meinung sind?</b><br />
Eine Mehrheit der Muslime in Deutschland ist für ein zeitgemäßes Islamverständnis. Viele Muslime sind begeistert von unserer Arbeit.</p>
<p><b>Einige Muslime werden damit aber nicht einverstanden sein.</b><br />
Mag sein. Ich habe versucht, mit meinem Buch die muslimische Bevölkerung auch aufzurütteln. Muslimische Organisationen mögen sich von meinem Buch herausgefordert fühlen – damit wäre schon etwas erreicht. Und wenn sich Extremisten und sicherlich auch Islamhasser davon provoziert fühlen, dann löst das ja vielleicht bei dem einen oder anderen einen längst fälligen Denkprozess aus.</p>
<p><b>Haben Sie keine Angst vor Gewalt von Islamisten?</b><br />
Nein, nicht in Deutschland. Wir leben ja zum Glück in einem Rechtsstaat. Wir haben Polizei und Verfassungsschutz. Und schließlich glaube ich fest an Gott. Ich habe keine Angst. Möge er uns alle schützen!</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Interview: Johannes Patzig und Wolfgang Schörne<br /> Quelle: <a href="https://www.randomhouse.de/content/attachment/webteaser/idriz_interview_21502.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://www.randomhouse.de/content/attachment/webteaser/idriz_interview_21502.pdf</a></p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>تحية أهل بافاريا „غروس غوت“ أي مرحباً ـ هي التحية التي حرص المؤلف علي إستخدامها كعنوان لكتابه „مرحباً..السيد الإمام “ وهي لفتة ورمز لتحديد موطن إصدار الكتاب وأحداثه،إذ أن هذه التحية تقتصر فقط علي أهل بافاريا، وأن من يري عنوان الكتاب في المكتبات لن يجهد نفسه كثيرا في معرفة محتوياته، فهو كتاب يتعلق بالمسلمين في ولاية بافاريا الجنوبية الألمانية.</p>
<p>قد ينظر إلي إصدار الكتاب في تلك الأثناء علي انه شجاعة كبيرة“ فإدريس بنيامين“ مؤلف الكتاب هو إمام ورئيس الجمعية الإسلامية في مدينة “ بندزبرج “ المعروفة في كل أنحاء ألمانيا، ورغم أنه شاب يبلغ من العمر الثامنة والثلاثين إلا أنه من الأئمة المجددين، فهو يؤم صلاة الجمعة في مسجد المدينة ويلقي الخطبة باللغة البوسنية والتركية والألمانية وقد اعتاد سكان المدينة المسيحيين عليه،و قد يبدوأن وضعه استثنائيا في تلك المدينة التي لايشكل وجود المسلمين فيها إزعاجا لحياة أهلها من الألمان المسيحين.</p>
<p>وضع أدريس بنيامين في كتابه أجوبة الكثير من الأسئلة الملحة التي يتم تداولها عن الإسلام في الشارع الألماني، كما أنه حاول عبر فصول الكتاب المختلفة أن يفرق بين ثوابت الدين والعادات والتقاليد التي دخلت عليه، ومن ثم ما إختلط علي الناس من تلك العادات و أصبحوا يعتبرونها من أساسيات الدين وهي في الأصل بدع وخرافات، ولم يفت المؤلف ان يتعرض الي جوانب التشدد في الإسلام لدي بعض الجماعات المختلفة وحاول في الكتاب تفنيد آرائهم وفتح حوار حول تشددهم ويقول في ختام ذلك إنه لا يجب أن يفهم من آرائه تلك علي أنه يتحدي هؤلاء الناس.</p>
<p>من المفارقات أن أدريس نفسه إتهم من قبل مكتب حماية الدستور والأمن الألماني بأن له علاقة بمسلمين متشددين ويقول عن ذلك عبر صفحات الكتاب إن تدخل الدولة في الدين يصل دائما الي طريق مسدود وهو نوع من الإستبداد ويصف كيف بني المسلم بعد إنتشار الدين الإسلامي تصوراته المثالية والعقائدية، ويصف كيف يتجانس ويتكامل المسلم مع الأخرين،إضافة الي الدور الذي لعبه هو نفسه في ذلك المجال من حيث تهيئة الأجواء الي الإندماج بين المسلمين وغير المسلمين في تلك البلاد.<br />
لعب ادريس بنيامين دورا بارزا في تحقيق التناغم بين المسلمين وغير المسلمين في المدينة التي يسودها الطابع المسيحي الكاثوليكي المحافظ بل والمتشدد في بعض الأحيان، وهو الطابع الذي يميز ولاية بافاريا بشكل عام، والتي كانت قد شهدت عدداً من النزاعات بشأن بناء المساجد فيها، غير ان مدينة “ بندزبرج “ التي شهدت نمو صناعي كبير، دفع بالعمالة الاجنبية الي إستوطانها، وهو الأمر الذي ساعد علي زيادة التنوع الديني فيها مما دفع إدريس بنيامين الي ان يحدد اولويات الجالية المسلمة في تلك المدينة والتي لخصها في „كيفية الحد من الصراعات بين المعتقدات والقيم المختلفة لكل الجاليات الدينية في المدينة“.</p>
<p>يحدد المؤلف في كتابه الكثير من معالم الإندماج بين المسلمين وغيرهم من وجهة نظره ويقول:إن تعلم اللغة الألمانية بشكل جيد واحترام القانون الألماني والإهتمام بقراءة الصحف الألمانية والحرص علي الإدلاء بالصوت في الإنتخابات ومن ثم ايضا الحرص علي الإشتراك في المكتبات الألمانية المنتشرة علي نطاق واسع في البلاد للتزود بالثقافة،كذلك التخلي عن بعض العادات السيئة مثل الإستماع الي الموسيقي العالية أضافة الي الترحيب بنظام البلاد والذي قد يتطرق الي ما لم يتعود عليه المقيم الأجنبي في تلك البلاد مثل فصل وتصنيف القمامة مثلا.<br />
يري إدريس أيضا أنه من المهم أن يعيش المسلم في ألمانيا حياة تقارب في قيمها وإطارها القيم الأوروبية، فبالرغم من كون ألمانيا الموطن الجديد، يمكن للمسلمين هنا تشكيل حياتهم حسب معتقداتهم الدينية وبالتناغم مع الأديان الأخرى دون أن يشكل ذلك أي عبء عليهم.وفي ذات السياق يري أن للإمام دوراً مهماً في فهم متطلبات وحاجات العائلة المسلمة، والتي قد تساهم في دمجها في المجتمع بشكل عام. وبحسب رأيه فإن هذا الفهم نابع من التأهيل الذي يحصلون عليه في الجامعات. ومن المهم أيضاً أن يساهم الأئمة في توعية غير المسلمين حول الإسلام وإزالة أي سوء فهم لأركانه، فالأئمة في ألمانيا „يجب أن يتصرفوا كمستشارين وناصحين في معظم شؤون الحياة اليومية، وهو ما يمليه عليهم دورهم كقدوة لأفراد جاليتهم“<br />
يري أيضا ان الائمة يمكن ان يلعبوا دورا مهما في بناء الجسور بين الثقافات المتعددة التي من شأنها تشجيع جهود الاندماج.<br />
حاول المؤلف ايضا الرد في الكتاب علي الإتهامات التي وجهت اليه من قبل الأمن الألماني الذي وصفه بالتشدد ويقول انه عرض في الكتاب الخلافات الإسلامية الإسلامية والخلافات بين المسلمين وغير المسلمين.</p>
<p>حاول أدريس بنيامين ان يعطي في الكتاب صورة للتكامل والإندماج الإسلامي في المجتمع الألماني،ومن منطلق التعريف بالإسلام يقول انه ليس فقط يركز علي الإندماج انما يعطي أمثلة اخري مثل حقوق المرأة في الإسلام ويري أنها حقوق متساوية كما هي في المانيا.<br />
ويقول ادريس في كتابه اذا كانت هناك حالات من الإضطهاد بالفعل للمرأة موجود ة، فإن ذلك سببه الرجال وليس القرآن، انه يري أن دور الإمام ليس فقط تفسير القرآن الكريم بل يجب فض الغبار من عليه من جراء بعض التفسيرات الخاطئة ويقول ان ذلك قد لايرضي بعض المتشددين ولكن هو علي الأقل يطمح في عرض القضايا التي جاءت في الكتاب للنقاش الواسع.<br />
بصفة عامة جاء كتاب ادريس بنيامين ليروج لليبرالية الإسلامية التي تميل الي الحداثة.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Quelle: elaph.com</p></div>
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<p>Der Beitrag <a href="https://islam-penzberg.de/das-buch-gruess-gott-herr-imam-in-den-medien/">Das Buch „Grüß Gott, Herr Imam!“ in den Medien</a> erschien zuerst auf <a href="https://islam-penzberg.de">IGP</a>.</p>
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		<title>Impressionen zu &#034;Grüß Gott, Herr Imam!&#034;</title>
		<link>https://islam-penzberg.de/impressionen-zu-gruess-gott-herr-imam/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[igp-987]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 May 2014 13:04:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Imam Idriz verdeutlicht den Unterschied zwischen denen, die über Muslime reden und zur Eskalation von Konflikten beitragen und denjenigen, die mit Muslimen reden und gemeinsam nach Lösungen suchen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://islam-penzberg.de/impressionen-zu-gruess-gott-herr-imam/">Impressionen zu &quot;Grüß Gott, Herr Imam!&quot;</a> erschien zuerst auf <a href="https://islam-penzberg.de">IGP</a>.</p>
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					<h1 class="entry-title">Impressionen zu &quot;Grüß Gott, Herr Imam!&quot;</h1>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>„Die Debatte um die Integration der Muslime in das europäische Umfeld wird weitergehen. Der Buchmarkt ist bereits überflutet mit den unterschiedlichsten Beiträgen zum Thema Islam. Manche davon sind bewusst provozierend geschrieben, auch in der Absicht, die Integration in Frage zu stellen und letztlich die friedliche Koexistenz zu gefährden. Manche zielen auf den eigenen Profit ab, sei es auf politischer oder auch auf kommerzieller Ebene. Die meisten Publikationen benennen zwar explizit und beharrlich die Probleme, aber nur wenige bringen seriöse Lösungsvorschläge ein.Dieses Buch bietet konkrete Modelle zur Lösung der viel diskutierten Probleme. Es will den Unterschied verdeutlichen zwischen denen, die über Muslime reden und zur Eskalation von Konflikten beitragen und denjenigen, die mit Muslimen reden und gemeinsam nach Lösungen suchen.“<br />
Paperback, Klappenbroschur, 224 Seiten, <nobr>ISBN: 978-3-424-35042-5</nobr></p></div>
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				<a href="https://islam-penzberg.de/gruess-gott-herr-imam/"><span class="et_pb_image_wrap has-box-shadow-overlay"><div class="box-shadow-overlay"></div><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="1219" src="https://islam-penzberg.de/wp-content/uploads/2020/06/igp-idriz-gruess-gott-herr-imam.jpg" alt="Imam Idriz: Grüß Gott Herr Imam" title="Imam Idriz: Grüß Gott Herr Imam" srcset="https://islam-penzberg.de/wp-content/uploads/2020/06/igp-idriz-gruess-gott-herr-imam.jpg 800w, https://islam-penzberg.de/wp-content/uploads/2020/06/igp-idriz-gruess-gott-herr-imam-480x731.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 800px, 100vw" class="wp-image-9834" /></span></a>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>„Imam Benjamin Idriz ist nicht nur sprachlich vielseitig, sondern auch geistig vielseitig, und wirkt auf jeden durch sein offenes Herz wie durch seinen scharfen Verstand. Seine Sprache der Toleranz spiegelt seine vom Vater ererbte Toleranz des Denkens wieder, die er mit den Quellen der islamischen Tradition weiterentwickelt. In meinem Leben und Wirken habe ich viele gute Menschen kennen gelernt, aber die Güte des Imams und seine Freundlichkeit, sein Optimismus, Enthusiasmus, sein Einsatz und seine Offenheit für Dialog sind außergewöhnlich. Deshalb bin ich stolz darauf, gemeinsam mit ihm die Spiritualität des Islams und den Fortschritt Europas zu teilen. Ich sage voraus, dass Imam Idriz‘ Leben und Werk bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung des Islams und Europas nehmen wird, weil es den Geist des Ostens mit dem Verstand des Westens versöhnt.“</p>
<p><em>Reisu-l-ulema Dr. Mustafa Cerić, Großmufti von Bosnien und Herzegowina</em></p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>„Seit 1995 ist Benjamin Idriz Imam der muslimischen Gemeinde in Penzberg. Seit vielen Jahren bemüht er sich um den Dialog zwischen Muslimen und Christen in Bayern und darüber hinaus. Seine Vorstellungen, wie Islam und Demokratie, Islam und westliche Gesellschaft zu denken sind, sind ein wertvoller Impuls in der Debatte um die Integration. Es ist an der Zeit, wichtige Fragen zu stellen und gute Antworten zu finden. Unermüdlich ist Imam Benjamin Idriz im Gespräch, in der Suche nach Verständigung und gegenseitigem Verständnis. Möge auch dieser Band dazu beitragen.“</p>
<p><em>Dr. Johannes Friedrich, Landesbischof</em></p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>„Islam in Europa – das kann durchaus Import schädlicher Traditionen und Konflikt von Kulturen bedeuten, aber auch Religionsfreiheit für alle auf dem Boden des Grundgesetzes und Dialog der Religionen. Imam Benjamin Idriz steht mit bewundernswerter Beharrlichkeit für den Versuch, auf dem Fundament des Rechtsstaates und im Rahmen der Grundrechte Religionsfreiheit auch für die islamische Minderheit in Deutschland vollumfänglich zu realisieren. Ohne Reformer wie ihn wird der Dialog nicht vorankommen.“</p>
<p><em>Christian Ude, Münchener Oberbürgermeister</em></p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>„Der Islam ist ein bedeutender Teil der deutschen Gesellschaft. Jede Religionsgemeinschaft, die sich zur freiheitlich demokratischen Grundordnung bekennt, ist in Deutschland herzlich willkommen. Zu einer liberalen Gesellschaft gehört immer auch ein offener und neugieriger Dialog zwischen allen gesellschaftlichen Gruppen und Religionen.<br /> Herr Imam Idriz und seine Gemeinde in Penzberg sind für diesen Dialog mit der lokalen Gesellschaft vor Ort und über kommunale und Landesgrenzen hinweg ein gelungenes Beispiel. In meinen persönlichen Gesprächen mit Herrn Idriz konnte ich mich davon überzeugen, dass ihm die Integration des modernen und offenen Islam als alltäglicher Bestandteil der deutschen Gesellschaft am Herzen liegt, und ich bin froh, dass er sich derart leidenschaftlich um den religiösen Dialog in Bayern und Deutschland bemüht. Gegenseitiges Verständnis, das Wissen über einander und der Respekt aller Religionsgemeinschaften vor unserer Verfassung sind wesentlich für ein friedliches Miteinander.“</p>
<p><em>Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Bundesministerin der Justiz</em></p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>„Imam Benjamin Idriz sucht die Verständigung des Islam mit den Werten unserer Verfassung und der europäischen Kultur.“</p>
<p><em>Alois Glück, Landtagspräsident a. D., Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken</em></p></div>
			</div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>„Es geht heute in Deutschland um die „Einbürgerung“ eines Islam, der die Menschenrechte und den Geltungsvorrang des Grundgesetzes anerkennt. Benjamin Idriz leistet hier seit Jahren wertvolle Arbeit, auch weil er in Deutschland lebenden Muslimen klar macht, dass sie hier nicht im Exil, in der Diaspora oder Verbannung sind, sondern dass sie dieses Land mitgestalten können und sollen.“</p>
<p><em>Cem Özdemir, Bundesvorsitzender der Partei Bündnis 90/Die Grünen</em></p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>„Benjamin Idriz, Imam, Friedensmakler – um nicht den äußerst strapazierten Begriff Dialog zu wählen – und Kulturübersetzer ist vor allem auch eines: Ein Europäer.<br /> Sein Engagement für ein besseres Verständnis zwischen Nichtmuslimen und Muslimen speist sich aus einem wahrhaftigen und vor allem an der Praxis orientierten Islamverständnis. Eine Tradition, welche hunderte Jahre lang am Balkan gelebte Realität war und im Begriff ist wieder zu werden. Er knüpft so an die bekannten europäisch-islamischen Linien an, die auch im andalusischen Spanien, im euro-arabischen Malta und im vom Orient berührten Sizilien – um einige Beispiele zu nennen – anzutreffen waren.“</p>
<p><em>Aiman A. Mazyek, Vorsitzender des Zentralrates der Muslime in Deutschland</em></p></div>
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<p>Der Beitrag <a href="https://islam-penzberg.de/impressionen-zu-gruess-gott-herr-imam/">Impressionen zu &quot;Grüß Gott, Herr Imam!&quot;</a> erschien zuerst auf <a href="https://islam-penzberg.de">IGP</a>.</p>
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